Immer mehr aktive Reisende im Alter von über 60 Jahren suchen nach Abenteuern und neuen Orten, die sie entdecken können. Viele bekannte Reiseziele sind in jüngerer Zeit unattraktiv geworden, weil sie von „Bucket-List“-Touristen überlaufen werden.
Wir sind unser ganzes Leben hindurch viel gereist. Jetzt sind wir in unseren Siebzigern und haben vor zwei Jahren Grönland entdeckt. Das ist ein außergewöhnliches Land mit noch wenigen Touristen, das sehr viel zu bieten hat. Wir dachten, dass es nützlich sein könnte, einige Tipps aus unseren eigenen Erfahrungen weiterzugeben, um anderen Menschen im fortgeschrittenen Alter einige neuen Ideen für ihre Reisen zu geben.
– Die richtige Kleidung für das arktische Klima: Tipps und Tricks
Angesichts der Hightech-Bekleidung, die heute erhältlich ist, braucht man sich wegen der Kälte keine Gedanken zu machen, es sei denn, Sie besuchen Grönland im Winter! Das Geheimnis heißt Schichten. Investieren Sie also in eine gute Thermo-Basisschicht. Darüber tragen wir einfach das, was wir an einem normalen Wintertag in England auch tragen würden – warme Mütze, Handschuhe, einen Schal und Schuhe oder Stiefel mit dicken, rutschfesten Sohlen.
Wenn wir eine neue Aktivität in Grönland begonnen haben, hat uns der Reiseveranstalter häufig eine zusätzliche Schicht Außenkleidung zur Verfügung gestellt. Beim Schlittenfahren kann das ein Fellanzug und bei der Ausfahrt mit einem offenen Boot ein wind- und wasserdichter Overall sein. Wir haben immer genommen, was uns angeboten wurde!
Alistair with seal skin clothing. Photo by Gill and Alistair Campbell
– Unterkünfte: von Luxushotels bis zu gemütlichen Hostels
In unserer Jugend waren wir oft mit dem Rucksack unterwegs, doch jetzt suchen wir nach etwas mehr Komfort. Wir sind immer vom hohen Standard der Hotels und Hostels im ganzen Land überrascht. Wenn Ihr Budget begrenzt ist, ist die Selbstversorgung in einer Ferienwohnung oder einem Hostel eine gute Möglichkeit.
– Kulinarische Köstlichkeiten: Der Geschmack von Grönland
Die grönländische Küche ist eine interessante Fusion aus internationalen und lokalen Einflüssen. Am einen Ende des Spektrums gibt es Moschusochsburger und Rentierwürste, doch es gibt auch hochwertige Rentiersteaks, die besser sind als feinstes Wild, und köstliche Schneekrabben. Wenig überraschend ist, dass Fisch immer frisch und gut ist, besonders wenn Sie ihn selbst gefangen haben. Ebenfalls ausgezeichnet ist auch Lamm aus Südgrönland.
Der dänische Einfluss bedeutet, dass es selbst in den kleinsten Siedlungen Bäckereien gibt und eine Begegnung ohne Kaffee undenkbar ist. Probieren Sie grönländischen Kaffee, aufgebessert mit Whisky, Kahlua und Grand Marnier.
– Konnektivität an abgelegenen Orten: In Kontakt bleiben
Grönland ist vielleicht isoliert, aber beim Einsatz von Technologie alles andere als rückständig. Praktisch die meisten Hotels und Restaurants bieten den Gästen WLAN, und viele Siedlungen haben ein gutes Mobilnetz mit 4G oder 5G. Alles ist über das Internet verfügbar und viele kleinere Betriebe führen ihre Website auf Facebook. Ein gewisses Problem ist, dass Websites auf Grönländisch nicht von den Browsern übersetzt werden. Wir wechseln dann auf dänische Seiten, die vom Browser übersetzt werden können.
– Die besonderen Herausforderungen beim Reisen
Zwischen den Ortschaften gibt es keine Straßen! Sie können nicht einfach aus den Städten herausfahren. Selbst in der Hauptstadt Nuuk enden die Straßen im Nirgendwo. Um die Ortschaften zu verlassen, nutzen Sie ein Schiff oder ein Flugzeug. Viele Menschen haben hier eigene Boote. Das ist eine wunderbare Form, um die Fjorde zu bereisen, die zu den größten auf der Welt zählen.
Längere Distanzen werden in der Regel mit einem Flugzeug oder Hubschrauber von Air Greenland zurückgelegt. Die Fluggesellschaft hat mehr Hubschrauber und betreibt mehr regelmäßige Hubschrauberflüge als jede andere Airline. Wir lieben das Fliegen in Grönland – die Aussicht über Fjorde, Berge und das Inlandeis ist immer wieder atemberaubend. Sie können auch einen Hubschrauber chartern, um auf einem Gletscher oder Berggipfel zu landen. Einmal haben wir einen Sermeq Helicopter genommen, der uns an der abgelegenen Wanderhütte des NTS in Tasiusaq in Südgrönland absetzte. Dort wollten wir bleiben und die Wildnis hautnah erleben. Nachdem der Hubschrauber weg war, hörten wir nur noch die Geräusche des Flusses und des Winds.
Alistair is ready to get onboard of Air Greenland helicopter. Photo by Gill and Alistair Campbell
Eine interessante Alternative, um die Siedlungen an der Küste zu sehen, bietet die Fähre Arctic Umiaq an der Westküste. Sie können dort ein Bett im Schlafsaal buchen, aber letztes Mal haben wir uns für eine eigene Kabine entschieden. Die Mannschaft ist sehr entgegenkommend und im Café kann man sehr gut mit Einheimischen ins Gespräch kommen – sie sind genauso an unserem Leben interessiert wie wir an ihrem.
Alistair is on Sarfaq Ittuk (Arctic Umiaq Line ferry) enjoying the ocean view. Photo by Gill and Alistair Campbell
– Die Freude am Wandern und an anderen Transportoptionen
Die Ortschaften sind klein und lassen sich gut zu Fuß erkunden. Weil niemand in Grönland Landbesitz hat, können Sie sich praktisch überall frei bewegen. Die Menschen besitzen nur das Haus, in dem sie wohnen. In einigen größeren Städten gibt es Busse, doch wir sind eigentlich immer zu Fuß unterwegs. Da die Ortschaften klein sind, kann man schnell über Wanderwege ins Hinterland gelangen.
Gill is on the wooden path in Ilulissat Unesco area. Photo by Gill and Alistair Campbell
Besonders in der Umgebung von Aasiaat und Ilulissat haben wir wunderbare Wanderungen unternommen. Überall gibt es viele lokale Anbieter, die Ausflüge in die Natur organisieren. Niemals werden wir das Camping in einem schwebenden Zelt in den Bergen über Nuuk vergessen, das Two Ravens arrangiert hat.
Wir verwenden Wanderstöcke, die für ein wenig zusätzliche Stabilität sorgen. Im Winter ersetzen Skiwandern und Schneeschuhe das Wandern, obwohl die Wandersaison in Südgrönland überraschen lang ist. Natürlich können Sie auch eines der Islandpferde von Riding Greenland nehmen!
Alistiar is enjoying winter hiking in Ilulissat. Photo by Gill and Alistair Campbell
– Spannende Museen: Grönländisches Nationalmuseum und das Ilulissat Cultural History Museum
Zu unseren Lieblingsmuseen zählt das Nationalmuseum in der Hauptstadt Nuuk. Dort wird die ganze Geschichte der Inuit wunderbar erzählt. Und dort sind auch die Mumien von Qilakitsoq ausgestellt, die Ihnen den Atem rauben werden. Ein weiterer Favorit ist das Ilulissat Cultural History Museum, wo die komplexe Geschichte und Kultur der Inuit-Jäger und ihrer Kajaks erzählt wird. Das Museum ist auch der Ort, an dem Knud Rasmussen, der berühmte arktische Entdecker, geboren wurde und sein erstes Jahr in Ilulissat verbrachte.
– Das Inlandeis: Welt der Stille und Schönheit
Unsere Fahrt mit dem Nuuk Water Taxi über den Nuuk Fjord führte uns bis in die winzige Siedlung Kapisillit, in der weniger als 50 Menschen leben. Die Landschaft während der Fahrt war spektakulär – unser winziges Boot mitten in dieser riesigen Landschaft. Und erst bei unserem Besuch der winzigen, abgelegenen Siedlungen begannen wir zu verstehen, wie das Leben für die Inuit heute aussieht. Eine schöne Überraschung war, dass wir im Pilersuisoq Supermarkt in Kapisillit frisches Gebäck und heißen Kaffee kaufen konnten. Auf dem Rückweg hielten wir an, um etwas Eis aus einem gestrandeten Eisberg zu schlagen, das vielleicht eine Million Jahre alt war. Das Glas Whisky mit ihm ist einfach unvergesslich.
Alistair on the the icesheet. Photo by Gill and Alistair Campbell
Es gibt zahlreiche Orte, an denen Sie das Inlandeis betreten können. Auf der Welt gibt es nur zwei echte Eisschelfe, das andere liegt in der Antarktis. Das grönländische Inlandeis ist riesig und wir konnten es von Kangerlussuaq aus betreten. Von dort aus führt eine Schotterstraße zur Eiskante. Unser Guide von Albatros Arctic Circle hat Steigeisen an unseren Stiefeln befestigt, mit deren Hilfe wir loswandern konnten. Dies ist ein ganz besonderer Ort – praktisch geräuschlos, überraschend hügelig und sehr weiß mit hellblauen Wasserpfützen. Wir hatten nicht genug Zeit, um hier zu übernachten, doch das steht auf unserer Liste für unsere nächste Reise.
– Begegnung mit der Tierwelt: Wale und Eisberge
Boote sind auch sehr gut geeignet, um Walen und Eisbergen ganz nahe zu kommen. Dies haben wir in Aasiaat und in Sisimiut erlebt, wo Jan Banemann von Sisimiut Private Boat Safari nicht nur Buckelwale außerhalb der Saison für uns aufgespürt hat, sondern uns auch in eine Siedlung geführt hat, die verlassen wurde, nachdem die Robbenjagd nicht mehr ausreichte, um die Bevölkerung zu ernähren.
Mit ihm haben wir später auch geangelt – wir fingen mehr als 2 Kilo erstklassigen Kabeljau in 15 Minuten, sodass unser Abendessen gesichert war! Sie können auch mit dem Kajak ausfahren, um Robben und Eisberge aus der Nähe zu erleben.
Sea fishing. Photo bSea fishing. Photo by Gill and Alistair Campbelly Gill and Alistair Campbell
– Das entgegenkommende Wesen der Grönländer
Die Menschen in Grönland sind sehr entgegenkommend und immer hilfsbereit. Ihre Gemeinschaften halten eng zusammen, wahrscheinlich weil einige Orte in den Wintermonaten von der Außenwelt abgeschnitten sind. Es war faszinierend, den Geschichten der Einheimischen zuzuhören, wenn sie erzählten, wie sie mit den langen, dunklen Wintern zurechtkommen und einander physisch und mental helfen.
– Kulturelle Einblicke: Kaffemiks und lokale Traditionen
Eine tolle Art, um in Kontakt mit Einheimischen zu kommen, ist die Teilnahme an einem Kaffemik – einem ausgedehnten Kaffeetrinken, das sich über den ganzen Tag erstrecken kann und mit viel Kuchen und traditionellen grönländischen Speisen verbunden ist. Viele Reiseanbieter können dies für Sie organisieren. Es kann aber auch passieren, dass Sie einfach ins Haus eingeladen werden, wenn Sie vorbeispazieren. Wir sagen niemals nein!
Alistair is enjoying meal with locals in South Greenland. Gill must be behind the camera. Photo by Gill and Alistair Campbell
Vor kurzem haben wir an einem Geburtstagsfest teilgenommen. Die betreffende junge Frau fütterte die Schafe, als wir ankamen, obwohl das Haus voller Gäste war. Als sie ins Haus zurückkam, wurde sie mit Zimt überstreut, weil sie unverheiratet und dies ihr 25. Geburtstag war. Wenn sie auch mit 30 noch keinen Mann hat, wird man sie mit Pfeffer bestreuen.
– Gesundheit und Sicherheit: Hinweise zum grönländischen Gesundheitssystem
Eine umfassende Krankenversicherung ist eine absolute Notwendigkeit für alle Besucher, ausgenommen denjenigen aus den nordischen Ländern. Landesweit gibt es sechs Krankenhäuser, das größte davon in Nuuk. Alle Orte haben Gesundheitszentren mit Ärzten und Krankenschwestern, doch in den kleineren Siedlungen wird die Gesundheitsversorgung durch eine Mischung aus geschulten Pflegekräften und Telemedizin gewährleistet. Aus diesem Grund kommt es häufig vor, dass Menschen mit gesundheitlichen Problemen mit dem Flugzeug, Hubschrauber oder Schiff zum nächstgelegenen Krankenhaus gebracht werden.
In jeder Siedlung gibt es eine Apotheke. Dort gibt natürlich andere Medikamente auf Lager als die, die Sie gewohnt sind. Nehmen Sie also ausreichende Mengen der Medikamente mit, die Sie brauchen. In allen Ortschaften mit mehr als 500 Einwohnern gibt es Zahnärzte.
Wenn Sie eine medizinische Versorgung brauchen, wenden Sie sich an eines der fünf regionalen Krankenhäuser in Grönland: Nuuk, Aasiaat, Ilulissat, Sisimiut, Qaqortoq. Die größte Klinik befindet sich in Nuuk und in jeder kleinen Siedlung gibt es eine Arztpraxis.
– Shopping und Dining: Subventionierte Supermärkte und vielfältige Küche
In jeder Siedlung gibt es einen Supermarkt. Die Supermärkte in den kleinen Siedlungen sind staatlich subventioniert, damit sie ein überraschend vielfältiges Produktangebot vorhalten können. Dieses kann jedoch zur Neige gehen, wenn das Eis ein Anlegen des Versorgungsschiffes verhindert. In den größeren Ortschaften gibt es mehrere Supermärkte, die ein großes Warenangebot feilbieten.
Wenn Sie sich vegetarisch oder vegan ernähren, haben Sie in Nuuk keine Probleme. Doch außerhalb der Hauptstadt müssen Sie in den Restaurants besonders nachfragen, ob Sie ein Gericht ohne Fleisch oder Fisch bekommen können. Wenn Sie sich selbst versorgen, bieten alle Supermärkte eine Auswahl an Nüssen, Obst und Gemüse – möglicherweise tiefgefroren.
Wir haben erlebt, dass sich Flüge verspätet haben, und das gehört zum gesamten Erlebnis einfach dazu. Einmal haben wir als Ersatz für das Flugzeug erlebt, wie uns ein Geländefahrzeug zu einer Schaffarm in Südgrönland gebracht hat, wo wir ein Mittagessen mit dem Farmer und seiner Familie verzehrt haben. Als wir ein anderes Mal an einem Flughafen auf ein verspätetes Flugzeug warteten, hörten wir die Geschichten einer Gruppe von Rentierjägern, die zudem ihren Erdbeerkuchen mit uns teilten.
Grönland wartet darauf, erkundet zu werden. Neue internationale Flughäfen werden eröffnet. Unser Rat ist, das Land bald zu besuchen, bevor andere Touristen dieses außergewöhnliche Land entdecken werden.
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Grönland zu besuchen war für mich ein Kindheitstraum: Abenteuer an einem Ort erleben, an denen es überall Fjorde, raue Berge und Gletscher gibt, interessante Menschen zu treffen und sich vor allem wie ein Entdecker früherer Zeiten zu fühlen. Mit seinen rund 2.600 Einwohnern, die sich über mehrere kleine Siedlungen und Tasiilaq als wirtschaftliches Zentrum verteilen, kann Ostgrönland als schwach besiedelt gelten. Tasiilaq ist der Ausgangspunkt für meine Reise. Von hier aus werden wir verschiedene Ziele erkunden. Wir möchten Eindrücke von verschiedenen Ecken dieser Region sammeln. Beeindruckende Landschaften besuchen, die nur per Boot zu erreichen sind, aber auch wandern, um Orte in der näheren Umgebung von Tasiilaq zu entdecken.
Von den 2.600 Einwohnern der Region leben rund 1.800 in Tasiilaq. Einige Siedlungen haben nur rund 80 Einwohner.
Ich habe Kontakt mit Lars von Arctic Dream aufgenommen, der mir bei der Logistik für eine Reise durch Ostgrönland helfen wird. Mit einem Spezialboot können wir durch flache Gewässer fahren, doch der höhere Wellengang stellt meinen nicht hochseetauglichen Magen vor einige Herausforderungen.
Tasiilaq von weitem. Foto von Chris König – Visit Greenland
Ein großartiger und inspirierender Ort, den man in Ostgrönland besuchen kann, ist der Knud Rasmussen Gletscher. Von Tasiilaq dauert die Fahrt mit dem Boot zwei Stunden, aber der Aufwand lohnt sich. Wir passieren riesige Eisberge und hinter jedem Berggipfel erhebt sich ein weiterer, vielleicht noch beeindruckenderer Berg.
Der Knud Rasmussen Gletscher wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts – natürlich – von Knud Rasmussen entdeckt. Als Erforscher der Arktis und Anthropologe unternahm er zahlreiche Expeditionen in der Region.
Wir können der Basis des Gletschers recht nahekommen, doch wir dürfen niemals vergessen, dass der Gletscher ständig kalbt und in jedem Moment ein riesiges Stück herausbrechen könnte. Dies zu erleben ist ein wahres Spektakel. Und die kilometerlange Wand aus Eis bietet jede Menge atemberaubende Anblicke.
Knud Rasmussen Gletscher. Foto von Chris König
Tasiilaq ist umgeben von kleineren Siedlungen wie Tiniteqilaaq (Tiilerilaaq) und Kuummiut. Für unseren Ausflug nehmen wir ein Boot, um die Siedlungen zu besuchen und einen besseren Eindruck vom Leben dort zu bekommen. Das Erste, was ich bemerke, als wir am Anleger ankommen, sind die vielen Holzgerüste, die zum Trocknen von Fisch, Robben und sogar Eisbärfellen errichtet sind. Das Leben hier ist nicht leicht, und um gegen die harten Bedingungen gewappnet zu sein, muss man sich warm und trocken halten. Alle Teile der gejagten Tiere sind nützlich und werden genutzt. Eine der Haupterwerbsquellen ist immer noch der Fischfang. Diese Siedlungen sind so abgelegen, dass Arbeit mitunter ein knappes Gut ist. Mit dem Boot hinauszufahren, die Fangnetze auszulegen und Robben zu jagen kann an einem guten Tag ein lukratives Geschäft sein. Faszinierend zu sehen ist, wie viele lokale Kenntnisse es bei Dingen wie dem Fischfang gibt – Kenntnisse, die man nicht aus Büchern lernen kann, sondern die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Vater und Sohn fischen im Fjord. Foto von Chris König
In Tasiilaq finden Sie alles, was Sie brauchen: zwei Geschäfte, ein Krankenhaus und eine große Schule. Dennoch sind die Menschen immer noch vom Eisbrecher abhängig, der jede Woche vorbeikommt und die Versorgung aufrechterhält. Das Leben in dieser Region von Grönland unterscheidet so sehr von dem, was ich gewohnt bin, doch umso mehr beeindruckt es mich, wie die Menschen unter diesen harten Bedingungen ihr Leben bewältigen. Ein schweres Leben, umgeben von einer äußerst inspirierenden Natur.
Tiniteqilaaq. Foto von Chris König
Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich empfehlen, mindestens eine Woche in Ostgrönland zu verbringen. Besser wäre es, noch einige Tage mehr zu veranschlagen für den Fall, dass das Wetter schlecht sein sollte. Das Hauptverkehrsmittel in Ostgrönland ist das Boot. Das Straßennetz reicht nicht über Tasiilaq hinaus, doch die Gewässer in den Fjorden sind relativ ruhig und damit perfekt für Transporte und Sightseeing-Touren.
Majestätische Natur in Ostgrönland. Foto von Chris König – Visit Greenland
Ich bin im September gereist und das hat sich als sehr gute Jahreszeit erwiesen. Mitten im Sommer (Juni bis August) gibt es mehr Mücken, aber auch mehr Blumen. Der September kann schon unberechenbar sein, ist im Allgemeinen aber ein ruhiger Monat und perfekt für Erkundungstouren. Eine Winterreise nach Ostgrönland bietet eine völlig andere Erfahrung und andere Abenteuer.
Bei unserem Aufenthalt in Tasiilaq genossen wir den Luxus eines komfortablen Gästehauses mit allen Services und Annehmlichkeiten, die man braucht – ein äußerst komfortabler Ausgangspunkt für eine Reise durch Ostgrönland. Übernachten Sie in Tasiilaq und erkunden Sie tagsüber die umgebende Region.
die schönen Fjorde und Berglandschaften in der Region. Foto von Chris König
Den lokalen Tourismus zu unterstützen ist sehr wichtig für das wirtschaftliche Wachstum in der Region und die Entwicklung der Infrastruktur. Derzeit gibt es in Tasiilaq zwei Möglichkeiten, auswärts zu essen. Sie können auch während organisierter Touren im The Red House – dem Basecamp – oder im Hotel Angmagssalik zu sich nehmen. Indem man eine Tour in Ostgrönland direkt bei lokalen Anbietern bucht, können mehr Einwohner als Guides, Bootsfahrer oder logistische Helfer angestellt werden. Die Fremdsprachenkenntnisse nehmen zu, das Bildungsniveau steigt und eine Aufwärtsspirale ist zu erkennen.
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Der Tourismus in Grönland steht vor großen Veränderungen. Die Eröffnung des neuen internationalen Flughafens in Nuuk am 28. November 2024 markiert den Anfang einer Reihe von Eröffnungen von drei grönländischen Airports bis 2026. Dadurch eröffnen sich regelmäßigere und kostengünstigere Reiseoptionen, was Grönland zu einem noch besser zugänglichen Reiseziel für Abenteurer und Expeditionstouristen machen wird.


In Grönland befinden sich mehrere neue Flughäfen im Bau. Die erste Neueröffnung ist für den 28. November 2024 terminiert. Die beiden weiteren Flughäfen werden bis Ende 2026 in Ilulissat und Qaqortoq in Südgrönland eröffnet, was es Ihnen erlaubt, die meisten Teile des Landes innerhalb von anderthalb Stunden zu erreichen. Während die neuen Airports zunächst von den Fluggesellschaften Air Greenland und Icelandair betrieben werden sollen, bieten sie auch Möglichkeiten für neue Airlines und mehr Flugverbindungen nach Grönland. Die neuen Flugpläne werden die Reisewege nach Grönland verändern und die Kosten und den logistischen Aufwand reduzieren.
Mit dem neuen internationalen Flughafen von Nuuk werden zum ersten Mal Direktflüge mit Düsenmaschinen zwischen Nuuk und Kopenhagen möglich.
Diesen Winter stehen den Reisenden fünf Flüge pro Woche von Nuuk nach Kopenhagen zur Verfügung. In der Weihnachtszeit steigt die Frequenz auf sechs und im Sommer auf acht Flüge. Die Morgenflüge starten um 8.20 Uhr von Kopenhagen und kommen um 10.10 Uhr Ortszeit in Nuuk an. Die Morgenflüge ab Nuuk starten um 7.30 Uhr Ortszeit und kommen um 15.30 Uhr in Kopenhagen an, was zahlreiche internationale Anschlussflüge ermöglicht.
Ab dem 17. März 2025 bietet Air Greenland in Zusammenarbeit mit Albatros Arctic Circle Direktflüge zwischen Kangerlussuaq und Kopenhagen an. Diese Flüge werden zweimal wöchentlich bis zum 16. Oktober durchgeführt. Mehr lessen →
Erfahren Sie mehr über die Vereinbarung zu Nachhaltigkeit und Biokraftstoffen (nur auf Englisch)
Die Ticketpreise variieren je nach Flugdatum und Buchungszeitpunkt, doch der durchschnittliche Ticketpreis für Direktflüge mit Air Greenland zwischen Nuuk und Kopenhagen liegt bei rund 4.000 DKK. Für zehn Reiseziele in Grönland sind auch Fly ‘n Sleep-Optionen verfügbar. Wenn Sie von Kopenhagen nach Sisimiut, Ilulissat, Aasiaat, Kulusuk, Tasiilaq, Maniitsoq, Paamiut, Qaqortoq, Nanortalik und Narsaq reisen, können Sie ein Fly ‘n Sleep-Ticket für einen Preis ab 3.795 DKK buchen, das eine Übernachtung in Nuuk umfasst. Die Kosten für die Unterkunft sind jedoch nicht im Preis enthalten. Mit dieser Option können Sie Ihren eigenen Reiseplan entwerfen und einen wunderbaren Kurzaufenthalt in unserer Hauptstadt genießen.
Aufgrund des wachsenden Interesses an Flügen zwischen Jütland, Dänemark und Grönland betreibt Air Greenland in der Sommersaison einmal wöchentlich einen Direktflug zwischen Nuuk und Aalborg. Die Flüge starten um 6.25 Uhr ab Aalborg und kommen um 8.15 Uhr Ortszeit in Nuuk an. Der Abflug aus Nuuk ist um 9.15 Uhr, die Ankunft in Aalborg um 16.45 Uhr. Zusätzlich wird in der Zeit von April bis Oktober die Strecke von Nuuk nach Billund einmal wöchentlich bedient, mit Abflug ab Billund um 7.45 Uhr und Ankunft in Nuuk um 9.30 Uhr Ortszeit sowie Abflug ab Nuuk um 12.00 Uhr und Ankunft in Billund um 19.30 Uhr. Die Strecke wird zwischen März und Oktober um einen zusätzlichen Flug pro Woche über Keflavik erweitert.
* Der Zeitplan kann ohne Vorankündigung geändert werden

Kurze Ausflüge ab Nuuk sind an Land und auf See leicht zu erreichen.
Wanderungen auf dem Eisfjord-Wanderweg
Von hier aus können Sie an abwechslungsreichen Ausflügen teilnehmen, wie etwa einer mehrtägigen Wanderung über den Eisfjord-Wanderweg von Kapisillit nach Camp Kangiusaq, wo Sie überwältigende Ausblicke auf Gletscher, das Eis, eine wundervolle Tierwelt und die grönländische Wildnis erwarten.
Maniitsoq vom Boot aus erkunden
Eine weitere Option, die von Nuuk aus zu erreichen ist, ist ein Besuch der charmanten Ortschaft Maniitsoq mit dem Boot und die Erkundung ihrer vielen Gletscher, hochaufsteigenden Berge und tiefen Fjorde. Wenn Sie mehr Inspiration darüber brauchen, welche Teile von Grönland Sie erkunden sollten, können Sie vielleicht mit diesem kurzen Video anfangen.
Kurze Ausflüge per Flugzeug
Es wird auch sehr einfach, um kurze Ausflüge per Flugzeug von Nuuk aus zu unternehmen. Fünf Abflüge ab Nuuk stehen jeden Morgen auf dem Flugplan. Sie führen nach Narsarsuaq, Paamiut, Maniitsoq, Sisimiut, Ilulissat und Kulusuk mit Rückflug am Nachmittag. Wir empfehlen, mindestens zwei Tage an jedem dieser Reiseziele zu verbringen.
Die neuen, häufigeren Inlandsflüge erlauben nicht nur flexible und erschwingliche Reisen per Flugzeug, sondern sie tragen auch dazu bei, die Touristen gleichmäßiger über die Regionen in Grönland zu verteilen. Das entlastet die beliebtesten Orte und leitet einen Teil des Tourismus auf weniger frequentierte Reiseziele.
Grönland ist immer noch eines der weniger ausgeschöpften Abenteuerreiseziele, obwohl der Tourismus heute ein wesentlicher Pfeiler der Wirtschaft des Landes ist. Das Ökosystem ist empfindlich und verlangt einen rücksichtsvollen Umgang. Deshalb konzentriert sich Grönland auf einen sanften Ausbau des Tourismus, wobei das Wachstum stets lokal verankert sein soll. Mehr über die Bedeutung von lokalem Wissen erfahren Sie hier.
Die Tourismusbranche bereitet sich intensiv darauf vor, die künftigen Touristen mit spannenden neuen Produkten, Restaurants und Unterkünften zu empfangen. Ein Beispiel hierfür ist Nuuk, wo die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Tourismusbranche die Anzahl der Hotelbetten bis Ende 2030 um 50 Prozent erhöhen möchte, was etwa 500 weiteren Betten entspricht.
Neben der Verbesserung der Reisemöglichkeiten im Inland und nach Dänemark zeichnen sich weitere Verbesserungen ab. So wird es bessere Verbindungen in westlicher Richtung nach Kanada geben. Hier wird von März bis Oktober 2025 erstmals ein wöchentlicher Flug von Nuuk nach Iqaluit veranstaltet, was reibungslose Anschlussflüge zu anderen kanadischen Destinationen erlaubt. Zusätzlich wird United Airlines eine Flugstrecke zwischen Newark, New York und Nuuk einführen! Diese neue Strecke wird im Juni 2025 eröffnet und umfasst zwei wöchentliche Flüge während der Hochsaison (Juni bis September).
Ebenso werden die Verbindungen in östlicher Richtung mit zwei wöchentlichen Flügen von Nuuk nach Keflavik (Island) gestärkt.
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Die Aussicht umfasst ein beeindruckendes Meer aus schroffen braunen und weißen Eisbergen. Es scheint sich unendlich auszudehnen, was es sehr schwierig macht, den Eingang zur Höhle am Apusiaii-Gletscher zu finden. Nach ein wenig Suchen haben wir unser Ziel schließlich gefunden.
Ausgerüstet mit Steigeisen und einem Helm robben wir uns über das Eis und hinein in den Eingang der Höhle. Unsere Fackeln beleuchten die ansonsten nachtschwarze Umgebung und zeigen die schiere Größe dieses Raumes. Die Höhle ragt beeindruckende 250 Meter in die Höhe. Ihre Tiefe und Dunkelheit schluckt sämtliches Tageslicht, da die Decke eine Dicke von 20 Metern aufweist.
Photo by Norris Niman – Visit Greenland
Nicco erläutert die besonderen Merkmale der Höhle und zeigt uns uraltes Eis und äußerst feine Eisformationen. Die Klarheit der blauen Farbe ist erstaunlich, doch ich muss einschränkend hinzuführen, dass die Wirkung auf den Fotos, die ich mit meinem iPhone aufgenommen habe, fast noch hypnotischer ist als in Wirklichkeit. Das erinnert fast an das Polarlicht, wenn Sie wissen, was ich meine.
Die Eishöhle auf Kulusuk hat für Grönland in mehrerlei Hinsicht eine große Bedeutung. Sie wurde 2016 entdeckt, doch bisher wurde sie von weniger als 100 Besucher besichtigt. Anders als die meisten anderen Eishöhlen, die nur im Winter zugänglich sind, verändert sich die Form dieser Höhle im Sommer und kann nur erreicht werden, wenn der Schnee schmilzt. Gegenwärtig ist sie zudem die einzige Eishöhlentour, die im Land angeboten wird.
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Die Erkundung der Höhle bietet spannende Einblicke in Geschichte, Geologie und Geografie, die unsere Wahrnehmung von Tiefe und Zeit im Inneren des Gletschers herausfordern. Obwohl unsere Erkundung nur 45 Minuten dauert, fühlt sich jeder Augenblick länger an, ganz so, als würde jedes Stück Eis eine Geschichte erzählen.
Der Ausflug dauert 4 bis 5 Stunden ab Kulusuk oder Tasiilaq, davon 2 bis 3 Stunden an Land und eine machbare 1 km Wanderung mit einem Höhenunterschied von 100 Metern. Mit der fachkundigen Führung können praktisch alle, die körperlich fit sind (und eine Schuhgröße von mindestens 34 für die steigeisenfesten Bergschuhe haben), an diesem Abenteuer teilnehmen!
Dieser Tagesausflug zählt zu den wenigen Angeboten, die Sie bei Ihrem Aufenthalt in Ostgrönland wählen können. Eine Buchung im Voraus ist erforderlich und kann über Nunatak Adventures oder Anbieter bei Visit East Greenland erfolgen.
Der Tasermiut Fjord, eine verborgene Perle in Südgrönland, erstreckt sich über 70 Kilometer und bietet eine Landschaft voller namenloser Berggipfel, die eine kraftvolle Aura ausstrahlen. Der Fjord bietet verschiedene Panoramen, die alle ihre ganz eigene Persönlichkeit haben. Die geschwungenen Berge erheben sich zu hoch aufragenden Gipfeln und Wänden, die den Fjord wie Wächter säumen.
Am Eingang zum Fjord liegt Nuugaarsuk, eine Schaffarm, die eingebettet zwischen angepflanzten Wäldern liegt. Dies ist in Grönland eine Besonderheit, weil hier ursprünglich keine Bäume wuchsen.
Wenn Sie tiefer in den Fjord eindringen, wird die Landschaft rauer. Felswände ragen in die Höhe. Das Ende des Fjords markiert ein spektakulärer Gletscher, der dieses Panorama der Größe der Natur abrundet.
Einige Gipfel sind sehr bekannt unter Profi-Bergsteigern, die im Sommer aus der ganzen Welt hierherkommen. Ein Berg ist mir besonders ins Auge gefallen. Ich hatte ihn bereits auf Fotos gesehen hatte – den 2.045 Meter hohen Nalumasortoq. Ich wusste sofort ohne zu zögern, dass ich diesen Berg besuchen musste. Die majestätische Wand vor mir war so viel kraftvoller als jedes Foto, das ich betrachtet hatte. „Ich muss hierher zurückkommen“, dachte ich und verbrachte einige weitere Tage am Fuße des Berges.
Halumi is exploring around Tasermiut fjord. Photo by Mads Schmidt Rasmussen
Mein ganzes Leben lang wurde mir gesagt, dass es für die Sicherheit unerlässlich ist, bei Wanderungen in der Natur ein Gewehr mitzunehmen. Wenn Sie sich in Grönland außerhalb der Ortschaften aufhalten, besteht immer die Möglichkeit, einem Eisbären zu begegnen (obwohl die Gefahr gering ist). Doch wenn Sie in Begleitung eines Guides mit Ortskenntnissen sind oder leicht eine Hütte oder ein Boot erreichen können, sind Sie gut geschützt. Wir brauchten ein Gewehr bei unserer Wanderung, weil wir mehrere Tage und viele Kilometer entfernt von Hütten und der Schäfersiedlung Nuugaarsuk waren. Einheimische berichteten uns auch, dass vor Kurzem ein Eisbär und Moschusochsen in der Gegend gesichtet wurden.
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Peachy orange and pink sky morning. Photo by Mads Schmidt Rasmussen
Im Sommer ist die Umgebung von Tasermiut in bunte Farben getaucht – doch im Winter ist sie auf eine kraftvolle Weise monochrom. Farben sind dafür am Himmel zu erleben: Die tiefstehende Sonne bemalt den Himmel jeden Tag mit anderen Farben.
Wenn man an einem kalten Morgen aufwacht, kann es hart sein, den warmen Schlafsack zu verlassen. Aufwachen, den Reißverschluss des Zelts öffnen, mit dem Sonnenaufgang aufstehen, der den Wolken Pfirsich-, Orange- und Rosatöne verleiht. Und schon sind Sie bereit für den Tag!
Unser Ziel ist eine Wanderung zu den Bergen Suikkassuaq und Nalumasortoq. Die Wanderung am frühen Morgen mit einer so schönen Sicht auf den Berg vor uns in den Farben des Sonnenaufgangs ist atemberaubend.
Halumi in Tasermiut fjord in winter. Photo by Tasermiut in winter. Photo by Mads Schmidt Rasmussen
Es ist Mitte März, als wir drei wunderbare Tage in Tasermiut verbringen. In dieser Zeit des Jahres können Sie den Spätwinter riechen – die frische, kalte Luft und den Geruch der Erde, die sichtbar wird, wenn der Schnee langsam verschwindet.
Als wir am ersten Morgen unsere Wanderung beginnen, ist die Oberfläche des Schnees nach einer kalten Nacht hart. Die oberste Schneeschicht war in der Sonne des Vortags angeschmolzen und ist jetzt wieder hartgefroren. Dies macht das Wandern im Schnee einfacher.
In der Ferne hören wir den charakteristischen Ruf eines Alpenschneehühner. „Wo ist es?“ Es ist nicht einfach, den schneeweißen Vogel zu erspähen. Als wir eine Rast machen und die Landschaft absuchen, werden wir schließlich fündig: „Da sind sie.“ Wir sehen ein Paar. Von Arktischen Schneehasen können wir hingegen keine Spuren entdecken, doch es gibt sie hier auch.
Northern lights in Tasermiut fjord. Tasermiut in winter. Photo by Mads Schmidt Rasmussen
Es wirkt so, als würden wir der Sonne folgen. An diesem Morgen laufen wir in den Sonnenaufgang und als wir später umkehren, um zum Zeltplatz zurückzuwandern, verändert sich der Ausblick. Die Sonne senkt sich über das schöne Panorama auf der anderen Seite des Tasermiut Fjords, wo gezackte Berge bis ganz hinunter in den Fjord reichen.
Auch jetzt, am Ende des Winters, besteht noch die Chance, das magische Nordlicht zu sehen. Fern von den Lichtern der Städte scheinen die Sterne heller, weshalb wir nach einem Wandertag lange am warmen Lagerfeuer sitzen und in den Himmel blicken.
Anreise:
Im Winter gibt es keine internationalen Flugverbindungen nach Südgrönland. Deshalb müssen Sie über Kopenhagen mit Air Greenland nach Narsarsuaq fliegen. Von hier aus nehmen Sie den Hubschrauber nach Nanortalik, der nächstgelegenen Ortschaft zum Tasermiut Fjord. Es gibt mehrere Arten, um Tasermiut zu erkunden – von entspannten Tagesausflügen bis zu mehrtägigen Abenteuern mit dem Zelt. Wählen Sie dafür einen Anbieter wie Tasermiut Camp, Serano Boat Tours oder Nanortalik Boat Charter.
Südgrönland erkunden:
Wenn Sie den Winter in Südgrönland erleben möchten, bietet Garder Charter I/S, Polar-tut Boottransporte zu Ortschaften, Siedlungen und Höfe in der Umgebung der Fjorde. Die Boote können für Privatfahrten gechartert werden. Greenland Sagalands und Blue Ice Explorer bieten nicht nur Ausflüge in den Fjord an, sondern auch kulturelle Erlebnisse in den Ortschaften. Ein schönes winterliches Erlebnis ist auch eine Wanderung mit Schneeschuhen mit Amazing Tours Greenland.
Neue Möglichkeiten erkunden:
Wenn Sie für die Medien tätig sind, ein internationales Reisebüro auf der Suche nach nachhaltigen Geschäftspartnerschaften sind oder die Zusammenarbeit mit lokalen Anbietern suchen, steht Ihnen @visit_southgreenland mit Rat und Tat zur Seite. Diese Plattform fördert fruchtbare Verbindungen, die den Weg zu unvergesslichen Abenteuern in dieser außerordentlichen Landschaft bahnen. Wenden Sie sich gern an sie, um die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu erkunden, die Grenzen überschreitet.
In Grönland zeichnet sich die Wintersaison durch einzigartige Traditionen aus, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Einer dieser Bräuche ist Mitaartut, der um Heilige Drei Könige, den 6. Januar, begangen und gefeiert wird. Diese Tradition verbindet indigene Inuitkultur und dänische Einflüsse miteinander. Sie erlaubt einen kurzen Einblick in Grönlands reiches kulturelles Erbe.
Mitaartut sind wortlose Vorführungen mit Masken, die in Grönlands Städten und Siedlungen bei vielen Familien daheim stattfinden. Dies geschieht kurz nach Neujahr, üblicherweise am Dreikönigstag, dem 6. Januar. Diese mysteriösen Charaktere (eine einzelne Figur heißt „Mitaartoq“) klopfen an Türen, treten in die Häuser und Wohnungen ein. Dabei kommunizieren sie ganz ohne Worte. Stattdessen verwenden sie humorvolle Gesten und Bewegungen, die zu ihrer Verkleidung passen. Viele Zuschauende lachen über die komischen Darbietungen und versuchen, sie zu necken. Die stimmlosen Schauspielerinnen und Schauspieler schaffen es aber, nicht aus ihren Rollen zu fallen.
Am Ende des Besuches werden die Mitaartut mit Belohnungen wie Kuchen, Süßigkeiten und Zigaretten ausgezeichnet. Der Name des Brauchs, „Mitaarneq“, kann mit „zerschnittene Gesichter“ übersetzt werden. Er bezieht sich auf die Praxis, Ruß ins Gesicht zu schmieren und dieses mit von einem Ohr zum anderen gespannten Fäden zu verziehen, wenn keine Maske getragen wird. Teilnehmende stellen eine Auswahl an fantasievollen Kostümen und Masken zur Schau, die manchmal sogar berühmte Kunstwerke wie Edvard Munchs „Der Schrei“ imitieren. Die Masken präsentieren eine wilde Mischung aus traditionellen Gruselgeistern und zeitgenössischen Figuren und Themen. Damit reflektieren sie das kulturelle Erbe und zeigen sich offen für moderne Einflüsse.
Mitaartut, der traditionelle Maskenbrauch in Grönland, hat ein paar Gemeinsamkeiten mit Halloween. Es gibt aber auch signifikante Unterschiede. Im Folgenden werden die beiden Bräuche miteinander verglichen:
Kostüme und Masken: Sowohl Mitaartut- als auch Halloween-Feiernde tragen Kostüme und Masken. Diese Verkleidungen machen in beiden Traditionen einen zentralen Teil der Feierlichkeiten aus, da sie es Menschen erlauben, sich zu diesem Anlass in andere Wesen zu verwandeln.
Hausbesuche: Im grönländischen Brauch gibt es genau wie bei Halloween die Tradition, dass Leute Häuser besuchen oder von Tür zu Tür ziehen. An Halloween spielen die Kinder Streiche, wenn sie keine Süßigkeiten bekommen („trick or treat“), in Grönland erhalten die Mitaartut Süßigkeiten, weil sie zu Besuch kommen.
Verspielte und festliche Atmosphäre: Halloween und das grönländische Brauchtum werden beide auf eine verspielte und zugleich festliche Weise gefeiert. Lachen, Spiele und Unterhaltung machen beide Traditionen aus.
Kulturelle und historische Ursprünge: Halloween hat einen keltischen Ursprung und sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt, mit Einflüssen aus vielseitigen Kulturen, zu denen europäische und amerikanische Traditionen zählen. Im Gegensatz dazu hat Mitaarneq seine Wurzeln in der indigenen Inuitkultur in Grönland.
Themen: Halloween-Themen werden häufig mit gruseligen und übernatürlichen Elementen in Verbindung gebracht. Dazu gehören Geister, Hexen und Monster. Bei Mitaartut dagegen liegt der Schwerpunkt nicht ausschließlich auf Grusel und dem Übernatürlichen. Ihre Masken und Verkleidungen sind vielseitiger und können auch lustige und traditionelle Aspekte aufgreifen.
Zielsetzung: Halloween ist in erster Linie ein Fest für Kinder, um Süßes und andere Leckereien zu sammeln. Dazu gehört oft eine Dekoration, die an das Motto des Feiertags angepasst ist. In Grönland beinhalten die Bräuche um Mitaartut häufig komplexere soziale Interaktionen, mit denen Grönländerinnen und Grönländer auch ihren vielseitigen kulturellen und sozialen Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft nachkommen
Zeitpunkt: Halloween wird am 31. Oktober gefeiert. Die Bräuche um Mitaartut in Grönland werden dagegen meistens mit dem 6. Januar und der Wintersaison verbunden.
Zusammengefasst beinhalten Halloween und die grönländischen Mitaartut-Bräuche Kostüme, Masken und den Besuch bei anderen daheim. Die beiden Feste haben aber sehr klare kulturelle, historische und thematische Unterschiede. Halloween erscheint breiter gefasst und auch kommerzialisierter, während die grönländische Tradition ihre kulturellen Wurzeln tiefer innerhalb der Inuit-Gemeinschaften in Grönland schlägt und sich dort über die Zeiten unterschiedlich weiterentwickelt hat.
Inhalte
Birgitte Sonne
Redaktion
Fast ein Jahr ist vergangen, seit ich zum ersten Mal nach Tasiilaq in Ostgrönland gekommen bin. Ein Jahr, in dem ich Tasiilaq und die umliegenden Gebiete Ostgrönlands erkundet habe. Von riesigen Schneemengen, mindestens zweimal täglich Schnee schippen bis hin zu endlosen Sommernächten, nächtlicher Robbenjagd, Segeln zwischen Eisbergen und Wanderungen zu den Spitzen der steilen Bergen für einen Perspektivwechsel auf die umgebende Landschaft. Wenn ich auf dieses abenteuerliche Jahr zurückblicke, war das Beste daran, nicht zu wissen, was passieren wird.
Nicht nur in Bezug auf das Gesamterlebnis, sondern auch tagtäglich. Es ist dieses Gefühl der Aufregung und Bereitschaft, neue, ungewöhnliche und vielleicht sogar herausfordernde Dinge mit unbekanntem Ausgang zu wagen. Es ist dieses Gewinnen einer neuen Erfahrung, die es spannend macht, einfach rauszugehen, zu erkunden und sich von dem überraschen zu lassen, was einem begegnet. Ostgrönland könnte aus verschiedenen Gründen auf Ihrer Wunschliste stehen: Extreme, Abenteuer, Abgeschiedenheit oder wegen seiner Natur und herzerwärmenden Menschen. Tauchen wir ein, macht euch bereit, nach Ostgrönland zu reisen, und lasst mich euch ein paar meiner Tipps geben, sodass euer Ostgrönland-Abenteuer genießen könnt.
1. Ihr braucht keine Unterhaltung rund um die Uhr
Nehmt euch die Zeit, um die Stille, die Ruhe, die manchmal langsame und manchmal hektische Atmosphäre zu genießen. Es gibt euch Möglichkeit, die Stille zu genießen und auf die schönen Geräusche der Natur zu achten. Ihr werdet überrascht sein, was ihr alles hören könnt.
2. Flexibilität
Ich empfehle euch, lasst euren detaillierten Urlaubsplan zu Hause, und ich als Deutsche kann das sagen, da ich weiß, wie viel Planung und Kalendareinträge im Leben ausmachen können. Es gibt viele Faktoren, die ihr nicht im Voraus bei der Urlaubsplanung berücksichtigen könnt. Aber, wenn ihr bereit seid, die gegenwärtigen Bedingungen anzunehmen und das Beste daraus zu machen, werdet ihr das Abenteuer eures Lebens mit unvorhergesehenen Momenten haben. Lasst euch von der Ostküste Grönlands mitreißen, die ihren ganz eigenen Rhythmus hat.
3. Versteckte Schätze
Nicht alles ist für eure Reiseplanung im Voraus auf einer Karte ersichtlich. Vertraut eurem lokalen Guide, Bootskapitän oder Begleiterin. Diese Menschen kennen ihre Umgebung und Bedingungen, sie zeigen euch Orte, die definitiv einen Besuch wert sind, Orte, die diesen Menschen und vielleicht sogar der Region viel bedeuten und Orte mit beindruckender Natur und atemberaubender Aussicht. Hört zu und beobachtet genau, sie werden viele Geschichten zu erzählen haben.
4. Seit freundlich, neugierig und mit einem Lächeln im Gesicht
Die Menschen in Ostgrönland sind äußerst gastfreundlich, offen und warmherzig. Respektiert die Menschen vor Ort, deren Privatsphäre und Leben. Versucht, die lokale Kultur zu verstehen. Zeigt euch offen, indem ihr erkundet, beobachtet oder teilnehmt. Auch wenn es zunächst anders aussieht als das, was ihr als eure übliche Praxis kennt, könnt ihr euch bemühen zu verstehen, warum und wie dies in der Gegend üblich ist und warum es für die Menschen vor Ort wichtig ist.
5. Das Wetter gehört zum gesellschaftlichen Leben, und das nicht nur, weil es im Alltag ein tägliches Thema ist.
Es gibt nur wenige Orte auf der Erde, an denen das Wetter so beeindruckend für eure unvergesslichen Erlebnisse ist wie in Grönland. Bekannt für seine Variabilität und Veränderungen, kann dies eine Herausforderung sein, hat aber auch seinen Charme. Das Wetter kann sich im Laufe des Tages schnell ändern; es kann von Fjord zu Fjord unterschiedlich sein; es definiert, wohin ihr reisen könnt und welche Aktivitäten ihr an einem bestimmten Tag unternehmen könnt. Aber lasst mich euch sagen, das Wetter ist definitiv eine Reise wert. Wie erlebt ihr also das Wetter, abgesehen davon, dass es eure Reisepläne und geplanten Aktivitäten durcheinander bringt? Ihr könnt es sehen, fühlen, riechen und berühren. Es wird ein wesentlicher Bestandteil eurer Erfahrung sein.
6. Verfügbarkeit von Lebensmitteln
Verfügbarkeit und Vielfalt von Obst und Gemüse können je nach Saison sehr begrenzt sein. Im Sommer werden die Vorräte mit Versorgungsschiffen hauptsächlich aus Island gebracht, während im Winter die frischen Vorräte nur in sehr begrenzter Menge per Flugzeug aus Island ankommen. Alle anderen Obst- und Gemüsesorten werden als Tiefkühlware geliefert, ebenso Fleisch und Fisch aus dem Westen Grönlands. Natürlich findet sich auch eine Vielzahl an haltbaren und konservierten Lebensmitteln. Die Möglichkeiten, auswärts zu essen, sind derzeit ebenfalls etwas begrenzt, also nutzt die lokalen Nahrungsquellen. Ich habe mich durch die verschiedenen Leckereien durchprobiert und kann Sie euch empfehlen. Am wichtigsten ist, dass ihr es wagt zu probieren, bevor ihr es aufgrund der Ungewohntheit ablehnt. Vielleicht werdet ihr doch überrascht sein, wie sehr ihr diese genießen könnt. Zumindest könnt ihr euch immer an frischen Fisch halten. Schaut euch in den lokalen Geschäfte um, zum Beispiel in Tasiilaq, dort finden sich vielleicht im Sommer sogar frische Produkte aus dem ersten Gartenprojekt in Tasiilaq, das von der sozioökonomischen Organisation Siu Tsiu und ihren Jugendlichen betreut wird.
7. Nicht vergleichen
Weder mit dem Rest Grönlands, noch Island, noch Dänemark oder den Standards eures Heimatlandes. Ihr habt dieses Abenteuer gestartet, um etwas anderes zu entdecken, um das Abenteuer eures Lebens in einer für euch unbekannten Region zu erleben, die aufgrund vieler Faktoren abgelegen ist und eine einzigartige und beeindruckende Natur hat, die ihr sehen wollt. Schätzt die Menschen, die jeden Tag in diesem Umfeld ihr Leben bestreiten, und begrüßt die Vielfalt, anstatt sie direkt mit etwas negativem zu behaften.
8. Verabschiedt euch vo Highspeed-Internet rund um die Uhr
Es gibt noch kaum kostenlose WLAN-Spots, da WLAN-Flatrates erst vor nicht allzu langer Zeit eingeführt wurden und die Verbindung mit Satellit langsam, spärlich, manchmal gar nicht vorhanden sein kann, für ein oder zwei Tage. Nutzt diese Reise also um euch vom Internet zu erholen. Akzeptanz ist der beste Rat, um Frustration zu vermeiden. Ihr könnt ohne mobile Ablenkungen im Moment präsent sein und trotzdem all die beeindruckenden Bilder der atemberaubenden Landschaft, die ihr aufgenommen habt, im Anschluss teilen.
9. Wagt etwas, was ihr noch nie zuvor getan habt
Sei es Camping in der Natur, mehrere Tage Wandern oder nehmt an lokalen Aktivitäten wie Robbenjagd oder Choraufführungen teil und lasst euch überraschen.

