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Was macht Aasiaat so besonders?
Aasiaat – das „Land der tausend Inseln“ und fast ebenso vieler Wale – wird von weniger Menschen besucht als viele der kleineren Ortschaften in der Disko-Bucht. Und das, obwohl Aasiaat Grönlands fünftgrößte Stadt ist und eine überraschende Auswahl an Galerien beherbergt, in denen sowohl berühmte als auch weniger bekannte Kunstwerke ausgestellt sind.
Als Herzstück eines Archipels aus tief liegenden Inseln gleicht Aasiaat seine geringe Höhe durch seine riesige Küstenlinie aus. Die verschlungenen Wasserwege, die im Winter zufrieren, bieten sowohl Sommer- als auch Winterwalen Schutz und verwandeln sich in Labyrinthe, die man mit dem Boot, dem Kajak oder dem Hundeschlitten erkunden kann. Währenddessen heulen grönländische Schlittenhunde zwischen den farbenfrohen Häusern von Aasiaat nach Schnee und Eis.
Anreise nach Aasiaat
Aasiaat liegt auf einer Insel im südwestlichen Teil der Disko-Bucht. Internationale und inländische Besucher können Aasiaat erreichen, indem sie in Kangerlussuaq oder Ilulissat auf einen Direktflug umsteigen. Die meiste Zeit des Jahres ist Aasiaat auch auf dem Seeweg erreichbar. Der Ort ist einer der Häfen entlang der Route der Passagierfähre „Sarfaq Ittuk“, und es besteht auch die Möglichkeit, mit lokalen Verkehrsmitteln von anderen Orten innerhalb der Disko-Bucht anzureisen.
Die besten Zeiten für einen Besuch sind:
- Februar – April (Hundeschlittenfahrten, Schneeschuhwandern, Skifahren, Nordlichter),
- Juni – September (Wandern, Bootsausflüge, Walbeobachtung, Angeln),
- Mai und Oktober – Januar für Konferenzen in der Nebensaison.
Zu den Veranstaltungen in Aasiaat zählen der Mitternachtssonnen-Marathon, der in der Regel jedes Jahr im Juni stattfindet, und das Nipiaa Rock Festival im August.
Fortbewegung in Aasiaat
Obwohl Aasiaat recht weitläufig ist, können Sie die meisten Sehenswürdigkeiten vom Zentrum aus zu Fuß erreichen. Wenn Sie schneller vorankommen möchten, können Sie auch Fahrräder mieten. Um zum Flughafen zu gelangen, sollten Sie ein Taxi rufen, das Sie und Ihr Gepäck befördert. Für Ausflüge in der Umgebung sind Boote und Fußwege (im Sommer) sowie Hundeschlitten, Skier oder Schneeschuhe (im Winter) die gängigsten Fortbewegungsmittel. Es gibt keine eigene Touristeninformation. Die freundlichen Mitarbeiter des Hotels Søma Aasiaat helfen Ihnen jedoch gerne weiter.
Nützliche Telefonnummern
- Polizei (+299) 70 14 48
- Krankenhaus (+299) 89 22 11
- Taxi (+299) 49 94 99 (dieses Unternehmen bietet eine App namens „App-Taxa“ an) + (+299) 89 27 00
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Was man in Aasiaat unternehmen kann
Am besten erlebt man Aasiaat, wenn man sich an den Einheimischen orientiert.
Im Sommer bedeutet das, aufs Wasser hinauszufahren, um die weitläufige Küste zu erkunden, die die Tausenden von Inseln des Aasiaat-Archipels umfasst. Segeln oder paddeln Sie an den riesigen Eisbergen vorbei, die ihren Weg vom Ilulissat-Eisfjord hierher gefunden haben, besuchen Sie den Walfriedhof, wagen Sie ein Bad in der nicht ganz so heißen Quelle, bevor Sie eine der einsamen Inseln rund um Aasiaat erkunden und bewandern, die Ihnen am besten gefällt (auf der größten befindet sich an der Westspitze eine verlassene Siedlung namens Manermiut), oder verbringen Sie ein paar Stunden damit, das Alltagsleben in einer der beiden kleinen Siedlungen in der Nähe von Aasiaat zu genießen. Fangen Sie sich anschließend Ihr eigenes Abendessen bei einem Angelausflug, bei dem Sie wahrscheinlich Kabeljau, Atlantischen Seewolf, Rotbarsch oder Grönland-Heilbutt an Land ziehen werden. Denken Sie daran, zuerst einen Angelschein zu erwerben.
Eine weitere beliebte Freizeitbeschäftigung der Einheimischen in Aasiaat ist das ganzjährige Walbeobachten. Winterwale wie der Grönlandwal halten sich in den Gewässern um Aasiaat auf, wenn alle anderen bereits nach Süden abgewandert sind. Anschließend überlassen sie ihr Revier den Zwergwalen, Finnwalen und verspielten Buckelwalen, die im Sommer für einige Monate auftauchen und oft ganz in der Nähe der „Walstadt“ an der Disko-Bucht gesichtet werden.