Artikel von Anna Burdenski
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Komfortstufe: 2
Mit ihrer wassernahen Positionierung in Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel bieten diese Strandiglus Aussichten auf das Meer im Sommer und das zugefrorene Meereis im Winter. Sobald die Mitternachtssonne ihre Kraft verliert, treten die Sterne am Himmel hervor. Dieses zweigeschossige Iglu verfügt über einen Innenbereich aus Holz, Schlafquartiere im Obergeschoss und einen Wohnbereich unten. Von hier aus könnt ihr die Wunder von Grönlands einzigartiger Vulkanregion mit ihren Basaltfelsen und dem schwarzen Sandstrand entdecken.
Komfortstufe: 1
Im Hinterland von Nuuk könnt ihr in einem besonderen, quasi in der Luft schwebenden Zelt namens Tentsiles schlafen, in der Nähe des Vorortes Qinngorput. In zwei Granitfelsen geschlagen, kann diese fesselnde Erfahrung das ganze Jahr lang ausprobiert werden: im Schnee, unter Nordlichtern oder der Mitternachtssonne. Ihr startet mit einer mittelschweren, geführten Wanderung zum Übernachtungsort, auf der ihr großartige Ausblicke über Qinngorput, den Hafen von Nuuk und den Nuuk-Fjord genießt. Eure erfahrenen Guides von Two Ravens werden euch außerdem noch auf einen Spaziergang mitnehmen und regionales Essen für euch über einem Lagerfeuer kochen (stellt euch dafür eine herzhafte Lammsuppe vor). Ihr könnt euch also wirklich wie in der Wildnis fühlen!
Komfortstufe: 3
Wenn die Mitternachtssonne verblasst und die Nordlichter an den Himmel zurückkehren, locken diese brandneuen Nordlichthütten aus Glas, die vom Hotel Arctic angeboten werden. Mit etwas Glück schlaft ihr unter dem Schein der Nordlichter ein und wacht mit einem spektakulären Blick auf die Diskobucht auf. Diese Luxushütten sind mit zeitgemäßem Komfort wie Bad, Toilette, Minikühlschrank und WiFi ausgestattet.
Komfortstufe: 2
Tipi-Zelte sind perfekt, um mit einem Hauch von Komfort mitten in der Natur zu übernachten. Und es gibt immer mehr Optionen, unter denen ihr auswählen könnt! Camp Kangiusaq von Nuuk Water taxi, ist ein komfortables Angebot etwa 90 km in den Kangiuaq-Fjord hinein, im Nuuk-Fjord gelegen. Das Abendessen wird mit grönländischen Produkten gekrönt und im Gemeinschaftszelt serviert. Das Zeltlager könnt ihr ideal als Ausgangspunkt für Kajaktouren, Wanderungen und SUP nutzen oder einfach nur, um euch in der Natur zu entspannen.
Komfortstufe: 2
Ihr werdet keine authentischere Art finden, euch mit der Lebensweise der Einheimischen zu verbinden, als auf einer Schaffarm als Gast begrüßt zu werden. Jede einzelne Farm bietet einen individuellen Einblick in das arktische Bauernleben und eure Wahl bestimmt die besonderen Erinnerungen und was ihr aus eurem Urlaub ganz persönlich mitnehmt. Ob ihr auf der Suche nach guten Geschichten und regional spezifischen Speisen von euren Gastgebern seid, ob ihr nach Aktivitäten wie Reiten und Wandern sucht oder euch einfach nur der ruhigen Schönheit der Landschaft hingeben möchtet: Für jeden dieser Wünsche findet sich ein Hof, der zu euren Interessen passt.
Komfortstufen: 1, 2, 3
Wer sehr gerne auf hoher See ist und eine Sehnsucht danach hat, auf ,die ursprüngliche Weise’ zu reisen, fühlt sich sehr wahrscheinlich von der Sarfaq Ittuk angezogen. Grönlands robuste Küstenfähre hat ein neues vierzehntägiges Programm aufgelegt, das es euch ermöglicht, südlich bis nach Nanortalik und nördlich bis nach Upernavik zu reisen. Dieser neue Reiseplan fördert das langsame, bewusste Reisen und erlaubt es Touristinnen und Touristen, von Bord zu gehen und wieder zuzusteigen, um die unterschiedlichen Siedlungen und ihre Gemeinschaften etwas länger zu erleben. Neueingeführte Suiten bieten zusätzlichen Komfort für diejenigen Gäste, die nach besonderer Entspannung suchen. Alternativ könnt ihr weiterhin mit den einheimischen Reisenden in offenen Schlafwägen, den sogenannten Couchettes, oder in privaten Kabinen übernachten.
Komfortstufe: 1
Wenn ihr eure Grenzen testen wollt, gibt es auch die Möglichkeit, in Ostgrönland in einem handgefertigten Iglu aus Schnee zu übernachten! Komprimierter Schnee wird genutzt, um die Blöcke dieser sprichwörtlich coolen Unterkunft zu bauen. Ihr nehmt von Tasiilaq aus Schneemobil oder Hundeschlitten und werdet mit einer warmen Mahlzeit und Einblicken in die hiesige Kultur versorgt. Mit Tasiilaq Tours könnt ihr auch deren mobile Sauna ausprobieren, während ihr bei Sermilik Adventures zum Bau des Iglus beitragen könnt! Wo liegt der Unterschied? Mit Sermilik Adventures or Tasiilaq Tours in Ammassalik könnt ihr beim Bau des Iglus helfen.
Komfortstufe: 2
Oben am Ufer des Nuup-Kangerlua-Fjords liegt ein von Sauna und Whirlpool umgebendes Iglu aus Glas. Im Inneren werdet ihr vor den Elementen geschützt, könnt aber weiterhin die Kraft von Sassuma Arnaa, der Mutter des Meeres, erleben. Das Ambiente beinhaltet Wellen, die auf die Küste treffen, starke Winde und Vögel, die über dem durchsichtigen Dach vorbeifliegen. Das Iglu bietet komfortable Annehmlichkeiten, zu denen WiFi, Küchenzeile und Toilette (aber kein Bad) zählen. Es ist ein idealer Ort, um den atemberaubenden Wechsel von Tageslicht zu Dämmerung über dem Nuuk-Fjord und Sermitsiaq zu beobachten.
Komfortstufe: 3
Grönlands bekanntester kalbender Gletscher, der Eqip Sermia, liegt gut 80 Kilometer Bootstour von der Stadt Ilulissat entfernt und die Glacier Lodge Eqi liegt ganz fantastisch, um seine Aktivitäten zu erleben. 2024 vergrößert sich die Glacier Lodge Eqi und bietet 9 neue De-Luxe-Hütten an der Wasserfront an. Damit sind es insgesamt 23 Hütten und 6 Glamping-Zelte. Entspannt euch auf der Terrasse mit Gletscherblick und mit gutem Gewissen, da die Elektrizität hier aus den Solarzellen gespeist wird!
Komfortstufe: 2
An den malerischen Sermilik-Fjord angeschmiegt, ist das Icecamp die Traumbasis für alle Abenteuersuchenden und ideal nahe des majestätischen Helheim-Gletschers und des Johan-Petersen-Fjords gelegen. Das Camp kann ein einladendes Hauptquartier mit Gemeinschaftsküche und einer gemütlichen Sitzecke vorweisen. Die Gäste können sich in eine der fünf charmanten Hütten zurückziehen, jeweils für 2 Personen ausgestattet, die den Komfort eines privaten Schlafbereichs, Bad und durchgehende Elektrizität bieten (und sogar warme Duschen während der Winterzeit ermöglichen).
Komfortstufe: 3
Entspannt euch in einem Bungalow in der Ilimanaq Lodge, direkt an der Wasserlinie mit 5-Sterne-Ausblicken auf vorbeitreibende Eisberge positioniert! Egal, ob ihr gerade ein Buch lesen mögt oder sogar einen Wal erspähen könnt: ,Nichts’ tun war nie aufregender. Das gesamte Projekt hat lokale Elemente mitgedacht, ob ihr nun ausgezeichnete Speisen im ältesten Gebäude der Siedlung zu euch nehmt oder euch von einem Einheimischen die Umgebung zeigen lasst.
Komfortstufe: 1
Der Arctic Circle Trail ist ein 160 Kilometer langer Wanderpfad, auch für Ski oder Mountainbike, in der Wildnis zwischen Sisimiut und Kangerlussuaq auf 66.6° N. Ein wahrhaft isolierter Trek, auf dem es keine Läden und auch keinen durchgehenden Handyempfang über den gesamten Weg gibt. Ihr müsst mit euch selbst auskommen und könnt wählen, ob ihr lieber in eurem eigenen Zelt in der wilden Natur oder in den Hütten entlang des Weges übernachten wollt. In diesen findet ihr besonders bei wechselnden Wetterlagen Zuflucht. Die Nutzung der Hütten ist kostenlos, wer zuerst ankommt, sichert sich die Schlafplätze. Bitte beachtet, dass 2021 eine neue ATV-Spur eingerichtet wurde, die sich mit dem Pfad überschneidet. Die Kommune entwickelt eine neue südliche ACT-Strecke, die länger sein wird, aber dafür den Besuch einer Siedlung in dieser Region ermöglicht.
Komfortstufe: 1
Wie sollte man die raue grönländische Natur besser erkunden können, als im Hinterland von Kangerlussuaq auf dem Eis zu zelten? Camp Ice Cap bietet eine einzigartige Erfahrung, bei der ihr mit Blick aufs grönländische Inlandeis erwacht – mit niemand anderem als euren Mitreisenden um euch herum. Macht euch mit Steigeisen bereit für eine Wanderung auf Eis am nächsten Morgen, bei der ihr von einem erfahrenen Tourguide begleitet werdet.
Komfortstufe: 1
In die als UNESCO-Welterbe klassifizierte Region um Igaliku gebettet, liegt das historische Herz des altnordischen Grönlands: Garðar lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, Ruinen aus der alten Zeit zu entdecken, durch atemberaubende Landschaften zu wandern und zwischen den erblühenden Tälern und den für die Besiedlung grundlegenden Schaffarmen das langsamere Tempo zu genießen – und dabei die saftigen Grasfelder der Bauern respektvoll zu behandeln. Eine gemütliche Übernachtung in den Camping Pods ist eine Überlegung wert! Es gibt insgesamt 3 kompakte, holzgetäfelte Pods, in denen man bequem zu zweit übernachtet. Alle Gäste können die Gemeinschaftsküche, Toilette und Duschen im angrenzenden Haus nutzen.
Komfortstufe: 2
Die Erfalik Lodge ist Grönlands abgeschiedenes Paradies fürs Fliegenfischen und befindet sich mitten in der weiten Tundra, zwischen unberührten Flüssen, Gletschern und majestätischen Bergen. Ihr Herzstück ist der Wohnbereich mit Panorama, ausgestattet mit einem Holzofen und ideal fürs Entspannen, Geschichtenerzählen und digitale Fasten – hier gibt es kein WiFi. Der Hauptraum beherbergt einen Essbereich, wo köstliche Speisen aus hauptsächlich regionalen Zutaten zubereitet werden. Aufgrund der abgeschiedenen Lage der Lodge ist das Gemüse rar, dafür gibt es frische Meeresfrüchte und Fisch im Überfluss. Gäste können in 3-Bett- oder 2-Bett-Kojen schlafen und das angrenzende grüne Cottage bietet auch Familienzimmer an. Jeder Raum verfügt über ein Pakto-WC. Die Seele der Lodge findet ihr in der kleinen Bibliothek, die reich mit Büchern über die Geschichte, Kulturen und Entdeckungsreisende in der Arktis bestückt ist.
Bei Visit Greenland ist es unser Ziel, Grönlands Schönheit und die einzigartigen Erlebnisse zu präsentieren, die unser Land bietet. Wir fühlen uns durch renommierte Auszeichnungen für nachhaltigen Tourismus und verantwortungsvolles Reisen sehr geehrt. Als Team arbeiten wir mit Leidenschaft weiter daran, Grönland weltweit als Abenteuerziel bekanntzumachen.
Unsere Mission ist dabei ganz klar: Wir wollen Reisende mit der Magie Grönlands vertraut machen und gleichzeitig das Naturerbe bewahren sowie die Lebensräume der lokalen Gemeinschaften respektieren. Unsere Arbeit basiert auf dem festen Glauben daran, dass ein guter Ort zum Leben auch ein guter Ort zum Besuchen ist.
Durch preisgekrönte Initiativen und Filme wie „Date a Destination: Grönland als sechs Persönlichkeiten“ feiern wir die Vielfalt und betonen die Bedeutung eines nachhaltigen Tourismus.
Wir danken unseren Partnern, Unterstützern und abenteuerlustigen Reisenden, die Grönland als Ziel auswählen und uns die Möglichkeit geben, unser fantastisches Land weiter ins Rampenlicht zu rücken!
2023 Kampagne
2024 Kampagne
Wir freuen uns darauf, unsere Reise fortzusetzen und die einzigartigen Erlebnisse und atemberaubenden Landschaften Grönlands mit der Welt zu teilen.

Es gibt verschiedene Regeln für das Drohnenfliegen in Grönland, die von der Größe der Drohne abhängen und ob es sich um sogenanntes ,privates Fliegen’ oder um Flüge für kommerzielle Zwecke handelt. Dieser Artikel ist in erster Linie fürs Drohnenfliegen im Rahmen von Urlaubsreisen geschrieben und wird speziell auf die Regeln zum privaten Drohnenfliegen mit einer Drohne bis zu 7 kg eingehen.
Für das Fliegen größerer Drohnen oder die kommerzielle Nutzung eines Drohnenfluges muss man eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Dies gilt auch dann, wenn bereits ein EU-anerkanntes Drohnenzertifikat vorliegt, da Grönland sich nicht in der EU befindet. Über Arctic Unmanned kann ein Kurs zum Erhalt einer Dispensation absolviert werden.
* Laut droneregler.dk: „Es ist nicht erlaubt, innerhalb von besiedelten Gebieten zu Freizeitzwecken zu fliegen. Mit anderen Worten: Es ist ausschließlich in Verbindung mit einer professionellen Tätigkeit möglich, auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung über besiedeltem Gebiet zu fliegen.“
WICHTIG! Als Zusatz §4, 4 der Verordnung Nr. 3 vom 14. September 2018 zum Schutz der Eisbären wird festgelegt: „Es ist verboten, Drohnen zu nutzen, um Eisbären zu filmen oder anderweitig zu verfolgen.“
Laut grönländischer Polizei betragen die Bußgelder zwischen 2.000 und 6.000 Kronen (ca. 270 bis 810 Euro) und hängen von der Größe der Drohne und der Gefährdung durch den Vorfall ab. Wenn es um das Überfliegen einer größeren Menschenansammlung mit einer Drohne von über 3-4 kg Gewicht geht, liegt das Bußgeld nicht unter 4.000-5.000 Kronen. Darüber hinaus wird die Drohne bei einem Regelverstoß höchstwahrscheinlich von der Polizei beschlagnahmt.
Ja, in den größeren Orten gibt es bei Elgiganten, Nota Bene oder in den Elektroabteilungen der größeren Supermärkte Pisiffik und Brugsen eine kleinere Auswahl an Drohnen und Drohnenzubehör, z.B. die besonders beliebten wie etwa Drohnen der Marke DJI. Es kann aber riskant sein, auf den Kauf einer Drohne in Grönland zu setzen, da sowohl die Auswahl an Geschäften, die Drohnen führen, wie auch das Angebot an Drohnen in selbigen begrenzt sind. Sollte euer Lieblingsmodell ausverkauft sein, kann es Wochen dauern, bis es wieder im Geschäft verfügbar ist, da die Waren per Frachtschiff nach Grönland verschickt werden.
Schaut euch doch einige der fantastischen Drohnenaufnahmen in vielen unserer Videos auf unserem Kanal youtube.com/visitgreenland an – z.B. dieses Video!
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Ilulissat ist Grönlands Hauptreiseziel und hier findet ihr mehrere edle Restaurants. Im Hotel Arctic soll Anfang 2024 ein neues Feinschmeckerrestaurant eröffnet werden. In der Zwischenzeit ist die Brasserie Ulo geöffnet: „Die Köchinnen und Köche sind Meister ihres Fachs und nutzen ausschließlich grönländische wie internationale Zutaten von allerhöchster Qualität.”
Das Restaurant des Hotel Icefiord bietet „Speisen wie etwa frischen Fisch aus lokalem Fang und grönländisches Rentier und Moschusochse aus Kangerlussuaq. Der Schwerpunkt der Speisekarte liegt auf intensiven Aromen.”
Das À-la-carte-Restaurant im Hotel Hvide Falk „kombiniert frische grönländische Zutaten mit Trends der asiatischen Küche in einem Menü, das von einem Experten der vielseitigen Aromen und traditionellen Gewürze dieser Region entwickelt wurde.”
Das Restaurant im Obergeschoss des Hotel Ilulissat legt den Schwerpunkt auf sein Konzept ,Meet the locals’ – „über das wir mit den lokalen Märkten kooperieren. Unsere Gäste können daher die lokal zugänglichen Erzeugnisse der Saison genießen. Das ist persönlich, regional und erzählt auch immer eine Geschichte.”
Restaurant Nasaasaaq, Hotel Sisimiuts Restaurant bietet sein traditionelles grönländisches Buffet mit „warmen und kalten grönländischen Spezialitäten, die traditionell zubereitet werden.”
Beim größten internationalen Flughafen Grönlands am Ufer des wunderschönen Lake Ferguson gelegen, ermutigt euch das Restaurant Roklubben „die Umgebung zu genießen und einige der besten Speisen zu probieren, welche die grönländische Küche im Angebot hat. Das Restaurant Roklubben ändert seine Speisekarte entsprechend der Jahreszeiten und serviert euch dafür das ganze Jahr über die frischesten lokalen Zutaten und traditionellen Gerichte.”
Im Stammhotel der Hauptstadt, dem Hotel Hans Egede, gehört zum eleganten Restaurant eine Brasserie „auf Grundlage der exzellenten Erzeugnisse der Saison, wie sie von unseren einheimischen Lebensmittelproduzierenden geliefert werden. Von der französischen und der italienischen Küche inspiriert, haben wir eine Brasserie mit einer gemütlichen und entspannten Atmosphäre geschaffen, die euren Geschmacksknospen aufregende Erlebnisse bietet.”
Im atemberaubend schönen Nuuk-Fjord bei einer ehemaligen Schaffarm an einem Ort namens Qooqqut bieten Nuuk Watertaxi und Qooqqut Nuan gemeinsam ein Restaurant mit dem Angebot ,Fish & Dish’, das mit einer Bootstour von Nuuk nach Qooqqut beginnt und mit einem Angelausflug kombiniert wird, bei dem ihr euren eigenen Fisch fürs Abendessen fangen werdet – dieser wird dann am Nachmittag vom Restaurant zubereitet. Das Restaurant ist während des Sommers geöffnet.
In der Siedlung, wo sich der internationale Flughafen von Südgrönland befindet, bietet das Hotel Narsarsuaq „ein gemütliches À-la-carte-Restaurant mit einer internationalen Speisekarte und besonderer Vorliebe für die grönländische Küche. Wir haben außerdem eine interessante Weinkarte mit Weinen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Ihr solltet auch unbedingt unseren Grönländischen Kaffee probieren, der ein Muss für alle Restaurantgäste ist.”

Artikel von Mads Lumholt
Als ich Qaanaaq das allererste Mal besuchte, hätte ich mir nie vorstellen können, in dieser Form zurückzukehren. Und trotzdem kehrte ich zwei Jahre später nach Qaanaaq zurück und darüber fühlte ich mich sehr verwirrt. Sobald ich den Flughafen von Qaanaaq betrat, rief jemand meinen Namen. Es war Davi! Der kleine Junge war mittlerweile größer als ich. Gut, ein echtes Geheimnis ist es jetzt nicht, dass ich nicht besonders groß bin, aber trotzdem.
Diese Reise wäre ohne Hans vom Hotel Qaanaaq (derzeit geschlossen) nicht möglich gewesen. Auch zwei Jahre später versorgte er mich wieder mit wertvollen Informationen über Qaanaaq. Als ich ihn fragte, ob er irgendetwas aus Nuuk brauche, nannte er mir sofort eine besondere Käsesorte. Er muss diesen wirklich sehr vermisst haben, denn das letzte Versorgungsschiff nach Qaanaaq lag 10 Monate zurück. Ich wusste, dass er am Flughafen auf mich warten würde, weshalb ich den starken, intensiv riechenden Käse in einem Außenfach meines Rucksacks verstaute. Sobald ich ihn am Flughafen sah, gab ich ihm den Käse. Als er dabei war, sein Portemonnaie zu öffnen, griff ich nach seinen Händen und sagte: „Ajunngilaq.“ In dieser Situation bedeutet das auf Grönländisch „das passt, du brauchst mir nichts zu geben.“ Ich fühlte mich fast, als wenn ich zu meinem alten Zuhause zurückkehren würde, als ich ein paar bekannte Gesichter am Flughafen sah. Ich fühlte mich so glücklich, am Ende der Welt Menschen zu kennen! Ich hatte die gleiche Unterkunft wie beim letzten Mal gebucht und nun wartete der Hausbesitzer auf mich und die koreanische TV-Doku-Crew.
Dieses Mal war Qaanaaq nur ein Stopover. In zwei Tagen sollten wir eigentlich nach Siorapaluk, aber aufgrund des schlechten Wetters wurde der Helikopterflug gestrichen. Und am nächsten Tag war es das gleiche. Dann wurde es schließlich Sonntag. Die Einheimischen sagten, dass am Sonntag eigentlich kein Flug ginge, aber ich rief beim Flughafen von Qaanaaq an, um sicherzugehen. Was für eine Überraschung! Das Flughafenpersonal sagte mir, dass wir fliegen könnten. Mein Team und ich packten zügig zusammen und wir fuhren zum Flughafen.
Ja, es geschah tatsächlich! Innerhalb von 20 Minuten landeten wir sicher in Siorapaluk. Siorapaluk war der Hauptgrund, warum das koreanische Doku-Team die ganze Reise von Korea aus angetreten war. Ich hoffte, dass nun alles gut und so funktionieren würde, wie wir es geplant hatten.
Sobald wir aus dem Helikopter stiegen, hielt ein ATV mit kleinem Anhänger daneben an. Ein Mitarbeiter des Heliports lud das Gepäck aus dem Helikopter aus und verlud das neue Gepäck. Dann gab er alle Gepäckstücke individuell an jeden Passagier aus. Was für eine unerwartete, freundliche Geste!
Am Heliport hielten sich mehrere Einheimische auf. Ich fragte sie, wo sich Qitdlaqs Haus befand. Qitdlaq, der uns eine Übernachtungsmöglichkeit vermietet hatte, war zu dieser Zeit nicht in Siorapaluk. Alle zeigten einfach runter zum Strand. Dann kam ein Mann auf mich zu und fragte mich, ob ich Insuk hieße. Das war Massannguaq, der mich mit allen Informationen über Siorapaluk versorgte und uns mit der Erstellung von Inhalten in Siorapaluk vor Ort unterstützen würde. Freundlicherweise geleitete er uns auch zu Qitdlaqs Haus.
Das von uns gemietete Studiohaus sah sehr gemütlich aus, es gab aber eine Sache, die wir nicht erwartet hatten. In der Küche gab es zwar ein Waschbecken, aber keine Wasserleitung, was bedeutete, dass es im Haus keine Dusche gab. Oh. Außerhalb des Hauses befand sich eine Stelle, an der wir Wasser mit einem Plastikeimer holen konnten. Für die Toilette wusste ich aus Qaanaaq, wie das funktionierte. Also war das kein großes Problem und während unseres mehrtägigen Aufenthalts in Qaanaaq hatten wir uns schon daran gewöhnt. Für diejenigen, die sich für die Toilette interessieren: Es sieht wie ein Toilettensitz aus, aber innen befindet sich einfach eine große Plastiktüte.
Ich begann damit, das kleine Haus zu erkunden. An verschiedenen Stellen befand sich einige Dekoration. An einem Bücherregal direkt neben dem Bett blieb ich hängen. Plötzlich gewann ein Buch meine Aufmerksamkeit, das auf Koreanisch geschrieben war. Wie bitte? Ein koreanisches Buch in Siorapaluk? Wie denn das? Ich hatte geglaubt, alle in Korea veröffentlichten Bücher über Grönland gelesen zu haben, aber das war offenkundig nicht der Fall. Der Buchtitel lautete „북극선 이후 (Oberhalb des Polarkreises)“ und es war von einem koreanischen Dichter namens Moon Young-hoon geschrieben wurden. Offenbar war er zwischen 2007-2008 nach Siorapaluk gereist und das Buch war 2009 veröffentlicht wurden.
Ich konnte nicht davon absehen, das Buch zu lesen. Der Autor hatte in diesem Haus gewohnt, als er in Siorapaluk war. Ich kann mir vorstellen, dass er Qitdlaq dieses Buch als Geschenk geschickt hatte. Tatsächlich habe ich Qitdlaq noch nie persönlich getroffen, wir hatten ausschließlich via Telefon miteinander gesprochen. Für mich ähnelt er einer fiktiven Person. Im Buch sprach Qitdlaq davon, dass er mit seiner Frau nach New York gehen würde, weil sie eine Reise dorthin gewonnen hätten. Interessanterweise gab es dazu ein paar Fotos von ihm und seiner Frau, die am Times Square in New York aufgenommen worden waren. Ich fühlte mich mitten in einem Roman und einer Art von Zeitreise.
Als ich in meinen 20ern war und damals sehr viel reiste, hatte ich die Angewohnheit, einen Roman mit Bezug zu meinem aktuellen Reiseziel zu lesen. Es war aber nicht so einfach, dies in Grönland zu tun, da es nicht so viele Bücher gibt, die an grönländischen Reisezielen spielen. Interessanterweise tat ich genau dies jetzt. Außerdem machte ich noch ein Foto von einem Spielplatz, der auch in dem Buch abgebildet war.
Stück für Stück las ich dieses koreanische Buch, während ich in Siorapaluk war. In dem Buch schreibt der Autor auch eine Episode über ein Kaffemik, zu welchem er eingeladen war. Es war ein Tauffeier-Kaffemik und der Name des Babys war Kanzi. Plötzlich erinnerte ich mich an den Sohn von Massannguaq, den ich am Heliport getroffen hatte. Ja, das war er! Sein Name lautete Kanzi und er hatte gesagt, dass er 13 Jahre alt sei! Ich hatte das Gefühl, mit einer Zeitmaschine in Siorapaluk gelandet zu sein. Ich dachte darüber nach, Kanzi davon zu erzählen, sollte ich ihn am nächsten Tag treffen.
Am nächsten Tag war es windstill und der Himmel strahlendblau. Ich unternahm einen Spaziergang zum Strand von Siorapaluk. Als ich am Sandstrand entlangschlenderte, entdeckte ich einen Friedhof mit weißen Kreuzen auf dem Hügel. Ich lief den Hügel hinauf, um mir den Friedhof näher und die Aussicht von dort anzuschauen. Wie ich es erwartet hatte, war der Ausblick von dort aus ziemlich gut. Es war genau der Punkt, von dem aus man den Eisfjord überblicken konnte. Dann hörte ich plötzlich Stimmen und ich war mir ziemlich sicher, dass es Japanisch war und das bedeutete, dass hier mehr als eine japanische Person unterwegs war. Ich konnte nicht anders, als genau dorthin zu laufen, wo die Stimmen herkamen.
Ich näherte mich zwei Japanern und sagte hallo auf Japanisch: „Konnichiwa!“ Einer der beiden erkannte mich sofort: „Ah, Kim-san!“
In Siorapaluk gab es jemanden, den ich unbedingt treffen wollte, und zwar einen Japaner, der sich hier in den 70ern niedergelassen hatte. Sein Name ist Ikuo Oshima und er ist als ,der japanische Inuk‘ („Inuk“ ist die Einzahl von „Inuit“.) bekannt.
Er ist Jäger und hat sich komplett dem Lebenswandel der Inuit verschrieben. Ich kenne seinen Namen, seit ich 2008 in Japan studiert habe. Er ist auch dafür berühmt, gemeinsam mit Naomi Uemura das Führen eines Hundeschlittens erlernt zu haben. Naomi Uemura hat als erster Mensch ganz alleine den Nordpol erreicht. Als ich Informationen zu Siorapaluk recherchierte, war Ikuo Oshima mein erster Kontakt. Darüber hinaus stellte er mich seinem Sohn Massannguaq Oshima für die Arbeit an der Dokumentation vor. Als ich Ikuo Oshima zum ersten Mal kontaktierte, sagte er mir, dass er zu alt sei, um bei der Arbeit an der Dokumentation zu helfen. Deshalb arbeiteten wir für diese mit Massannguaq Oshima zusammen.
Ikuo Oshima war damit beschäftigt, eine Bartrobbe zu zerlegen, die er am Morgen gefangen hatte. Während wir über dies und das sprachen, erfuhr ich, dass der andere Japaner ein Wissenschaftler der Universität von Calgary war, der Grönland erforscht. „Warte mal, ich kenne den.“ Ich setzte alle Puzzleteile in meinem Kopf zusammen und fragte ihn dann einfach, ob er derjenige sei, für den ich ihn hielt. Dann war er sehr überrascht. Als ich Studentin war, hatte ich seine wissenschaftlichen Artikel gelesen.
Grönland ist die größte Insel der Welt und zugleich eine sehr kleine Gemeinschaft. Aber was ich innerhalb von 24 Stunden alles erlebte, schien mir doch mehr als ein Zufall zu sein.
In Siorapaluk hatte ich in dem Haus, in dem ich wohnte, ein koreanisches Buch gefunden und Menschen getroffen, über die in diesem Buch erzählt wurde. Außerdem stolperte ich in Leute, von denen ich wirklich nicht gerechnet hatte, sie persönlich ganz oben in Grönland zu treffen. Mir erschien das alles ganz zauberhaft. Auf dem Weg zurück zu meiner Unterkunft von Ikuo Oshimas Haus aus, sah auch der Himmel mystisch und verzaubert aus.
Am nächsten Tag gingen wir dann endlich mit Maassannguaq und Kanzi auf die Jagd nach Krabbentauchern. Deshalb waren wir nach Siorapaluk gekommen und dies war tatsächlich das Hauptereignis für mich und die koreanische TV-Doku-Crew. Ein Produzent des Programms, zwei Kameraleute und ich als Koordinatorin vor Ort waren nach Siorapaluk gereist, um die Herstellung von Kiviaq zu filmen. Kiviaq zu machen, ist recht simpel, man braucht aber viel Geduld, um es probieren zu können. Es ist kein Alltagsessen, sondern eine Speise für festliche Angelegenheiten, die üblicherweise bei Hochzeiten, Taufen und an anderen besonderen Festtagen gereicht wird.
Eine 30-minütige Bootsfahrt von Siorapaluk entfernt, befand sich eine Krabbentaucherkolonie. Wir hörten zunächst die Geräusche der Krabbentaucher und ich hatte keine Ahnung, wie viele von ihnen da sein würden. Einige flogen herum, während andere auf dem felsigen Hügel saßen.
Sowohl Maassannguaq als auch Kanzi trugen ein großes Netz mit sich, um die Krabbentaucher fangen zu können. Das war als Szene großartig zu beobachten. Genau die Szene spielte sich nun direkt vor mir ab, die ich im Fernsehen gesehen hatte, als ich jünger war. Damals war es Ikuo Oshima, der die Vögel im Fernsehen gefangen hatte. Nun war ich hier mit seinem Sohn und seinem Enkel unterwegs. Das war ein sehr besonderes Gefühl.
Um Kiviaq herzustellen, braucht man Krabbentaucher, ein Robbenfell, Robbenspeck und dickes Garn. Alles kommt auf die Größe und Dichte des Robbenfells an. Dieses Mal packte Maassannguaq 250-300 Krabbentaucher in den Beutel aus Robbenfell. Maassannguaq fing etwa 200 und Kanzi 100 Krabbentaucher. Zunächst präparierte er ein entleertes Robbenfell. Der Kopf, die Vorder- und Schwanzflossen und alle Gedärme wurden von der Robbenhaut entfernt. Somit sah es nun wie eine Robbenfelltasche aus. Nach der Jagd kehrten wir nach Siorapaluk zurück. Die Krabbentaucher wurden auf dem Boden ausgebreitet, um abzukühlen. Innerhalb von 6 Stunden kühlten sie genug und die Robbenfelltasche wurde mit Krabbentauchern befüllt. Als der Beutel sich füllte, stieg Masssannguaq auf ihn, um die Luft hinauszupressen und alle Luft aus dem Robbenfellbeutel zu entfernen. Er stopfte weitere Krabbentaucher dort durch die Löcher, wo vorher die Vorderflossen waren. Dann wurden alle Löcher sehr präzise zugenäht. Als alle Löcher fest verschlossen waren, drückte er noch den Robbenspeck aus und verrieb ihn um die Löcher. Dieser Schritt verhindert, dass Fliegen angezogen werden und dort ihre Eier legen. Als der Beutel fertig war, war er schwer genug, um zwei Erwachsene zu tragen. Der mit Krabbentauchern gestopfte Robbenfellbeutel wurde unter Steinen begraben und dort für mindestens 3-6 Monate gelagert. Der Fermentationsprozess setzt sich über Monate langsam im Robbenfell fort. Wenn sie bereit zum Essen sind, werden die Krabbentaucher aus dem Robbenfell hinausgenommen und ihre Haut sollte entfernt werden. Dann endlich ist das Fleisch genießbar.
Lustigerweise isst Maassannguaq überhaupt kein Kiviaq. Er betont aber, dass er das beste Kiviaq in Grönland macht und die Leute es lieben.
Die Dokumentation wurde unter dem Titel „Schönheit der Fermentation“ veröffentlicht und gewann Platinum Remi beim 54. Worldfest Houston International Film Festival.
Leider konnten wir in Siorapaluk noch kein Kiviaq probieren, dafür dann aber in Nuuk. Eine gute Freundin von mir in Nuuk hatte welches. Also konnte ich ein bisschen davon probieren. Aufgrund des strengen Geruchs bereiteten meine Freundin und ihre Mutter es für ein kleines Festessen auf dem Balkon zu. Mein erster Eindruck von Kiviaq? Also, für mich persönlich erinnerte die Konsistenz daran, rohe Leber zu essen. Der Geschmack ist wirklich schwer zu beschreiben! Aber für mich ähnelte er der rohen Leber. Um den Geruch des Kiviaq von unseren Händen zu entfernen, benutzten meine Freundin und ihre Familie Essig. Manche Leute verwenden auch Zahnpasta.
Nun kam der Tag, um zurück nach Qaanaaq zu kehren. Für die Rückreise von Siorapaluk sollte ein Helikopter aus Qaanaaq gelandet sein. Als ich aber beim Flughafen von Qaanaaq anrief, sagten sie mir, dass an diesem Tag kein Helikopter nach Siorapaluk fliegen würde. Wir hatten seit 5 Tagen nicht geduscht und unsere Reiseziele für Siorapaluk waren abgeschlossen. Glücklicherweise fanden wir jemanden, der uns per Boot nach Qaanaaq bringen konnte. Innerhalb von 1,5 Stunden waren wir sicher zurück in Qaanaaq und im Vergleich zu Siorapaluk sah Qaanaaq wie eine richtig große Stadt aus. Und zudem wartete auf die Menschen in Qaanaaq eine große Freude. Das erste Versorgungsschiff des Jahres hatte angelegt und der Einkaufsladen war voller neuer und frischer Waren. Es sah fast so aus, als wenn gerade Weihnachten wäre.

Artikel von Kim Insuk
Wie sieht es bei euch daheim im April aus? Habt ihr schon Pläne für den Osterurlaub? Lasst mich raten: Ihr habt vor, viel rauszugehen und unter den rosa und weiß erblühenden Kirschbäumen zu picknicken. Ein zarter Windhauch trägt den süßen Blütenduft mit sich und ihr wechselt zu dünnerer Kleidung. Das ist dann der perfekte Zeitpunkt, um den sogenannten ,Frühling’ zu genießen.
Aber was ist eigentlich mit Grönland? Zu dieser Zeit sind wir immer noch von Winterambiente und Schnee umgeben. Die Einheimischen in Nordgrönland nutzen Hundeschlitten und Schneemobile, junge Erwachsene und Kinder vergnügen sich beim Skifahren und Snowboarden. Ja, in Grönland stecken wir im April noch mitten im Winter.
Das bedeutet: Wenn ihr im April nach Grönland kommt, müsst ihr nicht bis zum nächsten Winter warten, um eure Winterträume wahrwerden zu lassen. April ist nicht zu spät oder viel zu früh, um sie in die Tat umzusetzen und das liegt daran, dass Grönland für euch den Winter etwas in die Länge zieht.
Was könnt ihr also im April alles erleben? Ich habe hier drei Vorschläge für euch:
1. Steht das Fahren mit dem Hundeschlitten oder einem Schneemobil auf eurer persönlichen Wunschliste?
2. Seid ihr Fans von Musikfestivals?
3. Entspannung im arktischen Spa
Nach einem vollgepackten Tag beim Festival Arctic Sounds, auf dem Hundeschlitten oder dem Schneemobil könnt ihr im Spa entspannen. Ihr werdet keinen besseren Ort finden, um euren Tag mit einem Wellnessprogramm abzuschließen – direkt bevor ihr ins Bett fallt.
Wir freuen uns sehr darauf, euch im April in Sisimiut zu begrüßen, wo der Winter immer noch auf euch wartet.

Artikel von Kim Insuk
Frauen halten den Alltag am Laufen
In den grönländischen Mythen und Legenden werden grönländische Frauen als stark und mächtig porträtiert – wie etwa in den Erzählungen von Sassuma Arnaa (der Mutter des Meeres) und Maliina (der Frau, die zur Sonne wurde).
Auch in der Vergangenheit war eine Grönländerin selbstverständlich nicht nur Ehepartnerin. Sie war auch Mutter, Haushälterin, diejenige, die das Essen zubereitete und sich um die Kleidung der ganzen Familie kümmerte.
Der grönländische Mann war komplett von den handwerklichen Fertigkeiten seiner Frau beim Nähen abhängig und zwar nicht nur bezüglich seiner Kleidung und Kamiks. Das galt auch für das Leder, welches die Kajaks bedeckte und die feinsten Stiche benötigte, um keine Lecks zu riskieren. Die besten Jäger warben um die talentiertesten Näherinnen – denn die fast unsichtbaren und wasserfesten Stiche waren sehr begehrt!
Der Text geht unten weiter…
Die erste Frau mit Bildungsabschluss
Entsprechend der Auswertung Greenland in Figures 2022 von Statistics Greenland wählt 1 von 10 Männern einen höheren Bildungsweg, während es unter den Frauen 1 von 5 ist. Im Privatsektor befinden sich über das ganze Land verteilt viele Boutiquen, Tourenanbieter und kleine Unternehmen im Besitz von Frauen.
Bis in die 1960er/1970er war es für Frauen nicht vorgesehen, sich ausbilden zu lassen.
Die erste Grönländerin mit Bildungsabschluss war Karoline Rosing aus Paamiut. Sie kam 1842 zur Welt und war die erste Grönländerin, die 1867 in Kopenhagen die dänische Hebammenprüfung ablegte. Karoline Rosing war später bei der Königlichen Grönländischen Handelsgesellschaft angestellt (Den Kongelige Grønlandske Handel). Offiziell war sie zwar ausschließlich als Hebamme beschäftigt, allerdings gab es im Kolonialdistrikt um Kangaamiut keine angestellten Ärzte.
Da sie also in der Region die einzige Angestellte mit medizinischem Wissen war, übernahm sie auch die medizinische Betreuung. Zu den größten Aufgaben zählten dabei die Behandlung von Schussverletzungen und Amputationen. Zusätzlich bildete sie kontinuierlich junge Frauen zu Hebammen aus, die in den Siedlungen arbeiten sollten.
Frauen wurden zu Entscheidungsträgerinnen Um die 1920er herum wurden grönländische Frauen auch stärker politisch involviert. Nach dem Zweiten Weltkrieg traten sie endlich aktiv in die Politik ein. 1948 erhielten Frauen in Grönland schließlich das Wahlrecht, nachdem Männer seit fast hundert Jahren hier in der Politik aktiv waren. Kathrine Chemnitz aus Nuuk wurde als erste Frau gewählt, um Grönländerinnen in der Grönland-Kommission (Grønlandskommissionen) zu repräsentieren, die von Nord- und Südgrönlands Landesrat (Grønlands Landsråd) 1949 gewählt wurde. In jüngerer Zeit (etwa in der Hauptstadtregion um Nuuk) übernehmen immer mehr Frauen Führungspositionen in der Gesellschaft. Drei der fünf Kommunen werden von Bürgermeisterinnen geleitet und 10 Frauen sitzen im grönländischen Parlament. Außerdem sind die beiden Repräsentanten Grönlands im dänischen Parlament – ihr dachtet es euch schon – Frauen.
Frauen sind eure Guides in Grönland – zu Land, Wasser und Luft
In einem Land, in dem keine Straßen die Städte und Siedlungen miteinander verbinden, spielen Luftverkehr, Schiffe und Boote eine zentrale Rolle dabei, das Land zusammenzuführen. Wenn ihr Glück habt, ist die euch fliegende oder mit dem Boot fahrende Person ja vielleicht eine Pilotin oder ein weiblicher Tourguide.

Autor Sarah Woodall

Redakteur Rosannguaq Rossen
Wir kommen in Kulusuk an und ich werde von meinem grönländischen Kollegen und einem blauen Himmel begrüßt. Das arktische Sonnenlicht brennt scharf und eindringlich und schafft es fast, meinen Jetlag auszublenden. Daher ist es sehr verführerisch, einen Bummel die Straße vom Flughafen hinunter zu unternehmen, bevor wir den Helikopter nach Tasiilaq nehmen.
Ich gluckse fröhlich, als ich draußen einen neben mehreren Schneemobilen geparkten Hundeschlitten erblicke – hier sieht ein Flughafenshuttle etwas anders aus. Die Straße wurde geräumt und an beiden Seiten des Weges türmt sich der Schnee über 3 Meter hoch. Mein Kollege berichtet mir, dass direkt am Vortag ein Eisbär den Spaziergang unternommen hat, den wir jetzt machen – eine freundliche Erinnerung daran, dass es immer eine gute Idee ist, sich mit einem Einheimischen hinauszuwagen.
Nachdem wir ein wenig davon geträumt haben, die schneebedeckten Berghänge mit Skiern hinunterzufahren, kehren wir zum Terminal zurück um einzuchecken.
Kulusuk – das Eingangstor nach Ostgrönland. Die Siedlung hat ungefähr 250 Einwohner, verfügt aber sowohl über einen internationalen Flughafen und ein Hotel und ist zudem ein großartiger Ort, um vielen Aktivitäten nachzugehen. Dazu gehören Skifahren im Winter und Wandern im Sommer.
Wenn ihr in Tasiilaq eine Unterkunft gebucht habt, empfiehlt es sich, mit eurem Gastgeber die Transportmöglichkeiten vom Heliport abzusprechen. Häufig ist der Transfer inklusive, und wenn nicht, kann euer Gastgeber euch die Rufnummer eines Taxis weiterleiten.
Mit einem Helikopter zu fliegen, war lange schon ein Wunsch von mir und glücklicherweise ist es in der Wintersaison die einzige Möglichkeit, um von Kulusuk nach Tasiilaq zu reisen. Der Flug ist sehr ruhig und ich schaffe es, einen Fensterplatz zu ergattern und den Ausblick auf den zugefrorenen Fjord zu genießen, aus dem königsblaue Sprenkel hervorblitzen, wo der frühe Frühling bereits das Eis zum Bersten gebracht hat.
Am Heliport von Tasiilaq stehe ich auf dem schneebedeckten Grund und schaue, wie der Helikopter wieder abhebt – er wird erst in drei Tagen zurückkehren und für einen kurzen Moment fühle ich mich wie eine echte Entdeckerin.
Wir werden von unserer Unterkunft, dem Hotel Ammassalik, am Flughafen abgeholt. Ich wurde vorgewarnt, dass Tasiilaq hügelig ist und auf der Fahrt bin ich dankbar dafür, nicht bis zu meinem Hotel wandern zu müssen (besonders bei der Reise mit einem Fotografen und seiner Ausrüstung).
Aber die Lage oben auf dem Hügel bietet den besten Ausblick – es hat eine klassische Après-Ski-Atmosphäre und einen Loungebereiche mit Schaffellen und einem 180-Gradblick auf die Stadt und die steilen Berggipfel.
Am nächsten Tag sind wir beide sehr gespannt auf die erste Aktivität auf unserem Reiseplan: in einem brandneuen Iglu schlafen, das von Sermilik Adventures gebaut wurde – und wenn ich brandneu sage, meine ich, dass sie gerade die richtigen Wetterbedingungen haben, um die Ziegel für den Bau auszuwählen, da die Iglus ausschließlich aus Eis und Schnee gebaut werden!
Wir packen zusammen und werden mit zwei Schneemobilen beim Hotel abgeholt, um durch die Stadt zu cruisen – einer der Sightseeing-Trips mit dem größten Spaßfaktor, auf dem ich jemals war. Ziel ist der zugefrorene Fjord, die Hauptstraße aus der Stadt hinaus. Dort treffen wir auf unser Fortbewegungsmittel: den Hundeschlitten.
Enox, unser 19-jähriger Schlittenführer, macht die Hunde bereit und unter dem Getrappel der Pfotenkraft starten wir los. Während ich den dampfend heißen Tee aus meiner Thermoskanne genieße, die ich mitgenommen habe, wird die Stadt hinter uns immer kleiner und die Berge ziehen an uns vorbei – alles fühlt sich sehr friedlich für mich an – einfach nur auf einer Ausfahrt am Sonntagnachmittag – auf die grönländische Art.
Das Wetter ist „warm“ bei ungefähr -2 Grad. Trotzdem schätze ich meine flauschigen Fäustlinge und dicken Schneeschuhe. (Lasst euch immer von den Tourenanbietern beraten, was ihr anziehen solltet. Ihr mögt das Gefühl haben, bereits 1.000 Schichten zu tragen, aber wenn ihr für eine lange Zeit stillsitzt, können auch die bestdurchbluteten Zehen einfrieren.)
Nach einigen Pausen, bei denen wir vom Schlitten absteigen, um den Hunden beim Bergaufstieg zu helfen (und einigem Kratzen hinter weichen und pelzigen Huskyohren – ich habe Enox vorher gefragt, welche Hunde einer Streicheleinheit gegenüber offen stünden), kommen wir am Fuße eines Berges an und werden die letzte Strecke auf Schneemobilen gefahren.
Wenn ihr zum ersten Mal mit Schneemobilen unterwegs seid, gibt es einen Tipp für euch: Die Schneemobile müssen bergaufwärts schnell fahren, üblicherweise müssen sie aber nicht so schnell wieder hinunterfahren. Wenn ihr unterstützen wollt, solltet ihr eure Bewegungen an die eures Fahrers anpassen – genau wie wenn ihr hinten auf einem Scooter oder Motorrad sitzen würdet.
Seid ihr als Content Creators unterwegs und reist mit Foto- und Videoausrüstung? Dann haltet die Batterien während der Nacht nah an eurem Körper im Schlafsack, um eine längere Laufzeit zu sichern.
Wir bauen unser Lager auf – unsere beiden Gastgeber Line und Tobias kochen dampfende Fischsuppe, die wir auf Rentierfellen sitzend genießen. Als ich danach an einer Tasse heißem Kakao nippe, färbt die Sonne die Landschaft rötlich und die Berge verstummen vollständig. Wie mein Kollege es ausdrückt: „Die Stille lässt meine Gedanken lauter sprechen.“
Ich hatte mir vorgestellt, dass die Stunden draußen in der arktischen Wildnis langsam vergehen würden. Tatsächlich blättere ich aber keine einzige Seite des Taschenbuches um, das ich mir mitgenommen habe. Stattdessen sauge ich diese eiskalte Ecke der Welt in mich auf, in der alles ganz friedlich ist. Hier kann ich denken, atmen und für einen Moment lang ohne irgendetwas anderes existieren – ohne Handyempfang oder irgendeine Zeitvorstellung mit Ausnahme des Sonnenstandes, bis sie sich hinten am Horizont zum Schlafen legt.
Ich hülle mich in den dicksten Schlafsack, den ich jemals gesehen habe. Im Iglu sind es ungefähr 0 Grad. Einmal wache ich während der Nacht auf, aber ich habe das Glück, dass mein erfahrener Kollege Handwärmer mitgebracht hat, die ich mit meinen Wollsocken kombiniere und dann schnell wieder zurück in einen tiefen und ruhigen Schlummer finde.
Das Iglu bekommt den Preis als schönster Ort zugesprochen, an dem ich jemals aufgewacht bin. Ich öffne meine Augen und sehe das Licht durch die bläuliche Eisstruktur der Decke hineinscheinen. Ich krieche hinaus in die sonnenbesprenkelte Schneelandschaft und wärme mich mit Kaffee und Porridge auf, bevor wir zusammenpacken und unsere Reise fortsetzen.
Wir springen auf die Schneemobile und fahren Richtung Tiilerilaaq. Diese Siedlung in Ostgrönland ist auch unter ihrem Spitznamen Tinit bekannt und hat etwa 100 Einwohner. Sie liegt 40 km von Tasiilaq entfernt. Das macht sie für Einheimische zu einem beliebten Wochenendziel – zum Fischen, Jagen oder Übernachten in ihrer ,Ferienhütte’.
Ich kann die Größenverhältnisse der Dinge in Ostgrönland nicht beschreiben, da ich mir nicht sicher bin, dass mein Gehirn diese Landschaft wirklich fassen kann. Alles scheint sich über viele Meilen zu erstrecken, mit massigen Bergriesen, die sich in den Himmel auftürmen. Und wenn man gerade denkt, dass man unmöglich eine steile Bergwand hinunterkommen oder den vereisten Fjord passieren kann, finden die Einheimischen schon einen Weg.
Das Schneemobil bringt uns über einen Gletscher und es macht großen Spaß, die hügelige Landschaft bei voller Geschwindigkeit mit dem Wind in meinen Haaren zu erleben. Der Abstieg in die Siedlung ist ebenfalls atemberaubend, wenn die farbenfrohen Häuser plötzlich in der weiten Schneelandschaft auftauchen, so als wäre es das Intro zu Game of Thrones.
In Tiilerilaaq besuchen wir den Laden vor Ort, um uns mit Snacks auszurüsten, zu denen auch getrockneter Fisch (eine lokale Spezialität) zählt. Dann begeben wir uns auf das offene Boot von Tobias. Grönländerinnen und Grönländern fließt das Gletscherwasser quasi durch die Venen, weshalb sie so ein klein bisschen Eis nicht davon abhält, sich auf die Hauptverkehrsstraße zu wagen: das Meer. Mit einsetzendem Frühling erscheinen mehr und mehr offene Gewässer, aber Tobias führt uns weiter über klumpiges Eis, bricht es ab und beweist, dass lokales Wissen es ermöglicht, mit einem Motorboot auf Eis zu laufen.
Die schneebedeckten Gipfel reflektieren im Wasser, sie erschaffen Kunstwerke und verwirren den Verstand, als wir nach einer Robbe fürs Abendessen Ausschau halten. Eine Robbe wird nicht gesehen, aber plötzlich ertönt eine Nachricht durch das Empfangsgerät: Zwei Einheimische haben die Spuren eines Eisbären gesichtet. Wir schlagen in diese Richtung ein und ganz klar – auf dem Eis sind frische Pfotenspuren, die nicht mehr als einen Tag alt sind.
Diesem scharfzahnigen Einheimischen begegnen wir dann nicht, trotzdem bin ich mir sicher, dass die Erinnerung daran, ihm so nah gekommen zu sein, für immer mit mir bleibt.
Wir verbringen die Nacht in Tasiilaq und nach einer dringend benötigten warmen Dusche, einem Tag mit Entdeckung der Aussichtspunkte, der Kirche und dem Museum und einer Nacht richtig gutem Schlaf, ist es Zeit, sich ein weiteres Mal hinauszuwagen.
Wir werden von einem weiteren Kollegen begleitet, kaufen in einem der lokalen Geschäfte Essen ein und treffen uns dann mit Rasmus von Tasiilaq Tours, der uns auf einem Schneemobil zu den Hütten von Arctic Dream beim Sermilik-Fjord bringt.
Heute ist der Himmel komplett weiß verhüllt und das erschwert den Ausflug. Auf den 28 km von Tasiilaq zu den Hütten ist die Sicht gering und das helle Sonnenlicht löscht durch den weißen Schleier jede Abstufung aus – die Straße und der Himmel werden so zu einer großen Wolke. Wir kommen dank Rasmus’ Expertise im Fahren sicher an, Skibrille und starke Nerven sind aber definitiv ein Muss.
Die 5 Zweier-Hütten liegen am Sermilik-Fjord gegenüber von Tiilerilaaq. Während der Sommerzeit driften 10.000 Eisberge draußen am Fenster vorbei. Neben den Schlafhütten verfügt die kleine Einheit auch über einen Schuppen und eine Haupthütte mit voll ausgestatteter Küche.
Eiszapfen hängen von den Dächern hinunter, wo wir Schnee sammeln, um ihn auf dem Ofen für einen großen Pott Kaffee zu kochen. Der Schnee ist 2 Meter hoch und die Temperaturen sind warm und einladend (um die 0 Grad).
Schneeschuhe sind einfach zu benutzen und auch wenn man sich wie eine plumpe Ente vorkommen mag, sobald man sie anzieht, bringen sie einen doch sehr viel schneller bergaufwärts.
Wir kochen das Abendessen und erzählen uns im Schein der Öllampe Geistergeschichten. Dann holen wir Schneeschuhe aus dem Schuppen und wagen uns auf einen Hügel. Draußen ist es stockfinster, aber das ist genau der Punkt. Mein Kollege möchte den gemütlichen Lichterschein der Hütten unter uns fotografieren.
Nach unserem nächtlichen Bummel wickeln wir uns in unseren privaten Hütten in Schlafsäcke. Wir sind hier draußen ganz allein und die Stille der Polarnacht ergreift uns. Der Schnee erhellt die Dunkelheit. Als ich meinen Petroleum-Heizer ausschalte und den warmen und bequemen Schlafsack genieße, sage ich zu mir selbst: „Vier Tage hier und ich bin vollständig verändert! Das ist es, ich bleibe hier, ich werde niemals nach Hause zurückwollen.“

Artikel von Anna Maria Jakobsen
Inuit bilden die Bevölkerungsgruppen, die im arktischen Teil des nordamerikanischen Kontinents leben. Das sind die Gegenden, die wir heute als Alaska, Kanada und Grönland kennen. Die Inuitkultur basiert auf der Jagd. Ihre Lebensweise wurde im arktischen Umfeld entwickelt und auf die Beutetiere angepasst, die in diesen Gebieten leben.
Bei den Inuit ist alles, was uns umgibt, ,heilig’, also spirituell und geistlich. In dieser Weltanschauung ist alles lebendig und hat eine Seele. Dazu zählen die gesamte Vegetation, alle Tiere und die Erde selbst. Alle Elemente, die uns umgeben, sind an das arktische Milieu angepasst. Sie verfügen jeweils über ihre eigene Stärke und eine besondere Eigenschaft, die wir uns von ihnen ausborgen, um uns gegen die harten Bedingungen zu schützen, unter denen wir leben. Diese Elemente haben unseren Gebrauch von Amuletten und Tunniit stark geprägt.
Der Entstehungsprozess und die Ausführungsmethode der Körperzeichnungen werden umgangssprachlich in Westgrönland Kakiorneq und in Ostgrönland Kagierneq genannt. Kakiorneq/Kagierneq lässt sich als ,mit einer Nadel eingestochen’ oder ,untergestochen’ übersetzen.
Das Wort Tätowierung stammt von dem englischen Wort Tattoo (tattow), wie es der englische Entdeckungsreisende James Cook fehlerhaft vom polynesischen Wort Ta tatau übernahm, mit dem die dortige Bevölkerung ihre Körperzeichnungen benennt. Da dieser Begriff seinen Ursprung in einer anderen Kultur und Sprache hat, deren Tradition von Körpermarkierungen eigenen Intentionen folgt und da Inuit für ihre Tradition ein eigenes Wort und einen eigenständigen Begriff haben, wünschen sie sich, dass man diesen respektiert und ihre Körperzeichnungen mit ihrem ursprünglichen Namen, also Tunniit, benennt. Tunniit ist eine Mehrzahlbezeichnung für Tunneq (,dort, wo etwas gelandet ist’), wie man sie wegen der einzelnen eingenähten Stiche nennt, der Kakiorneq, die auf der Haut sichtbar sind. Und wenn man diese Einstiche in Reihen platziert und Muster aus ihnen formt, werden daraus Tunniit.
1972 wurden 8 Mumien bei einem alten Siedlungsplatz namens Qilakitsoq, der bei Uummannaq liegt, gefunden. Ihre Lebenszeit wird um das Jahr 1475 n.Chr. herum datiert und von den 8 Mumien waren 6 Frauen und 2 Kinder, von denen 5 Frauen Tunniit trugen. In der gesamten arktischen Region drücken Tunniit die kollektive wie spirituelle Verantwortung von Frauen aus und präsentierten eine besondere Weiterführung ihrer Fertigkeiten, die sich hier im Nähen ausdrückten. Denn es waren hauptsächlich Frauen, welche diese Technik ausführten und welche die Tunniit selber trugen. Deshalb bleibt es ein Rätsel, warum die jüngste Frau aus Qilakitsoq, die etwa 20 Jahre alt wurde, keine Tunniit trug. In seltenen Einzelfällen konnte wohl auf die Durchführung einer Tradition verzichtet werden oder diese wurde an die besonderen Umstände „angepasst“. In dem spezifischen Fall haben wir aber nur Theorien dazu entwickelt, warum sie keine Tunniit getragen hatte.
Die am weitesten verbreitete Methode wurde von den Frauen mit ihren Nähnadeln und Sehnenfäden durchgeführt, die in eine Mischung aus Ruß, Öl und Urin getaucht und dann durch die äußeren Hautschichten gefädelt wurden. Dabei blieben feine Linien unter der Haut zurück, die in engen Reihen die Muster für Amulette formten, welche die Frauen auf ihren Körpern trugen. An einigen Orten wurde eine Methode unter Verwendung scharfer Werkzeuge durchgeführt, mit denen ein kleines Loch in die Haut gestochen wurde. In dieses Loch stachen sie anschließend noch einmal mit einem gerußten Werkzeug ein, das dann einen kleinen Punkt hinterließ. Die Tunniit der Frauen aus Qilakitsoq tragen Anzeichen dafür, dass beide Methoden angewendet wurden.
Für Inuit sind die wichtigsten Zeichen jene, die man im Gesicht oder an den Händen trägt. Das erste Tunniit einer Frau ist ursprünglich ein Talloqut, eine Zeichnung am Kinn, die sie bekommt, wenn sie in ihren Fertigkeiten gut ausgebildet ist. Dann soll sie bereit sein, eine aktive Rolle in der Gemeinschaft zu übernehmen und für diese Verantwortung zu tragen. Dies geschah häufig in dem Alter, in dem junge Frauen zum ersten Mal ihre Menstruation bekommen. Aber gewisse Umstände konnten es notwendig machen, dass ein Mädchen schneller erwachsen wurde. Zu Zeiten des Überflusses dagegen, in welchen die spirituelle Verantwortung auf viele Frauen aufgeteilt werden konnte, durften Mädchen auch länger Mädchen bleiben.
Die Formen der Gesichtszeichnungen zeigen, welcher Inuit-Gemeinschaft man zugehört und daher variiert das Aussehen zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen der Inuit. Besonders an Stirn und Wangen werden die Gruppenmarker sichtbar.
Die Muster waren als Amulette intendiert, die mit einer bestimmten Praxis oder mit Werkzeugen in Verbindung standen.
Sehnenfäden, die in unserer Kultur eine der wichtigsten Erfindungen darstellen, ermöglichten es, Stoffe für Kleidung, Qaannat (Mehrzahl für Kajak) und Umiat (,Frauenboote’) zu nähen. Sie sind die Erfindung, die unser ganzes Dasein verknüpfte. Das erklärt auch, warum es so wichtig war, gut mit ihnen versorgt zu sein. Dies sieht man deutlich in den Tunniit der Frauen, in denen die Sehnenfäden-Amulette sowohl als einzelne Amulette und in Kombination mit anderen Mustern stark vertreten sind.
In der Arktis dauert der Winter 8 Monate und in den nördlichsten Gebieten erstreckt sich die Polarnacht über mehrere Monate. Die Flamme der Specksteinlampe ist dann die einzige Licht- und Wärmequelle und bietet die Möglichkeit, warme Speisen zuzubereiten. Da sie immer den Wunsch mit sich trugen, dass diese Flamme niemals ausgehen sollte, trugen die Frauen sie auch als Amulett.
Obwohl die Fänger fantastische Fertigkeiten für die Jagd entwickelt hatten und über Generationen das Wissen über Beutetiere und Jagdmethoden weitergegeben hatten, gehörte auch immer noch Glück zu einer erfolgreichen Jagd dazu. Dafür trugen die Frauen spezifische Linien auf den Fingern, um die Meeresgöttin Takannaaluk zu ehren, aus deren Fingern die Meerestiere entstammten. Außerdem trugen sie Zeichnungen von Walflossen, um die Wale anzurufen und darüber sicherzustellen, dass diese Beutetiere dauerhaft in die Nähe der Fangplätze ihrer Gemeinschaft kamen.
Die Muster der Amulette auf den Handrücken und Armen sollten die Ressourcen der Gemeinschaft schützen und darüber ihr Überleben sichern. Die Amulette an den Beinen der Frauen sollten die Geburt zukünftiger Kinder garantieren. Zugleich sollten diese Kinder bei ihrer Geburt gleich etwas Schönes sehen.
Auch wenn es hauptsächlich Frauen waren, die Tunniit praktizierten und trugen, hatten auch Männer einzelne Markierungen. Diese standen etwa in Verbindung zum Walfang oder sollten sie von einem Vorgang reinigen und Wiedergutmachung leisten, wenn sie ein Tier harpuniert hatten, das entkommen war und sie nicht die Bräuche ausführen konnten, die der Seele des Beutetieres helfen sollten, Ruhe zu finden.
Alle Inuit wurden mit der Ankunft der Missionare zur Abkehr von ihrer Religion und Weltanschauung gezwungen. In Grönland geschah dies mit der Ankunft der Missionare 1721. In weniger als 50 Jahren verschwand der Brauch von Tunniit allmählich von der westgrönländischen Küste. Ostgrönländische Inuit haben dennoch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts Tunniit praktiziert, da sie erst 1894 kolonialisiert wurden. Sie brachten die Tunniit auch mit, als eine Gruppe von ihnen Richtung Süden migrierte.
In anderen Inuit-Gebieten wie Nunavut (Kanada), Alaska sowie Sibirien fand die Kolonialisierung später statt und durch noch lebendige Erinnerungen an Tunniit wurden diese zu Beginn des 21. Jahrhunderts revitalisiert und wieder praktiziert. In Zusammenarbeit mit Inuit aus Alaska wurden Tunniit 2017 in Grönland wieder eingeführt. In den letzten Jahren haben viele Inuit sich wieder für Tunniit entschieden und damit der Praxis neues Leben eingehaucht. Auch wenn Tunniit aus einer Zeit stammen, in der Inuit vom Fang abhingen und ihre Spiritualität darauf basierte, dass alles eine Seele hat, wenden viele Inuit sie auch heute in der gleichen Tradition wieder an. Sie tragen diese im Namen der ihnen Nahestehenden und um ihre Verbindung zu ihrer Kultur und ihren Vorfahren aufzuzeigen und diese zu ehren.
Auch wenn Tunniit von vielen Inuit schon wieder getragen werden, ist die Neubelebung dieser Praxis noch sehr frisch und fragil. Viele haben die Anwendung und die Intentionen dahinter noch nicht wieder neuerlernt. Es kann als schwieriges Thema empfunden werden, wenn man von Menschen, die selber keine Inuit sind, danach gefragt wird. Denn nicht alle fühlen sich wohl dabei, Informationen darüber zu teilen, da die meisten Inuit sich Tunniit aus sehr persönlichen Gründen machen lassen – und aus unseren menschlichen und spirituellen Wertvorstellungen als indigenes Volk.
Darf ich mir auch ein Tunniit stechen lassen
Da die Muster der Amulette und ihre spirituellen Hintergründe ihren Ursprung in der Inuitkultur haben, ist es ein weitverbreiteter Wunsch, dass diese nur von Inuit getragen werden, damit sie weiterhin ihrer Intention entsprechend getragen werden können.
Wenn man sich Tunniit wie ein Souvenir stechen lässt, wird man sie ohne ihre Bedeutung tragen und das wird der Kultur und ihrer Wiederbelebung nicht dienlich sein.
Obwohl viele Inuit dafür sind, dass Tunniit ausschließlich von Inuit getragen werden, kann man die Künstlerinnen und Künstler vor Ort dennoch unterstützen, indem man ihre Kunst und ihre Eigenkreationen kauft. Das gilt auch, wenn sie Tunniit in ihre Kunstwerke integrieren. Indem man diese Werke kauft, unterstützt man die Künstlerinnen und Künstler in der Erzählung und Vermittlung der Inuitkultur.
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Wer sind die Inuit?
Inuit bilden die Bevölkerungsgruppen, die im arktischen Teil des nordamerikanischen Kontinents leben. Das sind die Gegenden, die wir heute als Alaska, Kanada und Grönland kennen.
An was glauben Inuit?
Bei den Inuit ist alles, was uns umgibt, ,heilig’, also spirituell und geistlich. In dieser Weltanschauung ist alles lebendig und hat eine Seele.
Wie werden die Tätowierungen der Inuit genannt?
Die Kunst des Inuit-Tätowierens wird Tunniit genannt. Der Prozess und die Durchführungsmethode werden heute in Westgrönland Kakiorneq und in Ostgrönland Kagierneq genannt.
Warum lassen sich Inuit ihr Gesicht tätowieren?
Frauen bekommen als erste Tunniit die Talloqut, das sind Kinnmarkierungen, wenn sie bereit sind, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Stirnmuster sollen Maliina, die Sonne, ehren.
Was bedeuten Tunniit (die Tätowierungen der Inuit)?
Die Muster hatten die Intention, wie ein Amulett zu wirken. Sie standen in Verbindung zu einer Tätigkeit oder einem Werkzeug wie etwa einem Sehnenfaden, der Flamme in der Specksteinlampe oder wurden zu Ehren eines Beutetieres getragen. Andere sollten dabei helfen, sich gut mit der Meeresgöttin Takannaaluk zu stellen, aus deren Reich alle Beutetiere stammen. Die Muster der Amulette auf den Handrücken und Armen sollten die Ressourcen der Gemeinschaft schützen und darüber ihr Überleben sichern. Die Amulette an den Beinen der Frauen sollten die Geburt zukünftiger Kinder garantieren. Zugleich sollten diese Kinder bei ihrer Geburt gleich etwas Schönes sehen.
Was bedeuten Tunniit (die Inuit-Tätowierungen) am Kinn?
Das erste Tunniit einer Frau ist ursprünglich ein Talloqut, eine Zeichnung am Kinn, die sie bekommt, wenn sie in ihren Fertigkeiten gut ausgebildet ist. Dann soll sie bereit sein, eine aktive Rolle in der Gemeinschaft zu übernehmen und für diese Verantwortung zu tragen. Dies geschah häufig in dem Alter, in dem junge Frauen zum ersten Mal ihre Menstruation bekommen. Die Formen der Gesichtszeichnungen zeigen, welcher Inuit-Gemeinschaft man zugehört und daher variiert das Aussehen zwischen den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen der Inuit.
Wie werden die Inuit-Tätowierungen gemacht?
Die am weitesten verbreitete Methode wurde von den Frauen mit ihren Nähnadeln und Sehnenfäden durchgeführt, die in eine Mischung aus Ruß, Öl und Urin getaucht und dann durch die äußeren Hautschichten gefädelt wurden. An einigen Orten wurde eine Methode unter Verwendung scharfer Werkzeuge durchgeführt, mit denen ein kleines Loch in die Haut gestochen wurde. In dieses Loch stachen sie anschließend noch einmal mit einem gerußten Werkzeug ein, das dann einen kleinen Punkt hinterließ.

Artikel von Paninnguaq Pikilak
Der Begriff klingt furchterregend und spannend zugleich. Er regt sicherlich eure Fantasie an, die Gedanken etwas schweifen zu lassen. Welche Geschichten verbergen sich hinter diesen Orten – sind ihre Häuser tatsächlich verflucht – und warum wurden sie überhaupt verlassen?
In Grönland gibt es viele verlassene Orte und für ihre Aufgabe gibt es offensichtlich sehr unterschiedliche Gründe:
Die Grönländer bildeten ursprünglich ein nomadisches Volk, das seinen Nahrungsquellen folgte. Deshalb lebten wir häufig im Sommer und Winter an unterschiedlichen Orten.
Es gibt in Grönland auch verschiedene verlassene Bergbauorte, wo die umliegenden Siedlungen geschlossen wurden, als die Rohstoffe versiegten. Das sichtbarste Beispiel dafür bleibt Qullissat.
In ähnlicher Weise wurden die Bewohnerinnen und Bewohner der alten Siedlung Uummannaq/Dundas nach Qaanaaq zwangsumgesiedelt, als die Dänen den Amerikanern erlaubten, an diesem Ort eine Militärbasis zu errichten, die heutige Thule Air Base/Pituffik.
Letztendlich führte auch das Abwerben von Arbeitskräften dazu, dass einige Siedlungen geschlossen wurden. Dies war insbesondere der Fall, wenn Fischfabriken in nahen Städten gebaut wurden und Menschen aus anderen Siedlungen Arbeit boten.
Verlassene Orte bedeuten häufig einen großen Verlust für die dort früher lebenden Menschen. Gleichzeitig können sie eine wilde Schönheit aufzeigen. Es ist faszinierend, wie die Natur einen Ort zurückerobern und künstlich geschaffene Strukturen in sich einverleiben kann.
Werfen wir einen Blick auf einige der verlassenen Orte in Grönland. Dabei konzentrieren wir uns auf Orte, die ihr als Gäste auf verschiedene Weisen entdecken könnt, sei es via Boot oder Wanderung oder auf einer Kajaktour.
Sermermiut ist Grönlands bekanntester verlassener Ort aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zum Ilulissat-Eisfjord und seiner langen Inuitgeschichte. Diese reicht 4.500 Jahre zurück, als die frühen Inuitkulturen der Dorset und Thule Sermermiut besiedelten. Die Jagd war in diesem Gebiet aufgrund seiner Lage beim Eisfjord immer sehr erfolgreich, wo unterschiedliche Land- und Meerestiere zuhause sind. Bei Sermermiut fanden 1952 zum ersten Mal Ausgrabungen statt und weitere dann noch einmal 1983, bei denen Zeugnisse vieler unterschiedlicher Kulturen gefunden wurden. Das Gebiet ist nun Teil der UNESCO-Welterberegion und ihr könnt es über einen hölzernen Spazierpfad erreichen. Am Ende dieses Holzstegs kommt ihr nach Nakkaavik, was „der Ort, wo du fällst” bedeutet. Der Name stammt aus einer Zeit, als sich die Alten aufgrund von Hungersnöten von einer Klippe stürzten. Nakkaavik war ein Schauplatz in der 4. Staffel der beliebten TV-Serie „Borgen”.
Qullissat ist bis heute ein großes Trauma für die grönländische Seele. Es war damals eine der größten Städte in Grönland, 1.400 Menschen lebten hier. Die Stadt wurde 1924 als Kohlemine gegründet, welche bis 1972 in Betrieb war. Als es keine Kohle mehr zu fördern gab, schlossen die Behörden Schule, Geschäfte und alle anderen Einrichtungen, so dass die Menschen gezwungen waren, wegzuziehen und sich über die ganze Küste zu verteilen. Über tausend Menschen auf verschiedene Städte in einer Entfernung von 2.000 Kilometern zu verteilen, führte zu großem menschlichem Leid und sozialen Problemen. Bekannte Bewohner waren Grönlands früherer Premierminister Kuupik Kleist und Aka Høegh, eine der anerkanntesten und beliebtesten Künstlerinnen Grönlands.
Assaqutaq ist eine weitere Siedlung, die verlassen wurde, als ihre Bewohner sich teilweise dafür entschieden hatten, zur Arbeitssuche in die größeren Städte wegzuziehen oder sie zu diesem Schritt gezwungen wurden. Heute könnt ihr hier die alte Kirche, die frühere Fischfabrik und verschiedene ehemalige Wohnhäuser entdecken. Der Friedhof ist ebenfalls einen Besuch wert. Die pittoreske Siedlung wird heutzutage von den Schulen der Region als Sommercamp genutzt. Im Sommer erwacht Assaqutaq tatsächlich zu neuem Leben, wenn die Bewohner des nahen Sisimiut zum Fischen von Ammassat (Kapelan) herkommen. Zu dieser Zeit hat man auch gute Chancen, Buckelwale zu sehen, da diese Ammassat genau so gerne mögen, wie wir es tun.
Qoornoq ist eine verlassene Siedlung im Nuuk-Fjord. Sie erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit bei den Nachfahren ihrer damaligen Bewohner und auch bei anderen, die gerne im Sommer hierher kommen. Qoornoq gehörte auch zu jenen Siedlungen, die geschlossen wurden, weil ihre Bewohner an anderen Orten Arbeit fanden. Im Fall von Qoornoq zogen die Einwohnerinnen und Einwohner in die neugebauten Wohnblöcke in Nuuk und vielen von ihnen fanden Arbeit im neuen Fischverarbeitungsbetrieb. Qoornoq liegt auf einer kleinen Insel im riesigen Fjordsystem und ist von Nuuk aus einfach auf einer Tagestour zu erreichen. Eine der interessantesten Hinterlassenschaften sind die Überreste einer kleinen Bahntrasse, die in den 1950ern genutzt wurde, um Fisch zum kleinen Hafen zu transportieren.
Kangerluarsoruseq oder Færingehavn (oder Nordáfar) ist eine verlassene Siedlung 50 Kilometer südlich von Nuuk. Die Siedlung wurde ursprünglich von Fischern von den Färöern gegründet und bis in die frühen 1990er genutzt. Der Ort ist heute ein Öllager, die letzte hier lebende Person zog aber 2009 fort. Hier gibt es einen interessanten (dänischsprachigen) Link zum Bericht eines Besuchenden, der mit dem Boot von Nuuk aus unterwegs war:
Kangeq ist eine ehemalige Besiedlung der gleichnamigen Insel. Diese war früher als Haabets Ø (Die Insel der Hoffnung) bekannt, als der Kolonisator Hans Egede sich für sieben elende Jahre von 1721 bis 1728 hier niederließ. 1728 ging Hans fort und siedelte ins heutige Nuuk über. Für Grönländerinnen und Grönländer ist Kangeq als der Geburtsort von Aron aus Kangeq bekannt, einem Jäger, Maler und Historiker. Er lebte von 1822-1869 und seine detailreichen Zeichnungen, Holzschnitte und Aquarelle zeigen uns bis heute, wie das Leben früher aussah. Heute zieht Kangeq hauptsächlich an Geschichte interessierte Touristen an und war 2009 für den dänischen Film ,Das Experiment‘ Drehort für Nuuk.
Old Narsaq ist direkt an der Grenze zu Narsaq zu finden, zwischen Stadt und Heliport. Hier findet ihr verschieden alte Ruinen einer früheren grönländischen Siedlung, bevor Narsaq 1830 zu einer Handelskolonie wurde. Einige der Ruinen stammen aber auch aus jüngerer Zeit, da bis ins 20. Jahrhundert hinein hier Menschen in Torfhäusern lebten. Wenn ihr zur nahgelegenen Bucht Narsaq Kujalleq lauft und die Gegend um die Fischfabrik von Narsaq passiert, werdet ihr auch an Überresten altnordischer Höfe vorbeikommen.
Wie Qullissat wurde diese kleine Stadt geschlossen, als die dazugehörige Mine keine Erträge mehr einbrachte. Das passierte 1987, nachdem die Mine seit 1856 in Betrieb war. Das begehrte Mineral war Kryolith, was bei der Herstellung von Aluminium verwendet wird. Während des 2. Weltkriegs war die Mine für die Amerikaner von großer Bedeutung (Hintergründe dazu findet ihr in unserem Artikel „Grönland war für Henrik Kauffmann das Ass im Ärmel”). Ivittuut liegt nahe der heute ebenfalls aufgegebenen Flådestation Grønnedal oder Kangillinnguit, der früheren Kommandozentrale der dänischen Marine in Grönland (die 2012 nach Nuuk übersiedelt wurde). Die große Mine von Ivittuut wurde mit Wasser aufgefüllt, um zu verhindern, dass Menschen in das sehr tiefe Loch hineinfallen könnten. Die letzten beiden Familien verließen Ivittuut im Jahre 2000. In der Gegend um Ivittuut können viele seltene Mineralien gefunden werden und ganz in der Nähe liegt der Ikka-Fjord mit seinen einzigartigen Unterwasser-Stalagmiten.
Der Legende nach wurde ein riesiges Krankenhaus in Narsarsuaq einfach über Nacht verlassen. Dabei sollen mit Essen belegte Teller auf den Tischen zurückgelassen worden sein, wie wir es nur aus Filmen kennen. Während und nach dem 2. Weltkrieg errichteten die Amerikaner mehrere große Militärstützpunkte in Grönland. Während des Kriegs war Bluie West 1, wie die Basis bei Narsarsuaq genannt wurde, die größte Stadt in Grönland. In den frühen 1950ern wurde im damals so genannten Krankenhaus-Tal auch ein großes Krankenhaus errichtet (heute nennen wir das Tal Blumental). In Narsarsuaq schwelgen wir aber noch in den Spukgeschichten über diesen Ort. Heute ist nur noch ein großer Schornstein übriggeblieben.
Jemand mit Sinn für Ironie betitelte den Abfall des amerikanischen Militärflugplatzes Bluie East Two, welcher die Umgebung bis heute verschmutzt, einmal als „American Flowers”. Als Air Base war Bluie East Two nie von großer Bedeutung und trotzdem schafften die Nutzer dieser Air Base es, etwa 200.000 Ölfässer zurückzulassen, welche die Gegend für Jahrzehnte verunreinigt haben. Eine große Reinigungsaktion findet aktuell statt. Mehrere Historiker und lokale Tourenanbieter sprechen sich dafür aus, einige der Ölfässer als Zeugnis der Geschichte dieser Gegend an ihrem Platz zu lassen.
Saqqisikuik oder Skjoldungen war eine Siedlung an der Ostküste Grönlands, die heute als Öllager und Fischgrund genutzt wird. Außerdem kommen die Leute aus Tasiilaq hierher, um Engelwurz (Angelica) zu pflücken. Die Umgebung ist von fast schon surrealer Schönheit. Das Gebiet ist üppig bewachsen mit turmhohen Gipfeln drumherum. Es wurde mehrere Male besiedelt, zum letzten Mal von den 1930ern bis 1964, als die Einwohner umgesiedelt wurden. Dies geschah hauptsächlich aufgrund des politischen Willens, die Bewohner Grönlands in größeren Städten zu konzentrieren. Jedoch gibt es ein großes „Aber” zu dieser offiziellen Geschichte, weil es angeblich verschiedene Sichtungen einer ursprünglich lebenden, aber vergessenen Inuitgemeinschaft in dieser Gegend gegeben haben soll.
Als die Thule Air Base 1952/1953 erbaut wurde, wurden die Menschen aus Pituffik und dem nahgelegenen Umanak/Dundas aus ihren Häusern vertrieben (und von den hervorragenden Jagdgründen dort). Eine neue Stadt mit 27 Häusern, Qaanaaq, wurde für die Menschen erbaut, die Stadtplanung entsprach dem amerikanischen Rastersystem. Diese Umsiedlung ist für die Betroffenen bis heute eine traumatische Erfahrung und hat für die Menschen aus Dundas zu einem langen juristischen Kampf geführt. Pituffik war außerdem Stätte der originalen Handelsstation, die von den Polarforschern Knud Rasmussen und Peter Freuchen 1910 gegründet wurde.

Artkel von Jesper Kunuk Egede
Alle international angebundenen Ziele in Grönland und die Hauptorte verfügen über landschaftliche Vielfalt, die man unabhängig entdecken kann, und über ausreichend Infrastruktur, um Abenteuerreisende zu unterstützen. Grönlands Hauptstadt Nuuk umgibt ein relativ gut geschütztes und weitläufiges Fjordsystem, das es mit den schönsten Fjorden Norwegens aufnehmen kann. Es besteht zudem eine internationale Verbindung nach Island. Kangerlussuaq bietet ein gigantisches Hinterland mit Zugang zum Inlandeis, zu dem faszinierenden archäologischen Paradies von Aasivissuit – Nipisat und zum Wanderweg in Richtung der zerklüfteten Küstenlinie um Grönlands zweitgrößte Stadt Sisimiut herum. In Tasiilaq wird den Besuchenden der Geschmack des ,echten’ Grönlands serviert – einsam und doch zugänglich und mit einigen der spektakulärsten Szenerien, die das Land zu bieten hat. Die Gemeinschaften vor Ort sind hier in ihrem Alltag noch ganz besonders mit der Natur verbunden und leben traditioneller, als es an einigen Orten mit modernerer Infrastruktur der Fall ist.
Wann ist die beste Reisezeit für Grönland? Das Internet ist voll von Statistiken, die euch bei eurer Einschätzung helfen, ob an eurem geplanten Reiseziel eher Badeanzug oder Winterjacke zu tragen ist. Viele Leute denken sofort an die Kälte und das Eis, wenn sie an Grönland denken. Im Sommer kann es aber durchaus warm werden, auch mal bis um die 20 Grad. Fürs grönländische Wetter gilt in erster Linie seine Unbeständigkeit und Unvorhersagbarkeit, weshalb ihr nach den Extremen innerhalb der Statistiken schauen und dementsprechend planen solltet. Bereitet euch auf das Schlimmste vor, aber stattet euch auch dafür aus, gutes Wetter zu genießen (was voraussetzt, dass ihr auch für oder besser gegen die Mücken präpariert seid). Wenn ihr ein Gebirgsklima der niedrigeren Höhenstufen gewöhnt seid, wird Grönland im Sommer für euch ein bekanntes Terrain sein. Unterschätzt dabei aber nicht, wie gnadenlos der Winter sein kann, insbesondere der Winter in abgelegenen Gemeinden, wo die Transportmittel sich gegenüber dem Fahrplan mal um Tage oder sogar Wochen verspäten können. Das Stranden kann dabei wunderbare und unerwartete Möglichkeiten mit sich bringen und ob es dabei der flexiblen Versicherungsbedingungen oder eines flexiblen Geists bedarf: Bereitet euch zumindest mental darauf vor, mit einer Verspätung nach Hause zu kommen.
In Ilulissat, Sisimiut, Maniitsoq, Nuuk, Qaqortoq und Tasiilaq sind jeweils Unternehmen ansässig, die Bootstransfers anbieten. Sie bringen euch zu eurem gewünschten Ziel und holen euch innerhalb ihrer Region auch wieder ab. Auch außerhalb dieser größeren Siedlungen leben alle Gemeinden in enger Verbundenheit mit dem Meer. Das bedeutet, dass sich auch dort immer eine einheimische Person in der Nähe befindet, die ein Boot hat und sich gerne etwas dazuverdient. Sprecht vorher den Preis ab, bezahlt erst, wenn ihr auch abgeholt und wieder sicher zurückgebracht werdet und versucht, Reisen an den Wochenenden zu vermeiden, wenn das irgendwie möglich ist. In den größeren Siedlungen findet ihr immer jemanden, der oder die gut Englisch spricht, insbesondere unter den Tourenanbietern. In abgeschiedenen Siedlungen überwiegt aber eindeutig Grönländisch, weshalb ihr euch darauf vorbereiten solltet, Karten zu nutzen, um zu zeigen, wo ihr hinmöchtet – denn alle einheimischen Bootsbesitzer kennen ihre Küstenlinie wie die eigene Westentasche. Rechnet damit, 2000 bis 5000 Dänische Kronen pro Stunde für einen Bootscharter mit Besatzung zu verhandeln. Für das größere Budget bietet die Charterabteilung von Air Greenland Helikoptercharter an. Das ist keine so verrückte Idee, wie sie vielleicht klingt. Günstig ist es nicht – um die 21.000 Kronen pro Stunde – aber mit dem Helikopter erreicht man Orte, die mit anderen Verkehrsmitteln nicht zugänglich wären. Für bis zu 5 Passagiere (abhängig von der zu befördernden Ausrüstung) kann das der Weg zu einem einmaligen Abenteuer in der Wildnis sein.
Wenn ihr in Grönland ein mehrtägiges Camping plant, solltet ihr nirgendwo hingehen, ohne eine gute Karte einzupacken, die ihr auch benutzen könnt. Selbst wenn ihr für die eigentliche Routenplanung ein GPS verwenden möchtet, ist eine Karte aus Papier unerlässlich – zur Sicherheit, wenn die Technik einmal ausfällt. Denn das passiert in Grönland. Auch wenn die Kartenabdeckung in Grönland fürs Trekking noch spärlich ist, gibt es wichtige Karten fürs Wandern in Grönland: Große Teile Südgrönlands zählen dazu, u.a. Narsaq und Qaqortoq, die Gegend um den Eisfjord von Ilulissat, die Strecke von Sisimiut nach Kangerlussuaq und in Ostgrönland das Gebiet um Tasiilaq. Kürzlich wurde das gesamte Fjordsystem um Nuuk mit einer Serie von Wanderkarten im Maßstab 1:40 000 abgebildet.
Denkt daran, immer eine medizinische Notfallausrüstung mitzuführen. Wenn ihr an einem Ort per Boot abgesetzt werdet und am gleichen Punkt wieder abgeholt werden wollt, ist es eine sehr gute Idee, m@wow.gl zu nutzen, ein ,Drop-Bag’-Depot mit zusätzlicher Notfallausrüstung und Nahrung. Heutzutage kann mit dem Garmin InReach System, dies ist ein von GPS unterstützter Notruf, von jedem Individualreisenden in Grönlands Natur Hilfe gerufen werden. Wer sich von den Hauptrouten entfernt, sollte dieses oder eine ähnliche Technik nutzen.
Kommen wir nun also zurück zum neugierigen Bären. Die mit Abstand am wenigsten vorhersagbaren Risiken mit der höchsten Auswirkung auf in Grönland individuell Reisende sind Eisbären. Es gibt viele Orte, wo die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit ihnen verschwindend gering ist (wie zum Beispiel am Großteil der Westküste). Wenn ihr euch jedoch nach Ostgrönland wagt, befindet ihr euch selbst in den relativ zugänglichen Gegenden um Kulusuk und Tasiilaq im Habitat des neugierigen Bären und ihr müsst eine Waffe mit euch führen oder euch von jemandem begleiten lassen, der das tut. In Grönland könnt ihr eine Waffe mit großem Kaliber im Supermarkt ohne Jagdschein erwerben. Das ist tatsächlich so, ganz im Ernst. Wenn ihr aber nicht über die entsprechende Erfahrung im Umgang mit einer Waffe verfügt und idealerweise erste Erfahrungen im direkten Umgang mit Eisbären gesammelt habt, solltet ihr über diese Möglichkeit nicht einmal nachdenken. Und dies führt zum wahrscheinlich besten Rat für individuellen Urlaub in Grönland: Denkt darüber nach, einen Guide anzuheuern. An der Westküste ist das ein schöner Zusatz. Viele Bootscharter-Unternehmen werden euch für eure Touren mit der Ausrüstung und Beratung für Abenteuer in der Wildnis zur Seite stehen können. An der Ostküste ist ein Guide für eure eigene Sicherheit notwendig. Glücklicherweise gibt es auch an der Ostküste ansässige oder operierende Tourenanbieter. Sie können für euch die Logistik an der Ostküste organisieren und sich um eure Anforderungen und Wünsche kümmern. Versteht das als das Reisen zu einem exotischen Ziel, wo ihr einen Tuk-Tuk- oder Taxifahrer bittet, euch zu den versteckten Highlights zu führen. Dieser Fjord sieht auf Google Earth einfach unglaublich aus, dieser Berg verspricht tolle Wandermöglichkeiten, auf diesen Flüssen könnten wir mit dem Kajak unterwegs sein, am Ufer einen Ort finden, um das Zelt aufzuschlagen und zu angeln. Das Wissen der Einheimischen und ihre Fertigkeiten sind wichtig, um euch den richtigen Schutz zu garantieren. Sie sind die Schlüssel zu großartigen individuellen Reiseerfahrungen in Grönland. Mit all diesen Informationen im Kopf werdet ihr den Rat: ,Nimm ihn ins Visier. Drück jetzt ab!’ exklusiv mit dem Auslöser eurer Kamera befolgen können.
Von Mark Hutchison
Für den Flug nach Grönland werden die meisten Reisenden die Route über Kopenhagen wählen. Wenn ihr Lust habt, euren Stopover in der dänischen Hauptstadt mit einem Vorgeschmack auf die Arktis zu verbinden, hilft euch dieser Leitfaden dabei, Grönlands besondere Präsenz in den kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt zu entdecken. Von prachtvollen Bauwerken über die Gastronomie und Aktivitäten für alle – von Familien bis zu aktiven Entdeckerinnen und Entdeckern. Findet in diesem Artikel heraus, wie ihr Grönland in Kopenhagen erleben könnt.
Knud Rasmussen ist zweifellos der größte Entdecker, den Grönland und Dänemark hervorgebracht haben. Sein Beitrag zur Erforschung Grönlands ist maßgeblich. Er führte sieben Expeditionen an, die jeweils grundlegende wissenschaftliche Erkenntnisse brachten und das Interesse der Medien und akademischer Journale aus aller Welt weckten.
Knud wurde in Ilulissat als Sohn einer grönländischen Mutter und eines dänischen Vaters geboren, er sprach fließend Grönländisch wie auch Dänisch – und begann sich schon in jungen Jahren fürs Hundeschlittenfahren zu interessieren. Eine Transportform, die ihn weit durch die Arktis gebracht hat.
Von jeder Expedition kamen er und seine Mannschaft mit vielen überraschenden und innovativen Forschungsergebnissen nach Hause. Dazu zählten naturwissenschaftliche Felder wie Botanik, Geologie, Meteorologie – und außerdem Geisteswissenschaften wie Ethnographie und Archäologie.
Knud Rasmussens Statue am Strandvejen Man kann die Erinnerungen an Knud Rasmussen auf einer Radtour entlang der Küstenstraße Strandvejen nördlich von Kopenhagen aufleben lassen – diese beschließt ihr nahe Skovshoved. Hier steht eine wunderschöne Granitstatue des weltberühmten Polarforschers, die auf den Øresund hinausblickt, die Dänemark und Schweden trennende Meerenge. An einer Seite der Statue findet ihr eine Auflistung aller Expeditionen von Knud Rasmussen. Auf der anderen Seite ist (auf Dänisch) ein Zitat des arktischen Entdeckers eingraviert: „Nur die Geister der Lüfte wissen, auf was ich hinter den Bergen treffe, aber ich treibe meine Hunde weiter vorwärts, weiter vorwärts, weiter vorwärts.”
Knud Rasmussens Haus in Hundested
Wenn ihr die Tour entlang der Küste bis hinauf in den charmanten Küstenort Hundested fortsetzt, kommt ihr an Knud Rasmussens Wohnhaus und Büro aus seiner Zeit in Dänemark vorbei. Heute ist es ein Museum über sein Leben und die sieben Expeditionen, an denen er teilgenommen hat.
Die Adresse ist folgende: Knud Rasmussensvej 9, 3390 Hundested
Knud Rasmussens Grabstätte auf dem Vestre Kirkegaard
Knud Rasmussen starb nach seiner Siebten Thule-Expedition in Kopenhagen. 1933 wurde er auf Skandinaviens größtem Friedhof, dem Vestre Kirkegaard, bestattet, den ihr während eures Aufenthaltes in Kopenhagen besuchen könnt.
Der Vestre Kirkegaard ist eine grüne Oase mit tausenden Bäumen, Blumen und Pflanzen sowie zwei wunderschönen Seen. Zum Friedhof gehört ein Abschnitt, der Grönland gewidmet ist, aber wenn ihr Knud Rasmussen einen Besuch abstatten möchtet, müsst ihr nach dem See Ausschau halten, der als „Det røde hav” (Das rote Meer) bekannt ist. Der Name geht auf eine Gruppe berühmter sozialdemokratischer Politiker (deshalb „rot”) zurück, die am Südufer des Sees nahe Knud Rasmussen begraben wurden. Einer von ihnen ist der frühere Premierminister Thorvald Stauning, der die ihm zugedachte Grabstätte der Familie Rasmussens spendete, damit der Polarforscher in Frieden ruhen konnte.
Knud Rasmussens Grabstein ist schlicht gehalten und doch sehr würdevoll: Der zwei Meter breite Stein ist direkt auf dem Gipfel eines kleinen Hügels platziert und überblickt den See, der von Fischen, Fröschen, Enten und Reihern wie auch Pflanzen und Bäumen besiedelt ist, die ihre Zweige ins Wasser tunken. Die Bänke direkt neben Knud Rasmussens Stein machen dies zu einem perfekten Ort für Besuchende, um die Natur und die Stille zu genießen, vielleicht bei der Lektüre eines der Grönlandabenteuer des arktischen Entdeckers.
Nicht weit von Kopenhagens berühmtestem Wahrzeichen entfernt, der Skulptur der Kleinen Meerjungfrau in Langelinie, geht ihr geradeaus weiter und passiert den Hafen Langelinie. Am Ende des Hafens trefft ihr auf drei Statuen mit einem starken Grönlandbezug.
Der Gedenkstein der Danmark-Expedition
1907 begaben sich die Wissenschaftler Niels Peter Høeg Hagen, Ludvig Mylius-Erichsen und Jørgen Brønlund auf eine Expedition, um zu beweisen, dass Grönland eine Insel war, um darüber den rechtmäßigen Anspruch zu erheben, dass es ausschließlich zu Dänemark gehörte. Diese Expedition ist als Danmark-Expedition bekannt. Da sie auf falsche Kartierungen des unerschlossenen Nordosten Grönlands angewiesen waren, gingen die drei Entdecker der Danmark-Expedition im Eis verloren, sie verschwanden auf tragische Weise.
Wenn ihr bis zum Ende des Hafens Langelinie lauft, findet ihr einen 3 Meter breiten Stein, der auf 5 Felsen mit Blick zur See platziert ist. Dies ist der Gedenkstein der Danmark-Expedition, der Høeg Hagen, Mylius-Erichsen und Brønlund auf einem Hundeschlitten in Grönland darstellt.
Ejnar Mikkelsen – Grönlands Entdecker hinter „Against the Ice”
Im kleinen Garten nicht weit entfernt von diesem wunderschönen Flachrelief findet ihr die Skulptur von einem weiteren Entdecker Grönlands – Ejnar Mikkelsen.
1909 verließ Ejnar Mikkelsen mit seiner sechsköpfigen Mannschaft auf dem Schiff Alabama Kopenhagen, um die Mysterien der Danmark-Expedition aufzuklären. Nach einer langen Reisen, die Island und die Färöer streifte, zeigten die unbekannten Gewässer vor Nordostgrönland seiner Expedition gegenüber keine Gnade: Das Schiff blieb im Eis von Nordostgrönland stecken, nicht weit entfernt von dem Punkt, an dem auch die Danmark-Expedition gescheitert war. Mikkelsen reiste über 300 km mit dem Hundeschlitten über Eis, gemeinsam mit dem Schiffsmechaniker Iver Iversen. Sie fanden die Leiche von Jørgen Brønlund und die Tagebücher mit kartografischen Skizzen der Danmark-Expedition, die entsprechend der Hoffnung der Danmark-Expedition bewiesen, dass Grönland eine Insel war. Als sie jedoch zurück zu ihrem Schiff kehrten, mussten sie feststellen, dass ihre Mannschaft sie verlassen hatte. Ejnar Mikkelsen und Iver Iversen überlebten zwei Jahre lang unter grausamen Bedingungen, sie erlitten Kälte, Erfrierungen und Hunger, aßen die Nahrung vorheriger Expeditionen und jagten. Beide wurden 1912 gerettet und als Helden begrüßt, als sie im Hafen von Kopenhagen eintrafen.
Ejnar Mikkelsen verfasste mehrere Bücher und Lebenserinnerungen und war Inspirationsquelle für den Netflix-Film „Against the Ice” mit Nikolaj Coster-Waldau in der Hauptrolle, der im Frühjahr 2022 seine Premiere feierte.
Holger Wederkinchs Eisbär mit Jungtieren
Lauft noch weiter über die Brücke, die den schmalen Kanal hinter dem Hafen Langelinie überquert, um nicht das grönländische Symbol schlechthin zu verpassen. Eine Eisbärin mit ihren Jungtieren steht dort direkt am Wasser. Die Statue ist eine Kopie aus Bronze des Bildhauers Holger Wederkinch (1886-1959), der für das Original 1929 beim Salon in Paris ausgezeichnet wurde. Wenn ihr den Kopf des Eisbären genau betrachtet, wird euch ein Loch auffallen. Tatsächlich schoss ein deutscher Soldat während des 2. Weltkriegs versehentlich auf ihn.
Der Christianshavns Torv sieht wie ein gewöhnlicher, geschäftiger Platz mit einer anschließenden Metrostation aus, wo viele Pendler eilen, um ihr endgültiges Ziel zu erreichen. Wenn ihr Zeit für eine kurze Pause habt, könnt ihr euch die Statuen anschauen, die als Grönland-Monument bekannt sind. Sie wurden vom dänischen Bildhauer Svend Rathsack aus rötlichem Granit geformt, nachdem er 1931 sechs Wochen in den arktischen Kolonien verbracht hatte. Das Grönland-Monument zeigt eine alltägliche Fischfangszene aus Grönland. Wenn ihr auf das weiße Gebäude schaut, sind links zwei grönländische Frauen zu sehen, die eine Robbe zerlegen und Fisch verarbeiten. Die gegenüberliegende Seite zeigt zwei Frauen in ihren Nationaltrachten beim Fischen von Ammassat (Kapelan) mit einem Netz. In der Mitte des Platzes überblickt ein Fänger die Szenerie, der vor seinem Kajak steht, einem der wirkmächtigsten Symbole Grönlands. Das Kajak ist tatsächlich eine grönländische Erfindung alter Tage, wurde zur Jagd in der arktischen See genutzt und steht als Symbol für Grönland. Aus diesem Grund nutzen viele Sprachen wie auch Deutsch heute das Wort „Kajak“ als Lehnwort, was vom grönländischen Wort „qajaq“ abstammt.
Das alte Speicherhaus, in welchem sich heute Nordatlantens Brygge befindet, ist Teil des alten Grönlandhafens. Über hunderte von Jahren wurden von hier aus Waren nach Grönland verschickt. Außerdem wurden hier große Mengen an grönländischen Produkten importiert. Von diesem Ort brachen Passagierschiffe zu ihrer Reise nach Grönland auf, bevor das Fliegen zum Reisestandard wurde.
Nordatlantens Brygge ist Sitz der isländischen Botschaft wie auch der Vertretungen von Grönland und den Färöern. Eine Reihe anderer Unternehmen und Organisationen mit starken Verbindungen zu den nordatlantischen Ländern haben hier ebenfalls ihre Büros.
Nordatlantens Brygge findet ihr, wenn ihr die Strandgade hinunterlauft oder wenn ihr die neue Fußgängerbrücke von Nyhavn aus überquert. Die Gegend ist sehr geschäftig, hier gibt es viele Bars und Cafés.
Wenn ihr an nordischer Gastronomie interessiert seid, ist es gut zu wissen, dass das Gebäude früher Zuhause des Restaurants Noma war – das mehrmals zum besten Restaurant der Welt gewählt wurde, zum letzten Mal 2021. In den selben Räumlichkeiten befindet sich heute das Restaurant Barr, das sich nordischen Craft Beers und Speisen verschrieben hat. Hinter Nordatlantens Brygge findet ihr auch Broens Gadekøkken, einen Gourmet-Streetfood-Markt, bei dem das Noma Mitbetreiber ist und auf dem die besten Restaurants der Stadt Streetfood anbieten. Im Winter gibt es hier auch eine Schlittschuhbahn mit einer Disko und urbaner Weihnachtsatmosphäre.
Adresse von Nordatlantens Brygge: Strandgade 91 www.bryggen.dk
Direkt vor Nordatlantens Brygge findet ihr das Arktische Institut. Das Institut wurde von zwei der bekanntesten Entdecker Grönlands gegründet, nämlich von Ejnar Mikkelsen und Eigil Knuth. Das Arktische Institut ist international dafür bekannt und geschätzt, Material von großem ethnographischen Wert aus Grönland zusammenzubringen – dazu zählen alte Texte, Landkarten, Fotografien und Filme.
Schon vor eurer Reise könnt ihr über diesen Link die Archive des Arktischen Instituts erkunden und Zugriff auf die Website bekommen, auf der ein Großteil der Materialien des Instituts digital hochgeladen sind. Zum Beispiel haben Nutzerinnen und Nutzer aus aller Welt freien Zugriff auf über 80.000 Fotografien von insgesamt 150.000, die sich im Archiv des Instituts befinden. Es empfiehlt sich aber sehr, zusätzlich dem Arktischen Institut vor Ort einen Besuch abzustatten, wenn ihr in Kopenhagen seid, um die Grönland betreffenden Materialien und die dortigen Ausstellungen sinnlich erleben zu können.
Die Adresse ist folgende: Strandgade 102, 1401 Kopenhagen www.arktiskebilleder.dk