Eine der besten Möglichkeiten, diesen faszinierenden Tieren ganz nah zu kommen und die Tausenden von Inseln rund um Aasiaat zu erkunden, ist das Mieten eines Kajaks. Man weiß nie, was man entdecken kann, wenn man durch die geschützten Wasserwege des Archipels paddelt, an jedem Ort anlegt, der interessant aussieht, und auf seiner eigenen privaten Insel zeltet.
Wenn in Aasiaat der Schnee fällt und das Meer zufriert, tauschen die Einheimischen ihre Wanderschuhe gegen Skier (jede Woche werden neue Loipen gespurt) oder Schneeschuhe ein, legen ihre Boote an und lassen ihre Schlittenhunde von der Leine. An jedem beliebigen Tag können Sie sich zu den einheimischen Fischern gesellen, die an Löchern im Meereis sitzen und auf ihren Fang warten. Oder erleben Sie den Nervenkitzel einer traditionellen Hundeschlittenfahrt, um die Gegend um Aasiaat zu erkunden, wie es die Inuit seit Jahrtausenden tun. In den langen Nächten müssen Sie dann nur nach draußen gehen, um die magischen Nordlichter zu bestaunen, die über Ihnen tanzen – wobei eine kurze Wanderung vom Stadtzentrum weg die beste (dunkelste) Aussicht bietet.
Aktivitäten auf eigene Faust in Aasiaat
Wenn man nicht gerade auf dem Wasser unterwegs ist oder hinter grönländischen Schlittenhunden herläuft, ist Aasiaat selbst eine interessante Stadt, die es zu erkunden gilt.
Machen Sie einen Spaziergang entlang des Hafens in Richtung Hotel Søma, um zu sehen, welche Schiffe im Hafen liegen, und um den Schiffbauern bei der Arbeit zuzusehen, wie sie alle möglichen Boote reparieren.
Kunstliebhaber sollten durch die Stadt schlendern, um riesige Wandgemälde und kunstvoll gearbeitete Skulpturen zu entdecken, die an versteckten Orten liegen und den Elementen ausgesetzt sind. Am auffälligsten ist dabei eine Skulptur der dänischen Königsfamilie, die vor der großen schwarzen Kirche steht. Wagen Sie sich hinein, um ein Modell eines traditionellen Frauenbootes zu sehen, das von der Decke hängt, sowie mehrere Gemälde an der Rückwand, die verschiedene religiöse Geschichten darstellen, und begeben Sie sich dann den Hügel hinauf zur Versammlungshalle von Aasiaat, wo 21 Gemälde des berühmten dänischen Künstlers Per Kirkeby ausgestellt sind. Sie entstanden während eines dreimonatigen Aufenthalts im Jahr 1969, werden nur von wenigen gesehen, sollen aber ein kleines Vermögen wert sein! Die örtliche Bingo-Gemeinde freut sich immer, dieses verborgene kulturelle Juwel mit Reisenden aus aller Welt zu teilen.
Für Geschichtsinteressierte bietet das Museum in Aasiaat eine Fülle von Informationen über die Region und eine der besten Ausstellungen zu Kajakfahren und Hundeschlittenfahren unter allen Museen in Grönland. Hier können Sie auch darum bitten, das traditionelle Torfhaus zu besichtigen, das sich auf dem Hügel in der Nähe der Kirche befindet.
Das Museum ist in der ehemaligen Gouverneursresidenz aus dem Jahr 1860 untergebracht, einem von mehreren Kolonialgebäuden, die sich vom Hafen aus am Ufer der Disko-Bucht entlangziehen. Ein weiteres sehenswertes Gebäude ist die ehemalige Mädchenschule, in der heute die öffentliche Bibliothek von Aasiaat untergebracht ist. Spazieren Sie an den endlosen Wohnblocks vorbei (achten Sie auf die Wandmalereien) und entdecken Sie dieses atemberaubend schöne Kolonialgebäude, das sich oft perfekt in dem kleinen, flachen See zu seinen Füßen spiegelt.
Gut zu wissen
- Das wichtigste Gymnasium Nordgrönlands befindet sich in Aasiaat. Schüler aus ganz Nordgrönland wohnen in Aasiaat, um dort die Schule zu besuchen.
- Aasiaat ist die einzige größere Stadt in Grönland, in deren Nähe es keine beeindruckenden Berge gibt
- „Aasiaat Radio“ ist ein anderer Name für den grönländischen Küstenfunk, der die Not- und Sicherheitsüberwachung für den Schiffsverkehr in grönländischen Gewässern gewährleistet
- „Aasiaat“ bedeutet in der grönländischen Sprache wörtlich „Spinnen“, obwohl es hier nicht mehr Spinnen gibt als anderswo in Grönland und der Name daher etwas irreführend ist. Als der Ort noch eine Kolonie war, hieß er auf Dänisch „Egedesminde“, was so viel wie „Erinnerung an Egede“ bedeutet.
- In Aasiaat gibt es zwei Supermärkte – Pisiffik und Pilersuisoq – sowie mehrere kleinere Kioske und Boutiquen. Campingausrüstung sollten Sie selbst mitbringen, aber eine Grundausstattung ist in einem kleinen Laden namens Anuni und im Obergeschoss des Pisiffik erhältlich.
- Als Souvenirs empfehlen wir das Hotel Søma Aasiaat und das Museum.