Das Grönländische Haus ist eine kulturelle Institution, die jedem offen steht, um mehr über Grönland zu erfahren. Hier könnt ihr immer eine große Auswahl an Büchern über Grönland erwerben und ihr könnt häufig Ausstellungen grönländischer Künstlerinnen und Künstler sowie Gesprächsveranstaltungen zu Grönland erleben. Um das Programm einzusehen, könnt ihr www.sumut.dk besuchen.
Wenn ihr für Freunde und Familie ein arktisches Geschenk zu Weihnachten kaufen möchtet, lohnt es sich, den Weihnachtsmarkt des Grönländischen Hauses zu besuchen, der jedes Jahr im Dezember stattfindet. Hier findet ihr einzigartige Gegenstände von grönländischen Künstlern und Handwerkern.
Für Reisende, die während ihres Aufenthaltes in Kopenhagen eine Kostprobe Grönlands wünschen, serviert Ajamats Café im Grönländischen Haus jeden Dienstag von 12:00 bis 14:00 authentisches grönländisches Essen.
Kalaallit Illuutaat – das Grönländische Haus in Kopenhagen liegt in der Løvstræde 8.
Wenn ihr euch für Grönlands unglaubliche Geologie interessiert, wird euch das Geologische Museum in Kopenhagen nicht enttäuschen. Hier lernt ihr viele Fakten über Grönland, die selbst einen professionellen Geologen überraschen würden. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Grönland sich vor 4 Milliarden Jahren, bevor es sich zu seiner jetzigen Position verschob, in der südlichen Hemisphäre befand? Solltet ihr euch für Fossilien begeistern – oder gerne mehr über sie lernen wollen – wird euch das Museum mit mehr als zwei Millionen Jahre alten Funden überraschen, die uns viel über den Klimawandel während der Geschichte unseres Planeten erzählen können. Darunter befindet sich ein absolutes Highlight direkt beim Haupteingang von Kopenhagens Geologischem Museum. Es ist der drittgrößte Meteorit der Welt, der 20 Tonnen schwere Meteorit Agpalilik, Teil des Meteoriten vom Cape York. Der Meteorit wurde 1963 in Grönland nahe Cape York in der Thule-Gegend gefunden, seine Existenz war aber bereits viele Jahre zuvor bekannt. Die Wissenschaftler hatten tatsächlich schon gewusst, dass Inuit den Meteoriten genutzt hatten, um Harpunen, Messer und andere Jagdwerkzeuge daraus zu formen. Mithilfe Einheimischer hatten sie bereits 1894 erste Relikte gefunden. Unter anderem gehörte der Däne Per Kirkeby – ein leidenschaftlicher Entdecker und Maler Grönlands – zum Expeditionsteam, das Agpalilik bergen konnte. Das Geologische Museum liegt auf der Nørre Voldgade an der Ecke zum Botanischen Garten und gegenüber vom Staatlichen Kunstmuseum.
Wenn ihr in Kopenhagen seid, solltet ihr nicht das Nationalmuseum von Dänemark verpassen. Hier findet ihr eine Reihe einzigartiger archäologischer und historischer Gegenstände aus Grönland, die euch Geschichten aus Grönland von seiner Frühzeit bis heute erzählen. Ihr findet das Nationalmuseum in der Ny Vestergade im Stadtzentrum, nahe des Rathauses und des Vergnügungsparks Tivoli.
Bei „Inuitten” findet ihr eine Menge lustiger Dinge aus Grönland – von Teddy-Eisbären über grönländischen Schmuck aus Rentierknochen und Trinkwasser aus dem Inlandeis.
Adresse: Amager Boulevard 131, 2300 Amagerbro www.inuitten.dk
Die dänische königliche Familie hatte schon immer eine enge Beziehung zu Grönland, die in vielen der Paläste und Schlösser in Kopenhagen sichtbar ist, die für Besucher offen zugänglich sind. Findet hier heraus, wo ihr Grönland in Kopenhagens Schlössern und Palästen entdecken könnt.
Schloss Christiansborg – Grönland in den Kunstsammlungen der königlichen Familie Dänemarks
Die königlichen Repräsentationsräume auf Schloss Christiansborg stehen für Besucher offen und werden von der königlichen Familie weiterhin zu offiziellen Anlässen genutzt. Damit ist Christiansborg einer der wenigen aktiv genutzten königlichen Paläste in der Welt, zu dem Besucher Zutritt haben. Hier sehr ihr wunderschöne Kunstwerke und Wandteppiche, die seit Jahrhunderten im Besitz der königlichen Familie sind und auf vielen von ihnen werdet ihr Spuren von Grönland erkennen. Grönland wird auch im königlichen Wappen von Dänemark repräsentiert, auf dem ein aufgerichteter Eisbär seine Feinde anbrüllt. Das erste Wappen mit Grönlands Eisbären geht auf 1665 zurück, ihr werdet auf Christiansborg aber auch moderne Neuinterpretationen auf einigen der wunderschönen Wandteppiche des zeitgenössischen Künstlers Bjørn Nørgaard finden.
Borgen – von Christiansborg nach Grönland
Christiansborg ist aber nicht nur königliches Schloss, sondern auch der Sitz des dänischen Parlaments und Spielort der Netflix-Hitserie Borgen – Gefährliche Seilschaften, die sowohl in Kopenhagen als auch in Grönland gedreht wurde. Wenn ihr auf den Pfaden von Borgen wandeln möchtet, könnt ihr euch auf einer kostenlosen, geführten Tour durch das dänische Parlament hinter die Kulissen begeben oder auch an einer Borgen-Thementour durch die Stadt mit Nordic Noir Tours teilnehmen und anschließend Birgitte Nyborg nach Grönland folgen. Die neue Staffel wird auf Netflix im späten Frühjahr 2022 verfügbar sein.
Schloss Rosenborg – Grönländische Narwale für einen Königsthron
Rosenborg ist mit seinem märchenhaften Design und der Lage innerhalb des königlichen Gartens im Stadtzentrum das wahrscheinlich charmanteste Schloss in Kopenhagen.
Das Marmorzimmer ist einer der sonderbarsten Räume, der Besuchern innerhalb des Schlosses zugänglich ist, seit 1670 ist es fast unzerstört geblieben. Wenn ihr nach oben schaut, könnt ihr Grönlands Eisbären im Deckenschmuck erkennen, direkt neben dem Fenster rechts.
Im Rittersaal seht ihr zwei Krönungsstühle aus dem 17. Jahrhundert. Um seinem Thron einen eindrucksvollen Anblick zu verleihen, ließ der König ihn mit Hörnern des Einhorns dekorieren. Tatsächlich waren diese Hörner Stoßzähne von Narwalen, einer sehr seltenen Walart, die in Grönlands unzugänglichsten Gewässern gesichtet werden. Seit der Wikingerzeit glaubte man, dass der Stoßzahn eines Narwals magische Kräfte besaß und er wurde für mehrere königliche Relikte verwendet, die in Schloss Rosenborg zu sehen sind.
Schloss Amalienborg – Ein Eisbär für die Gemächer des Königs
Amalienborg ist die Residenz der dänischen königlichen Familie, die weiterhin genutzt wird. Sie befindet sich an Kopenhagens Wasserseite. Jeden Tag um 12 Uhr könnt ihr hier die Wachablösung der Königlichen Leibgarde beobachten und außerdem einen der vier Paläste besichtigen. Direkt neben der Residenz der Königin liegt das Amalienborgmuseum, wo ihr euch anschauen könnt, wie dänische Könige und Königinnen früher lebten. Im Museum werdet ihr auch ein Eisbärenfell entdecken, das sich in den Gemächern von König Friedrich (dän. Frederik) VIII. befindet, welche 1860 im Stile der Neorenaissance eingerichtet wurden. Eisbären wurden vom König als Symbol des grönländischen Wappens gehalten und der, den ihr im Museum seht, war ein Geschenk Ihrer Majestät Königin Margrethe.
Rathaus von Kopenhagen – Eisbären und Walrosse
Das Rathaus von Kopenhagen wurde 1905 von Martin Nyrop gestaltet und zeigt dänische Flora und viele Meereskreaturen: Fische, Krebse, Seesterne – wie auch Meerjungfrauen und Wassermänner. Am hinteren Eingangstor des Rathauses und auf dem Dach findet ihr Walrosse und Eisbären. Als er in einem Interview 1898 nach ihnen gefragt wurde, erklärte Nyrop, dass seitdem das Königreich Dänemark in den Nordatlantik expandierte, grönländische Spezies zur Abwechslung genau so ornamental sein konnten wie Löwen und Sphinxe.
Zum Kopenhagener Zoo gehört ein 3.100 m2 großes Areal für Eisbären, das als Arktischer Ring bekannt ist. Der Arktische Ring wurde als Nachbildung einer grönländischen Sommerlandschaft mit den gleichen Felsformationen und der entsprechenden Flora und mit zwei großen Becken gestaltet, in denen die Bären schwimmen können. Beginnt eure Erkundung im Außenbereich, wo ihr die Eisbären in der grönländischen Landschaft in nur ein paar Metern Entfernung sitzend oder auf dem Felsen liegend beobachten könnt. Lauft weiter, wo euch eine Rampe nach unten führt und ihr die Gelegenheit bekommt, den Ausblick auf die schwimmenden und im Becken spielenden Eisbären durch die gläserne Beckenwand oder durch den 8 Meter langen Unterwassertunnel hindurch zu genießen.
Warum ist Dänemark, klein und flach wie ein Pfannkuchen, so eng mit Grönland, dem Land aus Schnee, Eis und Bergen, verbunden? Wenn ihr mehr über die politischen, königlichen und kulturellen Verbindungen zwischen Dänemark und Grönland erfahren möchtet, wie auch über den arktischen Handel, dann nehmt doch an einer geführten Tour zu Fuß von Copenhagen This Way teil.
Die Tour startet in der schönen Gegend von Christianshavn, von wo aus viele Handelsschiffe Richtung Grönland segelten. Entlang des Hafens werdet ihr Geschichten über den Wikingerentdecker Erik den Roten sowie die Beschreibung Kopenhagens durch die beiden Grönländer Poq und Qiperoq hören, die 1724 die Hauptstadt besuchten. New Nordic Food, für das Kopenhagens Gastro-Szene bekannt ist, hat auch grönländische Einflüsse. Auf dieser Tour werdet ihr eine Kostprobe von „Kvan”, auch als Heiliggeistwurzel benannt, erhalten – eine einzigartige Spezialität.
Kajaktouren in den Kanälen von Kopenhagen mit Kayak Republic
Das Kajak ist eines der wichtigsten kulturellen Symbole Grönlands und wird seit über 4.000 Jahren als Transportmittel und Jagdgerät genutzt. Überall in Grönland trefft ihr auf Kajaks und vielleicht wollt ihr euch selbst auch auf ein Paddelabenteuer in der Arktis mit einer Übungsstunde in Kopenhagen vorbereiten. Mit ihren sauberen, pittoresken Kanälen ist die dänische Hauptstadt der perfekte Ort, um die Balance auf dem Wasser zu trainieren und das mit Sightseeing oder sogar mit einer Reinigung der Gewässer zu kombinieren.
Die Kayak Bar ist ein schwimmendes Restaurant mit Live-Musik, köstlichem Fisch und Meeresfrüchten und einer entspannten Strandbaratmosphäre im Zentrum von Kopenhagen. Von hier aus könnt ihr an Kajak-Sightseeing-Touren durch die Kanäle teilnehmen oder ein Kajak mieten – sowohl Seekajaks als auch Sit-on-Top-Kajaks für weniger erfahrene Paddler – wenn ihr lieber auf eigene Faust paddelt.
Das Meer sauber halten und die Kanäle in einem Tandem-Kajak von Green Kayak erkunden
Wenn ihr gerne mitanpacken möchtet, um die Ozeane sauber zu halten, könnt ihr eine Tour mit GreenKayak buchen. GreenKayak ist eine in Kopenhagen ansässige NGO, die Tandem-Kajaks an Freiwillige verleiht, die bereit sind, am Kampf gegen die Umweltverschmutzung teilzunehmen. Alles was ihr tun müsst, ist die Buchung eines der grünen Kajaks, die an verschiedenen Punkten an den Kopenhagener Kanälen anliegen, und das Plastik aufsammeln, das ihr im Gewässer findet, während ihr auf Sightseeing seid. Die Anerkennung der Einheimischen und ein unvergessliches Erlebnis sind euch garantiert.
In Kopenhagen gibt es viele Veranstaltungen mit Grönlandbezug. Hier sind zwei gelistet, die ihr unbedingt besuchen solltet, wenn sich die Gelegenheit ergibt:
Grönland im Tivoli Seit über 40 Jahren ist es für Grönländerinnen und Grönländer und jeden mit einer Verbindung zu Grönland Tradition, sich im Tivoli, dem ältesten Freizeitpark der Welt, zusammenzufinden. Grönlands größtes kulturelles Event außerhalb des Landes ist ein zweitägiges Festival voller Lebensfreude, wo man die Gelegenheit hat, Musik und Speisen aus Grönland zu probieren, grönländische Kunst und Kunsthandwerk zu erwerben. Es findet üblicherweise jedes Jahr am 31. Juli und 1. August statt – ihr solltet es nicht verpassen!
Arktisk Festival Das Arktisk Festival findet in Nordatlantens Brygge und im Arktischen Institut statt und feiert die westnordischen Kulturen Grönlands, Islands und der Färöer. Das Programm während dieses Wochenendes ist sehr vielfältig und beinhaltet Vorträge von Experten aus den Bereichen Tourismus, Kultur, Geologie, Kunst, Musik und Tanz. Es findet üblicherweise am letzten Wochenende im Oktober statt.
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Artikel
Visit Greenland
Beitragende
Giuseppe Liverino
Grönland ist heute selbstregiert und autonomes Gebiet innerhalb des Königreiches Dänemark. Ihre Majestät König Frederik X. ist repräsentierendes Staatsoberhaupt, die Regierung unterliegt dem System der Parlamentarischen Demokratie. Seit 1979 hat Grönland eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament. Auch wenn Grönland geografisch Teil Nordamerikas ist, gehört es politisch zu Europa und ein großer Teil seiner Geschichte ist von den engen Verbindungen zu Dänemark beeinflusst.
Grönland hat das Recht, sich unabhängig zu erklären. In Grönlands Gesetzgebung zur Selvstyre („Selbstverwaltung“), die 2009 von Dänemark und Grönland erlassen wurde, werden die Grönländerinnen und Grönländer als ein Volk oder als eine Nation anerkannt, die das Recht auf Selbstbestimmung hat, wozu auch die Möglichkeit der Unabhängigkeit gehört. Während anerkannt wird, dass ein Großteil der grönländischen Bevölkerung Unabhängigkeit bevorzugt, sind die Meinungen und Strategien, wie dieser Status zu erlangen ist, sehr verschieden – nicht zuletzt bezüglich der Budgetverantwortung.
Grönlands Kolonialgeschichte beginnt mit dem norwegischen Pastor Hans Egede, der 1721 anlandete, um im Land Missionen aufzubauen. Bis 1953 war Grönland eine Kolonie, als Dänemark einseitig den Status zu einer Provinz innerhalb des Königreiches Dänemark änderte. Diese Veränderung der Staatsform markierte den Beginn einer modernen Gesellschaft in Grönland und von diesem Zeitpunkt an bis 1979 kämpften die Grönländerinnen und Grönländer dafür, mehr Autonomierechte zugesprochen zu bekommen. Dieser Kampf verstärkte sich in den 1970ern und führte zur Einführung von Grönlands Autonomierechten (der Hjemmestyre oder „Heimverwaltung“) 1979.
Mit der Einführung der Hjemmestyre 1979 wurde Grönlands erste Regierung namens Landsstyret (dän. für „die Landesregierung“) eingesetzt, die seit der Einführung der Selvstyre 2009 den offiziellen Namen Naalakkersuisut trägt. Diese Regierung ist zur Führung und Gesetzgebung für nahezu alle Verwaltungsbereiche berechtigt. Zur gleichen Zeit wurde dem vorherigen Rat der Provinz der Titel Parlament oder Landsting verliehen (seit 2009 heißt es Inatsisartut, was auf Grönländisch „diejenigen, welche die Gesetze erlassen” bedeutet).
In den folgenden Jahrzehnten übernahm Grönlands Autonomieregierung die eigenständige Verwaltung von Ressorts wie Gesundheit, Bildung, Steuern, Infrastruktur, Wirtschaft, Innenpolitik, Landschaftsplanung, soziale Angelegenheiten und Wohnpolitik, die vorher vom dänischen Staat verwaltet wurden. Nächstes Ziel Grönlands wurde es, den Einfluss auf die eigene Situation zu stärken und dies insbesondere in Bezug auf die großen Mineralvorkommen im grönländischen Boden auszuweiten. Die historische und kulturelle Verbindung zwischen Volk und Land bezüglich dessen, was unter der Erdoberfläche liegt, ist eine sehr wichtige. Weitere Ziele für die Zukunft beinhalten eine weitreichendere Zuständigkeit für die eigene Justiz, wozu die Polizei und die Gerichte zählen.
In einem im November 2008 durchgeführten Referendum votierten 75% der Wähler für eine umfassendere Autonomieverordnung. Dies führte zur Einführung der grönländischen Selbstregierung (Selvstyre oder „Selbstverwaltung“) ab dem 21. Juni 2009 (Grönlands Nationalfeiertag). Zusätzlich zur Kontrolle über Rohstoffabbau und natürliche Ressourcen wurde Grönland das Recht zugesprochen, selbstständig andere Ressorts zu verwalten. Grönländische Behörden verwalten heute die meisten inneren Angelegenheiten, erlassen die entsprechenden Gesetze und tragen die volle finanzielle Verantwortung in diesen übernommenen Bereichen.
Grönland hat nun die Zuständigkeit über eine Vielzahl an Verwaltungsgebieten übernommen, wobei das Justizwesen die größte Ausnahme darstellt. Außenpolitik, Verteidigung und nationale Sicherheit, Rechts- und Justizwesen und das Währungssystem sind Ressorts, die nach dem Übereinkommen zur Selbstregierung unter dänischer Zuständigkeit verbleiben. Die Itilleq-Erklärung von 2003 garantiert aber, dass Grönland in Angelegenheiten, die dem Interesse des Landes unterliegen, angehört werden muss. Außerdem kann Grönland in diesen Angelegenheiten auch die Verhandlungen übernehmen und mit anderen Nationen Vereinbarungen treffen.
Der isländische Jurist Gudmundur Alfredsson vertritt die These, dass die Eingliederung Grönlands an Dänemark 1953 ohne demokratische und gesetzliche Grundlage durchgeführt wurde, womit Grönland auf Grundlage politischer Dekolonialisierung das Recht auf Selbstbestimmung hätte.
Grönlands ökonomische Haupteinnahmequelle ist die Fischerei. Andere bedeutend zur grönländischen Wirtschaft beitragende Sektoren sind Rohstoffe, Energie und Tourismus. Der dänische Staat gewährt Grönland einen allgemeinen jährlichen Zuschuss, um die Kosten zu decken, die aus den Gebieten entstehen, die von Grönlands Regierung übernommen wurden. Mit der Selvstyre wurde der Zuschussbetrag aber eingefroren und an das dänische Inflationsniveau angepasst. Das bedeutet, dass der Zuschuss nicht steigen wird, wenn Grönland weitere Gebiete übernimmt, die bisher von Dänemark verwaltet werden. Zusätzlich finanziert Dänemark das Justizwesen inklusive Polizei, Gerichten und Justizvollzugsanstalten, da sie weiterhin in dänischer Zuständigkeit liegen.
Durch seine Verbindung zu Dänemark war Grönland Teil der Europäischen Union, bis es diese nach einem Referendum 1982 verlassen hat. 1985 erlangte es den Status eines Überseegebietes (OCT).
Grönland erhält zudem von der Europäischen Union eine jährliche Unterstützung von etwas über 30 Millionen EUR, was historisch damit zusammenhängt, dass Grönland EU-Fischereibetrieben die Erlaubnis erteilte, in grönländischen Gewässern zu fischen. Von 2021–2027 werden 225 Millionen EUR für Grönland in Form einer bilateralen Programmförderung zur Langzeitentwicklung Grönlands bereitgestellt. 90% der Förderung fokussieren auf den Bildungssektor, während 10% ein neues Gebiet des grünen Wachstums (Green Growth) anvisieren, welches Energie, Produktion von Wasserstoff, Biodiversität, Klima und Forschung abdeckt. Weitere Informationen findet ihr auf der Website der grönländischen Regierung.
Laut dänischer Verfassung ist die dänische Regierung für alle Auslandsangelegenheiten und Sicherheitsthemen im Königreich Dänemark zuständig. Die dänische Regierung und Naalakkersuisut sollen in internationalen Angelegenheiten kooperieren, wie es in Kapitel 4 der Selvstyre-Verordnung im Hinblick auf die Wahrung der Interessen Grönlands wie auch des gesamten Königreiches Dänemark festgelegt ist. Während diese in Kraft ist, übernimmt die grönländische Regierung eine aktive politische Rolle in Fragen zu internationalen Beziehungen und zur Sicherheitspolitik. Die dänische Regierung muss in enger, respektvoller und gleichberechtigter Kooperation Grönland in Themen einbeziehen, die sich im weiteren Sinne auf Grönland und die Arktis beziehen. Seit der Einführung des Autonomiestatus (zunächst der Hjemmestyre 1979 und dann der Selvstyre 2009) arbeitet die dänische Regierung mit der grönländischen Regierung auf den strategischen Feldern zusammen, die von grönländischem Interesse sind. Des Weiteren ist es durch Artikel 12 der Selvstyre-Verordnung für Grönland möglich, in internationale Vereinbarungen einzutreten und Verhandlungen zu übernehmen, die ausschließlich vollständig von Grönland verantwortete Gebiete betreffen.
2021 wurde außerdem ein Komitee zum Austausch über Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zwischen Dänemark, Grönland und den Färöern eingerichtet, um anzuerkennen, dass Außenpolitik, Sicherheits- und Verteidigungspolitik gemeinsame Angelegenheiten sind und dass der Wunsch nach einer engen, respektvollen und gleichberechtigten Kooperation strukturierten Informationsaustausch, Koordination und Dialog benötigt.
Entsprechend seiner aktiven Strategie in Fragen der Außenpolitik kooperiert Grönland offiziell mit dem Nordischen Rat, dem Arktischen Rat, in der UN, der WTO und der EU. Zu den messbaren Erfolgen gehört es dabei, ein assoziiertes Mitglied im Nordic Council zu sein,North Atlantic Kooperation und aktiv am Austausch mit den Inuitvölkern der zirkumpolaren Region durch die Inuit Circumpolar Conference (ICC) teilzunehmen. Zusätzlich unterhält Grönland bilaterale Vereinbarungen mit mehreren Ländern.
Seit der Autonomie (Hjemmestyre 1979) wurde der grönländischen Regierung die Erlaubnis erteilt, Vertretungen oder Botschaften dort zu etablieren, wo Grönland besondere Wirtschaftsinteressen unterhält. Aktuell gibt es Vertretungen in Kopenhagen, Washington DC, Brüssel, Reykjavik und Peking.

Da Grönland (wie auch die Färöer) Teil des Königreiches Dänemark ist, besteht keine unabhängige Mitgliedschaft in der NATO. Als Teil des Königreiches Dänemark wird Grönland automatisch vom Nordatlantikpakt abgedeckt, da Dänemark 1949 beitrat. Bei seinem Eintritt verhandelte Dänemark militärische Einschränkungen, zu denen es gehörte, keine Militärbasen, keine atomaren Sprengköpfe und keine Militäraktivitäten der Alliierten auf dänischem Gebiet zu erlauben. Dies wurde ab 1953 mit Ausnahme von Grönland umgesetzt, wo eine durchgehende Stationierung US-amerikanischer Streitkräfte in Friedenszeiten akzeptiert wurde. Später fand man heraus, dass die Amerikaner während des Kalten Krieges eine nukleare Präsenz in Grönland hatten, der von der dänischen Regierung stillschweigend zugestimmt worden war. Dies geschah teilweise aufgrund des umstrittenen Artikel X des Grönlandvertrages, der während des 2. Weltkrieges vom Botschafter Henrik Kauffman unterzeichnet wurde. Kauffman vertrat das freie und unabhängige Dänemark während der Besatzungszeit und die Ereignisse um den Grönlandvertrag stehen im Fokus des Films Unser Mann in Amerika.
Im Oktober 2020 unterzeichnete das Maritime Command der NATO offiziell eine Vereinbarung mit dem Danish Joint Arctic Command (JACO), welches die Bedeutung der maritimen Sicherheit und der Zusammenarbeit auf operativer Ebene zwischen den beiden Einheiten anerkennt.
Grönland wurde über die Jahre immer wieder von Souveränitäts- und Grenzkonflikten heimgesucht. Mal handelte es sich um kartografische Streitigkeiten, an anderer Stelle auch um die konkrete Besetzung des Landes. Zu den bemerkenswertesten Auseinandersetzungen zählen folgende:

Artikel von Tanny Por
Der Grönlandwal kann nicht nur damit angeben, in der 4. Staffel von Borgen – Gefährliche Seilschaften mitzuspielen. Er ist außerdem auch noch der bestgepolsterte Bartenwal der Welt und war bereits vom Aussterben bedroht. Aufgrund des Rückgangs des kommerziellen Walfangs und der günstigen Lebensbedingungen um Grönland hat er sich aber auf einen arterhaltenden Bestand zurückgekämpft. In vielerlei Hinsicht ist er damit ein wahrer Walkämpfer.

Borgen – Macht und Ruhm

Solltet ihr die Anfangsszene der neuen Staffel von Borgen – Macht und Ruhm gesehen haben, dann ist euch bestimmt auch der Wal aufgefallen, ein Grönlandwal, mit dessen Zerlegen die Szene beginnt. Walfang hat in Grönland eine uralte Tradition und ist fest in der einheimischen Fängerkultur verankert. Mit der Landung eines Wals versammelt sich die Gemeinschaft, Fänger und Bewohner der Siedlung treffen zusammen, wie es die Szene in Borgen zeigt. Walfleisch ist für die Inuit in Grönland immer eine zentrale Nahrungsquelle gewesen, ohne dass es die Jagd der Einheimischen war, welche die Bestände gefährdete. In Grönland ist es den einheimischen Fängern seit 2008 genehmigt, zwei Individuen pro Jahr zu jagen, wobei es aber keine große Tradition für den Verzehr des Grönlandwals gibt. Deshalb wird die jährliche Fangquote häufig aufs nächste Jahr übertragen. Grönlandwale schmecken nicht so gut wie andere Walarten, wie z.B. Minkwale, Finnwale oder Buckelwale, die häufiger in der lokalen Speisekultur aufzufinden sind. Als Hundefutter für die Schlittenhunde ist das Fleisch aber von Bedeutung.
Warum werden in Grönland Wale gejagt – sind sie essbar?
Die Inuitkulturen in Grönland waren seit den ersten Einwanderungen via Thule vor 4.000 bis 5.000 Jahren von den natürlichen Ressourcen in Form von Fisch, Vögeln, Land- und Meeressäugetieren abhängig. Historisch haben Meeressäugetiere daher eine zentrale Rolle in der Ernährungsweise gespielt, da es sich um die Bevölkerung in einem Land handelt, dessen Boden nur sehr begrenzt für Landwirtschaft genutzt werden kann.
Werden Walprodukte heutzutage verwendet?
Die für die Landwirtschaft geeigneten Flächen sind in Grönland nicht größer geworden und die meisten Nahrungsmittel werden weiterhin via Schiff importiert. Deshalb bleiben die einheimischen Nahrungsquellen, zu denen das Walfleisch zählt, weiterhin zentrale und beliebte Teile der Esskultur in Grönland.
Welche Produkte werden aus Wal hergestellt?
Die Inuitkulturen schafften es über viele Generationen hinweg, einzigartige Produkte aus Materialien wie u.a. ihren Beutetieren herzustellen und diese weiterzuentwickeln. Dazu zählen das Kajak, Ulo (Frauenmesser), Umiaq (Frauenboot), Specksteinlampe, Harpune und Vogelspeer sowie Fell- und Lederkleidung von hoher Qualität. Dafür werden Teile des Wales wie seine massigen Knochen, die langen Kieferknochen, Barten und der Speck verwendet, der in den Specksteinlampen als Licht verbrannt wird oder als Wärmequelle in Zelten und Torfhütten dient.
Geht man in Grönland weiterhin auf die Jagd?
Bis zum heutigen Tag fangen viele Kinder weiterhin ihr erstes Schneehuhn oder ihre erste Robbe, wenn sie erst im jüngeren Schulalter sind. Der erste eigene Fang ist eine große Angelegenheit und wird ähnlich wie ein Geburtstag gefeiert. Dazu werden dann Nachbarn und Familie zu einem Kaffemik (dem traditionellen Zusammensein im grönländischen Zuhause) eingeladen. Die Jagd auf die größeren Wale wie z.B. Buckelwal, Minkwal oder Finnwal ist ausschließlich den Berufsjägern mit entsprechender Lizenz vorbehalten. Sie verkaufen das Fleisch anschließend weiter. Alle diese drei Walarten sind in Grönland weiterhin als Speisen sehr beliebt.
Wirkt sich der Klimawandel auf den Walfang aus?
Das Eisfischen in Nordgrönland unterliegt stark den Auswirkungen der Klimaveränderungen, die bereits zu kürzeren Eisperioden, einer deutlichen Verdünnung des Eises oder sogar dem Ausbleiben des Eises im Winter und zu viel unbeständigerem Wetter geführt haben. Dies führt zu neuen Herausforderungen der Fänger und verändertem Verhalten auf dem Eis, beim Eisfischen, Robbenfang und auch beim Walfang.

Der Grönlandwal ist der einzige in Grönland überwinternde Bartenwal und muss dafür ganz schön stark sein. Er ist nicht besonders lang, aber gut gepolstert. Tatsächlich trägt er mit bis zu 50-60 cm die dickste Speckschicht der Welt um sich. Ziemlich beeindruckend ist das und es braucht eine große Menge an Krebstieren zwischen seinen Barten, um eine solche Speckschicht aufzubauen – faktisch 3-4 Tonnen Schalentiere pro Tag. Und die dicke Speckschicht ist unentbehrlich, da sie gewährleistet, dass sich der Wal das ganze Jahr über in der eiskalten grönländischen See warmhalten kann.
Die besonders kompakte Gestalt des Grönlandwals mit dem unglaublich großen und massigen Kopf ist nützlich für einen, der sein Leben im Gebiet voller Meereis verbringt. Nach maximal einer Stunde unter Wasser kann er sich mit seinem Körper durch bis zu 1 Meter dickes Meereis stoßen. Und er ist bei weitem nicht nur stark, sondern kann auch weit über 100 Jahre alt werden. Das Rekordalter eines Individuums wurde auf 211 Jahre bestimmt, womit er die älteste Säugetierart der Welt repräsentiert.
Gleichzeitig war es aber auch diese dicke Speckschicht, die den Grönlandwal an den Rand des Aussterbens gebracht hatte. Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war er in den grönländischen Gewässern der am meisten begehrte Wal im kommerziellen Walfang. Die dicke Speckschicht jedes gefangenen Individuums sicherte einen hohen Ertrag, sie wurde zerkleinert und dann ausgekocht. Danach wurde das sogenannte Polar- oder Fischöl aus Grönland ausgeschifft und als Lampenöl in Straßenlaternen verwendet. Damit sicherte der Grönlandwal ein paar hundert Jahre lang die Beleuchtung in europäischen Straßen, was aber den Bestand der Tiere in Grönland massiv gefährdete. 1938 wurde er als weltweit erste große Wildtierart unter Schutz gestellt und seit den 1990er-Jahren kann man beobachten, wie der grönländische Bestand wieder zunimmt. In Westgrönland findet man ihn von Sisimiut aufwärts in Richtung Norden bis ins Nordmeer bei Qaanaaq vor. Besonders in der Diskobucht versammeln sich viele Wale zur Nahrungssuche, da es in der Gegend um das UNESCO-Welterbe Ilulissat-Eisfjord günstige Nahrungsquellen gibt. Es sind die großen Mengen an Eisschollen und Eisbergen in der Diskobucht, die vom schnellsten Gletscher der Welt, dem Sermeq Kujalleq (Ilulissat-Gletscher), kalben und die viele Nährstoffe an das Meerwasser abgeben und die hohe Dichte an Zooplankton sichern. In Ostgrönland gibt es zusätzlich eine kleinere Population an Grönlandwalen.
Grund für die nun wieder steigenden Bestände der Grönlandwale ist die nun festgesetzte jährliche Quote von 2 Individuen in Grönland, die im Zeitraum zwischen dem 1. März und 31. Dezember gejagt werden darf. Diese Quote darf ausschließlich von grönländischen Fängern ausgeschöpft werden und gilt in erster Linie für registrierte Schiffe, die in der Diskobucht beheimatet sind. Seit über 20 Jahren teilen die Fänger aus der Diskobucht darüber hinaus ihr umfangreiches Wissen über die Gewässer und die starken Lebewesen darinnen. Sie helfen in der sogenannten Forscher-Fänger-Zusammenarbeit der Wissenschaft dabei, Grönlandwale zu markieren, um mehr über die Verbreitung und Lebensweise der Wale zu erfahren. Die heutige Jagd auf den Grönlandwal ist daher nicht mehr in größerem Sinne kommerziell. Sie entspricht vielmehr einem kulturellen Walfang nach traditionellen Methoden.
Weitere Informationen zu Walfangquoten in Grönland findet ihr hier

Artikel von Hlif Ivy Linnetved
Die Angestellten in Grönlands Versorgungsunternehmen Nukissiorfiit arbeiten jeden Tag daran, dass die Bewohnerinnen und Bewohner überall im Land Zugang zur lebensnotwendigen Energie, zu Wasser und Wärme haben.
Wird das Wasser in einigen Teilen Grönlands per Hand in die Häuser geliefert? Wird das geschmolzene Eis, tatsächlich als Trinkwasser genutzt? In diesem Artikel findet ihr alle Antworten auf diese Fragen!
Der Text geht unten weiter…
Niels Heilmann springt in einer schnellen Bewegung vom großen LKW und grüßt die beiden Spaziergänger, die seinen Weg kreuzen. Er schlägt die Tür des LKWs hinter sich zu und geht zur Rückseite des Fahrzeugs, wo er die Wasserleitung ausrollt, die Wasserpumpe anwirft und damit beginnt, den Wassertank zu befüllen.
Niels Heilmann arbeitet als Fahrer für Nukissiorfiits Wasserversorgungsabteilung, wo er Wasser an die Häuser und Institutionen in Ilulissat liefert, die nicht an die Hauptwasserleitung der Stadt angebunden sind. Die nicht an die Hauptleitung von Grönlands drittgrößter Stadt angekoppelten Haushalte sind somit auf Niels und seine Kollegen angewiesen, die sicherstellen, dass sie Wasser zur Verfügung haben: „Das Wasser steht nicht still. Es ist egal, wer die Arbeit macht, es muss nur geliefert werden”, erklärt er. Niels Heilmann begann 1998 als Lehrling bei Nukissiorfiit und ging 2008 in die Abteilung für Wasserversorgung. Mittlerweile ist er Vorarbeiter für die Fahrer, welche die Wassertransporte in der Stadt übernehmen. Da er jeden Tag mehrere Stunden umherfährt, um Wasser an die Bewohner von Ilulissat auszuteilen, ist er unter den Anwohnern hier sehr bekannt. Sie zeigen das mit einem Lächeln oder einem Gruß, wenn sie ihm auf ihren Wegen begegnen.
Würden Sie gerne die Stadt besuchen, in der Niels ist?
Als Grönlands Versorgungsunternehmen trägt Nukissiorfiit die Verantwortung dafür, Strom, Wasser und Wärme in 17 Städte und 53 Siedlungen in Grönland zu bringen – Städte und Siedlungen, die sich über riesige geografische Abstände verstreuen und oft von ihrem Umfeld völlig isoliert sind.
Die großen Abstände schaffen einige sehr spezielle Herausforderungen, wenn es darum geht, die Versorgung des Großteils der gut 56.000 Bewohner umfassenden Bevölkerung Grönlands mit Strom, Wasser und Wärme zu sichern. U.a. haben im Großen und Ganzen alle Städte und Siedlungen in Grönland ihr eigenes, in sich geschlossenes Versorgungssystem, da es aufgrund der eingeschränkten Infrastruktur nicht möglich ist, ein Stromnetz von einer Stadt in die andere zu führen.
Eine der Städte, in die Nukissiorfiit Strom, Wasser und Wärme liefert, ist Uummannaq in Nordgrönland. Hier arbeitet Zontikko Tobiassen. Sie ist Vorarbeiterin des städtischen Wasserwerks. Ihre Arbeit besteht in der Sicherstellung, dass alle Bewohnerinnen, Bewohner und Institutionen in Uummannaq jeden Tag sauberes Wasser zur Verfügung haben. Dafür entnimmt sie regelmäßig Wasserproben: „Unsere Arbeit ist für die Stadt am wichtigsten. Auch in Bezug auf die Fabrik, das Gesundheitswesen und die Menschen, für die wir arbeiten”, berichtet sie. Zontikko Tobiassen ist in Uummannaq geboren und hat den Großteil ihres Lebens hier verbracht.
Möchten Sie die Stadt besuchen, in der sich Zontikko befindet?
Die von Nukissiorfiit durchgeführten Arbeitsabläufe, um die Versorgung in ganz Grönland zu gewährleisten, können von Stadt zu Stadt entsprechend ihrer umliegenden Ressourcen variieren. Wenn es um die Wasserversorgung geht, sticht Grönlands nördlichste Stadt Qaanaaq deutlich hervor. Im Winterhalbjahr ist es nämlich die einzige Stadt des Landes, in der Nukissiorfiit Trinkwasser produziert, indem sie Gletschereis hierher befördern und schmelzen.
Dieser Arbeitsprozess beginnt mit dem Freibrechen des Gletschereises, welches anschließend auf einen LKW geladen wird, der es zu Nukissiorfiits Anlage in Qaanaaq fährt. Heutzutage wird das Gletschereis mit einem Bagger freigeschaufelt, in früherer Zeit wurde dies in Handarbeit erledigt.
Für die 619 Einwohnerinnen und Einwohner in Grönlands nördlichster Stadt sichert diese Methode, dass sie das ganze Jahr über Wasser aus dem Hahn haben: „Ich bin froh darüber, dass wir die Bewohner mit Wasser versorgen können, das ihnen jeden Tag zur Verfügung steht, ohne dass sie hart dafür arbeiten müssen. Wenn man es mit der Vergangenheit vergleicht, erleichtert diese Wasserversorgung den Alltag hier sehr”, berichtet Niels Qujaukitsoq, der seit 41 Jahren bei Nukissiorfiit arbeitet und heute Vorarbeiter des Wasserwerkes in Qaanaaq ist. Das Schmelzen von Eis zu Trinkwasser ist sehr energieintensiv und wird dadurch erschwert, dass die Jahreszeit, in der Nukissiorfiit das Eis einholen kann, sich Jahr für Jahr aufgrund der kürzeren Winter verkürzt. Deshalb arbeitet Nukissiorfiit daran, einen neuen Winter-Wassertank in Qaanaaq zu installieren. Dieser soll sicherstellen, dass es nicht mehr länger nötig sein wird, Eis freizulegen und zu schmelzen. Mit der Inbetriebnahme des Winter-Wassertanks wird für 2022 gerechnet.
Möchten Sie mehr über Qaanaaq erfahren, wo Niels Qujaukitsoq tätig ist?
Grönlands herrliche Natur bietet Nukissiorfiit einige einzigartige Möglichkeiten, um erneuerbare Energien für seine Kunden zu produzieren. 2020 wurden 71 Prozent der von Nukissiorfiit für die 17 Städte und 53 Siedlungen produzierten Energie als Ökostrom aus u.a. Solarzellen, Wind- und Wasserkraft gewonnen. Nukissiorfiits Ziel ist es, 2030 zu 100 Prozent grüne Energie zu liefern.
Nukissiorfiits Schwerpunkt auf grüne Energie sieht und spürt man in ganz Grönland. In Ilulissat werden 95 Prozent der von der Stadt verbrauchten Energie grün produziert, wobei insbesondere das Wasserkraftwerk der Stadt dabei hilft, grüne Energie zu erzeugen. Nukissiorfiit verfügt über insgesamt fünf Wasserkraftwerke in ganz Grönland.
Auch in Uummannaq wird grüne Energie produziert, die Stadt kommt im Durchschnitt auf ganze 2000 Sonnenstunden pro Jahr. 2020 brachte Nukissiorfiit dementsprechend Solarzellen auf dem Dach der städtischen Sporthalle an. Die Solarzellen in Uummannaq befinden sich am nördlichsten Punkt, an dem Nukissiorfiit Solarzellen platziert hat. Die Solarzellen auf der Sporthalle werden auch genutzt, um Erfahrungen und Wissen zu sammeln, wie Solarzellen nördlich des Polarkreises funktionieren.
Frederik Pjettursson, der seit 29 Jahren für Nukissiorfiit arbeitet, hat neben seinem Alltagsgeschäft als Monteur auch dabei geholfen, die Solarzellen 2020 anzubringen. Jetzt hilft er dabei, sicherzustellen, dass die Solarzellen und die übrigen Energie-, Wasser- und Wärmequellen der Stadt funktionieren, damit Uummannaqs 1428 Einwohnerinnen und Einwohner Wasser in ihren Leitungen und Wärme in ihren Häusern haben. „Meine und unsere Arbeit ist für die Stadt natürlich von großer Bedeutung. Bei Nukissiorfiit sind wir auf die Dinge stolz, die wir machen”, heißt es von Frederik Pjettursson.

Artikel von Kristina Pihl
Eine Wandertour in der nordostgrönländischen Wildnis in Jamesonland bietet unglaubliche Berglandschaften und Naherlebnisse mit den gigantischen Moschusochsen, die sich an der grünen Vegetation bedienen. Jamesonland ist eine unberührte arktische Einöde, weshalb man beim Wandern Vorkehrungen für die eigene Sicherheit treffen sollte.
Nach meinem Aufenthalt in Ittoqqortoormiit hatte ich noch eine 3-tägige Wandertour ganz alleine in Jamesonland geplant. Dies ist ein gigantisches Gebiet, das etwa der Größe der Insel Fünen entspricht. Es zeichnet sich durch seine weiche Topografie mit flachen Sandsteinbergen und langgestreckten Tälern ohne Gletscher aus. Die Gegend ist auch für ihren großen Bestand an Moschusochsen bekannt.
Ich habe meine Tour vom Flugplatz in Nerlerit Inaat und dann oben entlang am Gänsefluss (dän. Gåseelven) geplant und möchte soweit wandern, bis die Zeit es einfordert, um auf der gleichen Strecke zurückzuwandern. Ich habe einen Anschlussflug nach Island, den ich gerne erreichen will.

Am 6. Juli 2020 nehme ich den Helikopter von Ittoqqortoormiit bis zum Flugplatz Nerlerit Inaat. Im kleinen Helikopter für 5 Personen lande ich auf dem Vordersitz und habe eine fantastische Aussicht über die Landschaft. Bei meiner Flugangst ist das schon eine Herausforderung, wenn man in so einem kleinen Metallding sitzt und hoch über der Erde baumelt. Die Aussicht hat aber über die Flugangst triumphiert.
In Nerlerit Inaat gut gelandet, starte ich sofort meine Wanderung. Ich habe Zelt, Schlafsack und all meine Ausrüstung mitgebracht, inklusive einer Waffe, die ich bei Nanu Travel in Ittoqqortoormiit ausgeliehen habe. Die Schusswaffe ist für den seltenen Zufall wichtig, wenn ein Moschusochse zu zutraulich wird oder ein Eisbär vorbeistreifen sollte.
Bereits am Flugplatz habe ich den ersten Moschusochsen gesichtet, der ein paar Kilometer entfernt herumspaziert und grast. Ich bewege mich in seine Richtung und mache ein paar gute Fotos. Es handelt sich um einen allein umherstreifenden Bullen, dessen Blick mir sehr aufmerksam folgt, weshalb ich viel Abstand halte.
Ich gehe ein paar Kilometer weiter gen Norden, bis ich die Talsohle erreiche, wo der Gänsefluss verläuft. Eine Propellermaschine aus Island setzt zur Landung an, bevor ich um die „Ecke” eines Bergkamms biege. Jetzt bin ich völlig außer Reichweite der Zivilisation – mein Handy funktioniert nicht mehr und Menschen begegne ich erst wieder, als ich zurück nach Nerlerit Inaat komme.
Wie bereits beschrieben, habe ich mir vorgestellt, von dort aus dem Gänsefluss ein gutes Stück weit zu folgen. Das Tal verläuft recht tief in ostwestlicher Richtung mit 400-500 Meter hohen Bergen auf beiden Seiten. Nach ca. 10 Kilometern Wanderung auf relativ leichtem Terrain, mit Ausnahme von etwas hartnäckigem Gestrüpp und ab und an sumpfigem Untergrund, erreiche ich eine flache Stelle dicht am Fluss (und damit Trinkwasser), die perfekt aussieht, um dort mein Zelt aufzustellen. Es ist auch schon spät am Abend geworden und obwohl die Mitternachtssonne scheint, bin ich bereit für eine gute Nachtruhe.
Ich genieße die tief stehende Abendsonne und die Stille, ausschließlich von den plätschernden Geräuschen des Flusses durchbrochen. Ein Polarfuchs lungert in der Nähe herum und ich sehe, dass er eine kleine Gans im Maul hat. Frisch gefangen! Sowohl Weißwangengans als auch Kurzschnabelgans brüten in großer Zahl hier in diesem Gebiet, das für beide Arten international von besonderer Bedeutung ist.
Der Text geht unten weiter…
Ich stehe früh auf und mache mich bereit für eine lange Tageswanderung – so weit in Richtung Westen, wie ich es schaffe. Ich lasse das Zelt stehen und nehme nur die wichtigsten Dinge im Rucksack mit. Es ist kühl und bewölkt, das Wetter klart aber im Laufe des Tages noch auf und bringt schönen Sonnenschein.
Ich bin tatsächlich im Land der Moschusochsen angekommen und bekomme gute Gelegenheiten, die schönen Tiere beim Grasen auf den grünen Berghängen oder bei der Ruhepause am Fluss zu beobachten. Die meisten sind Bullen, die alleine unterwegs sind. Einer schaut mich böse an und schnaubt, weshalb ich großen Abstand zu ihm halte. Zu einem späteren Zeitpunkt an diesem Tag sehe ich zwei Moschusochsen nah beim Fluss grasen. Als sie mich entdecken, laufen sie in vollem Galopp vor mir weg und einen ziemlich steilen Berghang hinauf – geschätzt 200 Höhenmeter in ziemlich kurzer Zeit. Es ist unglaublich, dass so große Tiere so schnell und gewandt laufen können. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt etwa 40 km pro Stunde!
Die männlichen Tiere wiegen bis zu 400 kg, man erkennt sie u.a. am massigen Schädel, aus dem die Hörner hervorragen. Die Paarungszeit ist von August bis Oktober, während dieser versammeln die stärksten Bullen ein Rudel weiblicher Tiere um sich. Während der Brunst tragen die Bullen harte Kämpfe aus und lassen mit 40 km/h ihre dicken Schädel mit einem ohrenbetäubenden Knall gegeneinanderstoßen. Die Kuh bringt im Spätwinter ein einzelnes Kalb zur Welt (zwischen März und Mai), das seiner Mutter und der Herde 1½ Jahre lang folgt.
Es sind nicht nur Moschusochsen, sondern auch viele Vögel, welche die reiche Vegetation des Gebietes genießen. Ich sehe einige Watvögel wie Sanderlinge, Alpenstrandläufer und Sandregenpfeifer. Von einem Sandregenpfeifer werde ich großartig unterhalten, der seinen „gebrochener-Flügel-Trick” aufführt, bei dem er so herumläuft, als hätte er sich einen Flügel gebrochen, um seine Feinde – in diesem Falle auch mich – von seinem Nest wegzulenken. Ich sehe auch Raubmöwen – die Falkenraubmöwe sowie die Schmarotzerraubmöwe. Ja, es ist kurz bevor sich die Tour zum größten Traum eines Ornithologen entwickelt, als ich eine Familie von Schneehühnern mit Henne und 5-6 Küken aus der Nähe studieren kann, die sich im Dickicht an einem kleinen Flussufer fortbewegen.
Die arktische Flora ist ebenfalls vielfältig und zahlreich vertreten, abwechselnd durch Gebüsch, kleine Sträucher, Grasflächen, Moor und ausgewiesene Blumenwiesen, insbesondere an den nach Süden ausgerichteten Berghängen. Ich werde euch nicht mit der Aufzählung der vielen arktischen Pflanzenarten ermüden, die ich unterwegs gesehen habe, sondern nur ein paar Beispiele nennen. Etwa die herrlich gelbe Arktische Arnika, Schnee-Enzian, die Rundblättrige Glockenblume, Berg-Fingerkraut, Alpen-Gänsekresse, Fettkräuter, Leimkräuter und viele mehr.
Nach und nach habe ich 12-13 km zurückgelegt und dann die Quelle des Gänseflusses erreicht – in jedem Fall ist er hier sehr schmal geworden und ich kann ihn leicht mit trockenen Schuhen überqueren, indem ich von Stein zu Stein springe. Ich entscheide mich dafür, auf den Gipfel des nächsten Berges zu steigen, von welchem aus ich mir einen guten Ausblick über die „Heden” (dän. Heidelandschaft) im Westen erwarte.
Ich erreiche den Felsen, der laut meiner Bemessung 450 Meter hoch ist. Das ist eine offenkundig schöne Aussicht, „der Berg” selbst besteht aus den wildesten Sandsteinformationen und sieht richtig schön aus. Sandstein ist eine Gesteinsart, die aus abgelagerten Sandkörnern besteht, die vor Millionen Jahren zu einer festen Gesteinsformation gekittet wurden.
In Wahrheit habe ich nur einen Bruchteil des gigantischen Jamesonland erkundet, ich sollte mich nun aber zurück zum Zelt bewegen. Also wende ich mich bald darauf wieder in Richtung meines Lagers, das ich kurz vor Mitternacht erreiche. Hier wartet eine herrlich kalte Cola und Essen auf dem Trangia (Kochset auf Gas) auf mich.
Der letzte Morgen auf dieser fantastischen kleinen Wanderung in Jamesonland. Als ich meinen Kopf aus dem Zelt stecke, sehe ich einen Moschusochsen nur ein paar hundert Meter von mir entfernt stehen und grasen. Auch wenn es ein ganz schön großes Tier ist, sieht es ziemlich friedfertig aus und ich kann in aller Ruhe mein Frühstück zubereiten, das aus meinem letzten Müsli und Instant-Kaffee besteht. Ich packe das Zelt zusammen und mache mich auf den Weg zurück zum Flugplatz Nerlerit Inaat. Den Weg kenne ich doch. Er ist wunderschön und obwohl meine Beine vom Vortag etwas müde sind und ich ein paar lästige Blasen entwickelt habe, ist es einfach super, in dieser besonderen arktischen Natur zu wandern. Ich grüße dieselben Moschusochsen (denke ich zumindest), die ich auf dem Hinweg schon getroffen habe, und erreiche schließlich den Flugplatz. Das Terrain ist allgemein angenehm flach und zugänglich. Stellenweise ist es aber auch mal hügelig und von dichtem Gestrüpp bewachsen, durch das zu wandern, es etwas anstrengend werden kann. Kleinere Flüsse können leicht überquert werden. Es gibt keine angelegten Wege oder Markierungen. Man sollte diese Tour nicht alleine unternehmen, wenn man nicht über ausgeprägte Wandererfahrung in der Wildnis verfügt. Es wird empfohlen, in Gruppen von 2-6 Personen und am besten mit einem erfahrenen Guide zu wandern.
Strecke hin und zurück: 50 km
Dauer: 3 Tage
Höchster Punkt: 450 m
Flachster Punkt: 10 m
Schwierigkeitsstufe: Mittel
.
Auf eine Wanderung in einem so abgeschiedenen Terrain wie Jamesonland sind folgende Gegenstände unbedingt mitzunehmen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Von Akureyri in Island aus gibt es 1-2 Flüge pro Woche mit Norlandair zum Flugplatz in Nerlerit Inaat, Ausgangspunkt für Wanderungen in Jamesonland. Von hier aus kann man auch mit dem Helikopter von AirGreenland 40 km weiter bis nach Ittoqqortoormiit fliegen.
Der Flugplatz in Nerlerit Inaat besteht aus einer 1000 m langen Schotterpiste und wurde 1985 von einer amerikanischen Firma angelegt, die in der Gegend erfolglos nach Öl gesucht hatte. Es gibt kein Geschäft hier, es ist aber möglich auf dem Flugplatz zu übernachten und zu essen.
In Ittoqqortoormiit (350 Einwohner) gibt es einen Pilersuisoq-Laden, wo man alles Notwendige bekommt. Nanu Travel, die ihr Büro direkt gegenüber der Kirche haben, veranstalten Bootstouren und verleihen Schusswaffen, Zelte und vielseitige Wanderausrüstung.

Bo Normander
Am 21. Dezember ist in Grönland Wintersonnenwende – der kürzeste Tag des Jahres.
Viele Leute stellen sich dabei komplette Dunkelheit im ganzen Land vor, dabei hängt es sehr davon ab, wo genau man sich befindet. Ihr könnt 24 Stunden kompletter Dunkelheit erleben oder bis zu 4 Stunden Tageslicht genießen. Das hängt ganz davon ab, wie weit nördlich ihr euch aufhaltet. Der Polarkreis definiert dabei den Breitengrad, ab dem die Sonne nicht mehr über dem Horizont aufsteigt.
Grönländerinnen und Grönländer teilen eine lange Geschichte, wie man diesen besonderen Tag feiern kann. Sie wissen, dass es der Wendepunkt im Winter ist und dass die Tage während der nächsten Monate wieder länger und heller werden. Sie feiern ebenfalls seinen Gegenpart – die Sommersonnenwende am 21. Juni. Das war für die Inuit ein sehr besonderer Tag, der heute als Grönlands Nationalfeiertag zelebriert wird.
Wir laden euch dazu ein, mit sechs großartigen, einheimischen Fotografen aus dem Süden, Osten, Westen und Norden Grönlands das Licht in der Finsternis zu entdecken. Ihre Bilder wurden alle innerhalb weniger Tage um die Wintersonnenwende zu einer Tageszeit aufgenommen, als es am hellsten war. Sie zeigen, wie unterschiedliche Orte auf der gigantischen Insel Grönland am dunkelsten Tag des Jahres aussehen.
Entdeckt das Licht in der Finsternis.
Nuka Alice, eine grönländische Trommeltänzerin, spricht über die Inuit-Feiertage und warum es für Grönländer einfach war, Weihnachten zu feiern.
Fotos von Inutsiaq Kreutzmann
Einen schönen Dezember wünschen wir! Wir feiern Adventssonntage.
Grönland ist bekannt für die langen und dunklen Polarnächte in der Winterzeit. Aber die Nächte sind nicht immer dunkel, denn wenn es hier schneit, verwandelt sich Grönland in ein Winterwunderland. Besonders am ersten Advent, wenn die orangefarbenen Sterne in jedem Fenster erleuchten, während die grünen Nordlichter am Himmel tanzen, beginnt eine der gemütlichsten Zeiten des Jahres hier in Grönland.
Bis Weihnachten, lädt uns AneMarie, eine grönländische Schauspielerin und Mutter, an jedem Adventssonntag, virtuell zu sich nach Hause ein, um uns ihre Weihnachtsgeschichten zu erzählen.
Treffen Sie AneMarie und packen Sie eine kleine Überraschung aus
Eine weitere kleine Überraschung ist da!
Eine weitere gemütliche Geschichte ist hier.
AneMarie erwartet uns in der Küche!
Viele süße Dinge warten auf dich!
Disclaimer
Klar ist das hier keine Fetakäse, aber der Eisberg ähnelt dem Käse schon ein bisschen, den man normalerweise für griechische Salate benutzt.
Der größte Fetakäse-Eisberg der Welt wurde auf seiner Reise an der Küste Grönlands entlang gesichtet. Nachdem der Eisberg vom Schelfeis abbrach, nahm er durch die Meeresströmungen eine, wie einige finden, etwas merkwürdige Route gen Nordost. Von Ostgrönland, nach Südgrönland und zuletzt hoch gen Norden nach Westgrönland.
Dieser treibende Eisberg is ein Tafeleisberg, welche eigentlich eher in der Antarktis vorkommen. Er ist so groß, dass das Schmelzeis auf seiner Oberfläche kleine Teiche hinterlässt, die dem Eisriesen seine spezielle Struktur verleihen.
Er wurde zuerst in Tasiilaq im Juli entdeckt, und dann später in der Nähe von Maniitsoq in Westgrönland im September gesichtet.
Alle Eisberge in Grönland begeben sich auf ihre eigene Reise. Nachdem sie ins Meer abbrechen, wird ihr Kurs durch starke Kräfte wie dem Golfstrom und dem Nordatlantikstrom, ein starker unsichtbarer Fluss, der sowohl das äquatoriale Wasser in den Norden, als auch das kältere schwerere Wasser gen Süden drückt, beschlossen. Es sind die gleichen Strömungen, die auch für unser Klima verantwortlich sind, und warme und kalte Luft auf unserem Planeten verteilen. Doch Wissenschaftler befürchten, dass sich der Golfstrom verlangsamt, ein kritischer Wendepunkt des Klimawandels. Wo wird der Fetakäse als nächstes hintreiben? Eisberge zerbrechen nach einiger Zeit, aber große Eisberge wie dieser hier treiben oft weiter gen Süden nach Neufundland und Labrador Richtung „Iceberg Alley”. Einige gelangen sogar in die Nord-Atlantischen Seewege. Die Reise eines Eisberges kann über 3 Jahre lang dauern. Also, wenn ihr Glück habt, könnt ihr Grönlands größten treibenden Fetakäse auf seiner Reise vielleicht sogar selbst erspähen.
Am Vormittag
Ein Teil der Bewohner von Innaarsuit ist aus der Gefahrenzone ins Gemeindezentrum, die Kindertagesstätte und die Schule der Siedlung evakuiert wurden, informiert die Sicherheitsbeauftragte Lina Davidsen.
Die Leute in Innaarsuit können direkt auf einen riesigen Eisberg starren, der sich nahe der Siedlung festgesetzt hat. Er hat ein Loch und zahlreiche Risse, womit für die Bürger die Angst fühlbar ist, dass der Eisberg kalben und eine Flutwelle auslösen könnte.
Die Einsatzkräfte der Kommune Avannaata, die grönländische Regierung und die Polizei beobachten die Situation sehr genau. Die Einsatzkräfte in den nahgelegenen Siedlungen sind informiert, damit sie bereit wären, sollte in Innaarsuit eine kritische Situation eintreten.
SAR-Helikopter wurden von Kangerlussuaq nach Ilulissat verlegt, um näher an Innaarsuit dran zu sein. Glücklicherweise hat sich der Eisberg über Nacht nicht bewegt.
Gegen Mittag
Wind und hoher Wasserstand helfen dabei, dass der Eisberg weiter von der Siedlung abdriftet. Polizeisprecher Karl Sværd gibt an, dass das Kontrollschiff Knud Rasmussen sich auf dem Weg in die Gegend befindet. Jakob Rousøe, Einsatzleiter des Joint Arctic Command sagte, dass man darauf gefasst sein sollte, wenn das Schlimmste einträte.
Am Samstag kam ein Funken Hoffnung auf, da der Eisberg sich über Nacht leicht bewegt zu haben schien. Es wurde berichtet, dass der Eisberg sich 500-600 Meter weiter nach Norden bewegt hätte.
„Glücklicherweise hat sich der Eisberg über das Wochenende weiter nach Norden bewegt”, sagte Jakob Rousøe. „Starker Wind von Süden und eine Strömung Richtung Norden haben den Eisberg weiter nach Norden gedrückt.”
Diese Hoffnung war aber nur von kurzer Dauer. Am Sonntag sprach der örtliche Polizeichef Aqqaluk Petersen mit Sermitsiaq: „Ich habe heute am Morgen mit dem Gemeinderat gesprochen. Er informierte mich, dass es heute in Innaarsuit neblig und dadurch die Sicht sehr schlecht war. Aber nun ist der Nebel verzogen und der Eisberg hat sich seit Freitagabend nicht bewegt.”
Als Resultat darauf warten evakuierte Bewohner immer noch, um in ihre Häuser zurückzukehren. Susanne K. Eliassen berichtet aber, dass die Siedlungsbewohner nicht allzu sehr besorgt seien. „Wir fühlen uns sicher, das steht fest”, erzählte sie Sermitsiaq am Sonntagnachmittag.
Am Montagmorgen schien immer noch keine Chance zu bestehen, dass die evakuierten Bewohner von Innaarsuit zu ihren Häusern zurückkehren könnten. „Der Eisberg hat sich kaum bewegt”, sagte Grönlands Polizeichef Gideon Quist.
Trotzdem entschied die grönländische Polizei nach einer späteren Risikoabwägung, die mögliche Wellenbewegungen durch das Kalben des Eisbergs auswertete, die Gefahrenzone zu verkleinern. Das bedeutete, dass einige Anwohner in der Lage waren, in ihre Häuser zurückzukehren. Der Supermarkt, Kraftwerk und Fischfabrik bleiben aber geschlossen.
„Wir hatten in der Fabrik mit etwa 25 Angestellten sehr gut zu tun, glücklicherweise aber ist unser Fisch gefroren”, sagt der Geschäftsführer der Fabrik, Hans Peter Kristensen.
Das letzte Statement vom Nachrichtendienst Sermitsiaq lautete: „Am Mittwoch hat die Polizei nach Beratung mit dem örtlichen Katastrophenschutz entschieden, dass die Gefahrenzone in der Küstenregion von Innaarsuit am Mittwoch ab 13 Uhr beendet werde.
Die aktuelle Position des Eisbergs ist 500-600 Meter nördlich von Innaarsuit. Das bedeutet, dass Innaarsuit durch eine Felswand nach Norden vor dem Eisberg geschützt wird.”
Schon in den wenigen Tagen seit dem Auftauchen des Eisbergs begannen wir, gravierende Auswirkungen auf die Gemeinschaft von Innaarsuit festzustellen. Der einzige Supermarkt der Siedlung liegt innerhalb der Gefahrenzone und wurde deshalb geschlossen. Als Folge wird sehr wahrscheinlich bald der dringende Bedarf bestehen, Extraversorgung an die Siedlung zu verschiffen, welche die Einwohner benötigen, die immer noch hier leben. Grönländische Gemeinden sind extrem isoliert, da Städte und Siedlungen nicht über Straßen miteinander verbunden werden, weshalb kleine Siedlungen nur über das Meer erreicht werden können. Dies macht es hier zu einer besonderen Herausforderung, auf Notfallsituationen zu reagieren.
Susanne K. Eliassen sagt, dass die Fischer im Besonderen von der Anwesenheit des Eisbergs betroffen sind. „Die Fischer können nicht zum Fischen hinausfahren, weshalb sie nicht handeln können, da der Eisberg im Falle seines Kalbens eine Gefahr darstellt”, sagt sie.
Örtliche Behörden – Kommune Avannaata: Örtliche Polizeistation – Upernavik: Gemeinderat – Susanne K. Eliassen: Joint Arctic Command – Pressebüro: Grönlands öffentlich-rechtlicher Nachrichtensender – KNR: Grönlands Kartierungsdienst – Asiaq: KNI – Siedlungsservice in Grönland:INTERVIEW-KONTAKTE
Tel: (+299) 70 18 00 | E-Mail: avannaata@avannaata.gl
E-Mail: grl-upernavik@politi.dk
E-Mail anso1996@greennet.gl
Tel: (+299) 36 40 98 | E-Mail: vfk-ktp-a-pao@mil.dk
E-Mail: news@knr.gl
E-Mail: asiaq@asiaq.gl
Tel: (+299) 86 23 15
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Aufgrund seiner Geschichte und Lage ist Kangerlussuaq in vielerlei Hinsicht einzigartig. Es ist die einzige Gemeinde im Landesinneren Grönlands mit etwa 500 Einwohnern, die 1941 als amerikanische Militärbasis Blue West Eight gegründet wurde, welche später in Sondrestrom Air Base (SFJ) umbenannt wurde. Sie wurde 1992 an die grönländische Regierung übergeben und ist derzeit das wichtigste Flughafendrehkreuz des Landes. Kangerlussuaq ist auch ein Kernziel für Tourismus und wissenschaftliche Aktivitäten. Zu den Outdoor-Abenteuern zählen Wandern, Wildbeobachtungen, Angeln und Jagen, und sowohl Wissenschaftler als auch Touristen nutzen es als Tor zum Inlandeisschild.
Kangerlussuaq ist ein idealer Ort, um den Klimawandel aufgrund seiner sichtbaren Auswirkungen auf die umliegende Natur aus erster Hand zu sehen und zu erleben. In einem Land, in dem es keine Straßen gibt, die Städte miteinander verbinden, ist es ziemlich beeindruckend, dass man vom Stadtzentrum bis zum Russell-Gletscher und zum grönländischen Eisschild fahren kann!
Kangerlussuaq liegt 67 Grad nördlich und damit direkt am unsichtbaren Polarlichtgürtel. Aufgrund seiner Lage und den stabilen klimatischen Bedingungen konkurriert Kangerlussuaq mit den besten Orten der Welt, um den dunklen Himmel in einer elektrisierenden Lichtshow aufleuchten zu sehen – den wundersamen Nordlichtern…
Wenn ihr denkt, dass Elektro-SUVs leise sind, werdet ihr in Grönland noch eine weitere Stufe der Ruhe entdecken – extreme Stille! Umgeben von atemberaubenden blauen Wasserstraßen, Gletschern und bergigen Fjorden ist es so einfach, die Stille Grönlands beim Wandern, Autofahren oder Hundeschlittenfahren in die Natur zu erleben. Sobald ihr die Stadt verlasst, sind die einzigen Geräusche natürlich. Der Ruf eines Karibus, ein kalbender Gletscher, das Rascheln des Windes.
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Grönland ist der Hotspot des Klimawandels – und warum das so ist, erfahrt ihr weiter unten.
Aufgrund seiner Zugänglichkeit zum schmelzenden Eisschild ist Kangerlussuaq auch ein Zentrum für wissenschaftliches Wissen. Die Community ist somit ein Anbieter von wissenschaftlichen Dienstleistungen..
Grönland ist ein Land, welche sich auf die Verbesserung seiner CO2-Bilanz konzentriert, was natürlich noch eine andere Herausforderung darstellt, wenn das Land ein Inselstaat ist, der die Aufgabe hat, den grönländischen Eisschild in seinem Zentrum zu tragen. Aufgrund unserer extremen klimatischen Bedingungen können wir in den meisten Teilen Grönlands keine Bio-Produkte anbauen. Grundsätzlich wird alles importiert und unsere winzige Bevölkerung von 57.000 Einwohnern bewohnt nur die Randgebiete der Insel, die in kleine Gemeinden verstreut sind.
Visit Greenland identifiziert vier nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals = SDGs), auf die sich die Tourismusbranche direkt auswirken kann. Diese sind: hochwertige Bildung (4), menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (8), verantwortungsbewusster Konsum und Produktion (12) und Partnerschaften für diese Ziele (17). Es gibt viele Möglichkeiten, dies zu tun, aber die Konzentration auf die unberührte Umwelt, die lokale Entwicklung und das Finden der richtigen Balance zwischen den kulturellen Praktiken der Vergangenheit und dem Weg in die Zukunft ist ein vorrangiges Ziel.
Grönlands Hauptstadt Nuuk ist bereits auf dem Weg, durch EarthCheck die erste zertifizierte nachhaltige Hauptstadt der Welt zu werden. Dies wiederum wird Auswirkungen haben und andere SDGs wie Klimaschutz (13), Leben unter Wasser (14) und Leben an Land (15)zu erreichen.
Für die Geeks unter euch, könnt ihr hier den formelleren und detailiierteren Bericht über Nachhaltigkeit in Grönland (auf Dänisch) lesen. Der Bericht enthält auch unsere Empfehlungen für mehr Nachhaltigkeit im lokalem Tourismus.
Im Jahr 2007 ereignete sich der größte Schmelzwasserausbruch am Russell-Gletscher, bei dem innerhalb von 17 Stunden etwa 39,1 Millionen m3 Wasser aus dem Gletscher freigesetzt wurden. Dies entspricht über 15.000 olympischen Schwimmbecken, wobei der Abfluss im Durchschnitt bei etwa einem Viertel eines olympischen Schwimmbeckens pro Sekunde liegt.
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Kultur ist ein wichtiger Faktor für die Nachhaltigkeit in Grönland. Das Projekt Greenland Dog Adventure ist eine Initiative, die sich mit der Tatsache auseinandersetzt, dass grönländische Hunde als Arbeitstiere traditionell nur im Winter eingesetzt werden. Das Projekt versucht, den Hunden das ganze Jahr über durch Tourismus- und Kulturerbebildung in Schulen einen weiteren Lebensinhalt zu geben. Es ist auch eine Chance für vielfältige Produktentwicklungen.
Fast ⅕ der Kraftfahrzeuge in Grönland sind Elektro- oder Hybridautos. Im Jahr 2020 hatte Grönland 5379 registrierte Kraftfahrzeuge, davon 977 (747) Elektro- oder (230) Hybridautos (statbank.gl)
Gemeinsam mit den folgend genannten Partnern hat es sich Extreme E zum Ziel gesetzt, ein langfristiges Zeichen in Grönland zu setzen und den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen. Diese Partnerschaften zählen dazu, weitere können folgen:
Klimaunterricht mit UNICEF:
Die Vision ist es, junge Menschen durch einen neuen Lehrplan über den Klimawandel zu informieren und den Schulunterricht zum Klima in Grönland neu zu gestalten. Dies wird in Form einer Themenwoche umgesetzt: „Silasisa Iliuuseqarlutalu” // „Nehmt am Kampf gegen den Klimawandel teil”. Schülerinnen und Schüler werden zu Klimaagenten, um konstruktive Lösungen zu entwerfen, wie die CO2-Emissionen in Grönland reduziert werden könnten.
Komposttoiletten mit Natural Event Toilets:
Da es nahe dem beliebten Reiseziel Russell-Gletscher nicht ausreichend Toiletten gibt, wird Extreme E einheimisches Personal schulen, um dauerhaft Komposttoiletten zu installieren, die zunächst während des Rennwochenendes genutzt werden, aber auch für zukünftige Besuchende in Betrieb bleiben sollen. Das Motto lautet „die Welt von Grund auf verändern” und der produzierte Kompost kann beispielsweise dafür genutzt werden, Gemüse anzubauen.
Förderung von Elektromobilität mit DASU - Science and Slalom:
Die dänische Motorsportvereinigung (DASU), die Kommune Qeqqata und Kalaanni Teknikkmik Ilinniarfik (KTI, Grönlands Berufsfachschule) präsentieren ein interdisziplinäres Projekt für Schülerinnen und Schüler der 6. bis 10. Jahrgangsstufe in Grönland, um ein Unterrichtskonzept zu entwickeln, welches Interesse für und Wissen über Elektrofahrzeuge fördert und zeitlich mit Extreme E einhergeht.
Solarenergie in der Schule von Kangerlussuaq mit Xite Energy und Myenergi:
In Kangerlussuaq werden Solarpanele aufgestellt, die in erster Linie erneuerbare Energie für die Schule bringen und zusätzlich die Schule beim Heizen der Wasserversorgung unterstützen.
Installation von Elektrofahrzeug-Ladestationen mit Enel:
In der Region von Kangerlussuaq werden zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge aus Recyclingmaterial aufgestellt. Sie werden vor der Autovermietung und dem Verwaltungsgebäude aufgebaut, um den Übergang von fast nur Brennstoffen zu erneuerbarer Energie in der Gemeinde zu unterstützen.
Wichtige medizinische Ausrüstung mit MDD Medical:
Aktuell gibt es in Kangerlussuaq keine Spezialausrüstung für die Unfallmedizin. Für die Rennveranstaltung wird diese hier eingerichtet und dann vor Ort belassen, um im örtlichen Gesundheitszentrum weiter eingesetzt werden zu können. Dafür wird einheimisches medizinisches Personal geschult.

Artikel von Tanny Por
Am Rand des UNESCO-gelisteten Ilulissat-Eisfjords liegt Kangiata Illorsua – das „Ilulissat Icefjord Centre“. Das Eisfjord-Center ist ein Informationszentrum für Besucher, in dem durch die Ausstellung „The Tale of Ice”, über die Geschichte des Eises, die Kultur im und um das Eisfjord herum und den Klimawandel informiert wird. Die Ausstellung im Eisfjord-Center basiert auf Forschungen und Daten, und zeigt die Geschichte der einzigartigen Natur und Kultur, und den Klimawandel der dort sichtlich spürbar ist.
Die Ausstellung im Eisfjord-Center hat drei zentrale Themen: „Der Lebenszyklus des Eises” , „Das Leben am Eisfjord” und „Klimaveränderungen”. Die Ausstellung beginnt im Kino des Eisfjord-Centers, in dem ein Kurzfilm über die Entstehung des Eisfjords gezeigt wird. Der Film wird alle 10 Minute abgespielt.
Im Café des Eisfjord-Centers, sind Audioguides erhältlich, die Interviews mit Einwohnern Ilulissats über dessen alltägliches Leben und Veränderungen im Klima enthalten. Besucher können sich den Audioguide anhören während sie von Raum zu Raum gehen, die unter anderem Animationen und Illustrationen von Schnee, Eis und Eisbergen zeigen.
Falls Besucher eine kleine Pause einlegen möchten, können sie sich auf den Bänken, die auf der Ausstellung überall verteilt stehen ausruhen. Von dort aus kann man den Blick und die historische Atmosphäre die das Weltnaturerbe ausmachen genießen. Die Bänke bieten außerdem eine gute Gelegenheit die Virtual-Reality-Brillen auszuprobieren, welche im Eisfjord-Center erhältlich sind. Die Brillen nehmen Besucher mit auf eine Reise zur grönländischen Forschungsstation, EGRIP.
Das Eisfjord-Center verfügt außerdem über einen „Forscher Raum” – eine Zeitgenössische Kunst Installation in der die Klänge des Eises von allen Forschungsstationen direkt übertragen werden. Die Klänge, die im Raum umgewandelt werden, erscheinen wie eine wunderschöne Symphonie, sodass Besucher ihre Augen schließen und sich so fühlen können, als wären sie selber inmitten des Eises.
Wenn ihr das Eisfjord-Center besucht, ist es unmöglich sich nicht von der Schönheit des Eisfjords, welches nur einen Steinwurf vom Center entfernt liegt, mitreißen zu lassen.
Einen der besten Blicke über das Fjord und Umgebung, kann man einen kurzen Fußweg nach oben, auf dem Dach des Eisfjords genießen. Das Dach ist rund um die Uhr für Besucher in den Sommermonaten geöffnet. Von dort aus, hat man einen spektakulären Blick über das Eisfjord und Ilulissat.
Am Ende des Gebäudes, gibt es eine offene Terrasse, auf der Besucher außerdem sitzen und den Blick genießen können, oder sich über ihre Eindrücke der Ausstellung austauschen können.
Die Leiterin des Eisfjord-Centers, Elisabeth Momme, hofft dass die Ausstellung zu Reflektionen und Diskussionen anregt:
„Wir hoffen, dass Besucher des Eisfjord-Centers und des Eisfjords, mit dem Bewusstsein abreisen, dass Menschen sich nicht über die Natur stellen können – sondern, dass Menschen und die Natur eins sind, dass wir auf die Natur Acht geben müssen, und dass uns die Natur nicht gehört”, erklärt Elisabeth Momme.
Der Text geht unten weiter…
Im Eisfjord-Center ist Platz für 150 Gäste. Für den garantierten Einlass, wird deswegen empfohlen schon vorher Tickets zu kaufen. Tickets sind auf der Website des Eisfjords erhältlich. In der Sommersaison, gelten Tickets für 1,5 Stunden. Wenn ihr vorher keine Tickets gekauft habt, sind diese auch vor Ort im Café des Eisfjord Centers erhältlich. Das Café akzeptiert kein Bargeld – Es kann nur mit Debit-/Kreditkarte oder MobilePay bezahlt werden. Hier könnt ihr mehr erfahren.
Besucher können ihren Hunger im Café des Eisfjord-Centers mit leichten Gerichten wie Kuchen und Sandwiches, stillen. Im Café, sind außerdem, Kaffee, Tee und andere heiße und kalte Getränke erhältlich.
Wichtiger Hinweis: Besucher werden am Eingang gebeten ihre Schuhe auszuziehen. Das basiert auf einer alten grönländischen Tradition und stärkt das sinnliche Erlebnis der Ausstellung.

Artikel von Kristinal Pihl
Ungefähr 80% von Grönland sind von Eis bedeckt, zum Großteil vom grönländischen Eisschild, das sich vom Landesinneren bis an die Küstenlinie erstreckt. Während das Eis im Inneren bis zu 3.200 Meter dick sein kann, formen die Ausläufer des Inlandeises atemberaubende Mündungen und Gletscher. Eiswände türmen sich dort auf, wo die Gletscher ins Fjordwasser abfließen und Eisberge kalben, die in spektakulärer Form abbrechen. Einige Gletscher enden an Land und bilden riesige Bäche, die das Schmelzwasser über weitläufige Täler ableiten. In den vergangenen Jahren wurden starke Veränderungen in Folge der Klimaerwärmung beobachtet, dazu zählen auch Veränderungen an Grönlands Gletschern, die in den Ozean fließen. Lasst uns einen Blick auf einige der Gletscher werfen, auf ihre Besonderheiten und wie sie sich verändern
Der KNS (Kangiata Nunaata Sermia) ist der größte Gletscher ,vor den Toren’ der Hauptstadt Nuuk und liegt an der Mündung des Nuup Kangerlua, auch bekannt als Nuuk-Fjord. Über ihn fließen etwa 2% von Grönlands Inlandeis ab, womit über den KNS der größte Abfluss des Eisschildes in Südwestgrönland erfolgt. Beim Erreichen des Fjordwassers formt der Gletscher eine beachtliche Eiswand, die ungefähr 4,5 km von einer Fjordseite zur anderen abdeckt.
Im Vergleich zu anderen Gletschern in Grönland sind zum Kangiata Nunaata Sermia viele Daten gesammelt wurden – auch darüber, wie er sich über die Zeit verändert hat. Er gehört zu Grönlands am stärksten schwindenden Gletschern, über die letzten drei Jahrhunderte hat er sich um 22,6 km zurückgezogen. Bis in die 1940er verbanden sich der KNS und sein Nachbargletscher Akullersuup Sermia, indem sie ineinander flossen. In jüngster Zeit (seit 1994) ist die Gletscherzunge um etwa 2 Kilometer zurückgegangen, wie es Satellitenbilder dokumentieren (siehe Bild). Dabei besteht eine deutliche Verbindung zwischen den sich verändernden klimatischen Bedingungen und außergewöhnlich warmen Perioden.

Der Sermeq Kujalleq (auch als Jakobshavn Isbræ oder Ilulissat-Gletscher bekannt) hat den Ruf, der schnellste Gletscher in Grönland zu sein. Er ist einer der wichtigsten Auslassgletscher des grönländischen Eisschildes und hat zwischen 2000 und 2010 einen globalen Meeresspiegelanstieg um ungefähr 0,9 mm bewirkt. Er befindet sich an der Stirnseite der Diskobucht in Westgrönland und führt gigantische Eisberge in den Fjord. Dies ist einer der Gründe, warum die größte Siedlung in der näheren Umgebung auf Grönländisch ,Eisberg’ heißt, nämlich Ilulissat.
Ein Meilenstein im Leben des Sermeq Kujalleq war die Abtrennung eines 8 km langen Abschnitts seiner schwimmenden Gletscherzunge zwischen den späten 1990ern und den frühen 2000ern. In diesem Zeitraum verdoppelte sich der Eisabbruch vom Sermeq Kujalleq und er überflutete den Fjord nahezu mit Eisbergen. Diese Abspaltung wird als Folge einer signifikanten Verdünnung des Eises gedeutet, sie erhöhte die Geschwindigkeit des Eisflusses und bewirkte die Öffnung großer Gletscherspalten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben diese Entwicklung den warmen Strömungen im Wasser am Meerboden entlang der gesamten Westküste Grönlands zugeschrieben. Dadurch wird das Schmelzen der Gletscher von unten verstärkt. Die Meerestemperatur wurde mit den beobachteten Veränderungen an vielen Gletschern in Verbindung gebracht, die im Ozean münden. Dies macht die Schnittstelle zwischen Eis und Meer zu einer entscheidenden Umgebung, die von Wissenschaftlern untersucht wird.

Der Qarassap Sermia (auch bekannt als Store Glacier) ist ein stark zerklüfteter Gletscher in der Region Uummannaq in Westgrönland. Der Gletscher fließt in das südliche Ende des Fjords ab und führt oft riesige Eisberge in das Uummannaq-Fjordsystem ein. Solche Eisberge können für Boote besonders gefährlich werden, da sie zerfallen und sich im Wasser weiter fortbewegen.
Abgesehen vom schnellen Tempo, in dem der Gletscher fließt, ist der Qarassap Sermia zumindest seit den 1940ern in seiner Form recht konstant geblieben. Kleine Veränderungen in der Positionierung des Gletschers vollziehen sich jährlich in Form von Ausdehnungen und Rückzugsperioden von bis zu 400 Metern, die mit den saisonalen Veränderungen zwischen Sommer- und Wintermonaten zusammenhängen.
Eisberge, Meereis und Schnee sind vor dem Gletscher häufig während des Winters und in der frühen Phase der Schmelzsaison (zwischen April und Juni) sichtbar. Dies wird als Eismelange bezeichnet. Obwohl diese Eismelange vom Gletscher abgelöst ist, weiß man, dass sie einen großen Einfluss auf die Dynamiken des Gletschers hat. Die Eismengen formen eine Art Staumauer (oder einen Rückstau) an der Gletscherzunge und blockieren somit den Gletscherfluss.

Der Helheim-Gletscher ist neben dem Sermeq Kujalleq und dem Kangerlussuaq-Gletscher einer der größten Gletscher in Grönland. Er ist außerdem einer der bedeutendsten Gletscher in Grönland, wenn es um die Produktion von Eisbergen geht, die an seiner Gletscherzunge spektakulär abbrechen. Wenn Gletschereis an der Stirnseite eines Gletschers abbricht, wird dieser Vorgang als Kalben des Gletschers bezeichnet. Das Kalben kann von zahlreichen Faktoren gesteuert werden, die Eisberge in allen Formen und Größen produzieren können – von Abbrüchen an der Frontseite der Eiswand bis zu Eis, das aus dem unter Wasser liegenden Teil des Gletschers auftreibt. Das Eis kann sich zerklüften und auseinanderbrechen, wenn diese riesigen Eisbrocken in den Fjord stürzen und sich über eine große Fläche vorne im Fjord wie tödliche Projektile ausstreuen. Das erzeugt eine gewaltige Klangkulisse, die man aber lieber nicht hören will, wenn man sich zu nah am Gletscher befindet. Es hat tödliche Unglücke in Situationen gegeben, in denen Beobachtende sich einem kalbenden Gletscher zu dicht angenähert hatten und dann entweder von Eisstücken und umherwirbelnden Brocken getroffen oder vom daraus entstehenden Tsunami erfasst wurden.
Der Helheim-Gletscher zeichnet sich durch das außergewöhnliche Kalben von Eis aus, dies geschieht das ganze Jahr über. Hier wurden schon Katastrophen beobachtet, bei denen sich die gesamte Gletscherwand abzulösen schien und nach innen zu kippen drohte, wobei Eisberge von schlicht unfassbarer Größe abbrachen. Diese Art des Kalbens wird durch Unterschiede im Auftrieb des Eises an der Gletscherzunge bewirkt, welche aufgrund von topographischen Veränderungen am Meeresboden oder Veränderungen in der Dichte des Eises (wie bereits im Abschnitt zum Sermeq Kujalleq beschrieben) auftreten. Diese Unterschiede im Auftrieb führen zu einer Krümmung im Eis, welches im Laufe der Zeit durch größere Spaltungen sowohl an der Oberfläche als auch am Gletscherboden geschwächt wird. Diese Schwächung führt dazu, dass irgendwann der Abschnitt ganz abbricht.

Der Sermersuaq, auch bei seiner Fremdbezeichnung Humboldt-Gletscher bekannt, ist einer der breitesten Gletscher in Grönland, der sich über ungefähr 90 km ausdehnt und in der Nares-Straße in Nordgrönland mündet.
Der Sermersuaq oder Humboldt-Gletscher zieht sich grundsätzlich seit 1975 zurück, was sehr wahrscheinlich mit der deutlichen Erwärmung der Lufttemperatur zusammenhängt. Interessant ist, dass das Rückzugstempo zwischen dem nördlichen und südlichen Abschnitt der Gletscherzunge variiert. Der nördliche Abschnitt hat sich um durchschnittlich 147 Meter pro Jahr zurückgezogen, also in einer deutlicheren Größenordnung als am nördlichen Abschnitt, der zwischen 1975 und 2012 pro Jahr durchschnittlich um 15 Meter zurückgegangen ist.
Der unterschiedliche Rückzug wird durch das befördert, was unter dem Gletscher liegt. Luftaufnahmen der Gegend haben eine über 300 Meter tiefe Mulde unter dem nördlichen Abschnitt des Gletschers aufgezeigt, die sich etwa 72 km landeinwärts erstreckt. Der südliche Abschnitt des Gletschers liegt dagegen auf einem verhältnismäßig flachen Teil des Meeresbodens. Bei der aktuellen Rückzugsrate wird geschätzt, dass der nördliche Abschnitt des Sermersuaq 170 Jahre in dieser Mulde verbleiben wird, weshalb das abweichende Rückzugstempo der beiden Abschnitte in der voraussehbaren Zukunft wohl sehr wahrscheinlich bestehen bleibt.

*Alle Gletscher werden wo möglich in Neu-Grönländisch genannt.

Artikel von Penelope How
In seinem Bilderbuch ,Die Kinder und der Wal’ über Grönland, auf Deutsch im Verlag Kleine Gestalten veröffentlicht, nimmt euch der preisgekrönte Illustrator Daniel Frost mit auf eine magische Reise rund um den Polarkreis in Grönland. Die perfekte Bettgeschichte und zugleich ein Kinderbuch über Grönland für abenteuerlustige Entdeckerinnen und Entdecker! Hier könnt ihr das Interview lesen, das Visit Greenland mit dem Illustrator Daniel Frost geführt hat und mehr darüber erfahren, was seine Illustrationen und seine Abenteuergeschichten aus Grönland inspiriert hat.
Im Oktober 2016 war ich zwei Wochen lang in Grönland. Ein Freund von mir hat seinen Onkel in Nuuk besucht und mich gefragt, ob ich ihn begleiten möchte.
Ich habe mich schon immer für die Arktis und die Polarregionen interessiert und die Gelegenheit genutzt, als er mich gefragt hat. Ich bin sehr froh darüber, diesen Teil der Welt gesehen zu haben.
Ich war hauptsächlich in der Hauptstadt Nuuk, habe aber auch Bootstouren nach Kapisillit und Qoornoq unternommen.
Die Ausflüge mit dem Boot waren großartig. In diesem kleinen Boot die Küstenlinie entlangtuckernd, bekommt man ein Gespür für die Unermesslichkeit dieser Landschaft.
Ich habe viele Lieblingserinnerungen an meine Zeit in Grönland. Die erste Nacht, in der ich Nordlichter gesehen habe – das war zauberhaft. Gesehen zu haben, wie sich dieser leuchtend grüne Nebel am Himmel entlangschlängelt, ist etwas, an das ich mich immer erinnern werde.
Eine andere Erinnerung bewahre ich an unsere kleine Wanderung in Nuuk.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir zu einem spezifischen Gipfel gelaufen sind. Aber der Ausblick und die Atmosphäre an der Spitze waren mit nichts vergleichbar, was ich jemals zuvor erlebt hatte. Die Stille und die Weite der Landschaft waren atemberaubend. Da wir unsere Wanderung ziemlich früh begonnen hatten, hatte sich der Nebel noch nicht ganz gelüftet und verlieh dieser Aussicht das Gefühl wie von einer anderen Welt. Es war wirklich magisch.
Ich würde wirklich gerne die nördlicheren Teile von Grönland entdecken. Es wäre großartig, die Städte Ilulissat und Qaanaaq zu sehen. Ich würde diese besonders gerne während der Sommermonate sehen, um die Mitternachtssonne zu erleben. Ich habe außerdem gerade mit dem Kajakfahren begonnen, was in meiner Vorstellung fantastisch an der Küstenlinie Nordgrönlands zu machen wäre.
Einige der Landschaften und gigantischen Eisberge von dieser Perspektive aus zu sehen, würde einen Traum wahr werden lassen.
Neben Grönland würde ich auch gerne wieder einmal nach Japan reisen. Ich war ein paar Mal dort und finde es immer wieder inspirierend. Sehr gerne würde ich die nördlichen Teile Japans, besonders Hokkaido, einmal im Winter sehen.
Ich male und zeichne immer, wenn ich auf Reisen bin. Das ist für mich eine Methode, um bestimmte Augenblicke der Reise zu erinnern, aber auch eine Form zur Entspannung und um meine Gedanken schweifen zu lassen.
Grönland war anders als alle anderen Orte, an denen ich vorher war. Die Landschaft war so geheimnisvoll und nicht von dieser Welt. Also war ich wirklich fasziniert von der Idee, diese Atmosphäre in meinen Bildern festzuhalten. Nach einer Weile begann ich, Verbindungen zwischen den Bildern zu sehen und dachte, dass es toll wäre herauszufinden, ob ich eine Geschichte entwickeln könnte, die dieses Gefühl der Verwunderung und den Sinn für die Schönheit einfängt, die ich von meiner Reise nach Grönland mitgenommen habe.
Ich habe tatsächlich an einem anderen Buch im Stile von Gouache seit ,Die Kinder und der Wal’ gearbeitet. Es ist ein Western namens ,Mini Cowboy’ (veröffentlicht bei l’ecole des loisirs) und er baut auf vielen der Techniken auf, die ich erlernt habe, als ich ,Die Kinder und der Wal’ gemacht habe.
Je mehr ich mit Gouache arbeite, desto mehr lerne ich über diese Möglichkeiten.
Es ist ein in der Nutzung sehr intuitives Material und die Ergebnisse sind fantastisch.

Einige Awards die wir erhalten haben:
Gewinner des „People’s Voice Awards“ in der Kategorie „Travel and Adventure“, gegen starke Mitkonkurrenten wie Tourism New Zealand und CNN. Visit Greenlands Video wurde aus 13,500 Beiträgen aus 70 Ländern ausgewählt.
Unsere kurze Rede stellt den verantwortungsvollen und nachhaltigen Tourismus in den Vordergrund, der ein wichtiger Schwerpunkt der grönländischen Regierung ist. Grönland erlebt eine der heftigsten Effekte des Klimawandels, mit Durchschnittstemperaturen die sich doppelt so schnell erwärmen wie der globale Durchschnitt. Unser Video animierte Grönländer dazu im eigenen Land zu reisen, während das Reisen und Fliegen international eingeschränkt war.
Ursprünglich wurde das Video als Präsentation des Landes für Vestnorden 2020 erstellt. Das Video sollte die Belastbarkeit der Tourismusbranche in Grönland zeigen als die Welt still lag. Die „Staycation“ Kampagne, Nunarput Nuan, wurde auf lokaler Ebene ausgeführt und von den Bewohnern Grönlands gut empfangen. Wir wollten positiv bleiben und zeigen, dass auch gute Dinge in schwierigen Zeiten entstehen können.
In Grönland, entstanden neue Tourismusprodukte, die von Einheimischen getestet wurden. Wenn die Welt wieder öffnet, freuen wir uns darauf auch euch in lokalen Schäfereien, zum Stand-Up-Paddleboarding in Eisfjorden und bei atemberaubende Wanderungen an Basaltsäulen und schwarzen Stränden begrüßen zu dürfen! 100% vorher von Einheimischen getestet und ausprobiert.
Grönland hatte durch die strikten Einreisebeschränkungen bisher nur wenige Corona-Fälle.
2020 startete Visit Greenland Nunarput Nuan, eine Staycation Kampagne auf lokaler Ebene. Nunarput Nuan animiert die Einwohner Grönlands dazu ihr eigenes Land zu erkunden. Der Rahmen für den Wiederbeginn des Tourismus wurde von DTTT inspiriert (Teil des Tourism Impact Hubs).
Wohl oder übel und je nachdem, wen man danach fragt, ist Hans Egede ganz eindeutig eine der einflussreichsten Personen in der Geschichte Grönlands. Vor dreihundert Jahren kam er an unserer Küste an.
Dies ist ein Meinungsartikel von einem externen Autor und reflektiert nicht unbedingt die Meinung von Visit Greenland.
Das Jahr 2021 markiert den 300. Jahrestag der Ankunft Hans Egedes in Grönland, der das Ziel hatte, die Insel zu christianisieren und zu kolonialisieren. Sein Einfluss auf nahezu jeden Aspekt des Lebens in Grönland ist sogar in moderner Zeit noch sichtbar. Heute sind die meisten Grönländer offiziell Christen und Mitglieder der lutherischen Staatskirche. Der Einfluss Hans Egedes auf die Gesellschaft bezeugt sich auch darinnen, dass er bis zum heutigen Tag sowohl verehrt als auch kontrovers betrachtet wird. Wie bei vielen historischen Figuren mit starker Persönlichkeit gibt es unterschiedliche Interpretationen von Hans Egede und seinem Erbe. Ein Historiker, ein Theologe oder ein einheimischer Bürger würden wahrscheinlich unterschiedliche Sichtweisen auf sein Lebenswerk haben. Man kann spüren, dass es immer noch sehr vielfältige Perspektiven auf Hans Egedes Charakter und seinen Beitrag zur Gesellschaft gibt, wenn man dieser Tage Zeitungskommentare zu ihm liest.
Über die letzten 50 Jahre hat die Positionierung von Hans Egedes Statue an prominenter Stelle in Nuuks Kolonialhafen Kontroversen hervorgerufen. Seine Statue steht auf einem kleinen Hügel neben der ikonischen Erlöserkirche aus rotem Holz und ist nach Süden zur Håbets Ø (dt. Hoffnungsinsel) ausgerichtet, wo er seine erste Mission errichtete. In Nuuk geht es ziemlich stürmisch zu, weshalb Hans Egede sowohl konkret als auch metaphorisch harten Gegenwind spürt. Aber warum hat die Positionierung der Statue so eine Bedeutung bekommen?
Im Zuge der 2020 weltweit stattfindenden Demonstrationen für Black Lives Matter und gegen frühere Kolonisatoren und Sklavenbesitzer wurden die Statuen von Hans Egede in Nuuk und Kopenhagen mit Farbe besprüht. Sie wurden mit dem Schriftzug „DECOLONIZE“ versehen.
In der anschließenden Debatte argumentierte man, dass die Statue eines Unterdrückers nicht an einem solch bedeutsamen Platz verbleiben sollte. Andere schlugen vor, dass man sie in ein Museum oder einen speziellen Figurenpark umsiedeln sollte. Allerdings stimmten die Einwohner von Nuuk in einem lokalen Referendum dafür, dass die Statue an ihrem aktuellen Platz bleiben soll. Man sollte auch beachten, dass die Statue vor 100 Jahren während der grönländischen Wei Initiative errichtet wurde, und dass die Einwohner Nuuks die Statue in Nuuk selbst errichteten. Dies hat ihre Kritiker aber nicht verstummen lassen.
Der Wunsch nach Unabhängigkeit und der Kampf für grönländische Werte nahmen in den 1960ern und 1970ern an Fahrt auf. Ein Umdenken setzte ein, das auch die aktuellen Wertevorstellungen betraf. Es wurde argumentiert, dass viele gesellschaftliche Werte der grönländischen Bevölkerung von außen auferlegt wurden.
Der Kampf für die Selbstverwaltung, Selbstregierung und die schlussendlich darauf zu folgende Unabhängigkeit ist kein Kampf gegen das Christentum. Trotzdem hat das Christentum traditionelle inuitische Denkweisen und Werte unterdrückt. Daraus folgend würde auch Hans Egede zu einem Symbol der Unterdrückung werden. Ein Teil der Bevölkerung glaubt, dass er mit der Einführung neuer Normen ausdrückte, wie er seine Werte gegenüber denen der indigenen Bevölkerung als überlegen wahrnahm.
In letzter Zeit findet eine Inuit-Renaissance statt, bei der sich viele junge Menschen mit ursprünglich inuitischen Werten als Alternativen zur dominanten Kultur identifizieren, welche sehr vom europäischen Denken beeinflusst ist. Wertevorstellungen der Inuit können auf sehr introspektive Arten individuell übernommen werden, es finden sich aber auch Erscheinungen mit deutlich sichtbaren Signifikanten: Inuit-Gesichts- und Körpertätowierungen. Christliche Siedler verboten diese und ihre Rückkehr weist auf eine Rückbesinnung und einen wiedergewonnenen Stolz auf die Inuitgeschichte hin. Originale Gesichtstätowierungen können auf den Gesichtern der berühmten Qilakitsoq-Mumien in Grönlands Nationalmuseum betrachtet werden. Andere Leute beziehen sich auf das, was sie als positive Aspekte der Ankunft von Hans Egede in Grönland betrachten: Der Lebensstandard verbesserte sich und die Sterberaten sanken. Außerdem wird es von vielen als Erfolg angesehen, dass ein Großteil der Bevölkerung Mitglied der Kirche ist und der Religion folgt, die Hans Egede nach Grönland gebracht hat.
Ob so oder so, gehen wir hier einmal in der Zeit zurück und schauen uns die Motive Hans Egedes an.
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Bevor er einen Fuß nach Grönland gesetzt hatte, hegte Hans Egede einen Traum: Er wollte auf eine Missionsreise nach Grönland gehen, um die dortige Bevölkerung zu christianisieren. Es war damals 300 Jahre her, dass die Welt zuletzt von den nordischen Siedlern gehört hatte, die im Jahr 1000 aus Grönland ein christliches Land gemacht hatten. Sollten irgendwelche Nachfahren dieser frühen Siedler noch am Leben sein, müsste man sie davon in Kenntnis setzen, dass sie nun eher lutherisch statt katholisch wären.
1686 im nördlichen Norwegen 160 Kilometer nördlich des Polarkreises geboren, wuchs Hans Egede in einem gebildeten Umfeld auf, wo er sehr viel Wissen von seinem Onkel vermittelt bekam. Hans Egede ging dann in den Süden, um Theologie zu studieren. 1704 machte er seinen Abschluss an der Universität von Kopenhagen, nachdem er nur 1½ Jahre studiert hatte. Zwei Jahre später heiratete er Gertrud Rask und wurde 1707 Pastor in der norwegischen Stadt Vågen.
Im folgenden Jahr entwickelte sich sein Interesse an Grönland und das nächste Jahrzehnt über arbeitete er hart daran, den dänisch-norwegischen König davon zu überzeugen, ihn nach Grönland auszusenden. Dies sollte nicht nur ein Auftrag werden, um Gott zu ehren; König Frederik IV. sollte auch davon profitieren.
Am 3. Juli 1721 kam Hans Egede in Grönland an. Nun war er hier und bereit, das Wort Gottes zu predigen. Nach Grönland zu gelangen, bedurfte 13 Jahre des Spendensammelns und der Lobbyarbeit. Hans Egede hatte das Geld durch reiche Händler in der wichtigen Hafenstadt Bergen aufgebracht. Dort hatte er eine Handelsfirma gegründet, 1721 wurde ihm dann auch der offizielle Status eines Missionars verliehen. Seine Träume wurden endlich wahr, als er sein Schiff Haabet (die Hoffnung, Aktuelle Kageq) bestieg.
Hans Egede und sein Gefolge, bestehend aus seiner Frau, fünf Kindern und 40 zukünftigen Kolonisatoren, brachen auf drei Schiffen auf. Kurz nachdem sie die Südspitze Grönlands passiert hatten, stießen die Schiffe auf Treibeis, dessen Vorkommen in dieser Gegend im Frühsommer sehr typisch ist. Meereisschollen brechen in der arktischen See ab und ziehen entlang der grönländischen Ostküste gen Süden. Das Meereis biegt am Kap Farvel um die Kurve und füllt Südgrönlands Westfjorde. Das kann potentiell lebensbedrohlich werden, da das schwere Eis Boote zermalmen kann. Eines der Schiffe aus Hans Egedes Gefolge wurde durch das Eis zerdrückt, aber alle an Bord konnten gerettet und auf die anderen Schiffe gebracht werden.
Die beiden verbliebenden Schiffe kamen schließlich an einer Insel an, die sie Haabets Ø (die Hoffnungsinsel) nannten. Später lernten sie, wie unangemessen der Name war, da es ein erbärmlicher Ort für das Ziel war, Handel einzurichten. Direkt an der Davisstraße gelegen, war es häufig neblig und feucht. Der folgende Winter wurde hart und unnachgiebig.
„Unser täglich Brot gib uns heute“ zu „Unseren täglichen Seehund gib uns heute“, da die Inuit kein Brot kannten.
Nach diesem ersten Winter litten viele der neuen Kolonisatoren an Skorbut und sie waren mehr als gewillt, bei der nächstbesten Gelegenheit wieder nach Skandinavien zurückzukehren. Als 1722 ein Schiff anlegte, sagten sie ihrem nebligen Zuhause Adieu. Hans Egede aber kämpfte mit der großartigen Unterstützung seiner Frau Gertrud Rask sieben Jahre lang, von 1721-1728, für die Errichtung einer Mission und einer Walfangstation. Außerdem erkundete Egede die Küste Grönlands, wo er nach Nachkommen aus der altnordischen Besiedlung suchte. Er fand viele Hinterlassenschaften und Ruinen, aber keine Nachkommen.
1724 glückte es Hans Egede, einige Inuitkinder zu taufen. Die kommerziellen Aspekte seiner Reise waren gescheitert, dafür brachte er aber das Christentum zur einheimischen Bevölkerung. In den täglichen Gebeten gab es eine Sache, die er deutlich anpasste: Er änderte „Unser täglich Brot gib uns heute“ zu „Unseren täglichen Seehund gib uns heute“, da die Inuit kein Brot kannten.
→ Kangeq – Abandoned settlement tour von Nuuk Water Taxi
→ Kangeq tour von Kang Tourism
→ Ein Blogbeitrag, The abandoned settlement of Kangeq near Nuuk von Lisa Germany
by.
1728 kam Major Claus Parss mit vier Schiffen an, er war zum Gouverneur von Grönland berufen worden. Er verlegte die Kolonie von der Hoffnungsinsel aufs nicht weit entfernte Festland und begann einen zweiten Kolonialisierungsversuch. Parss wurde von Soldaten und Sträflingen unterstützt, die auf den Schiffen mitgekommen waren. Er nannte sein Fort Godt-Haab (Gute Hoffnung), das ist der ehemalige dänische Name von Nuuk.
Hans Egedes Haus wurde auf der Insel abgebaut und in der neuen Kolonie wiederaufgebaut. Es ist das älteste stehende Gebäude in Nuuk und beherbergt heute die wichtigsten Empfänge der grönländischen Regierung.
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Selbst mit dieser neuen Basis für seine Kolonie stellte sich für Hans Egede der große Erfolg noch nicht ein. Vierzig Menschen erlagen in der neuen Kolonie dem Skorbut und der König hatte die Handelsbeziehungen mit Grönland von der bankrotten Gesellschaft in Bergen übernommen. Allerdings starb König Frederik IV. 1730 und im folgenden Jahr verfügte der neue König, dass die grönländischen Kolonien zu schließen seien.
Hans Egede hielt an seinem Traum fest und blieb in Grönland. Er setzte seine Söhne als Übersetzer ein und lernte auch selbst, ein wenig Grönländisch zu sprechen. Sowohl Hans Egede und seine Söhne als auch später die Herrnhuter Brüdergemeine vertrauten auf Bilder, wenn sie die Geschichten der Bibel erzählten. Dies half ihnen über sprachliche Hürden hinweg. Er konzentrierte seine Bemühungen auf Kinder, um sicherzustellen, dass die von ihm Bekehrten ein wahres christliches Leben führen würden. Er schätzte es als einfacher ein, Menschen in jungen Jahren statt später zu erreichen.
1733 kehrte ein christlich getauftes und von Hans Egede bekehrtes Kind nach einem Besuch in Dänemark nach Grönland zurück. Leider hatte sich dieses arme Kind mit Pocken angesteckt. Schnell wütete eine Epidemie in dem Gebiet. Hunderte der neu konvertierten Grönländer erlagen der Krankheit. Hans Egede und Gertrud Rask waren unter den vielen, die die Kranken pflegten und 1735 fiel auch Gertrud der Epidemie zum Opfer.
In tiefer Trauer veränderte Hans Egede seine Mitwirkung in der Mission, als er den Körper seiner Frau nach Dänemark brachte und die tägliche Arbeit der Mission seinen Söhnen überließ. Er plagte sich mit dem Schuldgefühl, mehr Schlechtes als Gutes nach Grönland gebracht zu haben. Trotzdem blieb er seinem Lebenswerk treu und gründete in Kopenhagen das Grönland-Missionsseminar. 1740 wurde er evangelisch-lutherischer Bischof von Grönland.
Hans Egedes 1747 veröffentlichter Katechismus für Grönland wurde zum Meilenstein des Christentums in Grönland. Über die Jahre verbreiteten Hans Egede, seine Söhne und andere Missionare sehr erfolgreich die Botschaft der Bibel. Sie begaben sich auf viele Reisen entlang der Westküste Grönlands, die in verschiedenen Missionen, Handelsstationen, Büchern, Landkarten und dem ersten Wörterbuch der grönländischen Sprache resultierten.
Hans Egede arbeitete bis zu seinem Tod 1758 aktiv an einem christlichen Grönland. Seine Söhne und Enkelsöhne setzten seine Arbeit in Grönland fort.
Hans Egede war berüchtigt für seine Wutanfälle, wenn die Dinge nicht so liefen, wie er sie geplant hatte. Das half seinem Ansehen unter den Grönländern weder damals noch heute. Wie bei allen Geschichten aus der Zeit des Kolonialismus gibt es zwei Seiten der Medaille. Einige erinnern sich an die Erfolge, während andere gedenken, wie diese Erfolge zustande kamen.
Zum einen tötete die Pockenepidemie viele Familien; Hans Egede fühlte sich auch selbst dafür schuldig.
Darüber hinaus hatten sich grönländische Angakoks (Schamanen) von Beginn an misstrauisch gegenüber der Missionierung durch Hans Egede gezeigt. In den Glaubenssystemen der Inuit stehen die Angakoks mit den Naturgeistern und den Seelen der Toten in Kontakt. Als christlicher Missionar war Hans Egede naturgemäß gegen diesen Glauben und er setzte teilweise auf Drohungen und Gewalt, um seine Doktrin aufzuzwingen.
Außerdem half es dem Ansehen nicht, dass Soldaten und Gefangene die zweite Kolonie aufgebaut hatten. Ihre Manieren und ihr Auftreten standen sehr wahrscheinlich im deutlichen Kontrast zur Botschaft von der Liebe Gottes.
Die Herrnhuter Brüdergemeine übte in Grönland ebenfalls einen großen christlichen Einfluss aus. Sie kamen 1733 auf dem gleichen Schiff nach Grönland, auf dem auch der mit Pocken infizierte Junge reiste. Als Hans Egede in Grönland war, gab es weltweit nur zwei große protestantische Missionsbemühungen: die Dänisch-Hallesche Mission und die Herrnhuter Brüdergemeine, die ihren Ursprung in Deutschland hatte. Die neuen Missionare der Herrnhuter Brüdergemeine bauten die erfolgreiche Mission Neu-Herrnhut auf.
Zu 1747 erbaute die Herrnhuter Brüdergemeine das wunderschöne Herrnhut-Haus mit aus Europa importiertem Holz. Den historischen Schilderungen nach schauten die Grönländer ehrfurchtsvoll auf dieses Gebäude: Wenn etwas derart Schönes in diesem Leben existieren konnte, wäre nur zu erahnen, was das Leben nach dem Tod noch mit sich bringen könnte! Die Missionsstation wurde später zu Grönlands erster Universität.
Einigen Quellen nach hatten die Herrnhuter Pastoren einen guten Sinn für Inszenierung und Theatralik (und sie waren wahrscheinlich auch freundlicher als Hans Egede selber). Dementsprechend zogen sie viele der zum Christentum Konvertierten an. Über 150 Jahre lang bauten die Herrnhuter ihre Missionen entlang der Westküste Grönlands auf. Lichtenau hieß eine davon und war einige Zeit lang die größte Siedlung in Grönland. Bei der Taufe der Menschen führten sowohl die Egedes als auch die Herrnhuter Nachnamen ein, die für die Einheimischen ein ganz neues Konzept darstellten. Deshalb haben so viele Grönländer dänische oder deutsche Nachnamen wie beispielsweise die dänischen Namen Nielsen, Høegh und Egede und die deutschsprachig klingenden Namen Biilmann, Heilmann, Fleischer und Kleist.
Hans Egedes Erbe wird weiterleben, aber vielleicht in einer redigierten Form. Während er in der Vergangenheit häufig verehrt wurde, sind die jüngeren Generationen skeptischer und sehen ihn nicht durch die rosarote Brille verklärt. Dies ist eine weltweite Bewegung und deshalb ist es wichtig, das Thema in der Zukunft weiter zu verfolgen.
Als Ergebnis einer Debatte um Hans Egede hat die Kommuneqarfik Sermersooq (die Kommune, in der sich auch Nuuk befindet) entschieden, den 300. Jahrestag von Hans Egedes Ankunft in Grönland in diesem Jahr (2021) nicht zu feiern. Stattdessen werden sie sich auf den 300. Geburtstag von Nuuk 2028 konzentrieren.
Über die Jahre wurde das Gedenken an Hans Egede vielfältig zelebriert. Hier folgen ein paar Beispiele:
Egedesminde wurde 1759 von Hans Egedes Sohn Niels ein Jahr nach dem Tod von Hans Egede gegründet. Vier Jahre später wurde die Siedlung auf ihre heutige Position auf der Insel Aasiaat umgesiedelt, die nach der früheren Besiedlung durch Inuit benannt ist. Die Stadt heißt heute auch Aasiaat.
Die größte Kirche in Grönland ist nicht unsere Kathedrale Annaassisitta Oqaluffia (Erlöserkirche), sondern die Hans-Egede-Kirche. Sie wurde vor 50 Jahren in Nuuk eingeweiht. Dazu passend ist die jüngste und größte Kirche in Südgrönland die Gertrud-Rask-Kirche in Qaqortoq.
1916 hat die Königliche Dänische Geographische Gesellschaft die Hans-Egede-Medaille eingeführt, die Menschen ehrt, die außergewöhnliche „geografische Studien und Forschungen in Polargebieten“ geleistet haben. Unter den Trägern befinden sich die Polarforscher Knud Rasmussen, Peter Freuchen und Roald Amundsen.
Diese beiden Schiffe wurden ebenfalls nach dem Paar benannt und erkennen auch die Bedeutung von Gertrud Rask an. 1905 beziehungsweise 1923 gebaut, befuhren die Schiffe die Strecke zwischen Dänemark und Grönland.
Nach der Besetzung Dänemarks durch Deutschland 1940 fuhren die Schiffe zwischen Grönland und dem kontinentalen Nordamerika. Die Deutschen torpedierten die Hans Egede 1942 und nicht viel später erlitt die Gertrud Rask an der kanadischen Küste Schiffbruch.
Grönlands größtes Hotel befindet sich direkt im Zentrum von Nuuk und ist nach Hans Egede benannt. Einer der größten Konferenzräume des Hotels ist nach Gertrud Rask benannt.
Es kann nicht gerade als Denkmal bezeichnet werden, trotzdem ist es möglich, das Schiffswrack eines anderen Schiffs namens Hans Egede auf der Themse zu besuchen. Das dänische Schiff wurde nach England verkauft und leckte dort schließlich. Die Überreste des Schiffsrumpfs können in Ufernähe bei Cliffe Fort gesehen werden.
Vor der Frederikskirche in Kopenhagen (allgemein als Marmorkirche bekannt) befindet sich eine Statue von Hans Egede.
Auf dem Mond ist ein Krater nach Hans Egede benannt. Er befindet sich am Südrand des Mare Frigoris (Lat. „Meer der Kälte“). Zufälligerweise wurde kürzlich auf dem Mars ein Krater nach Qaqortoq benannt, wo sich die Gertrud-Rask-Kirche befindet.
Quellen
https://denstoredanske.lex.dk/Hans_Egede
https://danmarkshistorien.dk/leksikon-og-kilder/vis/materiale/hans-egede-1686-1758/
https://sogn.dk/hansegede-koebenhavn/
https://derelictplaces.co.uk/threads/the-hans-egede-shipwreck.34534/ (many photos)
https://da.wikipedia.org/wiki/Hans_Egede_Medaillen
https://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Egede
https://da.wikipedia.org/wiki/Hans_Egede
https://en.wikipedia.org/wiki/Moravian_Church
https://en.wikipedia.org/wiki/Moravian_missions_in_Greenland
Tving: Skibe i Grønlandsfarten
Grönland steht in diesem Jahr also auf eurer Wunschliste – oder vielleicht auch fürs Jahr danach: Aber wann ist eigentlich die beste Zeit, um Grönland zu besuchen und was sind nützliche Dinge, die man vor der Reise wissen sollte? Was kann man in Grönland im Winter und was im Sommer unternehmen? Um euch bei eurer Entscheidung zu helfen, hat Tanny Por, Redakteurin bei visitgreenland.com, 12 handverlesene Gründe ausgewählt, warum das arktische Wunderland zu ganz bestimmten Zeiten des Jahres so besonders ist. Viel Spaß dabei!
DIE RÜCKKEHR DER SONNE
Der dicke Mantel der polaren Dunkelheit schmiegt sich immer noch über große Teile von Grönland. Januar ist die Zeit, in der man auf die Rückkehr der Sonne wartet. Die Wintersonnenwende und Grönlands winterliche Dunkelheit verströmen ihre ganz eigene Magie. Auch wenn die Sonne in den nördlichen Teilen des Landes seit Monaten nicht aufgegangen ist, sorgt der im tiefen Schnee reflektierende Mond für Licht, wie es auch die am Himmel funkelnden Sterne und tanzenden Nordlichter tun.
Am Tag ihres ersten Aufgehens versammeln sich die Gemeinden nördlich des Polarkreises am örtlichen Aussichtspunkt, um die Sonne dabei zu beobachten, wie sie über den Horizont blinzelt. Es gibt dazu keine organisierte Veranstaltung, aber häufig versammeln sich die Menschen und singen Lieder, wenn sie dabei zuschauen, wie die Sonne zurückkehrt. Dieses Ereignis wird selten von der Außenwelt erlebt und lässt sich nur schwer vorstellen.
WELLNESS UND SCHNEE
Da der Februar mehr Licht in den Tag bringt, werdet ihr bemerken, dass die Leute länger draußen bleiben. Es ist großartig, dass grönländische Wellnessoptionen immer zugänglicher werden, denn ein Schneesturm sagt in Grönland nicht gleich jede Veranstaltung ab, er trägt im Zweifelsfall nur eine weitere Schicht zu ihr bei!
Nuuk bietet zu dieser Zeit ein weißes Erlebnis im Hinterland an – ihr könnt dafür Outdoor-Aktivitäten wie Abfahrt- und Tourenski, Langlauf und Schneeschuhwanderungen mit atemberaubenden Ausblicken in Erwägung ziehen! Nach einem Tag draußen in der Wildnis könnt ihr ins Schwimmbad gehen und euch im Hot Tub einweichen. Ausgezeichnete Aussichten garantieren eine echte grönländische Wellness-Erfahrung.
Schneescooter gehören zu einem adrenalinreichen Sport, der für die Einheimischen in Sisimiut wie zur zweiten Haut geworden ist. Nehmt an einer organisierten Tour teil und kehrt dann in die Stadt und zum Angebot des Arctic Spa im Hotel Sisimiut zurück, vervollständigt durch einen Saunagang und einem Bad in der Wildnis.
Eine andere Möglichkeit bietet sich auf der anderen Seite des Landes bei Tasiilaq Tours, wo ein Schneemobil eine mobile Sauna zu einem wunderschönen Ort fährt. Wenn es euch zu heiß wird, könnt ihr euch für eine Abkühlung durch den Schnee wälzen!
KULTUR IN DER NATUR
Der März ist eine gute Zeit, traditionelle Aktivitäten in der Natur wie etwa das Fahren mit dem Hundeschlitten und Eisfischen auszuprobieren, beides gehört seit tausenden Jahren zur hiesigen Lebensweise dazu. Dies ist übrigens in Grönland immer noch eine beliebte Transportform und die regionale Fischindustrie bedeutet heute für das Land eine wichtige wirtschaftliche Lebensader.
Es gibt keine bessere Form, um die pure Kraft der grönländischen Natur zu fühlen, als auf einem traditionellen Holzschlitten zu sitzen. Ihr könnt überall nördlich des Polarkreises und in ganz Ostgrönland mit dem Hundeschlitten fahren, aber ein relativ unbekannter Ort ragt dafür im Winter ganz besonders heraus: die sehr nördliche Stadt Uummannaq. Hier könnt ihr das Leben in einer kleinen Stadt mit 1.400 Einwohnern erleben und euren Herzschlag beim Eisfischen noch weiter herunterfahren. Denkt an nichts anderes, wenn ihr eure Leinen aus bis zu 300 Metern Tiefe in einer spektakulär weißen, kargen Umgebung hochziehen. Eure Wangen werden sich von der Anstrengung rot färben, die mit den köstlichsten Fischarten Grönlands bestückte Leine zu heben: Heilbutt, Rotbarsch oder sogar Wels.
Ein weiteres beliebtes Erlebnis ist die Übernachtung in der Igloo Lodge Greenland. Die Tradition des Iglubaus aus Eis (die tatsächlich von den kanadischen Inuit adaptiert wurde) ist nun auch für Touristen verfügbar, die Ilulissat in den kältesten Monaten des Jahres besuchen. Wenn ihr bei eurem Aufenthalt im grönländischen Iglu Glück habt, dann werden die Nordlichter am Himmel funkeln.
LICHTER UND KLÄNGE
Der April wird eine der letzten Möglichkeiten bieten, sich unter den Nordlichtern zu aalen, bis der Winter zurückkehrt! Dank ihrer Positionierung auf 67°N und im Inland ist die Stadt Kangerlussuaq einer der besten Orte auf der Erde, um die nächtliche Himmelsshow zu sehen. Ihr werdet merken, dass hier viele Nächte klar und wolkenlos sind! Während des Tages empfehlen wir Aktivitäten am und im grönländischen Inlandeis – dies ist die einzige Stelle des Landes, wo ihr es über eine Straße erreichen könnt.
Für Musikliebhaber bietet sich eine Kombination aus Nordlichtern und dem Arctic Sounds Festival in Sisimiut an, einem aufstrebenden Festival, das Künstler aus den nordischen Ländern und Inuit Nunangat aus Kanada präsentiert.
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HELISKIING
Der Mai ist perfekt fürs Heliskiing – und Grönland ist als einer der wenigen Orte auf der Welt verblieben, wo ihr die weißen Hänge ganz für sich hinunterschwingen könnt!
Grönlandenthusiasten im Helikopter-Skiing sagen, dass die Berge bei Maniitsoq (am Polarkreis) und Ammassalik (Ostgrönland) makellose Orte sind, um sich vom Fluggerät auf einem unberührten, verschneiten Gipfel absetzen zu lassen. Fahrt auf Skiern dramatische Berghänge von bis zu 2.000 Metern hinunter, die direkt am Meer voller Eisberge enden. Ein Großteil des Terrains ist aufgrund des Packeises nur im Sommer per Boot zugänglich.
NATIONALFEIERTAG UNTER DER MITTERNACHTSSONNE
Ein Grönlandbesuch im Juni ist herrlich hell – in Nordgrönland steht die Mitternachtssonne bereits in vollem Glanze – und es gibt sehr viel, was ihr im Sommer unternehmen könnt wie Kajakfahren, Stand-Up-Paddling, Wandern, Wal- und Eisbergbeobachtungen.
Für ganz besondere kulturelle Eindrücke solltet ihr die farbenfrohen Feierlichkeiten des Nationalfeiertags am 21. Juni in eure Planungen einbeziehen. Viele Veranstaltungen finden an Grönlands Sommersonnenwende (dem längsten Tag des Jahres) draußen statt.
In Nuuk finden die meisten Aktivitäten um Nuutoqaq herum statt, den alten Kolonialhafen. 2020 konntet ihr diese auch aus der Ferne online verfolgen! Es gibt Live-Unterhaltung, Volkstanz und ein regional inspiriertes Barbecue. Der Tag wird für gewöhnlich mit Kanonenschüssen und Chorgesang eingeläutet. Für Kulturliebhaber, die so richtig in die Gemeinschaft eintauchen wollen, ist es genau das Richtige.
ANGELPARADIES
Im Juli ist Angelsaison! Grönland ist ideal für Menschen, die eigentlich nicht so angelaffin sind, um mal ein schuppiges Exemplar in die Finger zu bekommen – eine größere Erfolgschance werdet ihr nirgendwo sonst in der Welt erhalten. Nehmt an einem Bootsausflug eines Tourenanbieters teil und probiert euer Glück dabei, vom Boot aus Fische zu fangen. Mit etwas Glück könnt ihr 5 in 10 Minuten erwischen!
Viele nach Grönland reisende Angler lieben den Nervenkitzel, der dabei aufkommt, den bärenstarken Saibling beim Fliegenfischen zu fangen. Ein Teil des Abenteuers ist es bereits, zu dem Fluss zu gelangen, in dem ihr angeln wollt, da es sich um eine relativ fest geformte, schöne Landschaft mit wenig Vegetation handelt. Wenn ihr euren Durst löschen müsst, könnt ihr das Süßwasser trinken, das vom Gletscher abfließt. Spezialisierte Angelcamps sind an der grönländischen Westküste in Südgrönland, Nuuk und in der Destination Arctic Circle positioniert.
Zeitgleich finden Grönlands Einheimische auch ihren Kick dabei, den sich erholenden Saibling mit ihren bloßen Händen zu fangen.
DORFLEBEN IM SÜDEN
Woher kommt eigentlich Grönlands Name? Die Antwort liegt unten im Süden! In Südgrönland wird es im August fruchtbar und grün, am Reiseziel gibt es eine markante und vielseitige Natur und kleine Siedlungen zu entdecken. Findet die guterhaltenen altnordischen Ruinen, die von isländischen Wikingern zurückgelassen wurden und besucht einsam gelegene Schaffarmen, von denen aus ihr auf Eisberge schauen könnt. Beides sind Gründe, warum die Region den Titel UNESCO-Welterbe tragen darf.
Für die aktiveren Touristen besteht die Möglichkeit, mit einem Rucksack von Siedlung zu Siedlung zu wandern. Variiert eure Übernachtungsmöglichkeiten, indem ihr euer eigenes Zelt mitnehmt, euch von Schafzüchtern beherbergen lasst (und deren köstliche, selbstproduzierte Speisen probiert) oder indem ihr euch in den Hostels und Hotels in den größeren Städten aufhaltet. Eine andere Option sind Bootstransfers, wenn ihr eure Ferien lieber entspannter verbringt. Es gibt wahnsinnig viele Dinge, die man im August in Grönland so unternehmen kann.
WANDERN IM HERBSTROT
Dieser Monat eignet sich hervorragend, um in den grönländischen Fjorden zu wandern und mit dem Boot unterwegs zu sein. Vielleicht werdet ihr in der Gegend noch Wale sehen, in jedem Fall habt ihr aber die Chance, in der Natur zu wandern, Kräuter und Beeren zu pflücken. Die Nordlichter beginnen in all ihrem Glanze zu tanzen und lästige Moskitos, die im Frühsommer herumsurrten, werden verschwunden sein. Was am September könnte man eigentlich nicht mögen?
Ein Juwel als Ort, der alle diese Dinge und noch mehr bietet, ist Qeqertarsuaq, auch als Diskoinsel bekannt. Diese geothermische Insel hat Wandermöglichkeiten zu glänzend schwarzen Stränden, heißen Quellen, Basaltsäulen und vielem mehr in Hülle und Fülle im Angebot. Auf der Insel wachsen auch zahlreiche, einzigartige Pflanzenarten und sie ist ein Hotspot fürs Whale Watching.
MARATHON & MOSCHUSOCHSEN
Da das Licht im Oktober deutlich abnimmt, wird die Energie beim ,coolsten Marathon der Welt’ aufgefrischt – dem Polar Circle Marathon, der von Albatros in Kangerlussuaq organisiert wird. Dieser abenteuerliche Marathon ist ganz offensichtlich für Laufverrückte gemacht. Das besondere Element an ihm ist, dass ihr nördlich des Polarkreises laufen werdet, direkt an Grönlands Inlandeis entlang, und dabei möglicherweise in der arktischen Tundra an Moschusochsen und Rentieren vorbeikommen. Die Veranstaltungen für 2020 und April 2021 wurden abgesagt, der Marathon im Oktober 2021 soll jedoch wie geplant statt finden.
Oktober ist auch der letzte Monat, indem ihr mit einem Experten auf Moschusjagd gehen könnt. Dies ist eine Tourismusnische. Jagdfreunde können die grönländische Tundra mit Einheimischen durchstreifen, die das Terrain in- und auswendig kennen. Moschusochsen und andere Trophäenjagdreisen sind mit lizenzierten Anbietern im ganzen Land möglich, auch im abseits gelegenen Ittoqqortoormiit, wo der grönländische Moschusbestand herstammt.
KUNST ENTDECKEN
Grönlands dunkler Himmel ist wunderschön, ganz besonders auch im November. Diesen Monat könnt ihr komplett runterschalten! Im Süden strahlt die Sonne immer noch das sanfteste Sonnenlicht aus, das ihr euch vorstellen könnt. Die weichen Farben des Sonnenunterganges, die der Sonne entlockt werden, gehören zu den atemberaubendsten, die man sich nur vorstellen kann und machen sie zum Traum eines jedes Fotografen, dies festzuhalten. Im Norden ist die Sonne für dieses Jahr bereits untergegangen, womit der November die perfekte Zeit ist, drinnen Kunst zu entdecken.
November ist außerdem der perfekte Monat um Tentsile-Camping unter dem Sternenhimmel auszuprobieren. Die „schwebenden“ Zelte bieten einen komfortable Übernachtungsmöglichkeit und die Möglichkeit, die Nordlichter über den schneebedeckten Landschaften Grönlands tanzen zu sehen. Der Anbieter Two Ravens bietet eine Übernachtung in Tentsiles an, mit einem einzigartigen Blick über Nuuk und das Hinterland.
WEIHNACHTSSTIMMUNG
Der Dezember bringt Weihnachtsstimmung mit sich und die orangenen Sterne in den Fenstern erhellen die Straßen. Am 1. Advent fliegt der Weihnachtsmann (der in Uummannaq lebt) mit dem Helikopter ein und der Weihnachtsbaum leuchtet dann über ganz Grönland. Kleine, gemütliche Weihnachtsmärkte können in den einzelnen Städten gefunden werden.
Touristen können Neujahr in Ilulissat feiern – das neue Jahr mit Feierlichkeiten begrüßen und den herrlichen Eisfjord überblicken, während man köstliches grönländisches Weihnachtsessen speist.
Für die Skihasen öffnen die Skilifte für gewöhnlich im Dezember zum Ski Alpin. Skilanglauf ist ebenfalls eine beliebte Aktivität und es sollte möglich sein, dafür Ausrüstung von Tourenanbietern oder den Skivereinen zu bestellen oder zu leihen. In Nuuk wurde eine neue Pistenmaschine für 2,8 Millionen DKK (ca. 375.000 Euro) von Sisorarfiit Ski Lift (Website auf Dänisch) gekauft, um die Skipisten und Skiwanderwege zu erhalten.
Auch wenn diese Liste in keiner Weise auch nur annähernd vollständig sein könnte, hoffen wir doch, dass sie euch einige Reisetipps für Grönland bietet, die euch bei der Suche nach der für euch stimmigen Reisezeit weiterhelfen. Um weiter zu forschen, könnt ih noch einige der folgenden Hinweise lesen:

Artikel von Tanny Por
In den letzten Jahren hat sich Island aus vielen offensichtlichen Gründen zu einem der nachgefragtesten Reiseziele entwickelt. Im Gegensatz dazu ist Grönland relativ unbekannt. Ein gut gehütetes Geheimnis. Dieser Artikel stellt Nachforschungen an, warum es der kurze Flug während des Islandbesuches wert ist, einmal nach Grönland zu hoppen, indem er häufig gestellte Fragen beantwortet. Wenn wir Island und Grönland gegeneinander in einem Inuit-Trommeltanzduell antreten lassen könnten, würden Sie sicherlich einige sehr unterhaltsame Antworten erhalten. Denn am Ende haben sowohl Isländer als auch Grönländer (nicht immer den gleichen) Sinn für Humor. Stattdessen geben wir Ihnen hier einige Details mit auf den Weg, welche die Unterschiede (oder Ähnlichkeiten) dieser wahnsinnig schönen Länder verraten. Unabhängig davon, ob Sie im Urlaub nach Grönland oder Island fahren wollen, werden Sie so einige Dinge kennenlernen, in denen sich die Länder voneinander unterscheiden!
Grönland ist via Island und Dänemark mit der Welt verbunden. Sowohl Air Greenland als auch IcelandAir fliegen von Island direkt nach Grönland.
Wenn Sie sich Island als wildes Land vorstellen, dann sollten Sie mal rüber nach Grönland hüpfen und den wahren Wildwesten entdecken. Island hat so viel im Angebot, aber die Welt hat auch schon viel davon erobert. Grönland ist für Abenteurer, die schon überall waren und die einzigartigsten und verlassensten Teile der Welt entdecken wollen.
Island wurde 2019 von über 2 Millionen Touristen besucht. In Grönland waren ungefähr 100.000 Touristen zu Gast. Mit 2,17 Millionen Quadratkilometern Landfläche und nur 56.000 Einwohnern hat Grönland die geringste Bevölkerungsdichte der Welt. Die Zahl spricht für sich selbst und während wir nicht wollen, dass Grönland zu schnell wächst, haben wir aber in jedem Fall noch viel Platz, um das ganze Jahr über mehr Besucher willkommen zu heißen.
Fürs erste Mal:
Für die unerschrockenen Abenteurer:
Grönland ist Eis. Island ist grün. Dies ist eine der klassischen Aussagen, die Sie über Grönland im vertrauenswürdigen Lexikon Google finden. Aber warum wird Grönland Grönland und nicht Island genannt? Grönland ist definitiv vereist, da 79% der Insel vom atemberaubend schönen Inlandeis bedeckt werden. Nach der Antarktis ist das übrigens der zweitgrößte Eiskörper der Welt.
Wenn Sie aus der Klimaperspektive auf Grönland schauen, steckt die größte Insel der Welt voller dramatischer Kontraste. Beispielsweise gibt es Eiswüsten im Norden und sehr viel grünere Weiden im Süden Grönlands.
Island ist ebenfalls vereist, wobei nur ein vergleichsweise kleines Stück von 11% mit Eis bedeckt ist. Allgemein ist das Klima sehr viel milder als in Grönland und ermöglicht es, in der Sommerzeit im saftigen Grün zu erblühen.
Ganz nah dran:
Aus der Luft:
Aber hat jemals irgendwer behauptet, dass Grönland grün ist und zwar ganz besonders in Südgrönland? Einige Theorien gehen davon aus, dass die Nordmänner, die von Island nach Grönland segelten, entweder Sinn für Humor hatten oder sehr geschäftstüchtig waren und den ersten Marketingwitz der Welt machten. Um Siedler zu verlocken, nach Grönland zu ziehen und sich Erik der Roten anzuschließen, gaben sie Grönland vor über 1.000 Jahren seinen Namen. Tatsächlich ließen sie sich im grünsten Teil Grönlands nieder, in Südgrönland, das zur Sommerzeit vor Leben erblüht.
Wenn Sie ganz genau herausfinden wollen, warum Island Island und Grönland Grönland genannt wird, dann finden Sie bei Andrew Evans von National Geographic, einem wahren Freund Grönlands, noch mehr Details zu dieser Geschichte (auf Englisch).
Die Nordmänner siedelten 985 n.Chr. in Grönland, bis sie etwa 500 Jahre später wieder verschwanden. Wenn Sie sich für Rätsel begeistern können, sollten Sie tiefer in die Theorien eintauchen, was wirklich mit den grönländischen Wikingern geschah.
Wie die Wikinger lebten und das Land bestellten, ist einer der Gründe, warum Südgrönland nun eine UNESCO-Welterbestätte ist. Heute setzen die Grönländer die Landwirtschaft fort und wenn Sie diese freundlichen Gastgeber einmal besuchen, fällt es Ihnen leicht, sich vorzustellen, wie das Leben all die Jahrhunderte lang ausgesehen haben könnte.
Bis heute nennen die Inuit in Grönland ihr Land Kalaallit Nunaat, das bedeutet „Land der Menschen”. Fakten
Das ganze Jahr über:
Hauptstadt der Wikinger:
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Sie haben jedes Recht, aufgrund der Namen diese Frage zu stellen: „Ist Island kälter als Grönland?“ Nun gut, mit dem Inlandeis würden Sie erwarten, dass Grönland kälter ist. Island liegt am Golfstrom, der das Klima mitbestimmt, Icelandic Mountain Guides erklärt im Detail (auf Englisch), wie das geht.
Aber Grönland ist auch für Überraschungen gut! Im Sommer zeigt Grönland seine eigene Version des arktischen Sommers, verfeinert durch die Mitternachtssonne und erfrischend milde Temperaturen.
Man könnte sogar sagen, dass es warm werden kann, da die Leute in Shorts und T-Shirts hüpfen, sobald die Sonne scheint – wir ermutigen Sie aber ausdrücklich dazu, immer ein paar Extraschichten mitzubringen, egal wo Sie sich gerade aufhalten!
Es lohnt sich, zu wissen, dass die Luft in Grönland generell recht trocken ist und sich aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit die gleichen niedrigen Temperaturen wärmer anfühlen können als im Vergleich zu anderen Ländern, sogar zu Island!
Grönland, wenn es kalt ist:
Grönland, wenn es wärmer ist:
Es gibt nur wenige Orte in der Welt, die mit Island und Grönland konkurrieren können, wenn es um Nordlichter geht. Der unsichtbare Auroragürtel schmückt beide Länder und wenn Sonnenwinde in die Erdatmosphäre eintreten, erscheint die Farbexplosion am nächtlichen Himmel. Inuit-Erzählungen besagen, dass es ihre Vorfahren sind, die am Nachthimmel mit einem Walrossschädel Fußball spielen.
Ein großer Unterschied zwischen den beiden Ländern besteht darinnen, dass Sie keine Tour buchen müssen, um in Grönland Nordlichter zu sehen – es ist ganz normal, sie sogar in der Hauptstadt Nuuk von Ihrem Schlafzimmerfenster aus zu entdecken. Dies liegt am geringen Grad der Lichtverschmutzung in Grönland. Sie können einfach nur einen kurzen Spaziergang unternehmen, um komplette Dunkelheit zu finden.
Nordlichter in der Wildnis zu sehen, kann aber diese Erfahrung manchmal noch bereichern. Probieren Sie es aus, wenn Sie in einer Hütte mit Blick auf einen Eisfjord übernachten oder in einem Iglu aus Eis oder irgendwo im Nirgendwo, wo der dunkle Himmel strahlen kann. Manchmal ist es eben doch wert, die Tour zu unternehmen!
In Grönland:
Mit den klarsten Nachthimmeln:
Für alle, die gerne in geothermisch warmem Wasser baden, ist Island das Wellnesswunderland voller heißer Flüsse, geheimer und nicht so geheimer blauer Lagunen, Whirlpools und vielem mehr. Grönland hat kein so vielfältiges Repertoire an Warmwasseroptionen, aber eine ist eine zugängliche, reine und natürliche Erfahrung, die Liebhaber warmer Quellen einfach ausprobieren müssen: Uunartoq.
Auf einer Insel 1,5 Stunden Bootstour von Qaqortoq, Südgrönlands Hauptstadt, entfernt gelegen, sind die warmen Quellen von Uunartoq so ziemlich alles, was die Blaue Lagune in Island nicht ist. Wenn Sie an Land gehen, ist es ein kurzer Spaziergang, bis Sie die zwei warmen Pools mit einer Durchschnittstemperatur von ungefähr 38 Grad Celsius erreichen. Dort gibt es eine einfache Holzhütte, in der Sie Ihre Badekleidung anziehen können und dann können Sie ganz frei ins Wasser eintauchen. Neben nur ein paar anderen Gästen sind Sie von gelben Butterblumen und dem Ausblick aufs Meer umgeben, wo die Eisberge sanft vorbeigleiten.
Das warme Wasser:
Geothermische Insel:
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Wir geben es direkt zu: Wenn Sie einen Roadtrip rund um die Insel machen wollen, sollten Sie nach Island reisen! Die Ringstraße in Island ist einer der schönsten Roadtrips, die Sie um ein Land herum unternehmen können.
Im gewöhnlichen Sinne haben wir gar keine richtigen Straßen, welche die Städte in Grönland miteinander verbinden könnten. Wir haben aber sehr wohl unsichtbare Straßen am Himmel und in den Fjorden. Grönland wird per Flugzeug und Boot miteinander verbunden. Auf der anderen Seite möchten wir bekanntgeben, dass Nuuk eine der kürzesten, aber auch schönsten Fahrschleifen in der Welt bietet, die eine Hauptstadt im Angebot hat. Sie können alternativ auch einen Roadtrip als Tierbeobachtung zum grönländischen Inlandeis unternehmen!
Bald wird es einen Schotterweg geben, der Sisimiut und Kangerlussuaq miteinander verbindet! Aktuell ist es möglich, zwischen den beiden Zielen zu wandern, mit dem Mountainbike zu fahren, mit dem Hundeschlitten und dem Schneescooter!
Durch Nuuk fahren:
Direkt fahren:
Auf einer Karte in echten Größenverhältnissen ist Grönland weiter östlich, westlich, nördlich und südlich als Island. Trotzdem werden Sie es auf den meisten Karten westlich von Island finden. Sowohl Grönland als auch Island liegen zwischen der Arktis und dem Atlantischen Ozean. Die beiden Länder werden durch die Dänemarkstraße voneinander getrennt. Geologisch ist Grönland Teil Nordamerikas, während sich in Island die tektonischen Platten Europas und Nordamerikas treffen.
Geographisch ist Grönland sehr viel größer als Island (auch wenn der Großteil des Landes aufgrund des grönländischen Inlandeises unbewohnbar ist). Es ist auch die größte Insel der Welt, bitte entschuldige das, Inselkontinent Australien! Mit 2,17 Millionen Quadratkilometern Land obendrein hat Grönland seinen Gästen viel zu bieten und da wir von ihnen nicht überrannt werden, würden wir in den Zeiten von COVID-19 dies als Vorteil bezeichnen, besonders wenn Sie Distanz halten und Menschenmengen vermeiden wollen.
Wollen Sie die wahre Größe Grönlands im Vergleich zu Ihrem Heimatland herausfinden? Sehen Sie auf „The True Size of…”, wie Grönland ein wirklich großer Landbrocken ist.
Manche Leute sind in Fragen der Unabhängigkeit etwas verwirrt und fragen schon mal: „Gehört Island eigentlich zu Grönland?” In der Vergangenheit gehörten beide Länder zum Königreich Dänemark. Island erlangte die Kontrolle über die eigenen Außenbeziehungen, als Dänemark 1940 während des Zweiten Weltkriegs von Deutschland besetzt wurde. 1944 erlangte es offiziell als Republik seine Unabhängigkeit.
Im Gegensatz dazu ist Grönland immer noch Teil des Königreichs Dänemark, auch wenn es selbst regiert wird. Seit 1979 hat Grönland eine erste Stufe der Selbstverwaltung (Hjemmestyre), in einer 2. Stufe 2009 wurden noch einmal zusätzliche Verantwortungen und Rechte der Selbstverwaltung (Selvstyre) zugesprochen. Das bedeutet, dass das Land die politischen Entscheidungen und Kompetenzen selbst übernommen hat, die früher von Dänemark auferlegt wurden. Mit der Verabschiedung des Selbstverwaltungsgesetzes hat Grönland die Möglichkeit, die Zuständigkeit für weitere Gebiete einzufordern und zu übernehmen. Verantwortung für das Rechtssystem, die Verteidigung und nationale Sicherheit, das Zivilrecht und die Außenbeziehungen trägt nach wie vor die dänische Regierung.
Die grönländische Regierung bietet auf ihrer Website einen Überblick über die politische Geschichte des Landes an.
Der Flug nach Grönland ist wahrscheinlich der größte Preisunterschied fürs Reisen in Island und Grönland. Wenn es um die Preise für Übernachtungsmöglichkeiten und Restaurantbesuche geht, gibt es in Island vielfältigere Angebote. Da sich aber der Tourismus in Grönland weiterentwickelt, werden die Preise immer wettbewerbsfähiger. Laut Feedback von Reiseanbietern, die vor COVID-19 Touren in beide Länder organisierten, glichen sich die Reisekosten immer stärker an. Um eine unabhängige Perspektive einzubeziehen, können Sie auf Englisch den Blogbeitrag von Full Suitcase: Travel Comparison of Greenland and Iceland nachlesen (auf Englisch).
Luxus in Grönland:
Preisbewusst in Grönland unterwegs:
Hier haben Sie es also. Auch wenn das natürlich eine voreingenommene Zusammenfassung der Grönland-Island-Geschichte ist, die wir aus grönländischer Perspektive erzählen. Wir sind aber auch große Fans von Island und glauben tatsächlich, dass unsere beiden Länder sich großartig ergänzen. Wir hoffen, dass Sie nun mehr über die Unterschiede zwischen Grönland und Island mitgenommen haben – für diejenigen Abenteurer, die eine rohere, unberührtere, wildere Version von Island erleben wollen, liegt Grönland buchstäblich nur einen Flug entfernt. Hoffentlich haben Sie erkannt, dass Grönland als Reiseziel so richtig einschlagen kann!

Artikel von Tanny Por
Wir starten eine wunderschöne Serie gegensätzlicher Standbilder aus der Hauptstadt der Nation, die sowohl im Winter als auch im Sommer aufgenommen wurden. Hier können Sie zwischen zwei gleichermaßen eindrucksvollen Jahreszeiten wechseln, in dem Sie den Cursor auf den Fotos hin und her bewegen.
Entdecken Sie 10 Orte in Nuuk auf der Karte!
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
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Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Rebecca Gustafsson (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Mads Pihl (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Foto von Mads Pihl (links) & Aningaaq R Carlsen (rechts) – Visit Greenland.
Es gibt in der Welt nur wenige Orte, die so sind wie Grönland: ein Land, das sich durch seine frostige Tundra, Eisberge so hoch wie Wolkenkratzer und eine Eisdecke definiert, die 14-mal so groß wie England ist. Ein Ort, an dem bunt gefärbte Lichter am dunklen Winterhimmel tanzen und die Mitternachtssonne durch die Sommernächte schimmert.
Grönland ist spektakulär, riesig, wild, zerklüftet und vor allen Dingen wahrhaft einzigartig. Wenn Sie auf der Suche nach unkonventionellen Erlebnissen und ungewöhnlichen Orten sind, ist Grönland genau richtig, da es anders als der Rest der Welt tickt. Hier kommt eine Liste an Dingen, die Sie NUR in Grönland und nirgendwo sonst in der Welt finden können.
Fast 80 Prozent von Grönland sind vom Inlandeis bedeckt, einer gigantischen Eismasse, die sich über die große Insel erstreckt. Es ist eine von nur zwei Eiskappen auf der Welt.
Wenn Sie immer noch nicht beeindruckt sind, sollten Sie sich das mal anhören: Es gibt das Inlandeis seit 18 Millionen Jahren! Aktuell dehnt es sich über ein Gebiet von 1,8 Millionen km² aus, das ist 14-mal die Fläche von England.
Das Inlandeis wurde auch früher nicht bewohnt, da die Grönländer sich zum Siedeln entlang der Küstenregionen mit Zugang zum Meer entschlossen. Heute ist Grönlands Inlandeis ein beliebtes Exkursionsziel für diejenigen, die das arktische Abenteuer suchen.
Von Kangerlussuaq aus führt eine 25 km lange Schotterstraße direkt zur Kante des grönländischen Inlandeises. Sie können auf dem Eis wandern oder mit dem Schneescooter fahren und sogar in einem Camp übernachten!
Geologen entdeckten Lebensspuren in einigen Felsstücken, die in der Region Isukasia im Südwesten Grönlands gefunden wurden, die auf ein Alter zwischen 3,7 und 3,8 Milliarden Jahren geschätzt werden. Die Analyse dieser urzeitlichen Felsformationen nutzte ein Wissenschaftler namens Minik Rosing als Grundlage für seine Theorie, wonach kohlenstoffhaltige Felsstücke Hinweise auf eine Lebensform enthielten. Mit mechanischen Techniken wie u.a. Infrarotspektroskopie bewies er die Richtigkeit seiner Theorie. Dies bedeutet, dass das Leben auf der Erde einige hundert Millionen Jahre früher begann, als es zuvor angenommen wurde.
Redigeret af Minik Rosing
Die offizielle Sprache in Grönland ist Westgrönländisch , Kalaallisut, für Ausländer eine besonders interessante Sprache. Was macht sie eigentlich so besonders?
Kalaallisut ist eine polysynthetische Sprache, was bedeutet, dass die Wörter mit einem Stamm, einem oder mehreren Affixen und einem Suffix gebildet werden. Dementsprechend kann ein grönländisches Wort sehr lang werden und quasi ein ganzes „Satzwort“ bilden.
Als längstes Wort auf Grönländisch ist dieses bekannt:
Nalunaarasuartaateeranngua-lioqatigiiffissualioriataallaqqissu-pilorujussuanngortartuinnaka-sinngortinniamisaalinnguatsia-
raluallaqqooqigaminnga-miaasiinngooq
Fragen Sie sich, wie man dieses Wort ausspricht?
Spielen Sie es unten ab.
Es bedeutet: ,Es gab Berichte darüber, dass sie anscheinend – Gott weiß wie oft – noch einmal darüber nachgedacht hatten, dass ich, trotz meines schlechten Zustands, immer noch als geschickt und einfallsreich genug angesehen wurde, als Initiator ein Konsortium aus kleinen Radiosendern zu gründen’. Das sind 153 Buchstaben in einem Wort!
Referenz: Greenland in Figures 2020
Schauen Sie sich diese beiden Videos unten an!
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Das grönländische Rentier ist die einzige in Grönland vorkommende Hirschart. Sie leben seit mehreren tausend Jahren in Grönland und sind so lange auch schon das meistverspeiste Nahrungsmittel der Grönländer. Das Jagen von Rentieren ist eine beliebte Tradition in Grönland, die auch von jungen Grönländern geschätzt und fortgeführt wird.
Trotzdem ist das Rentier weiterhin das am häufigsten vorkommende Landsäugetier Grönlands, ganz besonders an der Westküste. Die Chancen stehen gut, ein Rentier auf einer Wanderung im grönländischen Gebirge zu erspähen, dies gilt besonders für die Gegend zwischen Paamiut und Uummannaq.
Aufgrund der geografischen Lage Grönlands ist das Meer die Hauptnahrungsquelle für Grönländer. Mehrere tausend Jahre lang haben sich Grönländer mit dem Fleisch der Meeressäuger selbst versorgt, das sie in ihrem Meer gefangen haben, darunter Wal, Walross und Robbe.
Bis heute gehören diese Tiere zum grönländischen Speiseplan, auch wenn sie vielerorts nur noch zu besonderen Anlässen gegessen werden. Grönlands inoffizielles Nationalgericht heißt Suaasat. Das ist eine traditionelle Suppe aus Robben- oder Walfleisch, Zwiebeln und Kartoffeln. Ein anderes traditionelles Gericht der Inuit ist Mattak: rohe Stücke Walhaut mit Speck (meistens von Narwal, Grönlandwal oder Beluga).
Um das Meeresleben zu schützen, hat jeder Verwaltungsbezirk in Grönland eine feste Quote für Walfang und Fischerei zugewiesen bekommen. Bestimmte Spezies wie etwa der Blauwal sind geschützt und dürfen gar nicht gefangen werden. Der Export von sowohl Walfleisch als auch Robbenfleisch ist verboten – sie dürfen nur vor Ort konsumiert werden.

Die grönländische Esskultur ist stark mit dem grönländischen Identitätsgefühl verbunden. Wenn Sie sich wie eine echte Grönländerin oder ein echter Grönländer fühlen möchten, sollten Sie unbedingt auch wie die Einheimischen essen!
Auf diese Weise erhalten Sie einzigartige Einblicke in eine Esskultur, die traditionell von dem abhängt, was sich in der Natur fangen lässt. Es finden sich so viele Arten Kalaalimernit zu speisen, wie es Menschen gibt – dieser Guide soll eine Orientierung bieten, welche grönländischen Delikatessen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf Ihrer Reise antreffen werden.
Mythen und Sagengestalten spielen in der grönländischen Kultur eine wichtige und lebendige Rolle. Die berühmteste Sagengestalt ist der grönländische Tupilak, der auf der Seele oder dem Geist eines verstorbenen Vorfahren basiert.
Traditionell würde ein Schamane den Geist des Tupilaks ansuchen, bei der Verteidigung gegen einen Feind zu helfen. Dafür würde er aus Knochen oder anderen tierischen Materialien eine Figur schnitzen. Er würde dann diese Figur mit einem Fluch belegen und sie im Meer auswerfen, damit sie den Feind verfolgen und zerstören kann.
Über die Jahre ist es zu einer grönländischen Tradition geworden, Tupilaks aus lokalen Materialien wie Holz, Tierknochen, Walrosszähnen und Rentiergeweihen zu schnitzen. Diese Schnitzereien basieren oft auf Gestalten aus der grönländischen Mythologie. Heutzutage nehmen sie einen wichtigen Platz in der grönländischen Inuitkunst ein und werden als Sammlerstücke hoch gehandelt.
Als die grönländische Rockband Sumé in den 1970’ern in die Musikszene stieß, lösten sie in ganz Grönland eine Welle der Begeisterung aus. Diese Pioniere der grönländischen Rockmusik ebneten den Weg für das, was sich zu einer außergewöhnlich vielfältigen Musikszene entwickelt hat.
Auch heute ist grönländischer Rock in Grönland immer noch eine große Sache. Einheimische lieben die Musik von Rockbands wie Siisisoq, Chilly Friday und Arctic Spirits. Es gibt auch Popbands wie etwa Nanook, Hip-Hop-Formationen wie Nuuk Posse und Punkrockbands wie Uummat.
Grönlands erstes Einkaufszentrum, das Nuuk Center, bietet alles, was Sie sich von einem Einkaufszentrum erwarten: Restaurants, Boutiquen und einen Supermarkt. Die Überraschung befindet sich weniger im Center selbst als vielmehr im über ihm thronenden Turm.
Das neungeschossige Hochhaus ist Sitz der grönländischen Regierung. Grönland wird mittlerweile in Selbstverwaltung regiert und hat seine eigene Regierung. Alle Ministerien sitzen hier, wobei die oberste Etage selbstverständlich Büro des Premierministers ist.
Eine Wanderung zur verlassenen Siedlung Uunarteq (Kap Tobin) bietet unvergleichlich schöne Einblicke in die arktische Natur, ein herausforderndes Gelände und Naherlebnisse mit Schneehasen, Eiderenten, Küstenseeschwalben und – wenn man Glück oder eher Pech hat – auch mit Eisbären.
Direkt als ich in Ittoqqortoormiit angekommen bin (am 25. Juni 2020), habe ich beschlossen, mich sofort auf meine erste Wandertour zu begeben. Nachdem ich mich beim Tourismusbüro Nanu Travel gut habe beraten lassen, halte ich es für machbar, zur verlassenen Siedlung Uunarteq und wieder zurück zu wandern. Das sieht auf der Karte zumindest leicht genug aus!
Ittoqqortoormiit ist die allernördlichste Stadt in Ostgrönland. Gen Norden erstreckt sich die öde arktische Wildnis und Richtung Süden sind es 800 km bis in die nächste Stadt namens Tasiilaq. In Ittoqqortoormiit wohnen ungefähr 350 Menschen. Haupterwerbsquelle ist der Fang. In der Stadt gibt es u.a. einen Supermarkt der Kette Pilersuisoq, ein Gästehaus, ein Tourismusbüro, eine Kirche, eine Schule und eine Krankenstation, davon abgesehen handelt es sich aber um eines der besonders abgeschiedenen Reiseziele in Grönland.
Bei Nanu Travel leihe ich mir eine Waffe. Dies ist Eisbärenland, weshalb man immer eine Waffe mit sich tragen soll, sobald man sich aus dem Stadtzentrum entfernt. Erst letzte Woche musste der zuständige Beamte einen Eisbären mit Warnschüssen vertreiben.
Kurz nach 13 Uhr begebe ich mich voller Optimismus und Abenteuerlust auf die Wanderung. Die Sonne scheint, es sind ca. 5°C und da es rund um die Uhr hell ist, habe ich keinen Zeitdruck bezüglich meiner Rückkehr. Ich gehe vorbei an der Radarstation, an einem Hundeplatz, einer Abfallstelle und durch ein Tal eine Steigung hinauf. Es ist schwer, die Markierungen der Strecke zu finden, endlich entdecke ich die erste, die aus einem auf einen Felsen gemalten weißen Dreieck besteht.
Nach ein paar Kilometern teste ich die Waffe. Ich treffe, was ich anvisiert hatte – einen Schneehaufen unter einem großen Stein. Es gibt einen ordentlichen Knall und ich habe keinen Ohrenschutz dabei. Also sage ich mir, dass ein einzelner Testschuss genügt.
Das Gelände ist fürs Wandern ziemlich herausfordernd, da es sehr steinig und mit Klippenpassagen versehen ist. Zusätzlich gibt es einige Stellen, an denen man die Hände benötigt und leicht klettern muss. Ich sehe die erste Eiderente – ein schöner Anblick.
Nach ein paar Kilometern komme ich zu einem Fluss, den es zu überqueren gilt. Für mich ist die Strömung zu stark, um an der Stelle überzutreten, wo die weißen Dreiecke weitergehen. Also laufe ich einige hundert Meter weiter aufwärts zum Ursprung des Flusses bei einem See. Über diesen zieht sich teilweise noch eine Eisdecke. Stiefel aus und ich kreuze den Fluss mit vorsichtigen Schritten, während das eiskalte Wasser bis zu meinen Knien reicht.
Der Text geht unten weiter…
Ich verliere die Dreiecke – wie auch meinen Orientierungssinn – aus den Augen und laufe nun entlang der Küstenlinie durch die kleine Bucht Amdrup Havn. Die Karte ist ziemlich grob markiert, die man mir mitgegeben hat. Schwieriges Terrain, aber tolle Aussicht über den gewaltigen Scoresby Sund – das größte Fjordsystem der Welt – mit den majestätischen Basaltfelsen auf der anderen Seite weiter im Süden.
Ich erreiche den tiefsten Landpunkt von Amdrup Havn und folge hier einem Anstieg, weiße Dreiecke zur Orientierung gibt es nicht. Oben am Gipfel des Berges Inugsukajik (270 Meter) mache ich Halt und ruhe mich an einem Steinhaufen aus. Dort genieße ich die Aussicht, bin aber aufgrund der anspruchsvollen Strecke auch schon ziemlich müde. Bis hierhin bin ich ca. 8 km gelaufen.
Darauf folgt ein Stück Weg mit toller Aussicht und leichtem Abstieg, gefolgt von einem längeren Abstieg, bei dem ich über kleine Eisfahnen hinwegsteige. Das geht recht schnell und einfach. Nun stehe ich wieder auf Wasserhöhe in der kleinen Bucht Fox Havn. Hier sehe ich Küstenseeschwalben, die nach Fisch tauchen.
Diese Umgebung ist ziemlich flach und leichter begehbar als das vorherige Gelände. Ich gelange zu einem Feuchtgebiet, wo sich u.a. Gänse und noch viele andere Vögel aufhalten, dort stolpere ich fast noch über einen Schneehasen! Der zeigt keine Scheu vor Menschen, ich könnte ihn fast aus der Hand füttern.
Eine Möwe fliegt vorbei und versucht, den Hasen zu verscheuchen. Warum sie das tut, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich hat sie hier irgendwo ihr Nest. Ich laufe die flache, aber felsige Strecke entlang der Küste weiter, nach 3-4 km in Richtung Süden erreiche ich Uunarteq.
Der Wind nimmt Fahrt auf und von Osten ziehen Nebelschwaden heran. Als ich mich endlich Uunarteq nähere, kann ich fast nichts mehr sehen. Das ist nicht so richtig gut, weil es nun deutlich schwieriger wird, sich bezüglich der Eisbären zu orientieren. Ich suche in einem der verlassenen Häuser Schutz. Dort kann ich mich aufwärmen und mein mitgebrachtes Essen verspeisen. Die Siedlung hat etwas von einer Geisterstadt, 20-30 verlassene Häuser werden vom Nebel verhüllt. Viele der Häuser werden aber weiterhin von ihren Eigentümern in Stand gehalten und als Sommerhäuser oder Jagdhütten genutzt.
Etwa in 1 km Entfernung von der Siedlung liegt eine 62°C warme Quelle, die ziemlich nach Schwefel riecht. Uunarteq bedeutet auf Grönländisch passenderweise ,warme Quelle’.
Aufgrund von Nebel und Wind gebe ich aber meinen Versuch auf, die Quelle zu finden und beschließe, wieder zurückzugehen. Jetzt kenne ich den Weg ja etwas besser.
Ich laufe einfach aus der Siedlung hinaus, das ist bei dem eiskalten Wind ziemlich unangenehm. Ich komme wieder an Fox Havn vorbei und finde etwas mehr Schutz. Beim Aufstieg auf den Berg komme ich an den gleichen Schneefahnen vorbei, quere sie diesmal aber etwas weiter links, um Höhenmeter zu sparen, was eine gute Entscheidung ist, auch wenn es durch das zwischenzeitliche Klettern abschnittsweise ziemlich anstrengend und schwierig ist.
Ich nähere mich nun wieder dem Meeresspiegel bei Amdrup Havn und dieses Mal sehe ich die weißen Dreiecke, denen ich nun folge (damit laufe ich weiter von der Küste entfernt als beim Hinweg). Dann nähere ich mich wieder dem Fluss zur Überquerung und entdecke nun eine Stelle 20-30 Meter unterhalb der Quelle, die ich in Stiefeln überqueren kann, wenn auch ein Stiefel sich voller Wasser füllt.
In diesem Augenblick fliegt eine Eiderente auf und ich sehe ihr Nest aus feinsten Daunen, welche die vier Eier darinnen warmhalten.
Endlich kommt Ittoqqortoormiit wieder in Sichtweite, die Sonne steht tief und ich laufe über eine lange Schneespur abwärts. An den Hunden und der Radarstation vorbei, eine Treppe hinunter, über die Brücke und noch eine Treppe hinauf, bis ich wieder daheim beim Gästehaus ankomme. Es ist 3 Uhr nachts und eine unglaublich schöne, aber auch physisch herausfordernde Wanderung hat ihr Ende gefunden.

Strecke hin/zurück nach/von Uunarteq: 28 km
Höchster Punkt: 270 m
Niedrigster Punkt: 0 m
Schwierigkeitsgrad: Moderat. Das Gelände ist teilweise unwegsam und physisch herausfordernd, wenn Steine und Klippen überstiegen werden müssen, manchmal muss man für leichtere Kletterstrecken die Hände zur Hilfe nehmen. Die Route ist nur teilweise markiert und man sollte nicht alleine unterwegs sein, wenn man nicht sehr viel Erfahrung im Bergwandern hat.
Die Strecke kann halbiert werden, wenn man eine Richtung mit dem Boot fährt (fragen Sie bei Nanu Travel nach den Möglichkeiten).
Es ist weder einfach noch günstig, nach Ittoqqortoormiit zu reisen. Von Reykjavík oder Akureyri in Island gibt es 1-2 Flüge pro Woche nach Nerlerit Inaat (norlandair.is), von wo aus man mit einem Helikopter die letzten 40 km bis zum Heliport in Ittoqqortoormiit fliegt (airgreenland.dk).
Der Flughafen in Nerlerit Inaat besteht aus einer 1000 m langen Schotterbahn und wurde 1985 von einer US-amerikanischen Firma angelegt, die in dieser Gegend vergeblich nach Öl suchten.
In Ittoqqortoormiit gibt es einen Pilersuisoq-Supermarkt, wo man alles Notwendige bekommt. Dieser hat jeden Tag, sogar sonntags, geöffnet. Nanu Travel hat sein Büro direkt gegenüber der Kirche; sie arrangieren Bootsausflüge und verleihen Waffen, Zelte und verschiedene Wanderausrüstungen. Bei Nanu Travel kann man außerdem eine Unterkunft im orange angemalten Gästehaus buchen.
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Autor

Dort wo ich lebe, im Norden Schottlands, habe ich das große Glück, sehr einfach die schönsten Orte in der Wildnis besuchen zu können, die dieses zerklüftete und wunderschöne Land zu bieten hat: von fernen Bergen und Mooren, zu den Seen (Lochs) und Flüssen formenden Gletschern. Das Wandern mit einer Fliegenrute im Gepäck eröffnet die Möglichkeit, Bachsaiblinge zu fischen, manchmal auch Lachse und zu ganz seltenen Gelegenheiten auch mal Seesaiblinge, die in unseren tiefsten Seen von Land umschlossen werden. Es sind diese wilden Orte daheim, an denen ich lernte, die Schönheit und die Wunder zu schätzen, die uns umgeben. Sie entfachten meine Begeisterung, diese einsamen Orte meines Heimatlandes über die Ufer hinaus zu entdecken. Ich sehne mich sehr danach, andere zerklüftete, schöne und unberührte Orte im Norden zu besuchen, zu entdecken und zu erleben, die in ihrer heutigen Ausformung dasselbe Schicksal teilen, in den Händen des nun sich zurückziehenden Eises zu liegen.
Die möglichen Destinationen sind ziemlich kostspielig, aber ein Ort ragte aus allen anderen hervor und wurde zu dem Ziel, das ich einfach besuchen und erleben musste: Grönland. Und da war es natürlich perfekt, dass Visit Greenland jemanden suchte, der genau das tun wollte: einen neuen grönländischen Tourenanbieter namens West Greenland Wildlife zu besuchen und darüber zu berichten. West Greenland Wildlife wird vom Besitzer Leif Fontaine betrieben. Er befand sich gerade in der sehr frühen Entwicklungsphase, den kleinen Fluss touristisch zugänglich zu machen, der sich durch die Jagdgründe seiner Familie bei Sassannguit schlängelt. Direkt am Polarkreis in Westgrönland gelegen, gab der Fluss Sassannguit genau das Versprechen ab, Saiblinge in exakt dieser unberührten Natur fischen zu können, auf die ich hoffte. Aber erst einmal musste ich dort hinkommen.
Nach Grönland zu reisen, geht tatsächlich ziemlich direkt und sehr einfach. Zunächst reisen Sie in die dänische Hauptstadt Kopenhagen und von dort weiter zu Grönlands Hauptflughafen Kangerlussuaq im Westen Grönlands. Hier gab es einen kleinen Zwischenstopp und dann ging es mit einem kleineren Turbopropellerflugzeug, einer Dash-8, weiter. Nach einem halbstündigen Flug gen Norden nach Sisimiut wurde ich von Leif und seiner wunderbaren Gattin Agathe herzlich begrüßt.
Wir wollten erst am nächsten Morgen nach Sassannguit aufbrechen, womit ich die Gelegenheit bekam, die historischen Viertel von Sisimiuts altem Stadtkern zu erkunden und mich gleichzeitig von den modernen Seiten der farbenfrohen Stadt begeistern zu lassen. Sisimiut ist Grönlands zweitgrößte Stadt hinter der Hauptstadt Nuuk und ich muss zugeben, dass ich nicht erwartet hatte, einen so dynamischen Ort vorzufinden, wo doch diese größte Stadt in Nähe des Polarkreises nur ungefähr 6.000 Einwohner zählt. Früher war sie bei ihrem Kolonialnamen Holsteinsborg bekannt, ist aber schon seit ungefähr 4.500 Jahren von Inuit besiedelt. Die heutige Bevölkerung Grönlands speist sich aus Inuit und Dänen, die hier zuerst in den 1720’er Jahren siedelten. Noch früher kamen die Niederländer hierher, um Walfang zu betreiben, wofür Sisimiut perfekt gelegen war, da der Hafen – gemessen an anderen Stellen in dieser Region Grönlands – für eine relativ lange Saison eisfrei bleibt.
Sobald der Motor ausgeschaltet war und wir am Lager anlegten, wurde die friedliche Stille allgegenwärtig, die dieser Ort ausstrahlte. Alle Hände wurden benötigt, um die Vorräte vom Boot zu entladen, auszupacken und sich einzurichten, bevor eine Fliege ausgeworfen werden konnte. Dies war aber in keiner Weise lästig oder unangenehm. Es gehörte zum Abenteuer dazu und ich fühlte mich dadurch angekommen, um das erste Mal meine Angel in diesem altehrwürdigen Fischgrund auszuwerfen. Mein Quartier war ein großes Glockenzelt mit Campingbett und Fellen, falls ich diese brauchen sollte. Es gab einen kleinen Heizofen, der sicherstellte, dass mir nicht zu kalt wurde, und mehr als genügend Platz, um meine Ausrüstung zu verteilen oder sogar Gummistiefel und Jacken bei Bedarf zum Trocknen aufzuhängen. Hier im frühen August unter einem Himmel zu schlafen, der nicht dunkler als das Abendlicht wurde, dazu diese völlige Stille und frische Luft, machen diese mit zu den entspanntesten Nächten, die ich jemals erlebt habe.
Tag zwei im Camp war ein weiterer großartiger Sonnentag und der Tag, den wir dafür ausgewählt hatten, stromaufwärts zum ersten der beiden großen Seen zu wandern, die wenige Kilometer vom Camp entfernt liegen und wo Leif mir zeigen wollte, was aus seiner Sicht zum besten beim Fischen zählt.
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Wir stiegen bald zum ersten See hinab und ich konnte meine Aufregung aufsteigen fühlen, als ich viele dunkle Schatten von Fischen aller Größen im Fluss entdeckte, die sich direkt in Richtung des Sees bewegten. Leif möchte gerne ein kleineres Wildniscamp an den Seen aufbauen, wo jeder ein Stück entfernt vom Hauptlager eine Nacht verbringen kann, der an den Exkursionen von West Greenland Wildlife teilnimmt. Man könnte dann drei Seen und den oberen Flusslauf entdecken und ich muss zugeben, dass ich wahnsinnig gerne zurückkehren würde, um das zu tun. Der oberste See liegt direkt am Fuß der Berge und die Quelle entspringt in diesem Hochland: Was gibt es da wohl alles für einen Angler zu entdecken? Die Umgebung, das Angeln, der unberührte Fluss und herrlich wilde Fische würden diese Erfahrung wahrhaftig großartig machen. Dazu kommt noch die Tatsache, dass dieser Fluss von Fliegenfischern kaum befischt wurde, er eröffnet eine ganz neue Dimension an Möglichkeiten und Erkundungen in Sassannguit.
Die Saiblinge hier waren größer, da sie schon länger aus dem Meer zurückgekehrt waren, sie hatten einen unglaublich dunklen olivgrünen Rücken mit tiefrot leuchtenden Punkten und glühend orangenem Bauch und waren bereit zum Laichen. Sie unterschieden sich deutlich von den silberfarbenen Fischen, die direkt aus dem Meer kamen. Sie waren aber genau so kräftig und bereit, immer wieder von der Leine zu springen, damit man sie niemals unterschätzte.
Die Fische in den Seen bissen ebenfalls zahlreich an der Fliege an und auch wenn ich nur begrenzte Zeit zum Ausprobieren hatte, war ich zufrieden damit, zu fühlen, wie die Nutzung eines Boots oder die Anwendung von Taktiken auf dem See in Abgrenzung zu Fangtechniken am Fluss völlige neue Dimensionen in die Jagd auf diese Fische bringen können. Dies ermöglicht noch mehr Vielfalt für die Angeltour.
Auf dem Rückweg zum Camp entdeckten wir ein relativ neugieriges Rentier, das uns einen Teil des Weges folgte, bis es doch entschied, die andere Richtung noch interessanter zu finden. Leif wies auch auf die wilden Blaubeeren hin, die an Sträuchern über die ganze Gegend verteilt wuchsen. Ein geschmackvolles Vergnügen für uns beide war das und etwas, das ich während meiner Fischstreifzüge regelmäßig pflückte.
Arktische Seesaiblinge (Salvelinus Alpinus) kommen in und um Grönland zahlreich vor und sind wichtiger Bestandteil der grönländischen Küche. Lokal als „Eqaluk“ bekannt, werden diese Fische zwischen dem 15. Juli und dem 15. August gefangen. Leif tut dies auf traditionelle Weise, indem er an der Flussmündung eine Falle aufbaut und gelegentlich ein am Ufer befestigtes Netz nutzt. Nachhaltigkeit wird dabei groß geschrieben, da die Falle nur dann Fische einfängt, wenn der Wasserstand hoch genug ist, um die Öffnung zu bedecken. Die restliche Zeit über schwimmen die Fische einfach an ihr vorbei. Das Netz wiederum überspannt nur einen kleinen Teil der Mündung, womit ein Großteil der zurückkehrenden Fische an ihm vorbeischwimmt und sich ebenfalls frei in den Fluss bewegen kann.
Alle gefangenen Fische werden auf traditionelle Weise verarbeitet, gesäubert, gesalzen, zum Trocknen und Räuchern aufgehängt und sind einfach köstlich. Leif denkt nicht nur beim Fang der Saiblinge nachhaltig, sondern arbeitet auch leidenschaftlich an der nachhaltigen, traditionellen Jagd in Grönland wie auch dem Tourismus mit. Deshalb führt West Greenland Wildlife ausschließlich nachhaltigen Tourismus in dieser sehr sensiblen Umgebung durch. Besuchergruppen nach Sassannguit sind grundsätzlich klein (max. 8 Personen) und haben exklusiven Zugang zum gesamten Fluss und seiner unmittelbaren Umgebung. Der Fluss mag nicht besonders groß sein, erstreckt sich aber über 15 km in die Wildnis und das sollte selbst für die leidenschaftlichsten Entdecker mehr als genug sein.
Leider war das Abenteuer viel zu schnell vorbei. Schweren Herzens musste ich Sassannguit auf Wiedersehen sagen, als wir zurück nach Sisimiut rasten, in der üblichen, schnellen Weise. Da die See etwas unruhig war, mussten wir näher an der Küste entlangfahren, wodurch ich leider nicht die Gelegenheit bekam, Wale zu spotten. Dafür haben wir die Möglichkeit bekommen, zwei Robbenkolonien bei der Nahrungssuche zu beobachten, sie bestanden aus jeweils ungefähr fünfzig Tieren. Dieses Bild werde ich noch lange erinnern. Sobald der Hafen von Sisimiut in unser Blickfeld rückte, grüßte die Zivilisation mit einer weiteren Übernachtung im Luxus des Sisimiut Hotels, bevor mein Rückflug am nächsten Tag auf mich wartete.
Ich habe mich in Grönland verliebt: in die Friedlichkeit, das Lebenstempo, die Lebensweise und vor allen Dingen in die Familie Fontaine, die mich mit offenen Armen begrüßt hat. Sie werden Freunde fürs Leben bleiben. Diesen Ort werde ich niemals vergessen, ich werde ganz sicher wiederkommen und kann dieses Abenteuer gar nicht genug für jeden Fliegenfischer empfehlen, der eine wahre Expedition in die Wildnis hier am Rande des Polarkreises sucht.
Die Millionen-Dollarfrage auf jeder Angelreise ist die nach der richtigen Fliege. Welche Fliege werde ich brauchen? Es sind bereits sehr viele Informationen bezüglich der Fliegen für die ins Meer migrierenden Saiblinge verfügbar. Rot, orange und pink werden sowohl im Süßwasser als auch im Salzwasser für diese Fische am häufigsten verwendet. Trotzdem wäre dieser Artikel irgendwie nicht vollständig, wenn ich nicht zumindest diejenigen erwähnen würde, die bei meinem eigenen Besuch am erfolgreichsten waren. Hier kommen also die Details der vier erfolgreichsten Fliegen, die ich genutzt habe und die eine Art Ausgangspunkt für meine nächste Reise nach Sassannguit darstellten:
Autor
Allan Liddle ist Angler, Guide, Trainer, Angeljournalist und Spezialist fürs Herstellen von Fliegen. Er lebt in seiner Heimat Schottland und arbeitet regelmäßig für die Fachmagazine Fly Fishing und Fly Tying und gestaltet für diese Reportagen sowie ein regelmäßiges Blog auf deren Website.
Redaktion
Tanny Por
Visit Greenland
30 % aller in Grönland registrierten Schneemobile befinden sich in Sisimiut (Statistiken auf Englisch: Greenland in Figures 2020). Diese Tatsache zeigt nur, wie aktiv die Menschen aus Sisimiut besonders in der Wintersaison sind. Die Stadt ist von Bergen und Hügeln umgeben und das Hinterland ist riesig. Sisimiut ist gerade für Naturliebhaber ein perfektes Reiseziel.
Sie sollten sich aber auch darauf einstellen, im Sommer von Mücken umschwärmt zu werden. Laut Einheimischen breiteten diese Insekten zunächst im Hochsommer ihre Flügel aus, weshalb ihr Spitzname „Augustmücken” lautet. In den letzten Jahren hört man das Summen dieser Mücken aber bereits im Juli. In Sisimiut ist es für Einheimische ganz normal, auf der Straße ein Moskitonetz zu tragen, während sie herumschlendern oder auf den Bus warten.
Aufgrund von COVID-19 ist es leider immer noch erschwert, die Welt zu bereisen. Hier führe ich Sie nun zu den 13 besten Aussichtspunkten in Sisimiut – Sie können diese auch virtuell via Google Maps entdecken!
Starten wir bei Taseralik.
Wenn Sie Sisimiut auf der Karte studiert haben, wissen Sie wahrscheinlich schon, dass sich in der Mitte des Stadtzentrums ein See befindet. Dort steht das Kulturzentrum Taseralik, wo man Kunstausstellungen, Filme und vielseitige Veranstaltungen genießen kann. Taseralik liegt direkt am Seeufer, weshalb Sie im Sommer niedlichen Entenkindern begegnen können, die ihren Eltern auf Schritt und Tritt folgen und um ihren Lieblingsplatz herumwatscheln.
Nun stehen Sie vor der roten Kirche, wo Sie in das Museumsviertel zoomen können. Sie können den Hafen und den Berg Palasip Qaqqaa (551m) sehen, der sich für eine familienfreundliche Wanderung anbietet.
Wenn Sie auf dem Weg zur Fischerstatue sind, die sich am Ende der Brücke Richtung Flughafen befindet, empfiehlt sich eine kleine Pause mitten auf der Brücke. Ich weiß, dass das für diejenigen gruselig sein könnte, die Höhenangst haben, weil Sie das Wasser unter sich vorbeifließen sehen. Aber schauen Sie doch bitte trotzdem einmal nach rechts! Es dauert nicht allzu lange, um den Berg Nasaasaaq zu erspähen. Irgendwie erinnert er mich an die Schweizer Alpen oder das Logo von Paramount Pictures. Vielleicht fragen Sie sich, ob man auf den Nasaasaaq wandern kann – die Antwort lautet ja! Schauen Sie einmal hier. Wenn während der Sommermonate das Wetter gut ist, färbt sich das Meerwasser grün und blau, zahlreiche Boote fahren unter der Brücke hindurch. Hier können Sie das lebhafte Treiben von Sisimiut beobachten.
Nach dem schönen Blick von der Mitte der Brücke überqueren Sie die Straße, um die Fischerstatue zu erreichen. Wenn Sie mit dem Flugzeug in Sisimiut angekommen sind, sind Sie an dieser auf dem Weg vom Flughafen ins Stadtzentrum definitiv schon vorbeigekommen. Falls nicht, keine Sorge, denn nun können Sie einen Blick auf die Skulptur eines Grönländers werfen, der einen menschengroßen Heilbutt fängt. Neben der Statue steht ein Holztisch, Einheimische treffen sich hier gerne mit ihren Kindern zum Picknick. Wenn Sie hier versuchen ein Foto zu machen, könnte schon mal ein Kind ins Bild hüpfen. Mit etwas Glück sehen Sie ein großes rotes Schiff der Royal Arctic Line, das gerade in den Hafen einfährt.
Wenn das Wetter schön und warm ist, möchten Sie vielleicht ein paar große Handtücher und Snacks einpacken, um am Sandstrand zu picknicken. Das Ziel ist für seinen schönen Ausblick bekannt und liegt nur 3 km von Sisimiuts Stadtzentrum entfernt. Wenn Sie nach Grönland kommen, erwarten Sie vielleicht eher riesige Eisberge, hier könnten Sie sich aber auch ein wenig wie am Mittelmeer fühlen. Während Sie im vollen Sonnenschein baden, spüren Sie die Ruhe der Natur. Grönland hat so viele felsige Küstenabschnitte, hier aber können Sie mal den Sandstrand genießen.
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Wenn Sie diese Gegend erreicht haben, halten Sie unbedingt noch Ausschau nach einem ,Inussuk’. Dies sind auf einem großen Felsen gestapelte kleine Steine, die früher als Wegmarkierungen genutzt wurden. Jetzt können Sie dort einen Panoramablick über das Zentrum von Sisimiut genießen. Und nun zurück in die Stadt!
Dieser Ort dürfte häufig nur den in unmittelbarer Nachbarschaft wohnenden Einheimischen bekannt sein. Wenn Sie gerne jede Ecke von Sisimiut zu Fuß erkunden, aber keine Bergwanderungen unternehmen wollen, bietet dieser Aussichtspunkt einen großartigen Blick über die Stadt. Wenn Sie auf diesem großen Felsen stehen, können Sie 360-Grad-Aussichten mitten in der Stadt genießen.
Dieser Platz wird Nasiffik genannt, was aus dem Grönländischen übersetzt ,der Ort, wo man Wale entdecken kann’ bedeutet. Es ist ein kleiner Beobachtungsstand aus Holz mit einem Teleskop, wo Sie einen wundervollen Blick auf die Berge und die kleinen, felsigen Inseln Richtung Polarkreis haben. Und wenn Sie Glück haben, entdecken Sie auch, warum dieser Ort Nasiffik genannt wird!
Neben dem Beobachtungsstand gibt es bei Nasiffik weitere Häuser, die in ungewöhnlichen Farben angestrichen sind. Grönland ist für die Farben blau, rot und gelb an den Holzhäusern bekannt. Bei Nasiffik können Sie dagegen pinke und lila Häuser sehen! Tatsächlich ähneln sie den Farben von Grönlands Nationalblume, dem Arktischen Weidenröschen.
Diese felsige Westküste ist ein verstecktes Juwel von Sisimiut, sogar nach einheimischen Standards – und nun haben Sie diesen Ort für sich! Hier können Sie über die Davisstraße schauen. Die Davisstraße wurde nach John Davis benannt, der eine Nordwestpassage suchte. Diese Meeresstraße ist als breiteste Meerenge der Welt bekannt. Zusätzlich interessieren Sie sich vielleicht auch noch dafür, einige lachsfarben glänzende Felsen dieser Gegend zu betrachten, die vor etwa 1,9 Milliarden Jahren geformt wurden. Die lachsfarbenen Minerale sind K-Feldspat-Kristalle, die weißen sind Quarze. Diese könnten vielleicht Ihr Interesse für den Geotourismus wecken.
Informationen zu den Mineralen: Simon Thaarup (GEUS Nuuk)
Wenn Sie ,Grönland’ googeln, könnten Sie recht viele Bilder finden, die Sie vielleicht an riesige, ineinandergesteckte Legosteine erinnern. Diese gigantischen Steine in rot, gelb, blau und grün sind in Wahrheit die farbenfrohen Holzhäuser, welche die Landschaft des bewohnten Grönlands aufhellen. Hinter den Häusern schauen Sie auf kristallklares Meerwasser in blau und grün mit der Teleinsel und Palasip Qaqqa weit im Hintergrund.
Erinnern Sie sich noch an den Berg, den Sie von der Brücke aus gesehen haben? Wie Sie sich wahrscheinlich vorstellen können, ist der Ausblick vom Nasaasaaq (784m) definitiv etwas! Diese Wanderstrecke dürfte sehr herausfordernd werden, wenn Sie diese Form der Aktivität nicht gewohnt sind. Wenn Sie aber Erfolg haben, könnten Sie die Chance bekommen, über den Wolken zu stehen! Auf Ihrem Weg zum Gipfel, wenn sich die Abendstunden nähern, können Sie die schönsten Lichter sehen, die von der Mitternachtssonne geworfen werden. Ganz zu schweigen davon, dass Sie die ganze Stadt Sisimiut mit Ihrem Blick einfangen können! Lesen Sie hier (auf Englisch) weiter, wie man den Nasaasaa besteigen kann.
Sind Sie Fußballfan? Dann möchten Sie vielleicht einmal vorbeischauen, um zu sehen, wie das Fußballspielen in Grönland aussieht. Das Spiel wird seit tausenden Jahren zelebriert und Sisimiut ist eine der Städte in Grönland, die stolz auf ihr Fußballfeld sein kann. Dies ist ein guter Ort, um einheimisches Sporttreiben in Aktion zu sehen. Weitere interessante Details zum Fußballspielen in Grönland haben wir in diesem Artikel zusammengestellt.
Nun haben Sie bereits 12 Aussichtspunkte in Sisimiut besucht, ein weiterer am Flughafen ist definitiv noch einen Abstecher wert. Wenn Sie von Sisimiut abfliegen, können Sie einfach früher zum Flughafen kommen und nach dem Check-in einen Spaziergang zum nahen Hügel unternehmen. Dort können Sie Flugzeugen bei der Landung zusehen – vielleicht auch dem, mit welchem Sie bald abheben! Neben diesen 13 Aussichtspunkten gibt es weitere Ausblicke, die man in Sisimiut besuchen kann! Schauen Sie dafür doch hier in die Karte.
Mehr Aussichten in Grönland?
Lesen Sie mehr in dem unten verlinkten Artikel
Autorin
Kim Insuk (Visit Greenland)
Redaktion
Tanny Por (Visit Greenland)
Ich wache erwartungsfroh in dem sehr behaglichen Bett im Hotel Kangerlussuaq auf und bin nicht zu spät, um noch zu duschen und mir mehrere Schichten Wollkleidung anzuziehen. Der heutige Tag bietet nämlich etwas, das ich mir schon als Kind gewünscht habe, ausprobieren zu dürfen. Als ich in die vierte oder fünfte Klasse ging, hatte mein Lehrer eine große Kiste mit grönländischen Gegenständen aus dem Nationalmuseum ausgeliehen. In dieser Kiste befanden sich Robbenfellkleidung, Harpunen, Tupilaks und alle möglichen spannenden Dinge aus Grönland. Darunter auch ein Hundeschlitten! Wir bekamen tatsächlich die Erlaubnis, uns gegenseitig durch den Schnee auf dem Schulhof zu ziehen, es wäre aber noch lustiger gewesen, wenn Hunde eingespannt gewesen wären.
Hier im richtigen Grönland, fast 33 Jahre später, hat Albatros Arctic Circle für uns einen Ausflug auf dem Hundeschlitten über den zugefrorenen Fjord organisiert – diesmal mit echten Hunden als Zugtieren.
Draußen vor dem Hotel wartet Sine auf uns. Sie fährt uns zum Hundeplatz. Dieser liegt am Rande der Stand.
Als wir anhalten, reicht Sine mir eine Plastikbox und sagt, dass dies eine Überraschung sei – Mittagessen! Ich bin neugierig, entscheide mich aber dafür, mit dem Hineinschauen noch zu warten.
Die Morgensonne steht tief und spiegelt sich auf dem Fjord im Schnee und Eis, ich freue mich einmal mehr über meine Sonnenbrille. Von den aufgeregten Hunden geht ein ziemlicher Lärm aus, sie freuen sich darauf, losgebunden zu werden und loslaufen zu dürfen. Sie heulen und bellen ganz ordentlich.
Howling Dog. Photo by Filip Gielda – Visit Greenland
Unsere beiden Guides und Schlittenführer sind so damit beschäftigt, die Hunde einzuspannen und zu lenken, dass unsere Begrüßung knapp ausfällt. Wir finden aber heraus, dass sie Johanne und Henning heißen. Direkt nachdem ich in ihre Gesichter geschaut habe, die sehr gesund und nach viel Arbeit im Freien aussehen, würde ich sie auf in ihren Fünfzigern schätzen.
Endlich geht es los. Johanne fährt mit Kennie und seinen ganzen Kameras voraus, Anders, Henning und ich sind ihnen dicht auf den Fersen. Es ist ein Traum, der in Erfüllung geht: hinaus ins Eis, die Sonne scheint und der Wind peitscht ins Gesicht. Johannes Hunde sind ein wenig schneller als die von Henning und es ist unglaublich schön, die gigantische, schneeweiße Landschaft mit einem einzigen Hundeschlitten vor uns zu sehen.
Nach einer Stunde lenkt Johanne um einen Berg herum und als wir näherkommen, sehe ich einen Campingtisch mitten auf dem Eis stehen. Was für ein seltsamer Anblick!
Kennie grinst breit. „Das ist ja unglaublich, das hier“, sagt er, während er versucht, ein Stückchen Eis aus seinem Bart zu entfernen. „Ich habe die verrücktesten Bilder und Videos gemacht.“ Johanne vertritt sich die Beine und lächelt im Hintergrund. Es ist doch immer schön zu hören, wie begeistert die Leute vom eigenen „Hinterhof“ sind.
„Es ist Mittagszeit“, sagt sie lächelnd zu mir und weist dezent auf die Box, die ich von Sine bekommen habe. Darin liegen ein Brettchen, Fenchel, Zwiebeln, Öl, Salz und Pfeffer und ein rohes Moschusfilet. Johanne schmunzelt über mein überraschtes Gesicht und stellt noch eine weitere Box mit auf den Tisch. Dies ist ein Benzinkocher mit zwei Brennern.
Ein kleines Problem gibt es aber noch. In meiner Box befinden sich weder Topf noch Pfanne – und auch kein Messer, wobei ich letzteres glücklicherweise dabeihabe.
Zum Glück finden wir eine Lösung, da das Fleisch fast gefroren ist und selbst ich keine Lust auf Moschustatar habe. Über den beiden Brennern befindet sich ein Rost, auf dem ich Gemüse und Fleisch grille, welches ich in dünne Scheiben geschnitten habe. Das ist gar nicht so einfach, mit dem Messer kann ich das Fleisch aber grob platzieren, so dass es nicht in die Flamme fällt. Es entsteht dabei ein improvisierter, lauwarmer Salat mit gegrilltem Fleisch. Dieses Gericht schmeckt sehr gut (und fast gar nicht nach Benzin) und wir essen alle gemeinsam von der Platte, die ich auf dem Brettchen angerichtet habe. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, in der grönländischen Natur zu stehen und ein Gericht zu essen, das man selbst gegrillt hat.
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Während unserer Grönland-Themenwoche in der Grundschule habe ich gelernt, wie viel der Hundeschlitten für die Esskultur in Grönland bedeutet. Er war die einzige Möglichkeit, sich den Beutetieren zu nähern. Ich frage Johanne, ob das heute auch noch so ist:
„Nicht mehr so sehr“, sagt sie, „tatsächlich sind es heute die älteren Leute, die noch mit Hunden fahren.“ Ich unterbreche sie mit einem Kompliment: „Aber wie kommt ihr dann dazu?“ Johanne nimmt das ernst und fragt nach: „Für wie alt hältst du uns denn?“ Ich erzähle ihr, wie ich sie im ersten Moment eingeschätzt habe und sie lacht schallend los, löst dann mit ihrer Antwort auf: „Ich bin 67 und Henning ist über 70.“ Der Blitz ruht einen Moment und die beiden Kamerajungen schauen hinter Nikon und Canon hervor und rufen nahezu im Chor: „WHAT?“ Kennie ist derjenige, der sich als erster wieder beruhigt und konstatiert, dass sie sich „verdammt gut gehalten haben.“ „Das liegt an der frischen Luft und daran, dass wir das hier so gerne tun“, schmunzelt Henning.
Johanne erholt sich wieder und führt fort: „Wenn die Fänger mit dem Hundeschlitten unterwegs sind, müssen sie häufig draußen in der Natur übernachten. Zudem dauert es ein halbes Jahr, während dem man mit den Hunden nicht rausfahren kann, man sich aber um sie kümmern und sie füttern muss. Die jungen Leute nutzen deshalb Schneescooter oder ATVs – auf diese Weise können sie am Abend nach Hause kommen und sie haben nicht den ganzen Ärger mit den Hunden.“ Wir sind uns alle einig, dass es sehr bedauerlich ist, wenn diese schöne Kultur innerhalb einer absehbaren Zeit verschwinden wird. Gleichzeitig ist es aber auch verständlich, dass viele die einfachere Lösung wählen.
Nachdem wir Essen und Kocher zusammengepackt haben, geht es wieder los. Sobald wir fahren, packt mich Johanne fest an meinem Arm und zeigt zum Berg hinauf. „Schau mal, Schneehasen“, sagt sie. Ich kann wirklich nicht mehr als kleine Kleckse aus Schnee und Eis auf dem braunen Berg erkennen. Sie zeigt noch einmal und dieses Mal kann ich drei Tiere erkennen, die herumhüpfen. Es fehlt eigentlich nur noch, dass wir Rentiere, Nordlichter und Moschusochsen sehen, denke ich mir im Stillen.
Der Rückweg der Tour verläuft viel zu schnell – ich werde schon süchtig danach, auf dem Schlitten zu sitzen und die Landschaft an mir vorbeiziehen zu sehen. Jeder Mensch sollte einmal die Möglichkeit bekommen, dies zu erleben.
Dann nehmen wir Abschied von diesen wirklich wunderbaren Menschen und ihren beeindruckenden Tieren.
67°05′45″N 50°13′00″W
Es ist nun 13:30 und als Sine uns wieder beim Hotel absetzt, schaffen wir es nicht einmal hinein. Adam steht nämlich bereits dort und wartet auf uns. Das nächste Erlebnis hat schon begonnen. Die Tour führt zum Russell-Gletscher, der sich an der Kante des Inlandeises befindet. Adam befragt uns interessiert zu unserem Ausflug mit dem Hundeschlitten und wir erzählen begeistert durcheinander. Adam grinst und stellt ganz ruhig fest, dass er verstehen kann, was für ein großes Erlebnis das für uns ist.
Eine gute halbe Stunde später kommen wir an unserem Ziel an. Wir werden einen Teil laufen und nach einem kleinen Anstieg treffen wir auf einen Ausblick, der uns – gelinde gesagt – ziemlich überrascht. Wir sind am Gletscher angekommen. Adam geht auf dem Eis voraus, wir sind an dem Fluss, der 30 Kilometer entfernt im Fjord endet. Hier besteht jetzt keine Gefahr für uns.
Lasst es mich so sagen: Dies ist einer der spektakulärsten Orte, an dem ich jemals war. Das Eis erstreckt sich noch 20 Meter über unseren Köpfen, durch den Gletscher ziehen sich tiefe Spalten, in die man gerne hineingehen würde. Das dürfen wir aber nicht, wie Adam uns klarmacht: Das Eis lebt – man weiß nie, wo etwas abbricht oder zusammenstürzt – tatsächlich verändert es sich täglich und zieht sich um etwa einen Meter zurück. Wir hören auch einige knackende Geräusche aus dem blauen Eis, abgesehen davon und von unseren gedämpften, aber enthusiastischen Ausrufen, herrscht völlige Stille. Wir brauchen einige Stunden, um es abzugehen und dieses Wunder der Natur zu betrachten.
Kennie rutscht über das sehr glatte Eis und raunt mir zu: „Das ist fast wie bei Star Wars dabei zu sein.“ Ich kann ihm da nur zustimmen.
Wenn man draußen unterwegs ist und so viel in der Kälte erlebt, hält ein Mittagessen nicht für den ganzen Tag vor. Adam hat einen Korb dabei und wir schauen alle neugierig auf diesen. Endlich sehen wir, was drinnen ist.
Adam reicht uns jedem einen Kaffeebecher und sagt dann: „Hier sind heißer Kaffee und belegte Brote, die Nini für uns gemacht hat. Leberpastete aus Rentier auf selbstgebackenem Brot.“ Eigentlich ist Leberpastete nicht so mein Ding, aber wenn man so hungrig wie wir ist, flutscht das gut hinunter. Tatsächlich war sie auch ziemlich gut.
Ohne dass die anderen es bemerken, hacke ich mit meinem Messer ein paar größere Klumpen aus dem 30 Millionen Jahre alten Eis und stecke sie in die Tasche.
Im Hotel ist dann endlich Zeit, alle Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen. Wir haben so viel erlebt, als wären wir mehrere Tage unterwegs gewesen. Während die Jungs Bilder und Film einlegen, die wir uns anschauen wollen, öffne ich das Fenster und hole meine Eisklumpen herein, die ich selbstverständlich draußen aufbewahrt habe. Drei Gläser, Gin vom Flughafen Kastrup (Kopenhagen) und Inlandeis. Als die anderen bemerken, womit ich gerade beschäftigt bin, stimmen sie in ein begeistertes Gelächter über diese Dekadenz ein.
Das Abendessen besteht aus der zweiten Moschuszubereitung des Tages – dieses Mal in Form eines Burgers.
Tag drei steht im Zeichen des Eisfischens. Wir werden auf den Fjord hinausgehen und dort fischen. Hoffentlich fangen wir etwas. Ich habe meine Fühler bereits nach einem Heilbutt, Seewolf oder einem Grönlandhai ausgestreckt. Nicht zuletzt, weil das einfach eine gute Geschichte wäre. Leider kann ich bereits hier berichten, dass kein Hai angebissen hat.
Wir werden von Chris aus Jütland abgeholt, der seit ein paar Jahren in Grönland lebt. Chris betreibt auf der anderen Seite der Landebahn einen Kiosk und zwischendurch organisiert er Touren für Touristen.
Chris fährt uns zum Hafen hinaus, wo ein ordentlicher Fußmarsch über das Eis mit unserer kompletten Ausrüstung auf uns wartet.
Als wir endlich soweit und schon gut außer Atem sind, begrüßen wir Thomas Quist und seine beiden Kinder: Oliver, 8 Jahre, und Lærke, 11. Thomas ist ein großer Mann, der im Alltag für die Polizei und als Pilot arbeitet. Er hat einen Motorbohrer dabei. Oliver und Lærke haben sich bereits mit ihren Leinen aufgebaut und fischen. „Ja, als die Kinder gehört haben, dass ich raus zum Fischen gehe, haben sie mich bekniet, um schulfrei zu bekommen“, erklärt Thomas. Zur gleichen Zeit ruft Oliver laut aus; schon bevor wir wieder bei Puste sind, hat bei ihm etwas angebissen. Er zieht einen kleinen Grönland-Kabeljau aus seinem Loch und zeigt ihn stolz herum.
Das ist ein gutes Zeichen fürs heutige Fischen.
Bevor wir losfuhren, erzählte Anders mir eine Geschichte, die er von seinem Nachbarn gehört hatte, der aus Grönland stammt. In den 70’ern kam einmal ein erfolgreicher japanischer Ingenieur nach Grönland, der von Kultur und Lebensweise der Fänger in Nordgrönland fasziniert war. Und zwar so sehr, dass er sein Leben änderte und nach Grönland zog, mit dem Ziel, der beste Fänger aller Zeiten zu werden. Das ist als Ziel schon sehr hoch gesteckt, wenn man erst als Erwachsener damit beginnt, von der Natur und der traditionellen Fangmethode zu lernen. Trotz aller Widerstände gelang es ihm.
Es wäre doch schön, Geschichten wie diese ins Buch aufnehmen zu können.
Anders ist schon soweit und spricht mit Thomas, der ihm von einem Festtagsgericht, namens Kiviaq, erzählt: fermentierte Krabbentaucher. Der Krabbentaucher ist ein kleiner Alkenvogel, etwa so groß wie ein Wellensittich. Man fermentiert diese, indem man ca. 100 Tiere fängt und diese im Ganzen in eine Robbenhaut einwickelt, die noch mit Speck bedeckt ist und dadurch für das Säuern sorgt. Der Speck ist dabei besonders wichtig, weil er für den richtigen Gärungsprozess sorgt. Die mit Vögeln gefüllte Haut wird unter einem Steinhaufen mindestens 3 Monate und manchmal bis zu einem Jahr gelagert. Die Vögel werden dann ganz gegessen, nur die Federn werden ausgespuckt.
Ich hege großen Respekt für die Esskulturen anderer Länder und habe schon viele merkwürdige Dinge von Insekten bis Schildkröten gegessen. Aber nur von diesem Gericht zu hören, sorgt bei mir schon dafür, dass sich mein Magen umdreht.
Während ich so herumstehe und vor mich hin kichere, setzen Anders und Thomas vergnügt ihr Gespräch fort. Anders erzählt ihm von dem Japaner und Thomas blüht regelrecht auf, als er erzählt: „Ich komme aus Qaanaaq, also aus Thule. Mein Kindheitsfreund ist halber Japaner, ich kenne diese Geschichte gut. Sein Vater heißt Ikuo Oshima und ist tatsächlich ein richtig guter Fänger, der gerne sein Wissen teilt. Er stellt alles selbst her und ist dafür so bekannt, dass er Bestellungen für Hundepeitschen und Fangleinen aus aller Welt bekommt.“
Es dauert nicht mehr lange, bis es an meiner Leine zieht. Es ist ein eher leichter Ruck, womit es wohl weder ein Hai noch ein Heilbutt oder ein Seewolf ist – in diesem Fall ist es eine kleinere Spezies. Ein kleiner Uvak wird aus dem Loch gezogen. Aus dem werden wir versuchen, eine Speise zuzubereiten.
Ich entscheide mich dafür, aus dieser kleinen Kabeljauart Ceviche zu machen.
Dies geschieht nach einem ausgiebigen Fotoshooting, das damit endete, dass die Mahlzeit auf dem Teller festgefroren ist. Schließlich froren wir selbst fast fest und freuten uns auf ein heißes Bad. Als wir auf dem Weg zurück in die Stadt waren, rief Sine von Albatros an und lud uns zum Abendessen in ihr Restaurant Roklubben ein. „JA, UNBEDINGT“, ertönte der begeisterte Ruf durchs Auto. Genau darauf hatten wir nun Lust. Gutes Essen, Wein und Wärme.
Roklubben. Photo by Filip Gielda – Visit Greenland
Nach dem Abschied von Chris blieb gerade noch Zeit, die Hände zu waschen und die Fotoausrüstung ins Zimmer zu bringen, bevor wir wieder abgeholt und zum Restaurant gefahren wurden.
Das Roklubben liegt am Lake Ferguson, ca. fünf Kilometer vom Hotel entfernt. Leider wurde es schon dunkel, als wir ankamen, weshalb wir die zu erwartende gute Aussicht nicht mehr genießen konnten. Es waren praktisch keine anderen Gäste außer uns mehr da – nur ein Paar, das schon auf dem Weg zur Tür war. Nach einem herzlichen Empfang – sowohl durch Sine als auch den Kellner in Weste – wurde die kleine, verfrorene Gesellschaft mit Wein und richtig gutem Essen in großzügigen Portionen verwöhnt. Hier wurde alles von Heilbutt über Rentier bis zum Tatar vom Moschusochsen aufgetischt. Es lässt sich eindeutig feststellen, dass Moschus schnell Einzug in die lokale Speisekultur gefunden hat, auch wenn die Tiere erst seit relativ kurzer Zeit hier zugänglich sind.
Nachdem wir das Abendessen beendet hatten, kam unser Kellner mit verschiedenen selbstgemachten Schnäpsen, die wir unbedingt probieren sollten. Einer davon rief bei uns sehr unterschiedliche Reaktionen hervor. Das war der Schnaps aus dem Magen der Schneehühner. Die kleinen Vögel werden mit wildem Thymian und anderen Kräutern gestopft, so dass in ihren Mägen sehr viel Aroma steckt. Nicht einmal diese Geschichte konnte Anders dazu bewegen, ihn zu probieren. Kennie und ich haben schon viel schlimmere Schnäpse (u.a. Schnaps mit ganzer Schlange und Eidechsen in der Flasche) getrunken und hatten nicht so große Probleme, diesen aromatischen Tropfen die Kehle hinunterfließen zu lassen. Der Geschmack war eigentlich ganz gut.
Nach den Ausschweifungen des Abends hatten wir ein wenig Halsweh, Frühstück und insbesondere der Kaffee wurden schweigend eingenommen. Schön war es, dazusitzen und den Flugzeugen beim Starten und Landen zuzuschauen, während man sich langsam wieder als Mensch fühlte.
Auf der Rückreise nach Kopenhagen denken wir darüber nach, wie viel die lokalen Speisewaren für Grönland bedeuten. Ohne mit der Wimper zu zucken, kann ich sagen, dass Grönland der von mir bereiste Ort ist, an dem die Esskultur am authentischsten ist. Und besonders charmant. Es wirkt aber auch nicht so, als wäre man unwillig, etwas Neues zu probieren, sondern mehr, als wenn man die Einfachheit und die Zugänglichkeit dessen schätzt, was am besten schmeckt und günstig ist.
Es ist sehr spannend gewesen, die Speisekultur in Kangerlussuaq zu erforschen und ich habe nun erkannt, dass ich zurückkehren muss, um zu erfahren, was man entlang der Küstenlinien so isst.
WIR SEHEN UNS WIEDER, GRÖNLAND!
Ohne Mandat seines Heimatlandes handelte ein Mann ganz eigenhändig ein Abkommen mit den USA aus, welches den Beginn der amerikanischen Präsenz in Grönland darstellte. Dieses Abkommen ist das Grönlandtraktat von 1941 und der politische Rebell heißt Henrik Kauffmann. Ein hochdramatisches diplomatisches Spiel, das nun mit dem Film „Unser Mann in Amerika“ auf die große Leinwand kommt.
„Es ist im Grunde ein großes Immobiliengeschäft”, sagte US-Präsident Donald Trump im August 2019, als er seinen Wunsch kommentierte, Grönland zu kaufen. Das Angebot erweckte naturgemäß viel Aufmerksamkeit in der gesamten Weltöffentlichkeit – und in Grönland nicht weniger. Die Antwort übermittelte Grönlands Premierminister Kim Kielsen ziemlich schnell: „Grönland steht nicht zum Verkauf, Verhandlungen über die Zusammenarbeit zwischen gleichberechtigten Ländern stehen wir aber sehr offen gegenüber.”
Das Interesse der USA an Grönland ist nicht neuen Datums. Während des 2. Weltkriegs schlossen die USA zum ersten Mal ein Abkommen, das Grönlandtraktat von 1941, das ihnen Zugang verschaffte, um in Grönland Militärbasen zu errichten. Im Gegenzug sollten die USA dafür Sorge tragen, Grönland während der fünf Kriegsjahre in der Aufrechterhaltung des Status quo zu unterstützen. Aus dänischer/grönländischer Perspektive war der berühmte Artikel X (10) die Achillesferse des Traktats. Er legte fest, dass die USA ein Vetorecht für mögliche Änderungen des Traktats in der Zukunft erhielten.
Dieser Artikel hat die Beziehungen zwischen den USA, Dänemark und Grönland erschwert – bis heute ist er Gegenstand von Debatten. Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg bereitete das Traktat diplomatisches Kopfzerbrechen zwischen den USA auf der einen Seite und Dänemark/Grönland auf der anderen Seite. Erst 1951 wurde Einigkeit über eine Änderung des Vertrags erzielt, allerdings mit einem unveränderten Artikel X. Seitdem hat der Grundvertrag eine Reihe von Ergänzungen erhalten, zuletzt 2004, als die drei Länder das Igaliku-Abkommen beschlossen haben (Igaliku ist eine südgrönländische Siedlung nahe Narsarsuaq).
Aber warum wurde der Vertrag von dänischer/grönländischer Seite überhaupt unterzeichnet, wenn der Artikel X für Dänemark/Grönland so ungünstig war? Der Grund heißt Henrik Kauffmann. Er war der dänische Botschafter in den USA – und kam direkt vor Beginn des 2. Weltkriegs 1939 nach Washington.
Als Dänemark am 9. April 1940 von Nazi-Deutschland besetzt wurde, war es mit einem freien Dänemark vorbei. In der Folge musste Kauffmann die Interessen Dänemarks wahren und vertreten, da nun die eigentlich der dänischen Regierung obliegenden Entscheidungsbefugnisse in den wichtigen Fragen von der deutschen Besatzungsmacht beansprucht wurden. Diese Auffassung wurde von der amerikanischen Regierung nicht geteilt. Sie betrachtete weiterhin die dänische Regierung als ihren Verhandlungspartner.
Während der zahlreichen Treffen des dänischen Botschafters mit zentralen Personen im amerikanischen Regierungsapparat fand Henrik Kauffmann heraus, dass der Schlüssel zu seinem Bestreben, Dänemark in den USA zu repräsentieren, in Grönland lag. Dies lag hauptsächlich an zwei Ursachen: Grönlands strategischer Lage und den Kryolith-Vorkommen (das Mineral wurde im Zweiten Weltkrieg zur Aluminiumgewinnung verwendet) in Ivittuut, heute eine verlassene Siedlung in Südgrönland.
Ausschlaggebend für diesen Wendepunkt in der amerikanischen Auslandspolitik war zunächst die sogenannte Monroe-Doktrin (gültig von 1823 bis 1947, dann abgelöst von der Truman-Doktrin). Kurz erklärt, baute diese auf dem Grundsatz auf, dass politische Einmischungen aus dem Ausland (primär aus Europa) in ganz Nord- und Südamerika verhindert werden sollten. Die Doktrin legte damit fest, dass Nord- und Südamerika im Interessensgebiet der USA lagen. Dies beinhaltete auch Grönland, da das Land – nach amerikanischer Einschätzung – zu Nordamerika zählt. Und zu diesem Zeitpunkt konkretisierten sich die Interessen des damaligen Nazi-Deutschlands an Ostgrönland. Deshalb erwachte das amerikanische Interesse ebenso.
Außerdem benötigten die Amerikaner Aluminium, ein wichtiger Bestandteil der Waffenproduktion. Aus diesem Grund fanden große Exporte des wertvollen Kryolith aus der Siedlung Ivittuut nach Philadelphia in den USA statt.
U.S to Guard Greenland
Credit: Universal Newsreels, 12 April 1941
Remains of American WW2 bases in Greenland
Damals wie auch heute war und ist es völlig unerhört, dass ein Diplomat weitreichende Abkommen mit der Regierung eines anderen Landes schließt, ohne die Zustimmung des eigenen Landes zu haben. Aus ganz anderer Perspektive ergeben sich daraus die Hauptzutaten für einen diplomatischen Thriller, insbesondere wenn die Hauptfigur als extravaganter Draufgänger und Mann von Welt daherkommt, der sich auf das glatte Parkett der Diplomatie begibt – und bereit ist, für seine Ziele unorthodoxe Wege einzuschlagen. Der Film heißt „Unser Mann in Amerika” und läuft seit dem 13. August 2020 in den dänischen Kinos.
Heutzutage betreiben die USA nur noch eine Militärstation im früheren Dundas-Gebiet: die Thule Air Base, wo amerikanisches Recht gilt. Früher hatten die USA neun Stationen in Grönland, von denen sich die größten in Narsarsuaq und Kangerlussuaq (beides transatlantische Flughäfen) befanden. An beiden Flughäfen befinden sich Museen mit Ausstellungsgegenständen, welche die Ausmaße der amerikanischen Militärpräsenz verdeutlichen.
Als Henrik Kauffmann nach Ende des 2. Weltkriegs in Washington ein neues Botschaftsgebäude für die dänische Repräsentation bauen ließ, wurde die Vorhalle mit grönländischem Marmor ausgestattet, der aus Maarmorilik kam (das bedeutet ungefähr übersetzt: „der Ort mit Marmor”). Maarmorilik ist eine Minensiedlung nördlich von Uummannaq im nordwestlichen Grönland.
Grönlands Geschichte wurde von der engen Verbindung zu Dänemark bestimmt. „Das Land der Menschen“, wie Grönland auf Grönländisch genannt wird, wurde durch eine Grundgesetzänderung 1953 von einer Kolonie zu einer Provinz im Dänischen Reich. Zu dieser Zeit hielten die Vorstellungen von einer modernen Gesellschaftsordnung immer mehr Einzug in Grönland, bis 1979 kämpften die Grönländer für das Recht auf Selbstbestimmung über ihre eigenen Leben. Dieser Kampf intensivierte sich in den 70’ern und mündete in einem Abkommen zur Einführung der grönländischen Selbstverwaltung (Hjemmestyre). Dies geschah 1979. Von 1979 an übernahm die grönländische Selbstverwaltung für einige Jahrzehnte einen Teil der Fachgebiete, die vorher von Dänemark verwaltet wurden. Dabei handelte es sich um die Ressorts Gesundheit, Bildung, Soziales, Wohnungswesen, usw. Parallel zu dieser Entwicklung blieb es das nächste Ziel, weitere Autonomien über die eigene Situation in Grönland zu erlangen, nicht zuletzt auch über die Bodenschätze. Dies mündete in einem Abkommen zur erweiterten Selbstverwaltung Grönlands (Selvstyre), das am 21. Juni (Grönlands Nationalfeiertag) 2009 in Kraft trat. Über die Selbstbestimmung über die Rohstoffe hinaus bekamen die Grönländer weitere Autonomierechte und Ressorts zugesprochen, müssten aber – im Gegensatz zum vorherigen Abkommen (Hjemmestyre) – die Selbstständigkeit eigenfinanzieren.
Die überwiegende Mehrheit der Ressorts ist nun von Dänemark an Grönland übergeben wurden. Ausstehend ist als besonders großes Ressort nach wie vor das Rechtswesen. Anders sieht es mit den Ressorts Auslands- und Sicherheitspolitik aus, die nach diesem Abkommen nicht von Grönland selbst gesteuert werden können. Hier wurde mit der Itilleq-Erklärung vom 14. Mai 2003 ein Abkommen zwischen Dänemark und Grönland geschlossen, welches sicherstellt, dass Grönland in Fragen und Verhandlungen zu den genannten Themenfeldern einbezogen wird, wenn Grönland von diesen betroffen wäre.
Dänemark gibt jährlich einen Betrag von knapp 4 Milliarden Kronen (ca. 537 Millionen EUR) als sogenannten Blockzuschuss nach Grönland. Darüber hinaus finanziert Dänemark die Aufrechterhaltung von u.a. dem Rechtssystem in Grönland, darunter Polizei, Gerichtswesen und Gefängnis.
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Artikel von Martin Christiansen
Mit einer Erwartung im Körper, wie ich sie erst wenige Male hatte, sitze ich da und schaue auf die riesige Eismasse, die sich viel weiter ausbreitet, als man sie sehen kann. Tatsächlich kann ich mich nur daran erinnern, dieses Gefühl zwei oder drei Mal verspürt zu haben; als ich als 23-Jähriger alleine nach New York kam, als ich zum ersten Mal den Boden von Bangkok betrat und nicht ahnte, was Asien zu bieten hatte, und bestimmt auch, als ich gemeinsam mit einem sehr guten Freund auf Royal-Enfield-Motorrädern durch Südindien kurvte.
Es wird deutlich, dass das rote Flugzeug den Anflug begonnen hat, der letzte Schluck Bier fließt den Hals hinunter und der Klapptisch wird routiniert nach oben geklappt. Es vergeht nur ein kurzer Augenblick, bis wir über den Lautsprecher des Flugzeugs genau darüber informiert werden. Wir sind unserem Reiseziel Kangerlussuaq (das früher auf Dänisch Søndre Strømfjord hieß) nämlich schon ziemlich nah. Der dänische Name erklärt sich von selbst, da wir über den langen Fjord einfliegen, von dem ich später erfahre, dass er 177 Kilometer lang ist.
Ich bin nicht alleine. Mein Freund Anders, der Fotograf ist und mit dem ich schon zwei Bücher über Essen und Esskultur auf Bornholm gestaltet habe, sitzt neben mir. Er ist der Glückliche, der den Fensterplatz bekommen hat. Normalerweise ist mir das keine große Diskussion wert, aber hier über Grönland und dem Inlandeis ist es wirklich noch viel besser, die Nase gegen die Scheibe pressen zu können, als es das bei unserer letzten Tour zurück aus China war und uns die Wüste Gobi stundenlang ihre braune Landschaft zeigte. Anders verschwendet keine Zeit. Die Kamera klickt so viel, dass man glauben könnte, die Haut an seinem Zeigefinger müsste sich schon abgelöst haben.
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Auf der anderen Seite des Mittelganges sitzt Kennie, der Anders und mich filmen wird, wenn wir uns auf unsere Abenteuer begeben. Kennie ist einer meiner ältesten und besten Freunde. Wir haben schon unglaublich viel zusammen erlebt – viele Urlaube auf dem Snowboard, Autotouren durch Italien und nicht zuletzt war es auch er, mit dem ich durch Indien gereist bin.
Draußen verschwindet das Inlandeis und wir fliegen über den vereisten Fjord mit Bergen an beiden Ufern. Das ist unglaublich schön und ich kann es kaum erwarten, auszusteigen und die Kälte zu spüren.
Der Grund, warum wir hier so erwartungsvoll sitzen und auf die grönländische Landschaft starren, ist, dass Anders und ich gerne ein drittes Buch über Speisen, Esskultur und Menschen im Nordatlantik veröffentlichen möchten.
Das ist nicht gerade die einfachste Aufgabe. Glücklicherweise wird uns von einer der fantastischsten Personen geholfen, die ich jemals getroffen habe: Anne Nivíka. Sie ist in Grönland aufgewachsen, lebt in Nuuk und brennt für die grönländische Esskultur und dafür, das Wissen darüber weiterzugeben. Sie mag unser Projekt wirklich und hat nicht nur die ganze Tour für uns arrangiert, sondern auch noch unglaublich viel Arbeit in den Fundraising-Teil unseres Projektes gesteckt. Tatsächlich ist es ihr Verdienst, dass wir in wenigen Augenblicken unsere Stiefel auf den frostigen Boden in Kangerlussuaq setzen können.
Abgesehen von ihrer Unterstützung für verirrte Abenteurer wie uns, ist Anne auch in alle möglichen interessanten und relevanten Essensprojekte in Grönland involviert. Ich kann wärmstens empfehlen, ihre Website www.nivika.gl zu besuchen, auf der diese Projekte alle verlinkt sind.
Anne, die ich zu diesem Zeitpunkt noch nie persönlich getroffen habe, sitzt in Nuuk und überblickt das straffe Programm, das sie für uns ausgearbeitet hat.
Ich kann es kaum erwarten, herauszufinden, welche Esskultur sich in Grönland findet. Selbstverständlich weiß ich über Robbe, Fisch und diese Aspekte Bescheid, aber wie sieht das heute aus, wo alle über Internet verfügen und Flüge aus Dänemark jeden Tag landen und Nahrungsmittel wie andere Sachen aus aller Welt mitbringen können? Stehen weiterhin Fisch und Robbe auf der Speisekarte? Und wie ist das hier im Landesinneren – was isst man hier?
Vor dem Hotel steht unser Guide Adam Lyberth und erwartet uns. Von seinem Aussehen lässt sich ableiten, dass er im Freien arbeitet. Er sieht einfach so gesund aus.
Er startet seinen blauen Land Cruiser, der sehr gut in Schuss ist, und wir fahren links herum. So viele Wahlmöglichkeiten gibt es gar nicht, obwohl dies Grönlands längste Straße ist. Sie ist 70 Kilometer lang und schlängelt sich vom Inlandeis den Fjord entlang.
Wir werden in der Umgebung herumgefahren und Adam erzählt etwas zu allen Dingen, die wir dabei zu Gesicht bekommen. Sowohl über die Natur, aber auch über all die Gebäude, welche die Amerikaner zurückgelassen haben, als sie ihre Militärbasis in dieser Region aufgaben.
Ich bin allmählich so voll von den gigantischen Eindrücken, die diese Natur auf einen macht, dass ich nicht mehr aufnehmen kann. Das muss bis morgen warten. Deshalb beginne ich, Fragen zur Esskultur dieser Gegend zu stellen. Die basiert nach wie vor und wenig überraschend auf dem, was man in der Umgebung jagen und fangen kann. Das sind Schneehasen, Rentiere, Moschusochsen und Vögel. Darüberhinaus wird ein Teil im Fjord gefischt. Im Winter funktioniert das, indem man ein Loch ins Eis bohrt und dadurch fischt. Im Sommer haben viele ihr eigenes Boot und fahren zum Fischen hinaus.
Tatsächlich hat Anne für uns arrangiert, dass wir ein paar Tage später hinausgehen und durch ein Loch im Eis fischen werden, das erzähle ich Adam. Er berichtet, dass dies etwas ist, was er sehr gerne tut. Wir sprechen weiter darüber, was man mit Glück alles fangen kann. Hauptsächlich ist das Uvak, eine etwas kleinere Kabeljauart, gewöhnlicher Kabeljau, Seewolf und mit Glück auch Heilbutt.
Adam ist schon dabei, eine Anekdote über den größten Fisch zu erzählen, den er draußen auf dem Eis gefangen hat: einen Seewolf von 26 Kilo! Ich unterbreche ihn, um mich zum Rücksitz umzudrehen und den anderen zu erzählen, dass das ein sehr gruseliger Fisch ist. Der hat sehr kräftige Kiefer und große, spitze Zähne. Selbst die Exemplare von 5-6 kg, die man in einer Restaurantküche zuhause in Dänemark bekommt, sind gruselig. Ich wage nicht einmal darüber nachzudenken, was man mit einem so großen Exemplar macht, das auch noch lebt…
Adam kommt mir zuvor und lacht mich für meine Frage aus: „Ich habe den mit einer 243-Kaliber-Jagdpatrone erschossen.”
Ein beeindrucktes Gelächter ertönt im blauen Auto, das allmählich zurück in die Stadt kehrt.
Adam fährt uns zurück ins Hotel, wo wir uns eine halbe Stunde lang ausruhen können, bevor wir von Nini abgeholt werden, die uns zu einem grönländischen Abendessen eingeladen hat.

Die grönländische Esskultur ist stark mit dem grönländischen Identitätsgefühl verbunden. Wenn Sie sich wie eine echte Grönländerin oder ein echter Grönländer fühlen möchten, sollten Sie unbedingt auch wie die Einheimischen essen!
Auf diese Weise erhalten Sie einzigartige Einblicke in eine Esskultur, die traditionell von dem abhängt, was sich in der Natur fangen lässt.
Es finden sich so viele Arten Kalaalimernit zu speisen, wie es Menschen gibt – dieser Guide soll eine Orientierung bieten, welche grönländischen Delikatessen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf Ihrer Reise antreffen werden.
Direkt gegenüber vom Hotel liegt die Boutique By Heart. Das ist Ninis Boutique, wo sie grönländisches Kunsthandwerk verkauft, u.a. die begehrte Moschuswolle, welche sie selbst aus den Fellen produziert, die ihr Mann mit nach Hause bringt, wenn er auf der Jagd nach den großen Tieren war. Die wir unbedingt noch sehen müssen.
Hier haben wir früher am Tag Adam getroffen und nun treffen wir uns hier mit Nini.
Wir atmen noch etwas mehr von der kalten und unglaublich frischen Luft ein, bis Nini mit ihrem Auto ankommt.
Sie und ihr Mann haben für uns das Abendessen zubereitet. Das wird fast schon zu viel, wenn man bereits von den ganzen Erlebnissen gesättigt ist und der Tag bereits um 1 Uhr nachts grönländischer Zeit auf Bornholm begonnen hatte. Gleichzeitig wird es aber sehr aufregend sein, das Essen zu probieren und auch von Menschen über die Esskultur erzählen zu hören, die in unserem Alter sind.
Nini und ihr Mann Jens wohnen gemeinsam mit ihrer Tochter auf der anderen Seite des Flughafens.
Auf dem Herd steht bereits ein Topf und köchelt.
Ich kann nicht anders, als hineinzuschauen.
Der Inhalt ähnelt dem, was ich als Koch schon sehr oft gesehen habe, nämlich einem massigen Fleischstück und ein paar Karotten. Oben bilden sich Fettaugen. Ich vermute, dies ist unser Abendessen.
Nini kommt herüber und erzählt, dass dies eine Moschussuppe ist – ein Gericht, das sie erst seit kurzem zubereiten.
„Wir haben herausgefunden, dass man die zäheren Fleischstücke vom Moschus gut essen kann, wenn man sie länger kocht. Dann werden sie richtig zart”, erzählt sie begeistert.
„Und schau…”, setzt sie fort, „…wir haben Karotten dazugegeben. Das ist hauptsächlich euretwegen, wir essen nicht so viel Gemüse. Das hat hier meistens eine schlechte Qualität und ist sehr teuer. 1/8 Knoblauch kostet 20 Kronen (ca. 2,70 €) und eine Wassermelone 80 Kronen (ca. 10,70 €)”, erzählt unsere charmante Gastgeberin leicht verärgert.
„Nini…”, frage ich neugierig, „…wie stellst du sicher, dass deine Tochter alle Vitamine und Mineralien erhält, die sie benötigt, wenn ihr nur selten Gemüse esst?”
Sie erzählt, dass sie im Sommer Beeren und Kräuter sammelt, die sie jeweils trocknet, einfriert und zu Marmelade einkocht.
„Und den Rest erledigen wir mit einer Vitaminpille”, grinst sie und zeigt ihre weißen Zähne.
Es ist Zeit, zu essen und der Topf wird mitten auf den Tisch gestellt. Man sollte dazusagen, dass dies kein gewöhnlicher Topf ist. Er ist ziemlich groß. Ich würde auf 10-15 Liter tippen.
Jens serviert uns das Essen, während er vom regionalen Bier erzählt, das er gleich öffnen wird.
„Richtig regional ist es nicht, da es in Nuuk gebraut wird, aber grönländisch ist es”, grinst er.
Nini berichtet, dass sie meistens Fleisch essen, das Jens geschossen hat, aber auch Reis und ziemlich viele Kartoffeln.
Die Suppe ist heiß, sehr heiß. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Fettaugen gerne am Gaumen kleben. Das Fleisch des großen Tieres schmeckt ein bisschen nach Wild, aber mehr noch nach Ochsenfleisch durchzogen von Umami-Geschmack.
Jens erzählt, dass Moschusochse in dieser Gegend ein Grundelement der Speisekultur darstellt. Dieses wie auch Rentier, Schneehase und Schneehuhn sind die typischen Fleischsorten, die man hier in die Finger bekommt.
Selbstverständlich gibt es im Supermarkt auch teures und langweiliges Schweinefleisch aus Dänemark, aber alle am Tisch sind sich völlig einig, dass es bescheuert wäre, ein kleines Vermögen für Fleisch auszugeben, das wesentlich schlechter als das leckere, selbsterlegte Wildfleisch ist, welches wir nun essen. Es ist nämlich Jens höchstpersönlich, der auf die Jagd geht, wenn er nicht mit Touristen auf geführten Wandertouren unterwegs ist.
Er berichtet, dass er zu Beginn des Winters einen kleinen Schlitten, seine beiden Hunde und ein Zelt mitnimmt, um raus in die Berge zu wandern und das Zelt als eine Art Basislager für die Winterjagd aufzubauen. Hierher kehrt er in der kalten Jahreszeit mehrmals zurück, gerne für drei Tage am Stück, an denen er jagt, das Fleisch zerlegt und die Häute für Nini einwickelt, damit sie aus dem warmen Unterfell Garn herstellen kann.
Jetzt entwickelt sich das Gespräch in eine andere Richtung; mir kommt nämlich der Gedanke, dass es in dieser Gegend nahezu unmöglich ist, im Alltag weniger Fleisch zu essen oder sogar Vegetarier zu sein.
„Das ist einfach etwas, was sich kaum jemand leisten kann”, erklärt Nini: „…Gemüse ist zu teuer und es stellt sich eigentlich auch die Frage, wie viele Vitamine da noch übrigbleiben, wenn es als Fracht den langen Weg transportiert wurde?”
Nini und ich unterhalten uns ein wenig darüber, welche wilden Kräuter und Beeren man hier im Sommer finden kann. Sie sagt mir, dass es hauptsächlich Brombeeren und Wacholderbeeren sind, die sie sammelt, aber auch Engelwurz, wilder Thymian, Sumpfporst und Grönländischer Porst.
Den letztgenannten kenne ich überhaupt nicht, aber Nini erklärt gutgelaunt, dass es die Blätter einiger Sträucher sind, die als Gewürze verwendet werden. Viele machen daraus aber auch Schnaps. Der kann ziemlich heftig werden, wenn man nicht darauf achtet, die Blätter recht schnell aus dem Alkohol zu nehmen.
Nini nutzt den Grönländischen Porst meistens als Gewürz an ihren Gerichten aus Rentier und Moschus und das passt sehr gut, weil der auch im natürlichen Futter der Tiere vorkommt, sagt sie. Sumpfporst wird häufig als Heilpflanze verwendet. Er soll u.a. einen positiven Effekt auf Schuppenflechte haben.
Wir sagen auf Wiedersehen und ich hoffe, dass ich auf der fünf Minuten langen Autotour zurück zum Hotel nicht einschlafen werde.
Vielen Dank für das gute Essen, Nini.
Heute, am 21. Juni, laden wir Sie dazu ein, mit uns Grönlands Nationalfeiertag zu feiern – wo auch immer in der Welt Sie sich gerade aufhalten.
Auf Grönländisch wird dieser Tag Ullortuneq genannt, was, längster Tag des Jahres’ bedeutet. Wenn die Dämmerung Nuuk erreicht (den Großteil der Nacht über bleibt es hell), hissen Menschen in grönländischer Nationaltracht ihre rot-weiße Flagge und laufen gemeinsam zum alten Kolonialhafen, wo den ganzen Tag über gefeiert wird. Begrüßungsreden, Chorgesang und das Nuuk City Orchestra tragen zur guten Stimmung am Nationalfeiertag bei.
In diesem Artikel stelle ich zwei nationale Symbole Grönlands vor: die grönländische Fahne und die aufwendig herzustellende grönländische Nationaltracht, die sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat.
Die grönländische Fahne wurde von Thue Christiansen gestaltet, einem grönländischen Lehrer, Künstler und Politiker. Es gab auch andere Vorschläge, wie etwa ein grünes Kreuz auf weißem Hintergrund oder ein weißes Kreuz auf grünem Hintergrund. Das aktuelle Design wurde darunter ausgewählt und am 21. Juni 1985 eingeführt. Der Name der Nationalfahne lautet Erfalasorput und bedeutet auf Grönländisch ,unsere Flagge’. Im Gegensatz zu den Flaggen der anderen nordischen Länder (Norwegen, Dänemark, Schweden, Island, Åland, den Färöern und Finnland) gibt es auf der grönländischen Fahne kein nordisches Kreuz. Trotzdem gehen die rote und weiße Farbe dieser von der Arktis inspirierten Fahne auf ihren dänischen Gegenpart zurück. Der weiße Hintergrund repräsentiert das Inlandeis, der untere rote Hintergrund den Ozean, der obere Halbkreis stellt die Sonne dar und der untere Halbkreis einen schwimmenden Eisberg.
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Grönlands Nationaltracht variiert je nach Herkunft – dies ist keine Überraschung, da Grönland die größte Insel der Welt ist und es früher nicht einfach war, im Land herumzureisen. Hier stelle ich die westgrönländische, weibliche Nationaltracht vor, die von Süd– bis Nordgrönland – mit Ausnahme der Gegend um Qaanaaq – weit verbreitet ist.
Wenn Sie schon einmal die grönländische Nationaltracht gesehen haben, könnten Sie den Eindruck gewonnen haben, dass sie sehr farbenfroh ist, rot als Farbe aber dominiert. Traditionell wurde aber nicht nur rot, sondern auch die Farben blau, grün und schwarz für die Nationaltracht der Frauen verwendet. Jede Farbe bedeutet etwas. Beispielsweise stand rot für unverheiratete Frauen, blau für die verheiratete Frau, grün stand für die unverheiratete Frau mit Kindern und schwarz für Witwen. Seitdem aber die rote Farbe so beliebt wurde, hat sie sich zur dominierenden Farbe der Nationaltrachten entwickelt.
Interessanterweise wurde die Farbe des Anoraks, der oberen Kostümhälfte, von Haarbändern beeinflusst, die im 18. Jahrhundert getragen wurden. Der deutsche Missionar Nikolaus Ludwig von Zinzendorf brachte diese Tradition mit. Zu dieser Zeit nutzten Frauen in seiner Heimat die Bänder um ihren Hals, um auszudrücken, ob sie verheiratet waren oder nicht. Da grönländische Frauen Kleidung mit hohem Kragen trugen, improvisierten sie und wickelten die Bänder stattdessen um ihre Haarknoten.
Damals wurde dem Anorak in Grönland noch keine spezifische Farbe zugeordnet. Es benötigte den Stoff, unabhängig von der Farbe, um einen Anorak herzustellen. Dies blieb so bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Als dann aber die KGH (Den Kongelige Grønlandske Handel, die königlich-dänische Handelsgesellschaft) Grönländer als Arbeiter in ihren Unternehmen beschäftigte, wurde es viel einfacher, gewünschte Produkte von außerhalb Grönlands zu bestellen. Grönländer fingen an, die Stoffe in den gewünschten Farben zu bestellen und die symbolische Bedeutung der Haarbandfarben übertrug sich von den Haaren auf den Anorak. Auch wenn kulturelle Referenzen zu den Farben des Anoraks immer noch auf den Status ihrer Trägerin verweisen, wird rot heute – unabhängig von der Lebenssituation der Frau – am häufigsten getragen.
Heutzutage können wir sehr farbenfrohe und elegant gestickte Perlen auf der weiblichen Nationaltracht sehen. Diese gehören aber nicht zur originalen Form. Es begann damit, dass holländische Walfänger Waren handelten, zu denen auch Perlen zählten. Sie wurden, an der Nationaltracht getragen, zu einem Zeichen für Wohlstand. Zu Beginn war dieser Perlenkragen noch kurz, er wurde aber immer länger und länger. Heute bedeckt der Perlenschmuck fast die Hälfte vom Anorak.
Es ist unmöglich, nicht über Tierhäute zu sprechen, wenn es um die grönländische Nationaltracht geht. Mehrere verschiedene Tierhäute werden verwendet, um die Tracht herzustellen. Robbenfell wird hauptsächlich für die Kamiks und Hosen genutzt. Lammfell wird an der Vorderseite der Hosen gemeinsam mit wunderschön eingefärbtem Robbenleder verwendet. Grönländische Stickereien, die aus nur wenigen Millimeter breitem, bunt gefärbtem Robbenleder gefertigt werden, werden Avittat genannt. Auf Kamiks für Frauen und Männer sind sie ebenfalls zu sehen. Zusätzlich tragen Grönländerinnen gestrickte Pulswärmer unter ihrer Tracht. Sie werden paffequtit/tajarutit genannt und kommen ursprünglich aus Island.
Der Text geht unten weiter…
Die grönländische Nationaltracht wird grundsätzlich von Generation zu Generation weitergegeben. Sie wird zu besonderen Angelegenheiten getragen, zu fröhlichen wie traurigen Ereignissen. Von der Taufe, dem ersten Schultag, der Konfirmation, dem Schulabschluss und Hochzeiten bis zu Begräbnissen sieht es so aus, als wenn die großen Lebensereignisse sich rund um das farbenfrohe Kostüm drehen. Die grönländische Nationaltracht, die von verschiedenen Kulturen inspiriert wurde, hat über die Jahrhunderte durch Adaptionen ihren eigenen Stil gefunden.
Heute, am 21. Juni, weht die grönländische Flagge stolz an jeder Ecke in Grönland und wir feiern den Nationalfeiertag.
Text
Kim Insuk (Visit Greenland)
Redaktion
Tanny Por (Visit Greenland)
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Gegenwärtig gibt es zwei Wege, um in Grönland einzureisen: über Dänemark oder über Island.
Dies bedeutet, dass Sie auch prüfen müssen, oder Sie ein Visum für das Land brauchen, durch das Sie reisen.
Wenn Sie aus einem Land kommen, bei dem für die Einreise nach Dänemark ein Visum erforderlich ist, müssen Sie auch ein Visum für Dänemark beantragen. Als Faustregel gilt, dass Sie Ihre Einreiseerlaubnis nach Grönland gleichzeitig mit Ihrem dänischen Visum über die dänische Botschaft (oder die Visaantragsstelle) in Ihrem Heimatland beantragen können.
Wenn Sie über Island nach Grönland reisen, ohne Dänemark zu betreten, kann es sein, dass Sie auch ein Visum für Island brauchen. Anders als bei dänischen Visa kann dies nicht gleichzeitig und am gleichen Ort wie für das grönländische Visum gemacht werden. Informationen über Visa nach Island finden Sie auf der Website der isländischen Regierung. Ihr Visum für Grönland können Sie bei der dänischen Botschaft (oder Visaantragsstelle) in Ihrem Heimatland beantragen.
Ein Visum für die Einreise nach Dänemark oder ein anderes Schengenland gilt nicht für die Einreise nach Grönland. Grönland ist nicht Mitglied der EU und keine Partei des Schengener Abkommens. Das bedeutet, dass Sie, wenn Sie Staatsbürgerin oder Staatsbürger eines visumpflichtigen Landes sind, aber über ein Schengen-Visum verfügen, immer noch eine Einreiseerlaubnis ausschließlich für Grönland beantragen müssen.
Wenn Sie einen Diplomatenpass, Dienstpass, offiziellen Pass oder Sonderpass haben, kann es sein, dass Sie visumfrei einreisen dürfen, auch wenn Sie Staatsbürgerin oder Staatsbürger eines visumpflichtigen Landes sind. Weitere Auskünfte finden Sie unter der Übersicht über Reiseunterlagen, Visumbestimmungen und Grenzübergangsstellen.
Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden können frei in Grönland einreisen, einen Wohnsitz nehmen und arbeiten.
Ausländer mit einem vorübergehenden Aufenthaltstitel in Dänemark aufgrund von Asyl, Familienzusammenführung, Arbeit, Studium oder einer Au-Pair-Beschäftigung sowie Ausländer mit einem dauerhaften Aufenthaltstitel, die ein Visum benötigen und Grönland besuchen möchten, müssen sich an die dänische Agentur für internationale Rekrutierung und Integration (SIRI) oder die dänische Polizei wenden und eine Einreiseerlaubnis für Grönland beantragen.
Britische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger können während des Übergangszeitraums visumfrei nach Dänemark und Grönland reisen und werden auch nach dem Übergangszeitraum visumfrei bleiben.
Kontaktdaten für die dänische Agentur für internationale Rekrutierung und Integration
Telefon: (+45) 72 14 20 00
Adresse: Njalsgade 72C 2300 Kopenhagen S, Dänemark
Öffnungszeiten:
Montag: 8.30 bis 12.00 Uhr
Dienstag: 11.30 bis 17.30 Uhr
Mittwoch: 8.30 bis 12.00 Uhr
Donnerstag: 11.30 bis 17.30 Uhr
Freitag: 8.30 bis 12.00 Uhr
Kontaktdaten für die dänische Polizei:
Telefon: (+45) 114
Polizeiwache am Hauptbahnhof Kopenhagen
Adresse: Reventlowsgade 1570 Kopenhagen V, Dänemark

Artikel von Mads Lumholt
In diesen Tagen verbringen wir mehr Zeit daheim als jemals zuvor. Dies bringt viele Menschen dazu, den Handwerker in sich zu entdecken oder den Hobbygärtner, und außergewöhnlich viel zu kochen!
Einige von Ihnen mussten aufgrund von COVID-19 die Grönlandreise leider absagen, weshalb wir Ihnen einige Inspirationen mit auf den Weg geben, wie Sie zumindest einen Hauch von Grönland in Ihrer Küche erzeugen können, um nicht völlig auf die Grönlanderfahrung zu verzichten. Und das heißt konkret Lammsuppe mit Brötchen.
Die grönländische Ernährung ist zu großen Teilen fleischbasiert, da der Gemüseanbau im polaren Klima sehr limitiert ist. Die meisten Erzeugnisse werden (wie alles andere auch) ins Land eingeflogen.
Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass im tiefen Süden Grönlands versteckt grünes Weideland liegt, wo Schafe im Sommer frei umherziehen und die Landwirtschaft lokale Erzeugnisse produziert. Egal welchen Grönländer Sie fragen, werden Sie hören, dass grönländisches Lamm viel geschmackvoller als überall sonst auf der Welt ist.
Bei dieser Frage sind Grönländer definitiv voreingenommen, aber der natürliche Geschmack kommt tatsächlich davon, dass die Schafe den Großteil des Jahres über die frische Luft atmen, das klare Wasser trinken und ungestört in den Berg- und Weidelandschaften grasen können.
Das Klima in der Region der Schafzüchter ist milder als im restlichen Grönland, weshalb hier Gemüse angebaut und Schafe gehalten werden können. Und zwar so viele, dass als die Garnelenschwärme wegen der klimatischen Veränderungen der 2000er in die kälteren Gewässer im Norden migrierten, die Einheimischen sich auf die altnordische Tradition der Wikinger konzentrierten, um Schafe zu züchten. Die Fabrik von Royal Greenland wurde zu Neqi umgebaut, dies ist ein Schlachthof für die Produktion von grönländischem Fleisch. Dieses Fleisch wird in Supermärkten des ganzen Landes verkauft und hat sich zu einer Quelle nationalen Stolzes entwickelt.
Während des COVID-19-Lockdowns entdecken viele Leute weltweit ihre Küchen wieder. Die meisten Grönländer sind ihnen da schon einen Schritt voraus beim trendigen Backen oder Kochen daheim. Das liegt sicherlich auch daran, dass es in vielen Gemeinden Grönlands nur sehr begrenzt Bringdienste und Optionen für Fast Food gibt. Für Grönländer ist es deshalb eine sehr alltägliche Angelegenheit, köstliche Speisen daheim zuzubereiten.
Die grönländische Kochtradition ist einfach, aber appetitanregend. Sie fokussiert darauf, den Geschmack der natürlichen Zutaten aus dem eigenen Umland zu stärken. Einige im Supermarkt gekaufte Lebensmittel werden üblicherweise mit Jagdbeute oder von den Gastgebern selbst gesammelten oder angepflanzten Zutaten vermischt und zu einer Mahlzeit arrangiert.
Wir möchten Ihnen ein herzhaftes, einfaches Gericht vorstellen: Lammsuppe, wie sie bei vielen Leuten daheim serviert wird. Das Rezept wurde erstmalig auf Pilersuisoqs neuer Speise-Website präsentiert. Diese Website möchte dazu anregen, Grundnahrungsmittel, die in gewöhnlichen Speiseläden in ganz Grönland erhältlich sind, zum Kochen zu verwenden. Die neue Seite konzentriert sich darauf, alltägliche Mahlzeiten gesünder zu gestalten. Genießen Sie diesen Geschmack von Grönland daheim!
½ kg Lammfleisch
1 Zwiebel
4 Möhren
½ Stange Sellerie
4 mittelgroße Kartoffeln
3 kleine Steckrüben
1 großer Lauch – oder eine Tüte mit eingefrorenen Suppenkräutern
Butter/Margarine und Olivenöl
Salz und Pfeffer
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1. Schneiden Sie alle Gemüsesorten in die passende Größe.
2. Die Butter schmelzen und dazu das Öl in die Pfanne geben.
3. Braten Sie das Lamm beidseitig an. Nehmen Sie das Fleisch aus der Pfanne, wenn es gebraten ist.
4. Das Gemüse in der Pfanne kochen.
5. Geben Sie das Fleisch wieder zum Gemüse hinzu und füllen Sie es mit einem Liter Wasser auf, alternativ mit der Menge, die den Inhalt des Topfes bedeckt. Eine Stunde lang kochen lassen.
6. Das Gericht wird mit Brötchen oder Baguette serviert.
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Die grönländische Esskultur ist stark mit dem grönländischen Identitätsgefühl verbunden. Wenn Sie sich wie eine echte Grönländerin oder ein echter Grönländer fühlen möchten, sollten Sie unbedingt auch wie die Einheimischen essen!
Auf diese Weise erhalten Sie einzigartige Einblicke in eine Esskultur, die traditionell von dem abhängt, was sich in der Natur fangen lässt. Es finden sich so viele Arten Kalaalimernit zu speisen, wie es Menschen gibt – dieser Guide soll eine Orientierung bieten, welche grönländischen Delikatessen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf Ihrer Reise antreffen werden.

Artikel von Tanny Por
Denken Sie über eine Familienreise nach Grönland nach, wissen aber nicht so recht, was Sie hier erwarten könnte? Fragen Sie sich, ob das Reisen mit Kindern in Grönland entspannt ist? Oder suchen Sie nach Ideen, was Sie bei Ihrem Grönlandbesuch mit Kindern anschauen und unternehmen können? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen! Ich habe kürzlich mit meinem Sohn Grönland besucht und kann Ihnen versichern, dass Grönland ein großartiges Reiseziel für abenteuerliebende Familien ist. Es ist solch ein wundervoller Ort für alle, die die Natur lieben und natürliche Wunder mehr als menschgemachte Unterhaltungsangebote schätzen. In diesem Artikel finden Sie einige Inspirationen für Unternehmungen, wenn Sie in Grönland mit Kindern unterwegs sind. Zusätzlich teilen wir erfahrungsbasierte Tipps und Empfehlungen, wie der Grönlandurlaub zum Spaß für die ganze Familie werden kann.
„Grönland ist ein Ort, an dem Sie Ihren hektischen Terminplaner hinter sich und wirklich loslassen können, um echte Qualitätszeit mit Ihrer Familie zu verbringen.”
Sie können Eisberge überall in Grönland sehen, aber einer der besten Orte dafür ist wahrscheinlich die Diskobucht.
Der beste Ankunftsflughafen dafür ist Ilulissat – Sie kommen dort einfach und direkt von Reykjavík in Island oder Kopenhagen in Dänemark hin. Eine Karte mit den Verbindungen finden Sie hier.
Die Eisberge zu sehen, ist der Höhepunkt jeder Grönlandreise. Und für Kinder sogar noch mehr! Stellen Sie sich einfach vor, wie riesige Brocken aus Eis – von denen einige größer als ein Kreuzfahrtschiff oder ein Mehrfamilienhaus sind – an Ihnen vorbeitreiben.
Kinder werden es lieben, Eisberge zu beobachten, ohne dass es ihnen langweilig wird. Das garantiere ich Ihnen. Sie können stundenlang einfach nur auf das ständig sich verändernde Eis schauen – die unterschiedlichen Größen und Formen der Eisberge, die immer in Bewegung sind… Vielleicht haben Sie sogar das Glück, das Kalben oder Drehen eines Eisbergs zu beobachten – es raubt Ihnen den Atem!
Eisberge machen das Reisen nach Grönland so einzigartig. Sie sind immer um Sie herum und sehen doch niemals gleich aus. Deshalb wissen Sie auch nie, wie dieser Ort in nur einer Stunde aussehen wird… Sie gehen mit einer Aussicht ins Bett und wachen in einer vollständig anderen Umgebung wieder auf. Für Kinder ist das wie das Reisen in einem wahren Wunderland!
Als ich meinen Sohn fragte, was für ihn an Grönland ganz besonders war, hat er gesagt: ,Natürlich die Eisberge. Das ist etwas, was man nirgendwo sonst sieht.‘
Viele Orte in Grönland bieten Walsafaris per Boot an. Dies ist die beste Art, diesen wunderbaren Giganten noch näher zu kommen und das sollten Sie bei einer Grönlandreise mit Kindern unbedingt tun!
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Mit 16 unterschiedlichen Spezies an Walen, die in den Gewässern um Grönland heimisch sind, sind sie die am einfachsten zu beobachtenden Wildtiere. Das Beste daran ist, dass Sie Wale in Grönland sogar ganz einfach von der Küste aus beobachten können. Wale safari war noch niemals so einfach!
Wale zu beobachten, ist auch eine super Möglichkeit, Ihre Kinder zu beschäftigen und zu unterhalten – immer wenn Sie auf einen Spaziergang gehen, am Strand spielen oder einen Bootsausflug machen, können Sie nach Walen Ausschau halten…
Walbeobachtungen gehören zu unseren schönsten Erinnerungen an Grönland. Wir hatten das Glück, sie viele Male zu sehen – von unserem Hotelzimmerfenster aus, von der Restaurantterrasse, beim Wandern und außerdem von einem großartigen schwarzen Sandstrand in Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel. Zusätzlich zu den vorbeischwimmenden Eisbergen und Walen war dieser Strand auch noch von großen Eisbrocken übersät – der beste natürliche Spielplatz für Kinder!
Verpassen Sie nicht die Kuannit-Wanderung. Diese einfache Wanderung ist familienfreundlich und dauert in gemütlichem Tempo 3-4 Stunden. Ich persönlich würde für ein Picknick einpacken und einen Tagesausflug daraus machen, besonders wenn Sie mit Kindern unterwegs sind. Mein Sohn ist wahnsinnig gerne auf die Basaltsäulen geklettert und hat auf dem Weg Beeren gepflückt. Wir haben eine Thermoskanne mit Tee und ein paar Kekse mitgenommen und einige Zeit damit verbracht, vom Ufer aus Wale zu beobachten. Sie können auch ein paar Engelwurzpflanzen pflücken, die gegen Ende des Pfads wachsen und daraus frischen Engelwurztee machen. Kindern lieben den!
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Die Reise nach Grönland führt Sie bereits von den ausgetretenen Pfaden weg, wie Sie vielleicht sagen würden und womit Sie absolut recht haben! Aber selbst in Grönland gibt es bekanntere und weniger bekannte Orte, darunter diese versteckten Juwelen, von deren Existenz nur wenige Touristen wissen.
Wenn Sie erfahren wollen, was Grönland wahrhaftig ausmacht, empfehle ich Ihnen, ein oder zwei Reiseziele in Ihre Urlaubsplanung einzubeziehen, die ein bisschen von den ausgetretenen Pfaden abweichen.
Mein Top Tipp für Familienreisen nach Grönland ist der Besuch von Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel. Die ist von Ilulissat aus einfach auf einer zweistündigen Bootsfahrt zu erreichen (oder im Winter per kurzem Helikopterflug), die Infrastruktur ist gut und es gibt in der Stadt ein nettes Hotel mit einem fantastischen Restaurant. Und doch ist das alles wie eine ganz andere Welt. Die Diskoinsel unterscheidet sich von jedem anderen Ort in Grönland!
Qeqertarsuaq bedeutet übersetzt ,die große Insel‘ und ist die einzige Stadt auf der Diskoinsel, welche die größte Insel Grönlands ist – und Sie wissen ja bereits, dass Grönland wiederum die größte Insel der Welt ist. Ihren Kindern einfach nur zu erzählen, dass sie die größte Insel der größten Insel der Welt besuchen werden, die auch noch ,große Insel‘ heißt, wird sie begeistern!
Die Diskoinsel ist von vulkanischem Ursprung und deshalb sehr grün. Im Gegensatz zur populären Annahme, wonach Grönland nur aus Eis bestehen würde, gibt es hier tatsächlich grüne Landschaften. Eine einheimische Legende besagt, dass Qeqertarsuaq eigentlich nach Südgrönland gehört und von zwei Robbenjägern gen Norden gezogen wurde. Eine Hexe aus Ilulissat sah die fruchtbare grüne Insel vorbeiziehen und entschied, sie in ihrer Nähe behalten zu wollen – also verzauberte sie die Insel und Qeqertarsuaq strandete in der Diskobucht, wo sie sich noch heute befindet.
Die Gegend um Qeqertarsuaq ist so wunderschön, dass keine Worte und auch keine Bilder ihr gerecht werden. Schwarze Sandstrände, heiße Quellen und grüne Wiesen mit Millionen Wildblumen, eine felsige Küstenlinie mit Basaltsäulen, Wasserfällen und dem Lyngmark-Gletscher, der hoch über der Stadt sich auftürmt – dies sind nur einige der natürlichen Merkmale, die Qeqertarsuaq wahrhaft einzigartig machen.
Sie können mit Ihren Kindern wandern oder auf einen Angelausflug gehen oder auch ein paar Tage lang zelten. Mit älteren Kindern und Teenagern haben Sie auch Gelegenheit zum Mountainbiken oder können an einer Kajaktour zwischen den Eisbergen teilnehmen.
Reisen nach Grönland werden hauptsächlich wegen der Outdoor-Aktivitäten unternommen, es handelt sich aber um ein verbreitetes Missverständnis, dass man sehr abenteuerlich unterwegs sein muss, um Grönland genießen zu können.
Ja, Sie benötigen schon einen Sinn für Abenteuer, um eine Grönlandreise mit Kindern zu planen. Einige besonders abenteuerliche Aktivitäten werden Sie mit kleinen Kindern wahrscheinlich nicht durchführen können. Grönland hat aber auch viele ,sanfte Abenteuer‘ und unterhaltsame Aktivitäten zu bieten, die Sie ganz einfach mit Kindern unternehmen können.
Was genau Sie in Grönland mit Ihren Kindern unternehmen können, hängt hauptsächlich von deren Alter und Fertigkeiten ab, aber auch vom Reiseziel, das Sie für Ihren Besuch auswählen. Die gute Nachricht ist, dass bei der Vielfalt an Outdoor-Aktivitäten und deren Zugänglichkeit im ganzen Land Grönland der perfekte Spielplatz für abenteuerlustige Familien ist.
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Auf dieser Website können Sie die Zeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang an Ihrem Aufenthaltsort recherchieren.
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Eine der Besonderheiten, die man in Grönland im Sommer tun kann, ist es, die Mitternachtssonne zu beobachten. Wenn Sie nördlich des Polarkreises zwischen Mai und August unterwegs sind, können Sie endlose Tage erleben. Je weiter nördlich des Polarkreises Sie reisen, desto länger dauert die Saison der Mitternachtssonne.
Die Mitternachtssonne zu sehen, war für meinen Sohn einer der Höhepunkte unserer Reise nach Grönland. Er konnte gar nicht glauben, dass die Tage niemals enden und somit blieben wir an mehreren Tagen bis nach Mitternacht wach und beobachteten den nicht endenden Sonnenuntergang von der Terrasse unseres Hotels aus. Ein unvergessliches Erlebnis!
Sogar im Winter hat Grönland für Familien mit Kindern viel zu bieten. Welches Kind würde sich nicht darauf freuen, Huskys zu treffen und mit dem Hundeschlitten zu fahren!
In Grönland ist der Hundeschlitten das traditionelle Fortbewegungsmittel und eine der beliebtesten Reisearten der Einheimischen im Winter. Das Hundeschlittenfahren ist hier dementsprechend keine reine Touristenattraktion, wie es das an vielen anderen Orten ist. Sie können erleben, wie es wirklich ist – mit traditionellen Holzschlitten und echten Fellen, die Sie warmhalten. Hundeschlittenfahren in Grönland ist mit keiner anderen Erfahrung zu vergleichen und es ist etwas, das die ganze Familie genießen wird.
Die spektakulären Nordlichter sind ein anderer Grund, mit Ihren Kindern im Winter nach Grönland zu reisen. Grönland ist einer der besten Standorte der Welt, um Nordlichter zu beobachten. So nah am Nordpol mit pechschwarzen Nächten zeigt sich das Aurora borealis in Grönland so gut, wie es nur geht.
Grönland im Winter zu besuchen, ist außerdem eine tolle Gelegenheit, um mit dem Schneesooter zu fahren oder in einen Helikopter zu steigen. Dies sind die beiden populärsten Reisewege zwischen Orten, wenn das Meereis zugefroren ist und dieses Erlebnis werden Ihre Kinder niemals vergessen!
Grönländer sind sehr freundliche Menschen, aber besonders in abgelegenen Gebieten sprechen viele von ihnen nicht sehr viel Englisch. Das Reisen mit Kindern macht es viel einfacher, Einheimische zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dies ist Ihre Chance, eine sehr einzigartige Kultur zu erleben, verpassen Sie das bloß nicht!
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Grönlands Kultur ist unglaublich reich und vielfältig und das sollten Sie unbedingt mit Ihren Kindern auf der Grönlandreise entdecken. Nehmen Sie Ihre Kinder mit auf einen Stadtrundgang und lernen Sie, warum die Häuser so bunt sind oder was die doppelten Hausnummern bedeuten. Besuchen Sie eine Kirche vor Ort, ein Museum oder eine Kunstwerkstatt, sprechen Sie mit Einheimischen und fragen Sie nach der Möglichkeit, Huskys und deren Welpen zu sehen oder probieren Sie traditionelle Speisen aus.
Außerdem ist es sehr interessant, Ausführungen der traditionellen grönländischen Kleidung zu sehen. Es gibt verschiedene Formen von Trachten, eine schöner als die andere. Einige der handgemachten Stücke werden über Jahre angefertigt. Sie sind definitiv sehenswert! Wir hatten das Glück, zufällig bei einer einheimischen Hochzeit in Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel vorbeizuschauen. Es war sehr interessant, die Trachten zu sehen und wie die Menschen die Neuverheirateten grüßen und feiern, wenn diese aus der Kirche hinauskommen. Um Mitternacht gab es dann auch noch ein Feuerwerk. Anscheinend werden alle wichtigen Lebensereignisse in Grönland mit einem Feuerwerk gefeiert. Dies ist eine weitere lokale Tradition, der wir noch nirgendwo sonst begegnet sind.
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Hier finden Sie alle praktischen Informationen, wie Sie nach und innerhalb Grönlands reisen können.
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Grönland ist heutzutage für alle Reisetypen zugänglicher, als es jemals war. Jedes Jahr entwickelt sich die Infrastruktur weiter. Daher kommen aber auch immer mehr Touristen und die meisten von ihnen reisen in der Hochsaison zwischen Juni und September, die für einen Grönlandbesuch mit schulpflichtigen Kindern ja ebenfalls die gefragteste Zeit ist.
Die meisten Hotels in Grönland verfügen über Zimmer für 2 Personen, manchmal können 3 oder 4 Personen in einem Zimmer übernachten, manchmal muss man aber auch zwei Zimmer buchen oder stattdessen nach einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus Ausschau halten. Da Übernachtungsmöglichkeiten für Familien noch begrenzter sind, sollten Sie Ihre Grönlandreise mit Kindern gut im Voraus buchen. Für die Sommermonate würde ich eine Buchung bis zu einem Jahr oder mindestens 6 Monaten im Voraus empfehlen.
Dies gilt auch für Flüge, Boots- oder Helikoptertransfers. Je früher Sie buchen, desto besser sind die Preise und Verfügbarkeiten.
Wenn Sie einen Eindruck davon erhalten möchten, was Grönland wahrhaftig ausmacht, sollten Sie an jedem Ihrer Reiseziele mindestens ein paar Tage einplanen. Dies gilt im Besonderen, wenn Sie mit Kindern reisen!
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Einer unserer wichtigsten Tipps für jede Reise nach Grönland ist es, flexibel zu sein und an jedem Ort mehr Zeit einzuplanen, als Sie denken zu benötigen.
Grönland ist die größte Insel der Welt und wenn Sie ein paar Recherchen anstellen, werden Sie schnell verstehen, dass es nicht möglich sein wird, alles zu sehen. Nicht nur, weil Grönland viel mehr anzubieten hat, als sie glauben, und nicht nur, weil sich die Städte entlang der 44.000 km langen Küstenlinie verstreuen, sondern weil das Reisen nach Grönland gute Planung benötigt und das Zeit braucht. Verspätungen aufgrund des Wetters sind nicht selten, das sollten Sie einplanen und dann eine viel angenehmere Reise genießen.
Eine Familienreise nach Grönland zu planen, hat mich immer derart eingeschüchtert, dass ich es jahrelang verschoben habe. Wenn Sie aber ein bisschen genauer hinsehen, werden Sie schnell feststellen, dass Grönland viel zugänglicher ist, als es auf den ersten Blick aussieht. Tatsächlich ist es relativ einfach, Grönland individuell zu besuchen und es ist ein großartiger Ort, um Ihre Kinder mitzunehmen.
Mit diesem Hintergrundwissen ist jede Region und jeder Ort wieder individuell zu betrachten und Sie sollten ein paar Recherchen betreiben und Ihre Familienreise gut planen. Wenn Sie dann wissen, was Sie zu erwarten haben und mit flexibler Einstellung und offenem Geist nach Grönland kommen, werden Sie und Ihre Kinder das Abenteuer Ihres Lebens erleben. Eine Reise, die Sie niemals vergessen werden!

von Jurga Rubinovaite
Jurga ist die Gründerin und Abenteuerplanerin hinter dem Familienreiseblog fullsuitcase.com. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen entdeckt sie die Welt, teilt Reiseinspirationen und Tipps aus eigener Erfahrung und hilft anderen dabei, ihre eigene Traumreise zu planen.
Wir hoffen, dass Sie und Ihre Liebsten in diesen herausfordernden Zeiten gesund sind und es Ihnen gut geht. Da sich die Welt (inklusive Grönland) im Lockdown befindet, sehnen auch Sie sich vielleicht gerade besonders nach neuen Abenteuern. Und da können wir helfen. Jetzt können Sie Grönland aus sicherer Entfernung von Ihrem Sofa aus entdecken – mit unseren 360° Videos!
Kommen Sie an Bord dieses 44-Fuß-Bootes, um Buckelwale zwischen den Eisbergen der Diskobuchtregion in Nordgrönland zu beobachten.
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Wenn Sie Benzin im Blut haben und gerne einen Adrenalinschub verspüren, können Sie sich auf eine virtuelle Tour mit dem Schneemobil durch die verschneite Landschaft von Sisimiut nahe des Polarkreises begeben.
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Der Hundeschlitten ist das klassische Fortbewegungsmittel, um die grönländische Natur zu entdecken. Der ruhige und stete Rhythmus der Hunde, die beim Laufen den Schnee aufwirbeln, erlaubt es Ihnen, sich als Teil der grönländischen Kultur zu fühlen.
Begleiten Sie unseren hauseigenen Videofilmer Aningaaq, wie er die Hügel von Quassussuaq in der grönländischen Hauptstadt Nuuk mit dem Snowboard hinunterfährt.
Entdecken Sie Grönland so, wie es auch die ersten Grönländer taten – in einem Kajak. Hören und fühlen Sie die Wellen, die sich an Ihrem Kajak brechen, während Sie zwischen den Eisbergen in Südgrönland paddeln.
Sobald die Grenzen wieder öffnen und das Reisen wieder sicher ist, können wir es gar nicht erwarten, Sie wieder willkommen zu heißen. Bleiben Sie in der Zwischenzeit gesund!
Gibt es eigentlich Pinguine in Grönland?
Finden Sie es heraus und lesen Sie mehr, in unserer neuen, zum download verfügbaren Infographik!

Die grönländische Esskultur ist stark mit dem grönländischen Identitätsgefühl verbunden. Wenn Sie sich wie eine echte Grönländerin oder ein echter Grönländer fühlen möchten, sollten Sie unbedingt auch wie die Einheimischen essen!
Auf diese Weise erhalten Sie einzigartige Einblicke in eine Esskultur, die traditionell von dem abhängt, was sich in der Natur fangen lässt. Es finden sich so viele Arten Kalaalimernit zu speisen, wie es Menschen gibt – dieser Guide soll eine Orientierung bieten, welche grönländischen Delikatessen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit auf Ihrer Reise antreffen werden.
MITTERNACHTSSONNE
NORDLICHTER
INUITKULTUR
Sie werden überrascht sein, wie sehr wir für Fußball brennen. Auch wenn Grönland fast acht Monate des Jahres über mit Schnee bedeckt und Gras sehr limitiert ist, finden wir noch immer einen Weg, auf felsigem Terrain und bei allen Wetterlagen Wettkämpfe auszutragen, die häufig von enthusiastischen und sportbegeisterten Einheimischen angefeuert werden.
Grönländer denken oft an die damaligen Meisterschaften, wenn sie an die vergangenen Jahrzehnte zurückdenken: Erinnert ihr euch, wie 1980 Nagdlunguak-48 aus Ilulissat die GM (nationale Meisterschaft) gewann? Kalaallit Arsaattartut Kattuffiat (die grönländische Ballsportvereinigung) wurde tatsächlich schon 1971 gegründet und hat das Ziel, den grönländischen Fußball national und international zu verbessern und weiterzuentwickeln. Die Vereinigung zählt 76 lokale Clubs mit 5.500 registrierten Spielern, womit Sie ausrechnen können, dass fast 10% der grönländischen Bevölkerung offiziell Fußballspieler sind!

Sie werden sich jetzt vielleicht wundern, warum Sie Grönland noch nie als teilnehmende Nation entdeckt haben, wenn Sie eine internationale Meisterschaft geschaut haben. Grund dafür ist, dass kleinere oder ähnlich große Länder wie die Färöer Mitglieder der UEFA und der FIFA sind, Grönland ist das nicht. Darüber wird heftig diskutiert und einige Beobachter gehen davon aus, dass es daran liegt, dass andere kleine Länder wie die Färöer sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt vor fast 30 Jahren beworben haben. Um heute von der UEFA und FIFA aufgenommen zu werden, muss man einigen Standards und Regularien entsprechen. Eine der FIFA-Anforderungen ist ein nationales Stadion, welches von vielen Grönländern schon lange herbeigesehnt wird. Jedoch muss ein solches Stadion eine Zuschauerkapazität von mindestens 40.000 aufweisen (etwa 71 % der grönländischen Bevölkerung), weshalb dies zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht geplant ist. Und selbst wenn ein sich bewerbendes Land alle Anforderungen erfüllt, kommt es immer noch auf das Votum der Mitgliedsländer an.
https://facebook.com/cnnsport/videos/1919603318056138/?v=1919603318056138
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Aktuell müssen wir also mit anderen Wettbewerben wie etwa der nationalen Meisterschaft vorlieb nehmen, die in ihrer Form eine ebenfalls sehr spannende Veranstaltung ist. Jedes Jahr versammeln sich Nation und Medien, um die regionalen Meisterschaften zu verfolgen, die entscheiden, welche Teams sich für die nationalen Wettkämpfe qualifizieren. Die nationalen Meisterschaften für Männer und Frauen finden dann im Herbst (Futsal) und im Sommer (Fußball) jedes Mal an einem anderen Ort statt.
Die grönländischen Futsalmannschaften sehen Sie auch bei den Arctic Winter Games. Verschiedene Nationalmannschaften aus Grönland nehmen an den Arctic Winter Games in unterschiedlichen Altersgruppen teil (wenn die erforderliche Finanzierung für das Jahr gesichert wurde). Es gibt gute Gründe, auf die Nationalmannschaften stolz zu sein, da sowohl die Männer als auch die Frauen schon mit Goldmedaillen zurückgekehrt sind.
Die Nationalmannschaften tragen manchmal auch offizielle und inoffizielle Freundschaftsspiele auf internationalem Level aus. Beispielsweise hat Grönland in der Vergangenheit schon gegen die Färöer, Tibet und Tschechien gespielt.
2015 setzte sich Kalaallit Arsaattartut Kattuffiat (KAK) das ehrgeizige Ziel, elf Fußballfelder mit Kunstrasen anzulegen, was zu glänzenden neuen Freiluftfeldern in jeder grönländischen Region geführt hat. Alle diese Felder liegen in einem malerischen Umfeld. In Qeqertarsuaq liegt das Feld beispielsweise direkt an der Küste und Sie können neben den gemächlich durch die Diskobucht treibenden Eisbergen kicken. In Tasiilaq liegt das Fußballfeld mitten in der Stadt und wird vom warmen Glanz der Fenster und Straßenlaternen umhüllt. Über allem thront der Anblick hoher, schneebedeckter Berggipfel.
Nicht alle Fußballfelder haben Kunstrasen – einige sind Sandflächen und das in Igaliku ist aus echtem Gras. Während des jährlich im Sommer stattfindenden Igaliku Fest trägt dieser Ort das dramatische Spiel zwischen der Siedlung und ihren Rivalen aus Narsaq aus.
Beginnen Ihre Füße bereits zu kribbeln? Wenn Sie im Sommer reisen, sind die Chancen gut, zufällig an einem Fußballspiel vorbeizukommen. Wenn Sie nett fragen, können Sie vielleicht bei einem lokalen Spiel mitmachen, wenn das Feld nicht von offiziellen Spielern beansprucht wird. Spiele und Wettbewerbe gehören zur grönländischen Kultur und das schon seit tausenden Jahren. Wenn Sie also selbst nicht so gerne spielen, können Sie auch gerne zuschauen und anfeuern. Die Einheimischen werden Ihren Enthusiasmus ganz sicher zu schätzen wissen.
Sollten Sie im Winter reisen und die Lust verspüren, den hiesigen Fußballgeist zu erleben, dann können Sie immer das Stadion vor Ort besuchen. Überall in Grönland stehen die Stadien auch Gästen offen und bieten häufig alles, was Sie zum Anfeuern benötigen: z.B. Fastfood, Limonade und Eis. Denken Sie immer daran, auch den einheimischen Fans Platz zu lassen – am Ende könnten Sie dabei neue Freunde und eine neue Mannschaft finden, die Sie zukünftig unterstützen wollen.
Sollten Sie Fußballtrikots sammeln, müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass Sie aktuell keine als Souvenir mit nach Hause nehmen können. Die Trikots werden nicht verkauft und Sie müssten über eine Bekanntschaft vor Ort diese tauschen. Dafür bieten die meisten Souvenirgeschäfte sportbegeisterten Fans andere Mitbringsel wie etwa Schals, Plaketten und Kappen in rot und weiß an – den Farben der grönländischen Flagge und der Nationalmannschaft.
Fußball fördert die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der ganzen Nation und lässt Sie das wahre Grönland erleben. Auch wenn Sie nicht besonders sportbegeistert sind, bieten Ihnen die fotogenen Fußballfelder großartige Fotooptionen. Sollten Sie tatsächlich Sportliebhaber sein, sind wir immer offen für ein freundschaftliches Fußballspiel. Denken Sie aber unbedingt daran, niemals die Augen vom Ball abzuwenden – auch wenn Sie dadurch mal fast in einen Eisberg rennen könnten.